Beiträge von Beorn

    Hallo, Emil!


    Eine kleine Korrektur habe ich jedoch:

    Zitat

    Ebenfalls ähnlich ist der Körnchenröhrling (Suillus granulatus), der aber eine tendenziell hellere und stärker radialfaserige Huthaut hat, keine rosa Farben in / an der Stielbasis und milchig –“ weiße Guttationströpfchen bildet.


    Das müsste genau umgekehrt sein. Der Ringlose Butterpilz ist die Art mit der radialfaserigen Huthaut.


    Völlig richtig. :thumbup:
    Ist korrigiert. Manchmal sollte man sich sein Geschreibsel vor dem Abschicken nochmal durchlesen. Umso besser, wenn hier auch aufgepasst wird und solche Fehler gleich reklamiert werden.


    Den Alternativen Namen habe ich auch ergänzt. Sehr hübsch. :)



    LG, pablo.

    Suillus collinitus (Fr.) Kuntze
    Ringloser Butterpilz, Rosafüßiger Körnchenröhrling
    Synonyme:
    - Boletus collinitus Fr.
    - Suillus fluryi Huijsman


    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Boletales --> Suillaceae --> Suillus --> Suillus collinitus



    Hut: bis 10 cm breit; jung halbkugelig, später polsterförmig, kaum je ganz verflachend; Oberfläche trocken glatt bis etwas klebrig, feucht schmierig bis etwas schleimig; recht deutlich eingewachsen radialfaserig; dunkel- bis hellbraun (Vollmilchschokolade), teils mit helleren Flecken, wenig Gelbtöne


    Stiel: bis 10 cm lang; zylindrisch, Stielbasis oft etwas verjüngt; cremefarben bis gelblich; unberingt; an der Stielspitze jung mit feinen, durchsichtigen bis bernsteinfarbenen Tröpchen, die nach Eintrocknen als bräunliche Drüsenpunkte zurückbleiben; an der Stielbasis gerne rosalich überhaucht; Basismycelfilz blassrosa


    Röhren: blassgelb, bald gelblich, im Alter auch gelbbraun oder braun fleckend; Poren gleichfarben (im Alter auch etwas oliv); recht fein, rundlich; jung mit kleinen, bersteinfarben –“ hyalinen Tröpfchen; auf Druck unverändert oder etwas bräunlich verfärbend


    Fleisch: weißlich bis blass gelblich, in der Stielbasis auch teils etwas rosa; jung gummiartig fest; später weich, elastisch; im Alter matschig; ohne Verfärbungen bei Verletzung; ohne signifikanten Geruch; Geschmack mild bis etwas säuerlich


    Speisewert: Essbar; Pilzgerichte die zum Großteil oder vollständig aus Schmierröhrlingen (Gattung: Suillus) bestehen, können eine abführende Wirkung entfalten. Auch von Unverträglichkeiten ist hier oft zu lesen. Das Abziehen der Huthaut sollte hier aber die Verträglichkeit steigern.


    Sporenpulver: ockerbraun bis olivbraun


    Vorkommen: Auf sandigen Böden; Mykorrhiza ausschließlich mit Kiefern; Spätsommer bis Spätherbst; recht weit verbreitet, nicht selten aber weniger häufig als der Butterpilz (Suillus luteus) und der Körnchenröhrling (Suillus granulatus)


    Verwechslungen: Mit dem beringten Butterpilz (Suillus luteus), der aber meist einen deutlichen Ring am Stiel hat und falls der fehlt, hat er auch keine Rosatöne an der Stielbasis / Basismycelfilz.
    Ebenfalls ähnlich ist der Körnchenröhrling (Suillus granulatus), der aber eine tendenziell hellere und weniger radialfaserige Huthaut hat, keine rosa Farben in / an der Stielbasis und milchig –“ weiße Guttationströpfchen bildet.
    Der Kuhröhrling (Suillus bovinus) hat keine Drüsenpunkte am Stiel.
    Der Mittelmeer –“ Schmierröhrling (Suillus mediterraneensis) ist nur im Mittelmeerraum heimisch, nördlich der Alpen aber nicht nachgewiesen. Er sieht sehr ähnlich aus, unterscheidet sich aber durch tendenziell etwas stämmigeren Wuchs und fehlende Rosatöne an der Stielbasis.
    Alle hier erwähnten Arten wachsen bei Kiefern auf Sandböden.
    Von Filzröhrlingen (Gattung: Xerocomus / Xerocomellus) durch die glatte, meist schmierige, trocken klebrige Hutoberfläche zu unterscheiden


    Anmerkungen: Die Hutoberfläche bei Schmierröhrlingen muss nicht schmierig / schleimig sein. Gerade bei trockenem Wetter ist die Huthaut oft nur noch ein wenig klebrig / glänzig, teils sogar stumpf. Bei vielen Arten lässt sich aber mit Anfeuchten die Schmierigkeit wieder herstellen.



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Suillus granulatus = Körnchenröhrling<
    >Suillus luteus = Butterpilz<
    >Suillus bovinus = Kuhröhrling<
    >Suillus mediterraneensis = Mittelmeer –“ Schmierröhrling<
    >Xerocomus ferrugineus = Brauner Filzröhrling<

    Suillus granulatus(L.) Roussel
    Körnchenröhrling, Schmerling
    Synonyme:
    >Vgl. SpeciesFungorum<


    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Boletales --> Suillaceae --> Suillus --> Suillus granulatus



    Hut: bis 12 cm breit; jung halbkugelig, später polsterförmig, kaum ganz verflachend; Oberfläche trocken glatt und etwas klebrig, feucht schmierig bis schwach schleimig; schwach eingewachsen radialfaserig; meist recht hell, gelbockerlich, gelbbräunlich, trocken auch sandfarben ausblassend


    Stiel: Stiel bis 12 cm lang, zylindrisch, teils mit verjüngter Basis; gelblich, blassgelblich oder ockerlich, zur Stielbasis hin auch braun fleckend; ringlos; jung mit milchigen Tröpfchen an der Stielspitze, die beim Eintrocknen feine, bräunliche Flecken hinterlassen (Drüsenpunkte); Basismycelfilz weißlich


    Röhren: jung blassgelb; später schmutziggelb oder olivocker; Poren gleichfarben; recht fein; jung mit milchigen Guttationstropfen, die auch hier beim Eintrocknen kleine, bräunliche Punkte hinterlassen können; auf Druck / Verletzung nicht verfärbend oder leicht bräunend


    Fleisch: weißlich bis cremegelblich, in der Stielbasis im Alter auch bräunlich; jung gummiartig fest, alt weich und zuletzt matschig; bei Verletzung nicht verfärbend; ohne signifikanten Geruch, Geschmack leicht säuerlich


    Speisewert: Essbar; Pilzgerichte die zum Großteil oder vollständig aus Schmierröhrlingen (Gattung: Suillus) bestehen, können eine abführende Wirkung entfalten. Auch von Unverträglichkeiten ist hier oft zu lesen. Das Abziehen der Huthaut sollte hier aber die Verträglichkeit steigern.


    Sporenpulver: ockerbraun


    Vorkommen: strenger Kiefernbegleiter, meist auf Sandböden; Spätsommer bis Spätherbst; weit verbreitet und häufig; gesellig, gerne zusammen mit Chroogomphus rutilus (Kupferroter Gelbfuß) am selben Standort


    Verwechslungen: Der Butterpilz (Suillus luteus) unterscheidet sich durch den beringten Stiel, oftmals dunklere Hutfärbung und meistens mindestens schwach eingewachsen radialfaserige Struktur der Hutoberfläche.
    Der Ringlose Butterpilz (Suillus collinitus) kann durch die Farbe der Guttationströpfchen (dort mehr bernsteinfarben) und die Farbe des Basismycelfilzes (bei S. collinitus rosa) unterschieden werden; er hat wie der Butterpilz eiine +/- deutlich eingewachsen radialfaserige Huthaut..
    Der Kuhröhrling hat keine Drüsenpunkte am Stiel, seine Poren sind unregelmäßiger geformt und größer.
    Der Mittelmeer –“ Schmierröhrling (Suillus mediterraneensis) kommt in deutschland nicht vor. Er untescheidet sich durch einen oft kräftigeren, gedrungenen Wuchs und tendenziell mehr Gelbtöne im Fleisch.
    Der Goldröhrling (Suillus grevillei) zeigt fast immer eine weißlich –“ häutige Ringzone, neigt zu starkem Stielschleim und wächst nur bei Lärchen. Auch bei ihm fehlen Drüsenpunkte am Stiel.
    Filzröhrlinge, wie zB die Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) unterscheiden sich durch eine filzige, nie schmierige oder schleimige Hutoberfäche.


    Anmerkungen: Die Hutoberfläche bei Schmierröhrlingen muss nicht schmierig / schleimig sein. Gerade bei trockenem Wetter ist die Huthaut oft nur noch ein wenig klebrig / glänzig, teils sogar stumpf. Bei vielen Arten lässt sich aber mit Anfeuchten die Schmierigkeit wieder herstellen.



    Bilder:



    Hier zwei blutjunge Exemplare, der "Tisch" ist ein häufiger Begleiter der Körnchenröhrlinge, nämlich ein riesiger Kupferroter Gelbfuß (Chroogomphus rutilus):



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Suillus collinitus = Ringloser Butterpilz<
    >Suillus luteus = Butterpilz<
    >Suillus bovinus = Kuhröhrling<
    >Suillus mediterraneensis = Mittelmeer –“ Schmierröhrling<
    >Suillus grevillei = Goldröhrling<
    >Xerocomus subtomentosus = Ziegenlippe<

    Hallo, Andreas!


    Die vermeintlichen Ziegenlippen sind Körnchenröhrlinge (Suillus granulatus) mit einer kleinen Option darauf, daß sich da auch ein paar Ringlose Butterpilze (Suillus collinitus) ins Körbchen verirrt haben. Falls es da tatsächlich bei einigen Rosa Farben an der Stielbasis gibt.
    Sämtliche hier schtbare Fruchtkörper sind für den Verzehr viel zu alt.
    Zum Körnchenröhrling und zum Ringlosen Butterpilz lade ich gleich noch die Portraits hoch.


    Bei den Faltentintlingen gibt es ein paar recht ähnliche Arten wie zB den Großen Rauhspor - Tintling (Coprinus insignis) und weitere. Da kann ich nicht wirklich weiter helfen. Allerdings kann man eigentlich sämtliche Tintlinge bis auf den >Schopftintling (Coprinus comatus)< als Speisepilze vergessen. Erstens wegen der Verwechslungsgefahr in dieser schwierigen und artenreichen Gattung. Zweitens wegen dem Giftstoff Coprin, der in einigen Tintlingen (auch im Faltentintling, siehe Beitrag von Florian) enthalten ist und in Kombination mit Alkohol sehr heftige und unangenehme Vergiftungserscheinungen hervorruft.


    Die Pilze an dem Baum auf den letzten beiden Bildern sind Samtfußrüblinge (Flammulina velutipes s.l.), die aber schon völlig hinüber sind und auch nicht mehr essbar.


    Bilder wären schon besser direkt hier im Forum hochzuladen.
    Schwer ist das nicht, du musst sie nur auf eine Gesamtgröße von maximal 400 KB verkleinern. Dann kannst du die Bilder einfach als Attachments hochladen. Das wird sicher nicht viel anders sein, als in deinem Forum auch. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Gerd!


    Na, zu dem Fund hast du auf jeden Fall mein Beineid! :thumbup:
    Tolle Sache. Nobi hatte den mal gezeigt (war ja auch lange Zeit sein Avatar in diesem Forum), ansonsten habe ich den noch nie gesehen.
    Und dann so ein schönes Bild!


    Der fehlt übrigens noch als Portrait hier im Forum.
    Wäre doch eine tolle Sache, aber ein paar Mikrobilder und vielleicht eine kleine Kurzbeschreibung müssten dazu halt schon her.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Da hatte ich mich oben verhaspelt.
    Der deutsche Name zu M. anomala ist mir ja bekannt.
    Nach dem zu M. confusa hatte ich gesucht, aber nichts gefunden. Ist ja aber kein Wunder, wenn man beide bis vor einiger Zeit als Synonyme angesehen hat.
    Allerdings: Zu M. fasciculata findet sich jetzt auch gerade kein deutscher Name.
    Interessanter ist aber hier die Unterscheidung / Trennung der beiden Arten. Gibt es da außer der Sporenform noch weitere Merkmale? Ökologische möglicherweise?
    Sonst wär's ja ab nun aus mit der fixen optischen Bestimmung schon draußen im Wald...



    LG, Pablo.

    Tulostoma melanocyclum Bres.
    Schwarzbehöfter Stielbovist


    Synonyme:
    - keine–¦


    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Agaricaceae --> Tulostoma --> Tulostoma melanocyclum



    Fruchtkörper: Insgesamt bis maximal 4,5 cm hoch; gegliedert in Stiel und darauf aufsitzenden Kopf,der bis maximal 1cm breit werden kann. Stiel teils recht tief im Boden eingesenkt, basal mit Mycelbollen, dem Substratreste und Sand anhaften; Oberfläche angedrückt schuppig, Schuppen rotbraun bis weinrot;
    Peridie blass ockerlich bis rostbraun, jung teils weißgrau bereift; kugelig bis abgeflacht kugelig; ohne Exoperidie (dünne Haut über dem Köpfchen); Öffnung kurz zylindrisch, mit deutlich abgegrenztem, schwarzem oder schwarzbraunem Hof
    Capillitiumhyphen ohne (oder nur ganz sporadisch mit) Kristalle, Septen höchstens schwach verbreitert


    Speisewert: kein Speisepilz


    Sporen: Sporenpulver rostbraun; Sporen kugelig, warzig;
    Maße dieser Kollektion, ermittelt von Hartmut Schubert:
    Sporen [95% –• 19 –• SAP –• v –• ] = 5,4 - 6,2 - 7 x 5,1 - 5,7 - 6,3(6,4) µm


    Vorkommen: Vor allem Herbst und Winter; Sandtrockenrasen, Heidelandschaften, immer auf nährstoffarmem Untergrund, oft vergesellschaftet mit Tulostoma brumale (Zitzen –“ Stielbovist); in Deutschland sehr selten, lediglich in den Sandgebieten der nördlichen Oberrheinebene recht gut verbreitet


    Verwechslungen: Mit anderen Stielbovisten. Eine mikroskopische Überprüfung ist ratsam, da die makroskopischen Merkmale variieren können.
    Tulostoma squamosum (Schuppiger Stielbovist) unterscheidet sich durch einen stärker geschuppten Stiel wohl meist ohne rötliche Farbtöne, auch fehlt der abgesetzte, dunkle Hof um die Mündung der Endoperidie.
    Der Dünen –“ Stielbovist (Tulostoma kotlabae) hat kleinere Sporen und keinen dunklen Hof
    Der Gewimperte Stielbovist (Tulostoma fimbriatum) kann ebenfalls durch andere Stielfarben und –“ Texturen sowie eine andere Gestalt des unbehöften Peristoms abgegrenzt werden. Er wird auch gerne deutlich größer
    Besonders ähnlich kann der Zitzen –“ Stielbovist (Tulostoma brumale) aussehen, der sich aber durch kleinere Sporen, Kristalle an den Capillitiumhyphen und stark verdickte Hyphensepten unterscheidet.
    Der schwarze Hof um das Peristom ist dort zudem kaum ausgeprägt und die Stieltesxturen und –“ Farben sind etwas anders.


    Anmerkungen: -/-



    Bilder:



    Sämtliche Mikrobilder zu der hier vorgestellten Kollektion aufgenommen und zur Verfügung gestellt von Hartmut "Harzpilzchen" Schubert:






    Danke an Hartmut für die >Untersuchung dieser Kollektion< und das zur Verfügung stellen der Mikrobilder! :thumbup:



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Tulostoma brumale = Zitzen - Stielbovist<
    >Tulostoma squamosum = Schuppiger Stielbovist<
    >Tulostoma kotlabae = Dünen –“ Stielbovist<
    >Tulostoma fimbriatum = Gewimperter Stielbovist<
    >–¦<

    Tulostoma brumale Pers.
    Zitzen - Stielbovist


    Synonyme:
    - Lycoperdon mammosum P. Micheli
    - Tulostoma mammosum Fr.
    - Tulostoma mammosum var. majus Petri
    - Tulostoma fuscoviolaceostipitatum Schwarzmann & Philimonova
    - Lycoperdon pedunculatum L.
    - Tulostoma pedunculatum (L.) Czern.
    - Lycoperdon pediculatum Bull.
    - Tulostoma brumale var. filatum Pers.
    - Tulostoma brumale var. efile Alb. & Schwein.
    –¦


    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Agaricaceae --> Tulostoma --> Tulostoma brumale



    Fruchtkörper: Insgesamt bis maximal 4,5 cm hoch; gegliedert in Stiel und darauf aufsitzenden Kopf,der bis maximal 1cm breit werden kann. Stiel teils recht tief im Boden eingesenkt, basal mit Mycelbollen, dem Substratreste und Sand anhaften; Oberfläche weißlich, blass ockerlich oder auch bräunlich, etwas angedrückt schuppig;
    Peridie ockerlich blass graubräunlich, mit dünner, pergamentartiger Exoperidie, die mit der Zeit immer mehr abblättert; kugelig bis abgeflacht kugelig; Öffnung kurz zylindrisch, mit eher undeutlich abgegrenztem, bräunlichem Hof
    Capillitiumhyphen mit Kristallen, Septen deutlich erweitert (doppelt bis dreifach verdickt)


    Speisewert: kein Speisepilz


    Sporen: Sporenpulver rostbraun; Sporen kugelig, warzig;
    Maße dieser Kollektion, ermittelt von Hartmut Schubert:
    Sporen [95% –• 23 –• SAP –• v –• ] = 4,1 - 4,9 - 5,6 x 3,8 - 4,5 - 5,1(5,2) µm


    Vorkommen: Vor allem Herbst und Winter; Sandtrockenrasen, Heidelandschaften, Dünenlandschaften, lichte, sandige Wälder an Wegrändern, auch auf Vulkangestein (Kaiserstuhl) an wärmebegünstigten Standorten, immer auf nährstoffarmem Untergrund, kalkliebend; gesellig, bisweilen zusammen mit anderen Stielbovisten; in entsprechenden Habitaten nicht selten und dort auch weit verbreitet


    Verwechslungen: Mit anderen Stielbovisten. Eine mikroskopische Überprüfung ist empfehlenswert, da die makroskopischen Merkmale variieren können.
    Tulostoma squamosum (Schuppiger Stielbovist) unterscheidet sich durch einen stärker geschuppten Stiel, auch fehlt der abgesetzte, dunkle Hof um die Mündung der Endoperidie.
    Der Dünen –“ Stielbovist (Tulostoma kotlabae) hat keinen dunklen Hof, weniger stark verbreiterte Hyphensepten und keine Kristalle in den Capillitiumhyphen
    Der Gewimperte Stielbovist (Tulostoma fimbriatum) wird gerne größer, weist keinen Hof um die auch nicht zylindrische Mündung auf; seine Sporen sind größer, die Hyphensepten nicht verbreitert
    Der Schwarzbehöfte Stielbovist (Tulostoma melanocyclum) zeigt gerne einen dunkleren, etwas schuppigen Stiel mit teils rötlichen Farbtönen; seine Sporen sind größer, ihm Fehlen die Kristalle an den Capillitiumhyphen, die zudem auch keine derartig verbreiterten Septen haben.


    Anmerkungen: Etwas verwirrend ist der Status von Tulostoma squamosum (J.F. Gmel.) Pers. / Lycoperdon squamosum J.F. Gmel. / Tulostoma mammosum var. squamosum (J.F. Gmel.) Fr.
    Das Basionym sowie die var. von T. Mammosum werden von IF und SF zu den Synonymen von T. brumale gerechnet, Tulostoma squamosum jedoch als –žgute–œ Art. Dort befindet sich offenbar ein Fehler.
    Optisch soll sich die Art lediglich durch den abstehend –“ schuppigen Stiel von T. brumale zu unterscheiden sein. Mikroskopisch fehlen bei T. squamosum die Kristalle der Capillitiumhyphen, auch die Sporen sind deutlich größer als bei T. brumale.


    Bilder:




    Sämtliche Mikrobilder zu der hier vorgestellten Kollektion aufgenommen und zur Verfügung gestellt von Hartmut "Harzpilzchen" Schubert:





    Danke an Hartmut für die >Untersuchung dieser Kollektion< und das zur Verfügung stellen der Mikrobilder! :thumbup:



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Tulostoma melanocyclum = Schwarzbehöfter Stielbovist<
    >Tulostoma squamosum = Schuppiger Stielbovist<
    >Tulostoma kotlabae = Dünen –“ Stielbovist<
    >Tulostoma fimbriatum = Gewimperter Stielbovist<
    >–¦<

    Hallo.


    Ich finde, das sieht beides sehr nach Trichaptum abietinum (Gemeiner Violettporling) aus.
    Auf dem ersten Bild etwas untypisch gewachsen, was aber an der Lage des Substrats liegen mag. Vielleicht wurde das sogar mal gedreht.


    Das zweite Bild ist sogar typisch für junge Fruchtkörper der Art. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo!


    Famos, von Chromocyphella muscicola wusste ich noch nichts.
    Alleine dadurch hat sich's für mich schon gelohnt. :thumbup:
    Falls es interessierte Leser interessiert:
    Dasyscyphella nivea = Schneeweißes Harzhaarbecherchen
    Steccherinum oreophilum fiel mir dann auch ein: Berg - Resupinatstacheling.
    Ob's zu Merismodes / Cyphellopsis anomala noch einen eigenen deutschen Namen gibt, weiß ich nicht.


    Wo ich eh gerade am Angucken war: Für Chromocyphella muscicola bietet Ingo >auf seiner Seite< "Moos - Flaumschälchen" an. Klingt schön. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Fips!


    Also die Warzigen Drüslinge sind mal gesichert. :thumbup:


    Der Stamm ist Kiefer, die Rinde ist da schon recht eindeutig. Da passt Ralfs erster Blick gut.
    Was die Sache mit der Bestimmung des Schwefelkopfes problematisch macht. Denn nur wenn es Laubholz gewesen wäre, hätte man immerhin den Rauchblättrigen (Hyph. cap.) ausschließen können. Der Grünblättrige und der Ziegelrote wachsen zwar bevorzugt an Laubholz, allerdings habe ich beide Arten auch schon an Kiefer und Fichte gefunden.


    Hm.
    Mein Tip: Sommer abwarten und mal gucken, was dann an dem Stamm so alles wächst. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Gerd!


    Ich finde nach wie vor Fom. pin. eine gute Idee, setze also nur mittelbar dagegen. Bleibe also bei meiner ersten Idee und setze 5 Chips auf Trametes gibbosa. Mir gefallen die Algen da so gut.


    Mal so nebenbei: Der seltene Rosenrote Baumschwamm (Fomitopsis rosea) wächst ausschließlich an Nadelholz, oder? :/



    LG, pablo.

    Hallo, Harald!


    Das freut mich, dich hier wieder lesen zu können. :thumbup:
    Und dann gleich mit einem so hübschen Einstieg:
    Nr. 1: Lachnum virgineum
    Nr. 2: Siehe Brutus, welcher lat. Name da auch aktuell sein mag
    Nr. 3: lachnum brevipilosum
    Nr. 4: Irpex lacteus oder Steccherinum oreophilum (Milchweißer Eggenpilz oder müsste ich nachgucken)
    Nr. 5: Cyphellopsis anomala (Gelbbrauner Haarschüsselrasen)


    Alles frisch von der Leber weg geraten. :)



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Komisch, im Pareys auch...
    Großpilze Baden - Württembergs schreiben allerdings Kuntze. Boris Assyov auch.
    Allerdings wäre Richon & Roze älter: Laut SF / IF in "Atlas Champ." (Aubrevilliers): 178 (1888)
    Kuntze erst 1898 in "Reviso generum plantarum"
    In beide Werke habe ich freilich keine Einsicht, überlege aber gerade, ob der Artikel in "Atlas Champignons" nicht den damaligen Anforderungen für eine gültige Beschreibung entspricht. Weil er zB in französischer Sprache erfolgte und nicht auf Latein.
    In dem Fall hätten wir ohnehin mittlerweile ein Problem, da eine gültige Veröffentlichung ja nicht mehr notwendigerweise lateinisch sein muss. Ob das aber rückwirkend auch andere Veröffentlichungen betrifft, müsste man mal in Erfahrung bringen. Falls nach den neuesten Regeln auch eine Veröffenlichung sagen wir auf japanisch aus dem Jahre 1855 gültig ist, dann dürfte allerdings ein ziemliches Chaos bei den Titeln entstehen.


    Ich parke jetzt erstmal beides oben als Synonyme.
    Ist ja nicht das erste Mal, daß es ob des Namens Verwirrung gibt.



    @ Helmut:
    In der Tat, Sandröhrling ist neben dem Goldröhrling der einzige Schmierröhrling, den ich ab und an ins Mischgericht wandern lasse. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Ingo!


    Mein Fehler.
    Da ist mir irgendwas verrutscht. Ist nicht nur bei MB, sondern auch in meiner Literatur überall eine Originalbeschreibung von Swartz, sanktioniert von Fries und zu Suillus umkombiniert von Kuntze.
    Wird oben korrigiert. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Suillus variegatus (Sw.) Kuntze
    Sandröhrling
    Synonyme:
    - Suillus variegatus (Sw.) Richon & Roze
    - Boletus variegatus Sw.
    - Boletus variegatus var. guttatus Pers.
    - Boletus variegatus var. rubescens Opat.
    - Boletus aureus Schaeff.
    - Boletus variegatus var. aureus (Schaeff.) Sacc.


    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Boletales --> Suillaceae --> Suillus --> Suillus variegatus



    Hut: Bis 12 cm breit; gewölbt, spät verflachend, recht dickfleischig; trocken, samtig bis filzig, teils etwas feldrig aufreißend; gelbocker bis ockerbraun; Hutrand etwas überstehend, jung auch eingerollt


    Stiel: kräftig, zylindrisch bis keulig, gerne mit verdickter Basis; fein längs überfasert, ansonsten ohne besondere Textur (kein Netz, keine Flocken oder Schuppen); meist wie der Hut gefärbt oder etwas heller und mit mehr Gelbtönen


    Röhren: kürzer als Hutfleischdicke; schon jung schmutziggelblich bis senffarben, später olivbraun; Poren gleichfarben; rundlich, recht fein; Sporen ca. 8-10 x 3-4 µm


    Fleisch: Gelblich, färbt gelegentlich auch kräftig an Finder und Klamotten ab, in der Stielbasis auch orange; fest; im Schnitt schwach blauend, vor allem im Hutfleisch oberhalb der Röhren; ohne signifikanten Geruch, Geschmack etwas säuerlich


    Speisewert: Essbar; Pilzgerichte die zum Großteil oder vollständig aus Schmierröhrlingen (Gattung: Suillus) bestehen, können eine abführende Wirkung entfalten. Auch von Unverträglichkeiten ist hier oft zu lesen.


    Sporenpulver: ockerbraun bis olivbraun


    Vorkommen: Sommer bis Herbst; Kiefernwälder, gerne auf Sandböden, weit verbreitet und in entsprechenden Habitaten häufig; Mykorrhiza ausschließlich mit Kiefern


    Verwechslungen: Zur Unterscheidung vom Kuhröhrling >Vergleiche hier<
    Der Zirben –“ Röhrling (Suillus plorans) ist optisch noch ähnlicher, wächst aber bei fünf –“ nadeligen Kiefernarten meist in alpinen Regionen und blaut nicht. Tendenziell ist der Hut von S. plorans etwas dunkler.
    Der Körnchenröhrling (S. granulatus) und der Ringlose Butterpilz unterscheiden sich nurch weniger gelbliches Fleisch, fehlendes Blauen, hellere Poren und Drüsenpunkte am Stiel.
    Sämtliche Lärchenröhrlinge (zB Suillus viscidus) wachsen bei Lärchen, sind im Wuchs schlanker, haben eine mehr oder weniger deutliche Ringzone und kein blauendes Fleisch.
    Die Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) sowie weitere Filzröhrlinge haben jung hellere Poren, meist einen schlankeren Wuchs, die verwechselbaren Arten haben weniger gelbliches Fleisch.
    Der Anhängsel –“ Röhrling (Boletus appendiculatus) und der Nadelwald –“ Anhängselröhrling (B. subappendiculatus) haben ein Stielnetz.
    Der Fahle Röhrling (Boletus impolitus) und der Verdallerte Röhrling (Boletus depilatus) haben auch im Alter noch meist gelbe Poren, beide riechen beim Reiben der Stielbasis meist leicht iodartig.
    Der Pfefferröhrling (Chalciporus piperatus) ist deutlich schlanker und schmeckt scharf


    Anmerkungen: In Nordamerika kommen weitere Schmierröhrlinge vor, die in Europa bislang nicht nachgewiesen sind, aber theoretisch auch hier auftauchen könnten. Dort sind Schmierröhrlinge mit filzigen, trockenen, auch schuppigen Hüten nichts Ungewöhnliches.
    Hier ist der Sandröhrling einer der wenigen Schmierröhrlinge, der so gut wie nie auch nur einen Hauch von Hutschleim entwickelt.



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Suillus bovinus = Kuhröhrling<
    >Suillus plorans = Zirben –“ Röhrling<
    >Suillus granulatus = Körnchenröhrling<
    >Suillus viscidus = Grauer Lärchenröhrling<
    >Xerocomus subtomentosus = Ziegenlippe<
    >Boletus appendiculatus = Anhängsel –“ Röhrling<
    >Boletus impolitus = Fahler Röhrling<
    >Chalciporus piperatus = Pfefferröhrling<

    Hallo, Frank!


    Zweifachen Dank für den Beitrag:
    Einmal einen fachlichen, und einen dafür, daß ich jetzt sicher noch eine Stunde vor mich hinkichern muss, weil ich mir das bildlich vorzustellen versuche. :D



    LG, Pablo.

    Hallo, Hans & Frank!


    Gut, wenn Frank schon ein "höchstwahrscheinlich" bietet, kann ich ja kaum noch dagegen argumentieren.
    Alleine ein Detail stört mich noch etwas: Auf dem zweiten Bild des Pilzes im ersten Beitrag und auf dem vierten Bild in Beitrag 12 meine ich eine schwach ausgeprägte Zone mit abstehenden Haaren zu erkennen. Fällt mir allerdings auch erst jetzt auf. Ich wusste nicht, daß T. pubescens das kann.
    Allerdings sind für de Striegelige Tramete (T. hirsuta) die Poren zu fein.


    Mensch, jetzt hätte ich zu gerne mal so einen Fruchtkörper in der Hand.
    Diese besondere Konsistenz und das geringe Gewicht von getrockneten T. pubescens ist halt enorm schwer zu beschreiben. Und schwer zu beurteilen, wenn man es noch nie selbst erlebt hat.


    Meine erste T. pubescens hat mir Frank bestimmt und abgesichert, davor konnte ich mit diesen Merkmalen auch nichts anfangen.
    Also am besten legst du dir mal ein Herbar von dem Fund an, Hans. Dann fallen zukünftige Bestimmungen leichter. Mal eine getrocknete Ockerfarbene oder Striegelige in der einen Hand, eine getrocknete Samtige in der Anderen, dann wird der Unterschied deutlich.


    Übrigens: Schnallen glaube ich in den Bildern nicht zu erkennen. Nur etwas verdickte Septen. Aber mir fehlt da zur Beurteilung auch noch sehr viel Wissen und Erfahrung. Und maßgelblich ist es auch nicht, weil ja meist nicht an allen Septen Schnallen sind. Die pflegen sich zu versteckeln. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Heli!


    Glückwunsch zu den Kelchbechern. Das ist immer ein besonderer Fund, egal welche der drei Arten es nun ist. :thumbup:


    Aber auch zu den Orangeseitlingen bist du zu beglückwünschen. Wenn das welche sind, auf dem Bild nach dem Judasohr.


    Auch die Eichenwirrlinge sind sehr schön gewachsen, faszinierende Formen.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Diese gestielten Ascomyceten (Gemörch und Gelörch) haben doch irgendwie eine andere Stieltextur. Vor allem nicht längsfaserig. Ich denke, das sind eher völlig verstorbene Basidiomyceten. Helmlinge vielleicht oder Tintlinge oder Psathyrellen oder Rüblinge oder...



    LG, pablo.

    Hallo, Netti!



    eine resupinate Pilzart? Aber welche? oder gibt's da keine Gattungen?


    Gattungen, bei resupinat auf Holz wachsenden Pilzen? Doch, da gibt's schon Gattungen. Zahlenmäßig wohl schon in den dreistelligen Bereich gehend. :evil:


    So schwierig wird's bei deinem nicht, das sieht eher aus wie ein "Porling", der eigentlich nicht resupinat wächst. Außer, er entwickelt sich an der Unterseite vom Stamm. Dann ist es ja gar nicht nötig, Energie in die Bildung von Hüten zu stecken. Aber lass das Umgedrehte Substrat mal ein paar Wochen liegen und schau, was der dann macht.
    Hütchenbildende Porlinge gibt es immerhin weit weniger. Nur etliche hundert Arten in mehreren Dutzend Gattungen.
    Was bei deinem Fund nun rauskommt: Weiß ich nicht. :)
    Da müssten dann schon noch mehr Bilder her und eine Beschreibung des Fundes und der Fundumstände.



    Hallo, Jonas!


    Was ist ein "Tausendblatt"?
    Ich glaube zwar, den Namen für einen Pilz schon mal irgendwo gelesen zu haben, komme aber nicht mehr auf andere Trivialnamen oder einen lateinischen Namen...
    G spuckt mir Wasserpflanzen aus.


    Allerdings: Ich finde, der Pilz sieht irgendwie aus, wie einer der Waldfreundrüblinge, also eine Art aus dem Gymnopus dryophilus / aquosus - Komplex. Ist das Tausendblatt vielleicht einer von denen? :/



    LG, Pablo.

    Guten Morgen, Gerd!


    Das klingt für mich nach einem kleinen, technischen Hänger. Woran es liegt (Netzverbindung, Forumserver, Forumssoftware, kleiner Hänger der eigenen Hardware) kann ich nicht sagen. Allerdings hatte ich ein ähnliches Problem auch einmal, vor einiger Zeit:
    Ich wollte einen Beitrag erstellen. Das Editor - Fenster öffnet sich ja nur, wenn man angemeldet ist. Ansonsten Fehler - Meldung. So weit so gut, sobald ich ein Bild hochladen wollte, flog ich raus mit der Bemerkung, ich sei nicht angemeldet.
    Ich hatte den bereits geschriebenen Text dann konpiert, daß da nichts verloren geht und mich dann einfach nochmal ausgeloggt und wieder angemeldet. Dann lief wieder alles einwandfrei...


    Ist schon interessant, Gerd, daß das bei dir jetzt in einer leichten Variation auch auftritt.
    Danke übrigens für deinen Artikel zu den Faltenschirmlingen. :thumbup:


    Übrigens kann auch Kritik direkt und als eigenes Thema hier im OT - Bereich eingestellt werden. Der andere Thread sammelt ja vor allem Bugs und technische Aussetzer des Forums. Kritik und Verbesserungsvorschläge (Wie z.B. das Bemängelns des Fehlens einer Rubrik für Kritik ;) ) muss da nicht rein. Hier geht's nicht zu schnell unter und als eigenes Thema kann dazu auch auf den Punkt und ohne Unterbrechungen diskutiert werden.



    LG, Pablo.