Beiträge von Ingo W

    Hallo Ralf, hallo Stefan!


    Selbstredend werdet ihr beim Binsenangucken natürlich auch auf ein kleines gestieltes Lachnum stoßen, welches meist L. apalum ist, allerdings gibt es auch noch L. diminutum.


    VG Ingo W

    Myriosclerotinia curreyana (Berk.) N.F. Buchw., Friesia 3(4): 291 (1947)
    Dünnsporiger Binsen-Sclerotienbüschelbecher


    Manche Pilzarten sind so selten wie die Pilzler, die danach schauen.
    Um diese Myriosclerotinia zu finden, muss man das Innenleben von toten vorjährigen Binsenhaufen inspizieren.



    Witzig ist das Sklerotium, das sich an die Form des Binsenstängels angepasst hat....

    .....und auch die Sporenform, die so gar nicht zu den "Eiersporen" der anderen nahen Verwandten passt:




    Eine ähnliche, etwas robustere Myriosclerotinia wächst in Beständen der Waldsimse (Scirpus):

    Myriosclerotinia scirpicola (Waldsimsen-Sclerotienbüschelbecher)


    VG Ingo W

    Hallo Andreas!


    Scheinbar spielt große Enferntheit bei vielen Mollisien keine große Rolle.
    Viele unserer Funde decken sich per Sequenz auch sehr gut mit amerikanischen.


    Wie das jetzt genau mit dem lividofuscas zusammenhängt, da braucht es wahrscheinlich noch ein paar Funde von der Art der Maisspindel.
    Viele der anderen Arten habe ich auch erst mit der sequenzorischen Auswertung besser verstanden. Und die häufigste MOLLISIA im Sommerhalbjahr, also die, welche ich unter olivaceocinerea laufen habe, die ist wirklich eine harte Nuss, weil die sich aufspaltet.
    Ich glaube, die hattest du in deinem Baum gar nicht, oder doch?


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Falls du was findest, dann Probe an mich.
    Falls die Aufsammlung groß und teilbar ist, dann an Florian und mich. Sollte dann aber der gleiche Zapfen sein, den man teilt, um Fehler auszuschließen.


    VG Ingo W

    Hi Pablo!


    Meines Erachtens schon. Bei uns hat es kurz geregnet, da hat zumindest gleich MOLLISIA rosae losgelegt oder Pyrenopeziza rubi. Ich glaube, die warten gerade alle auf ein bisschen Feuchtigkeit.


    Naja, meine Anfrage bleibt, und ich freue mich auf Rückmeldung.


    VG Ingo W

    Hallo Andreas!


    Was mich etwas stört an der lividofusca-Bestimmung der PdS- Tapesia strobilicola sind die zu kleinen Sporen und der nicht luftig wachsende Standort, der eigentlich üblich ist bei lividofusca.
    M. lividofusca ist im Stammbaum sehr schön festgelegt, unsere 5 Kollektionen sind sehr einheitlich und treffen sich mit lividofusca-AG06, also das sind auch die mit dunklem Subhymenium.


    Meine Maisspindel-strobilicola trifft sich mit "lividofusca" Abweichlern, welche abseits der anderen stehen. Meine hatte kleinere Sporen und kein dunkles Subhymenium. Sie stimmen überein mit deinen Funden lividofusca-Mo002 und lividofusca-Mo039cf.
    Kannst du mir zu diesen beiden die Fundumstände geben?


    Falls du dich für die gesamte Doku der Maisspindelmollisia interessierst, gebe ich gleich den Link dazu.


    VG Ingo W


    Edit:
    http://asco-sonneberg.de/pages…0220-fp353-00gjj39727.php

    Hallo!


    Eine schöne Gegenüberstellung!
    H. Jahn ist ein ausgesprochen guter Pilzbeobachter gewesen, der seinesgleichen sucht.
    Mich verwundert dennoch, dass er glaubte, alle Kollektionen korrekt ansprechen zu können und Zwischenformen nicht akzeptiert.


    Also ich selbst komme immer wieder ins Schwimmen bei manchen Kollektionen und ich finde, dass die Merkmale nicht immer so eindeutig zu trennen sind.
    Besonders, was den Anwuchs betrifft, kenne ich auf jeden Fall (besonders jung) dick angewachsene Schmetterlings-Trameten.


    Bei so manchem (aus meiner Sicht) Problemfall wünschte ich mir, ich könnte Hermann Jahn fragen, was er denn nun zu diesem Fund sagt und warum.


    Pablo schreibt, er könnte die beiden mikroskopisch auseinanderhalten. Da würde mich auch eine Gegenüberstellung interessieren. Ob das wirklich geht?


    Und was ich noch interessant finde: H. Jahn spricht als Unterscheidungsmöglichkeit nicht die schwarze Linie im Schnitt an, die laut vieler Literatur angeblich zur Abtrennung gut sein soll.
    Ich behaupte das ja schon immer, dass besonders junge, noch nicht dunkle Schmetterlings-Trameten auch keine schwarze Linie im Schnitt haben.
    Schwarze Linien gibt es nämlich meiner Ansicht nach nur bei Fruchtkörpern, die auch Schwarz als Zonierungsfarbe haben.


    VG Ingo W

    Hallo zusammen!


    Zum Abgleich einer gefundenen Mollisia-Kollektion an Maiskolbenspindel (Bild geht größer klicken!)......

    .......hätte ich gerne Mollisien an Zapfen.


    Eventuell hören die auf den Namen Tapesia strobilicola.
    Meist wachsen die im Frühjahr an Kiefern- oder Lärchenzapfen, haben die Mikro-Eigenschaften (speziell Sporengrößen) von Mollisia cinerea, aber einen deutlichen Subikulumfilz.


    Bei mir finde ich die schlecht, anderswo waren die aber recht schnell anzutreffen (z.B. bei Nando in Westsachsen).
    Falls also irgendjemandem sowas auffällt, würde ich mich über "Lautgebung" freuen.
    Angedacht ist dann eine Kultivierung des Materials mit späterer Sequenzierung.


    Viele Grüße
    Ingo W

    Hallo Wutzi!

    Zitat


    Aber vielleicht hat sich der Baumstamm gedreht.


    Als die Pilze ihre Fruchtkörper bildeten, da stand das Stämmchen noch. Poren sind in der Regel nach unten ausgerichtet, damit die Sporen gut rausfallen können (Geotropismus).


    Zitat


    ....würde ich fast eher an >Striegelige Trameten< denken.


    Das sehe ich aber genau so, aber ohne "fast". Und dann stimmt das auch mit der grauen Fruchtschicht im Alter überein
    Ich bezweifele, dass Schmetterlings-Trameten im Alter eine graue Fruchtschicht kriegen. Werden die nicht irgendwie ocker und braun?


    VG Ingo W

    Hallo Stefan!


    Also makroskopisch würde ich dir das sofort glauben.
    Mikroskopisch wär ´s schon schön, wenn du die Zystiden an ihrem Wuchsort einfangen würdest.
    Ansonsten würde mich die Bestimmerei an die erinnern, die sich herumschwimmende Sporen greifen, um ihre Arten zu bestimmen.


    VG Ingo W

    Hallo Stefan!


    Also Peniophora und Vuilleminia passt schon mal.
    Wobei ich beim ersten schon an P. cinerea (Grauer Zystidenrindenpilz) denke, so sieht der eigentlich typischerweise aus und wenn er mal etwas violettlicher daherkommt, schiebe ich das doch gern auf die überwachsenen grünen Algen oder Flechten (ob ´s halt stimmt?)
    P cinerea hat nämlich auch einen ähnlichen Verwechsler, ich glaube Pablo hat den mal irgendwo gezeigt. Heißt der violaceolivida oder so ähnlich?


    Beim 2. könnte ich mir schon eine speziellere Art als V. comedens vorstellen. Ohne, dass ich jetzt die Mikromerkmale kenne, nach denen du suchen solltest, könnte ich mir V. coryli vorstellen.
    https://www.pilzfotopage.de/Ap…s/Vuilleminia_coryli.html


    VG Ingo W

    Hallo Rainer!

    Zitat


    PS: von Trametes versicolor halte ich garnichts, warum soll ein Pilz mit später ziemlich dünnen FK im Jugendstadium als so einheitlich dicke (> 0,5 cm) Schicht daherkommen?


    Das hängt mit der Lage am Substrat zusammen.


    Der Bauplan von Tr. versicolor sieht vor, dass er seitlich am Substrat seine Fruchtkörper bildet, deswegen spart er sich Energie und Material für einen Stiel (oder hat es evolutionär noch nicht zu diesem Schritt "Stielbildung" geschafft).


    Um die Fruchtschicht aber oberseitig auf dem Stumpf ausbilden zu können, muss er dick wachsen und versucht es eben gerade mit dicken Fruchtkörpern und den angesprochenen Flügeln im Bild links. Man könnte es vielleicht auch als Vorstufe zum Stiel bezeichnen. Fertig sind das dann die trichterig hochragenden Rosetten:
    http://www.mushroomexpert.com/…rametes_versicolor_02.jpg


    Ganz viele stiellose Porlinge sehen komisch aus, wenn sie ungünstigerweise oben auf dem Substrat ihre Fruchtkörper bilden.


    Tr. gibbosa z.B. versucht seine Knubbel nützlich umzugestalten, indem er die Poren umgekehrt geotrop ausrichtet, die gucken dann gen Himmel (was natürlich auch ungünstig ist, aber das kriegt der schon in den nächsten 2 Millionen Jahren noch mit).


    Phlebia radiata "sucht" sich Fremdmaterial zum Hochhangeln, oft Moos.
    Wichtig ist, dass Platz unter der Fruchtschicht ist, damit die Sporen rausfallen können.


    Ach, und der Austernseitling ist plötzlich zentral gestielt.
    Passt natürlich als Beispiel nicht zu den stiellosen Porlingen, aber zum Tema "Bauliche Reaktion eines Pilzes im Bezug zur Lage auf dem Substrat" oder so ähnlich.



    VG Ingo W

    Hallo!


    Im vorletzten Bild links, wo der Stumpf aus dem Bild rutscht, da sitzt drüber ein Knubbel, der Flügel kriegt. Bei dem hätte man vielleicht unten schon Poren dran gesehen.


    Falls es die Aussicht auf Aufklärung gibt, möchte ich gern 12 Chips auf Trametes versicolor (Schmetterlings-Tramete) setzen und suche ein Opfer.


    VG Ingo W

    Hallo!

    Zitat


    ......zwei Leute aus dir, Hartmut. Obwohl... Das könnten wir ja alle gebrauchen, noch einen Klon in der Hinterhand, .....


    Sehen beide mikroskopisch ziemlich ähnlich aus! Sollte man aber vielleicht trotzdem sequenzieren.


    Bin nicht sicher, makroskopisch betrachtet wächst beim einen ein Korb aus der Hand, beim anderen ein Mikroskop aus dem Auge.
    Schätze, die Sequenzen streuen da wieder, vermute verschiedene Äste.


    VG Ingo W

    Hallo Rainer!


    Was ich ausschließen möchte, ist auf jeden Fall Mycena galericulata (Rosablättriger Helmling). Also der wächst nicht so üppig büschelig mit Hut-Anstoßen nach jeder Seite. Die Fruchtkörper von dem kuscheln nicht, die brauchen Platz.


    Ansonsten wäre ich mir sehr unsicher.



    VG Ingo W

    Hallo!

    Zitat


    ....am besten Gunnar (Hensel) fragen, oder Christian Gold oder Hartmut Schubert...


    Selber bestimmen würde ich die an deiner Stelle nicht, das bringt nichts. Da muss schon der Fachmann ran.
    Ich würde des kurzen Weges wegen mal Hartmut fragen, weißt schon, das ist der aus ´m Harz.
    Beim ersten würde der bestimmt auch gleich sagen, dass der Becher was mit Hainbuchen zu tun hat.
    Aber musst du wissen.


    VG Ingo W


    P.S.:
    Übertreib ich ´s gerade wieder?

    Hallo Rainer!


    Zitat


    Und mit 3 Fotos kann man nicht erwarten, Varietäten bestimmt zu bekommen :)


    Aufgrund der relativ langen, feinschuppigen und braunen Stiele, und genialerweise die Habitatangabe mit der Pfütze, würde ich sofort 20 Chips auf Laccaria proxima (Braunstieliger Lacktrichterling) setzen.


    Und falls du dich an den Fundort erinnerst: Meistens ist über denen kein Baum, sondern freie Sicht zum Himmel.


    P.S.:
    den letzten Satz kannst du streichen, weil du ja vom Weg sprichst und da wird das wohl schon so sein.


    Meine Vorstellung zur Art:
    http://gribysedobnye.ru/files/…ya-Laccaria-proxima-3.jpg


    VG Ingo W

    Zitat

    Was hälst du davon, dein vor Neid ergrüntes Hinterteil einfach mal hierher zu bewegen und dich selbst von der Existenz dessen zu überzeugen? :evil:


    Bottrop war Richtung Münchhausen, oder?
    Dort, wo man bei Regen einfach am Straßenrand Macrolepiota procera mitnimmt, um nicht nass zu werden?


    VGn Ingo W

    Hallo Dieter!


    Zitat


    Die Frage ist: Sind wir nach 10000 Sequenzen nun so weit um "alle" Russula-Arten eindeutig bestimmen zu können?


    Genau in dieser Denkhaltung ist doch das Übel schon begründet.
    Jede 2. Art entwickelt sich auseinander, da verschwimmen die Grenzen zur nächsten.
    Schätze, man wird sich irgendwann damit abfinden müssen, dass eine Art (so wie wir es gerne hätten) keine festen Grenzen haben muss.


    Auch hatte ich gestern ein schönes Erlebnis mit einer Mollisia-Art-Abgrenzung (nicht von mir, ich kann das nicht!)


    Da weigerten sich doch 3 beieinanderliegende Mollisia-Kollektionen xy strikt zu den anderen, gleich aussehenden Kollektionen im Sequenz-Baum aufzuschließen, welche mikroskopisch übereinstimmten und für mich nicht zu trennen waren.


    Da schwinden die Hoffnungen natürlich. Weil, wenn Arten nur noch per Genanalyse auseinanderzuhalten sind, macht ja unser Pilz-Bestimm-Job keinen rechten Spaß mehr und verliert an Wert (kriegt man das Rada-Syndrom).


    Ich will die Geschichte nicht in die Länge ziehen:
    es stellte sich heraus, dass beim Alignment-Auswerten nicht alles optimal gelaufen ist, und wenn man mit dem nötigen Wissen die Überschuss-Basen wegnimmt und den Rest irgendwie auffüllt (fragt mich keine Details), alles in Ordnung kommt.
    Jetzt sitzen die alle friedlich beieinander im Baum, einigermaßen so, wie sie per Mikro vorbestimmt waren, und meine Welt ist wieder in Ordnung (wenigstens bei der Art). Dummerweise gibt es nämlich noch ähnliche Fälle.


    Was ich damit sagen will: vielleicht ist ja gar nicht immer ein "wegwachsender" Arm im Sequenz-Baum auch automatisch gleich als "völlig andere Art" und "nichtzugehörig" interpretierbar!
    Manchmal sind Sequenzen unsauber, da wächst der Arm vielleicht auch gleich fortwärts und passt nicht mehr so gut.


    VG Ingo W