Beiträge von tscho6730

    Die Aussage dieses Jahr tickt anders ist absolut richtig. An den sicheren Stellen gabs wenig bis gar nichts , dafür sind andere Habitate in die Bresche gesprungen. Denn obwohl Steinpilze absolut standorttreu sind gibt es hier auch Dinge die sich nicht oder kaum erklären lassen . Dazu zählen Standorte die nur alle 8 - 12 Jahre einmal richtig loslegen, und eben diese waren heuer mal wieder an der Reihe. Ich müßte dazu mal die Familienaufzeichnungen durchgehen , weiß aber noch 1988 war so ein Jahr, und 1996 auch. Das ist irgendwie faszinierend. Noch viel Arbeit für die Wissenschaft würd ich meinen.


    Wobei Fliegenpilze zwar ein Steinpilzanzeiger , die Wachstumsphasen aber unterschiedlicher Natur sind. Steinpilze kommen zuerst , ist der Schub durch übernehmen die Fliegenpilze und der Hallimasch. Dann ist praktisch komplett Schluß mit den Röhrlingen , es kommen Trompetenpfiffis , und hernach, falls die Witterung passt (also keine N8fröste über mehrere Tage hintereinander und möglichst kein Schneefall) legen die Röhrlinge nochmals nach. Ich kann mich an ein Jahr
    in den 70ern erinnern als mein Vater am Nikolaustag mit mehr als 10 kg Steinpilzen nach Hause kam. Die
    allermeisten hat er nach eigener Aussage im Wald gelassen da erfroren. Es lagen schon ca. 2cm Schnee ; Temperaturen um die 0 Grad. Am Tag vesteht sich. :D Die Tage vorher herrschten noch angenehme Temperaturen im 2-stelligen Bereich , während dieser Zeit muß dieser Schub gekommen sein.


    Faszinierend. Und seitdem geb ich nichts mehr auf irgendwelche Pilzbücher oder Publikationen bzw. Leermeinungen. Von wegen warm und schwül und ständig Regen .... wobei , darüber lacht auch jeder alteingesessene Landwirt . :evil:


    Falls sich Großstädter auf den Schlips getreten fühlen bitte ich um Entschuldigung.


    Das mit den I-phones ist sicherlich richtig , auch richtig ist die erschreckende Tatsache daß viele der jüngeren Generation nicht mal mehr die Bäume im Wald voneinander unterscheiden können . Von den anderen Pflanzen wollen wir gar nicht erst reden. Da hab ich noch richtig Glück gehabt , alles von der Großmutter gelernt , von der Pike auf , und auch so ' selbstverständliche ' Dinge wie sich im Wald ruhig zu verhalten und niemals Dreck zu hinterlassen. Für ein weggeworfenes Bonbonpapierchen hätte es eine Ohrfeige gesetzt . Könnte man durchaus wieder einführen. :D
    Mit 10 Jahren war ich schon stundenlang alleine unterwegs , je nach Saison Himbeeren , Brombeeren oder Heidelbeeren und natürlich auch Steinpilze und Pfifferlige sammeln. Heutzutage wäre das vermutlich ein Fall für das Jugendamt. Ich war und bin jedes Jahr sehr viel in den Wäldern unterwegs, habe aber die hier beschriebenen Erfahrungen in dem Maße nicht machen dürfen/müssen , aber das wird daran liegen daß ich abseits in unwegsamem Gelände suche , und die nächste größere Stadt (gottseidank ) 30 km entfernt ist.


    An meinen Fundstellen treffe ich sehr selten jemanden , und wenn dann sind das Leute die genau wissen was sie aus dem Wald holen dürfen und was nicht. Ein 'normaler'
    tut sich diese Plagerei nicht an , Böschung rauf , Böschung runter , und das über Stunden.


    Allenfalls in der Nähe von Parkplätzen an den Bundesstraßen gibt es manchmal Kontakt aber wenn ich da durchkomme ist der gefüllte Korb abgedeckt , kommt in den Kofferraum und ich bin verschwunden.
    Ab und zu wird man dennoch angesprochen und gefragt , ich gebe immer zur Antwort lassen Sie alles im Wald stehen was sie nicht zu 100%
    kennen.


    I-Phone hab ich übrigens auch. Hat mir mein Sohn aufgeschwätzt , ich kanns zwar nicht richtig bedienen , aber die Uhr auf dem Bildschirm ist im Wald sehr praktisch wenn man mal wieder die Zeit vergessen hat. :D

    Wenn das jetzt keine Glosse ist würd ich sagen so etwas gibt es , wenn es sowas überhaupt gibt nur in der Großstadt.


    Mein herzliches Beileid. Wobei ich immer noch nicht weiß ob ich Ihnen diese Geschichte abnehmen soll. :P


    Was bin ich froh im ländlichen Gebiet aufgewachsen zu sein und die Pilze praktisch vor der Haustüre ernten zu können . Hier käme niemand auf die Idee eine Pilzberatungsstelle aufzusuchen , denn was man nicht kennt bleibt im Wald stehen , die Leute sind schließlich nicht ganz blöde.


    Ich habe in 45 Jahren Pilzesuchen 2 x Kontakt mit Lebensmüden gehabt die wirklich ohne irgendwelche Kenntnisse unterwegs waren und eine Kombination im Körbchen hatten die für ein rasches Ableben gesorgt hätten.


    Ansonsten haben sogar die Großstädter die man im Wald trifft gewisse Grundkenntnisse. Denen schenkt man ab und an auch gerne mal 1 oder 2 Kg Steinpilze.


    Wenn man allerdings immer die Meldungen über Pilzvergiftungsfälle liest muß es anscheinend wirklich solche Fälle geben .....


    also hier in S-H ist es bezüglich Steinpilze ein sehr gutes Jahr..es hat bedingt durch den langen heißen und trockenen Sommer extrem lange gedauert bis sich was tat aber dann so richtig mit Macht...solches Massenaufkommen habe ich seit vielen Jahren nicht mehr erlebt..dann war es mal so für 14 Tage durch und gerade gestern bin ich durch eine neuerliche Massenfruktuation überrascht worden..hier stehen richtig viele wieder rum und ich freue mich immer über jeden alten Steinpilz der übersehen worden ist :)


    Massenaufkommen treten immer dann auf wenn es wochenlang, am besten von Mitte Juli bis Ende August , knochentrocken und heiß war und hernach durch atlantische Tiefausläufer oder ein VB Tief (bei mir in Bayern) ordentlich Wasser vom Himmel kommt. Die angeblich ideale Witterung mit Schwüle und viel Feuchtigkeit über Wochen hinweg haben die gar nicht so gerne , auch wenn es überall anders geschrieben steht.

    Bayern , LK GZ


    Vom 28. Juli bis 9. September ein Steinpilzschub . Aktuell ist etwas ruhiger , man braucht schon 4 h
    um 5 Kg zusammenzubekommen . Momentan haben die Fliegenpilze das Regiment übernommen , aber sobald deren Wachstumsexplosion vorbei ist kommen die Steinpilze nochmal.


    Ich würde das Jahr bis jetzt als leicht über dem Durchschnitt einreihen. Nichts spektakuläres , aber in gesunden und noch nicht von den ökologisch und nachhaltig arbeitenden Vernichtungstrupps der Forstwirtschaft heimgesuchten Habitaten waren sehr schöne Funde möglich.


    Etwas außergewöhnlich das Wachstum im August , der hier traditionell kein Steinpilzmonat ist. Aber das lag am Wetter.

    Ist auch so eine Sache . Man kann sich eigentlich darauf verlassen das wenn die Fliegenpilze und auch der Hallimasch in großen Schwärmen erscheinen die Steinpilze das Wachstum enorm zurückgefahren , wenn nicht praktisch ganz eingestellt haben . Hier war es so, die letzten 27 Tage gab es Steinpilze in rauen Mengen , jetzt stehen an den gleichen Stellen die Fliegenpilze zu Hunderten , teilweise in richtigen großen Ringen . Das ist wünderschön anzusehen. Und auch der Hallimasch ist allerorten in ganzen Büscheln anzutreffen . Steinpilze findet man aktuell nur noch ganz vereinzelt , aber die werden Ende September Anfang Oktober noch mal richtig nachlegen. Vllcht wirds gar so wie letztes Jahr, da hab ich in der letzten Novemberwoche noch eine schöne Mahlzeit gefunden.

    Das glaub ich allerdings nicht. Speziell Boletus edulis kann in nur 2 Tagen von 0 auf ausgewachsen schießen. Dabei spielen weder aktuelle Temperatur noch Feuchtigkeit eine wesentliche Rolle. Es reicht wenn der Wachstumsschub vorher durch günstige Bedingungen initiiert wurde.


    Steht natürlich so in keinem Pilzbuch , ist aber das das Resultat meiner Beobachtungen aus 4 Jahrzehnten.


    Das ganze habe ich schon dutzende Male beobachten können , zuletzt erst vor wenigen Tagen. Freitag Morgen nichts zu sehen , Sonntag Vormittag an der selben Stelle ( übersichtlich , glatter harter Boden , so das man kleine Pilze keinesfalls übersehen kann wie an Laub-Gras oder Moosstellen ) 20 bereits überständige Fruchtkörper ( noch schön fest , aber Röhren bereits Richtung dunkelgrün)
    und nur einige wenige mittleren Alters die für mich noch zu gebrauchen waren. Letztes Jahr im August bei 30 Grad und alles staubtrocken an der selben Stelle genau die gleiche Situation. Hier wurde der Schub durch einen kräftigen Landregen 10 Tage vorher ausgelöst.

    Auf den letzten Drücker haben die Steinis ihren Julitermin eingehalten.


    Heute gabs ein schönes Essen Fichtensteinpilze. Das freut den Schwammerlsucher.


    Auf einem meiner besten Graswege ( bzw. das was jetzt davon übrig ist) , und der seit 15 Jahren ab Mitte September Jahr für Jahr zuverlässig kiloweise Steinpilze abgeworfen hat gab es hingegen dieses :


    http://images.fordaq.com/p-440000-435601-D1/Ernte--und-Rückemaschinen--Raupenharvester.jpg


    Das freut den Schwammerlsucher noch viel mehr. Mit Verlaub. Ich könnte kotzen.

    Tote Hose im LK GZ/A.


    3 Fliegenpilze
    1 Krempling
    mehrere Täublinge


    einige wenige Perlpilze und ein paar Flockies. Steinpilze , Maronen und Pfifferlinge
    absolute Fehlanzeige. Somit bei mir seit 2003 das erste Mal daß die Steinis im Juli noch nicht da sind.
    Woran das liegt k. A. , irgendwas passt den Kerlen hier heuer nicht.

    Ich würde gerne erfahren, auch von den "Oldies" z.B. aus dem bayrischen Wald, ob es "normal" ist, schon so früh Pilze in der Masse zu finden, oder unmöglich?


    VG
    Stoodge


    Hallo ;


    Ich würde es aus meinem Erfahrungsschatz als durchaus normal bezeichnen . Mitte Juli kommt faktisch immer ein Schub , da kann man fast seine Uhr danach stellen . Ob man überall welche finden kann , oder nur an Stellen wo generell etwas mehr Feuchtigkeit bzw. weniger Sonneneinstrahlung vorherrscht hängt von der Witterung ab.


    Zu möglicherweise regionalen Unterschieden kann ich allerdings nichts sagen. In meiner Ecke in Bayern ist es aber so wie beschrieben.



    Lassen Sie es sich schmecken. Und nächste Saison wieder hingehen um diese Zeit. Ich trau mich beinahe wetten daß dann auch welche da sind. :D

    Also wenn ich immer lese der Steinpilz sei eine gefährdete Art so kann ich mich eines Schmunzelns nicht erwehren. Mag sein daß das für manche Regionen zutreffend sein mag , aber in meiner Gegend ist das ein Massenpilz.


    Bergisches Land, gestern und Heute im Fichtenwald Steinpilze ohne Ende!
    Im Schnitt so etwa 1Kg pro Stunde. :P


    Hier in Schwaben ist es noch viel schlimmer. Nach 14 Tagen (relativer) Ruhe ist der 2. Schub da. Allerdings muß man genau wissen wo man suchen muß, die normalen Stellen versprechen kaum Erfolg. Jetzt rockt es überall dort , wo Steinpilze normalerweise erst ab Mitte Oktober anzutreffen sind. Speziell auf Moos - & grasbewachsenen Lichtungen stehen ganze Schwärme , das ist wirklich nicht mehr feierlich ; und ich bin einiges gewohnt. :P


    http://s14.directupload.net/file/d/3395/7ppf4gl7_jpg.htm


    http://s7.directupload.net/file/d/3395/98zi5vrq_jpg.htm


    http://s14.directupload.net/file/d/3395/4ugdizjr_jpg.htm


    Bitte die Bildqualität zu entschuldigen. Das ist mein allererster Photografierversuch im Wald , und dazu noch mit dem Smartphone. :shy:


    Ich bin absolut Ihrer Meinung. Und ganz speziell in unserer schönen deutschen Kulturlandschaft ist es mit Sicherheit nicht der Pilzsammler , sondern unsere 'nachhaltig' arbeitende Forstwirtschaft die für den Rückgang bestimmter Arten verantwortlich zeigt. Mit nachhaltig mein ich, die machen alles kaputt, und das mit bekannter deutscher Gründlichkeit.


    Ein Durchgang durch ein Waldstück mit den effektiv und schnell arbeitenden modernen Maschinen richtet 1000x mehr Schaden an als 30 Jahre lang intensives Pilzesammeln. Bereits nach dem ersten Durchgang reduziert sich das Wachstum von Fliegenpilzen und den großen Röhrlingen um 75 % ; Pfifferlinge sind anscheinend noch empfindlicher da in der Regel sofort komplett verschwunden. Metertiefe Furchen im Waldboden , die Waldstücke werden durch künstlich eingeschlagene Wege in Parzellen aufgeteilt, wie man sie eigentlich nur von Friedhöfen kennt. Alle 50 Meter ein Wirtschaftsweg quer und einer längs. Moosrinnen weg, Graswege weg , und die Hauptwege werden mittlerweile sogar geteert . :cursing::cursing::cursing:


    Ich geh jetzt seit 40 Jahren Pilzesammeln; und wenn ich mich daran erinnere wie unsere Wälder früher aussahen und das mit dem Istzustand vergleiche dann könnte ich heulen. Das ist eine Schande.

    Bayrisch-Schwaben LK GZ war die letzten 10 Tage steinpilzmäßig ordentlich was geboten. Trotz der enormen Hitze und Trockenheit letzte Woche hatten sich die Jungs nicht davon abhalten lassen ihr auf die Regenfälle von vor 14 Tagen begonnenes Wachstum fortzuführen. Wachstumshöhepunkt war letzte Woche Freitag und Samstag, da standen stellenweise ganze Schwärme herum.


    Aktuell (Stand heute Vormittag) aber hauptsächlich Steinpilzruinen im Wald, nur an wenigen Stellen gibt es derzeit noch Nachwuchs. Bin gespannt ob die nochmals nachsetzen auf den schönen Regen von heute Nacht , meine Erfahrung sagt mir aber eher nein, auch wenn es jetzt richtig nass ist. Da wo es die letzten Tage reichlich zu ernten gab dürfte fürs erste Ruhe sein.


    Mir aber egal; die Gefriertruhe ist reichlich gefüllt, Freunde und Bekannte sind versorgt, alles was jetzt noch nachkommt müsste ich eh stehen lassen (was sehr sehr schwer fällt :D ) oder an die Gastronomie verkaufen. All denen wo es bis jetzt noch nichts gab wünsch ich viel Erfolg , auf den Regen von heute Nacht wird sich binnen 3 - 7 Tagen überall was rühren.


    Was mich echt wundert, dass die Steinis an Stellen wuchsen, wo ich noch nie einen Steini gefunden habe und auch atypisch sind (in großen Laubteppichen).


    Das kann ich so nicht bestätigen. Steinpilze lieben Laubwälder, speziell Buchen und Eichen. Die Jungs sind dort nur teuflisch schlecht zu sehen. :evil:



    Es scheint als sein die Behauptung eines Forenbeitrags in der Tat zutreffend, dass eben der Steinpilz sich am schnellsten von einer Trockenzeit erholt.


    In der Tat. Genaugenommen ist es so, wann immer es im Juli/August 4-6 Wochen staubtrocken ist und es dann ordentlich reinregnet folgt eine regelrechte Steinpilzschwemme. Eine solche haben wir gerade. 15 kg in 3 Stunden wären derzeit überhaupt kein Problem. Nur wer soll die alle essen....