Hallo Ulli!
In der Tat schaffe ich keinen Exkursionskilometer. Überall lachen mich liegende Äste, Himbeeranken, Blätter, Krautstängel an.
Das bisschen, was ich brauche, finde ich in der Mittagspause auf der Arbeit, da muss man nicht lang suchen, solange uns Regen gegönnt wurde.
Normalerweise findet man beispielsweise an Himbeeruten sofort etwas Becheriges, wenn man sich nur die richtigen zum Angucken aussucht.
Vom letzten Jahr oder älter müssen die Ruten sein und schön eingebettet im Moos oder der sonstigen Streu, am besten zum großen Teil mit Bodenkontakt, damit das Substrat relativ konstant feucht bleibt.
Probiert es einfach mal aus am nächsten größeren Himbeerbestand! Allerhand Haarbecherchen, Rindenbecherchen, Kurzhaarbecherchen, Weichbecherchen, Einsenkbecherchen, Hyalinbecherchen, Glashaarbecherchen und sogar Basidiobecherchen warten darauf entdeckt zu werden:
Hier z.B. das Pyrenopeziza-Schwesterchen Pyrenopeziza rubi, vergesellschaftet mit Calycellina separabilis.

Oder eine mir unbekannte Pyrenopeziza:

Die häufigste Mollisia darauf ist M. alcalireagens:

Ein Basidiobecher (Lachnella villosa), der auch andere Krautstängel besiedelt:

Ein weißes Haarbecherchen, das schnell gelbscheibig wird:

Oder sehr häufig ein Winzling namens Olla millepunctata:

Da könnte man noch ein wenig weitermachen, aber ich will mal aufhören.
Laufen muss man auf jeden Fall nicht viel.
Grüße
Ingo W