Hallo, liebe Leute!
@ Ingo:
Lustig, an Tephrocybe hatte ich gerstern auch gedacht. Eben weil da nichts rosa war an den Lamellen und keine Cheilos zu finden. Aber mir ging's wie dir: Da wollte nichts passen. Auch nicht bei den Schwärzlingen (verfärbt ja nichts) und auch nicht bei den Wiesenritterlingen (Porpoloma), die sind wohl größer.
@ Pilzpic:
Zu den Ritterlingen gibt es einige ziemlich unbekannte Nachbargattungen (siehe oben, Porpoloma). Ein richtiger Ritterling war hier von Anfang an auszuschließen, obwohl dein Gedankengang nachvollziehbar ist: Der Habitus ist erstmal nicht unähnlich. Zur Größe siehe oben, das ist ganz normales, kariertes Papier, Seitenlänge eines Kästchen = 5mm.
Kein Ritterling der Gattung Tricholoma hätte einen hygrophanen Hut. 
@ Björn:
Volltreffer, Erklärung kommt gleich.
@ Anna:
Das mit den Lamellen hatte ich gestern bei Kunstlicht einfach schlecht beurteilt. Die sind schon frei hier. Teils hefteten sie sich allerdings etwas an den Stiel an, wodurch in der Stielbereifung ein Abdruck entstand. Den hatte ich als "etwas mit Zahn herablaufend" fehlinterpretiert.
Dermoloma hatte ich gerstern auch im Fokus, mit einem ungewöhnlichen Standort hätte ich mich noch anfreunden können, aber nicht mit dem völligen Fehlen von Mehlgeruch. Das hätte ich merken müssen, zumal meine Nase in der Richtung funktioniert, ich hatte doch kurz vorher auch an Voreilenden Ackerlingen gerochen. Da war's kein Problem.
So, nun zur Auflösung.
Allgemeines Aufatmen, das Sporenpulver ist spärlich, aber ausreichend. Es ist ein Pinkie.

Rhodocybe fällt wegen hygrophanem Hut und freien Lamellen aus. Clitopilus ebenfalls. Entoloma ist auch weg, weil keine eckigen Sporen.
Also Pluteus.
Aber wo sind die Zystiden?
Hier:

Wünderschöne Schnabelzystiden, in dem gestern nicht untersuchten Fruchtkörper zeigten die sich sofort. Pleuros konnte ich aber auch da nicht finden (ein weiterer Punkt für P. thomsonii).
Mit etwas Sucherei fand ich auch bei dem anderen Fruchtkörper welche, allerdings unscheinbar und gut versteckt:

Da schaut teils nur das Schnäbelchen zwischen den Basidien hervor, das hatte ich gestern einfach übersehen.
Schäbelchen gibt's übrigens auch bei den teils schön büschelig auftretenden Kaulozystiden:

Und als Dankeschön für eure Hilfe und Mitarbeit noch ein besonderes Schmankerl einer Kaulozysztide:


Ich trage den mal als Pluteus thomsonii = Graustieliger Adern - Dachpilz ein. 
LG, Pablo.