Beiträge von Beorn

    Hallo.


    Im Frühjahr stieß ich bei einem Streifzug durch meinen Lieblings - Sandkasten (Viernheimer Heide, Gebiet "Glockenbuckel") auf eine zahlreiche Herde Blökis, die da im Sandtrockenrasen über die Dünen blökten, um das Gelände offen zu halten.
    "Gute Idee," dachte ich noch, erstens weil das Schafe besser können als Mountainbiker, und zweitens, weil Schafknödel in so einem Gebiet sicher auch nicht uninteressant sind.
    Dann vergingen aber erstmal viel Zeit, da es über Monate nicht einen Tropfen Regen gab, und das Gelände ohnehin sehr trocken ist, bin ich erst durch das schöne Wetter der letzten tage auf die Idee gekommen, mal nachzugucken.


    Zweie habe ich mal gleich schon bestimmt, die sind aber auch echt auffällig:


    1) Lasiobolus cuniculi = ?Gibt's dafür eigentlich einen deutschen Namen?


    Mit langen, dünnen, unseptierten Haaren, frisch geschlüpfte Sporen mit sich auflösender Gelhülle:

    Filiformen apikal höchstens ganz schwach verbreiterten, aber verzweigten Paraphysen, biseriaten Asci mit inkonstanter Iod - Reaktion:


    2) Ascobolus immersus = eingesenkter Kotling

    Der ist schon auf dem ersten Bild von L. cuniculi zu sehen, rechts in unscharf. Irgendwo hat Ralf so was geschrieben von wegen: "...die Sporen im Ascus mit dem Zollstock messen."
    Das passt. :thumbup:

    Das sind mit Abstand die größten Asci und Sporen, die ich bislang gesehen habe. 8|
    Auch hier reichlich fadenförmige Paraphysen anwesend:

    Hier im Forum wurden auch mal die eigentlich glatten, manchmal aber rissigen Sporen thematisiert. Hier zeigen sich Risse:


    Das ist natürlich ein Stück Glück, gleich mal zwei Arten zu finden, die im Forum schon mehrfach sehr schön dargestellt und besprochen wurden. :thumbup:


    Natürlich ist auf den Proben aber noch viel mehr drauf. Vielleicht schaffe ich es heute abend oder morgen früh noch, mir den weißen hier:

    anzugucken.


    Außerdem habt ihr Spezis sicher auch schon ganz gierige Augen wegen der vielen, schwarzen Punkte. ;)
    Die sind aber für mich tabu. Schon die Becherchen sind ja ziemlich klein. Und ich kann zwar mein Billigmikro rudimentär als StereoMonolupe missbrauchen, aber nicht darunter arbeiten, geschweige denn einen sauberen Schnitt machen. Und mit Einschlaglupe in einer Hand und Rasierklinge oder Nadel in der anderen...
    Nene.
    Die Schafsbröckchen liegen in Kultur, wenn jemand die mal durchstöbern will, kein Problem. Die können ab Montag verschickt werden.



    LG, Pablo.

    Hallo, Leute!


    Diesen Fund hatte ich mit Anna und Stefan in diesem Jahr noch im Januar. Klar, daß das Fruchtkörper aus dem Herbst sind, aber das sollte ja bei Geastrum für die Bestimmung kein Problem sein.
    Sollte.
    Unerfahren wie ich bin, hatte ich den neulich hervorgekramt, fand Geastrum quadrifidum ganz passend, Buch zu, fertig.


    Zum Glück bekam ich hier im Foreum schon den Hinweis, daß das nicht passt. Also Buch wieder auf. Ich finde auch, daß das nicht passt. Aber ich weiß auch nicht, was stattdessen passen könnte.


    Ein paar Eckdaten:
    Gefunden am 10.01.2014 im Dossenwald bei Mannheim
    unter Kiefern auf Sandboden, am Fuß einer von Kiefern bestandenen Düne, wenige Gräser, vergesellschaftet mit Geastrum triplex.
    Fruchtkörper klein, Exoperidie mit 5-6 Lappen, Endoperidie ungefähr kugelig, bei einem exemlar etwas plattgedrückt, bei einem Exemplar etwas oval.
    Peristom gewimpert, Hof deutlich erkennbar, abgegrenzt durch einen wenig prägnenten Wulst.
    Endoperidie kurz (ca 2mm) gestielt.
    Exoperidie ohne anhaftende Mycelreste außen (was aber wahrscheinlich in dem Stadium keine Rolle mehr spielt / nicht bestimmungsrelevant ist).
    Sporen nicht glatt, rundlich, bis ca.7 µm breit.
    Capillitium bräunlich, teils etwas inkrustiert, bis ca. 5 µm breit, sehr selten mal mit vereinzelten Verzweigungen.


    Bilder:






    Lässt sich da was mit anfangen?



    LG, Pablo.

    Hallo, Michael!


    Die frühesten Gemeinen Steinpilze (B. edulis), die ich gefunden habe, waren irgendwann so im ersten Juni - drittel vor zwei jahren. ;)
    Aber für dieses Jahr ist es schon ein sehr schöner Fang.


    Den dir unbekannten Baumpilz kannst du mal mitnehmen. Kann man als Duftspender im Bad aufhängen. Das ist ein Fenchelporling (Gloeophyllum odoratum).



    LG, Pablo.

    Hallo, Wilfried!


    Ich bin immer noch skeptisch wegen dem Baum. Die Blätter kommen ja von einem anderen Ast. Aber gut, du warst vor Ort, hast einen besseren Blick. Dann verlasse ich mich auf deine Angabe.
    Hier wirken die Fruchtkörper auch schon deutlich schmächtiger, so daß da Phellinus conchatus (Muschelförmiger Feuerschwamm) schon passen könnte. Die Art ist nicht streng auf Weide als Substrat angewiesen. Einen Hinweis auf Tilia finde ich jetzt gerade nicht in der Literatur, aber das wird wohl kein Ausschlußkriterium sein.



    LG, pablo.

    Hallo, Reinhard!


    Alle Pilze richtig bestimmt! :thumbup:
    einer so ungefähr aus der Rüblingsecke, ein Schleierling und einer mit Wasser im Stiel. Wobei ich wetten würde, daß das Wasser eher weißlich war und nicht nur am Stiel austrat, sondern auch zB beim zerbrechen der Lamellen usw.
    Weiter kommt man hier auch mit den Bildern nicht wirklich.


    Versuch dir mal anzugewöhnen, mehr Angaben zu den Pilzen zu liefern.
    Zum Rübling zB. würden uns Geruch und Geschmack schon mal sehr viel helfen.
    Denn auch, wenn hier etwas zu sehen wäre, was für das geschulte Auge so nur nach Bild anzusprevchen ist: Was hilft es dir?
    Du willst ja sicher die Pilze auch selbst kennen lernen und bestimmen können. Dazu gehört es eben, Merkmale zusammenzutragen, sich mit den Pilzen zu beschäftigen, zu vergleichen und immer aufs neue mit allen Sinnen wahrzunehmen.
    Wenn ich jetzt hinschreibe, der und der Rübling sieht so aus, oder dieser und jener Gürtelfuß oder einige bräunliche Milchlinge, was hast du dann davon? Beim nächsten Mal findest du eine Art, die genau so aussieht, sich aber zB. durch Standort, Geruch oder Verfärbung an der Stielbasis unterscheidet. Oder du findest eine Art, die farblich ganz anders ist, aber Geruch, Geschmack und der Basisfilz sind gleich? Und siehe da: Es ist die selbe Art, nur eben anders gefärbt oder anders gewachsen?



    LG, pablo.

    Hallo, Norbert!


    Bei Gallerttränen sollte man auch mal nach Schnallen gucken. Die meisten werden aber welche haben. Dann müsste man wissen, ob die Fruchtkörper gestielt sind.


    Hier sind schon mal Sporen mit maximal 3 Septen zu sehen, ob die nun dünn- oder dickwandig sind, kann ich nicht beurteilen. Bei der Größe bis 5 mm und Wachstum an Laubholz bleiben Dacrymyces stillatus (wenn Sporen und Septen dickwandig) sowie Dacrymyces capitatus (wenn B'carpien gestielt) und Dacrymyces lacrymalis übrig.



    LG, pablo.

    Hallo, Waldfried!


    Schöne Funde und Bilder!
    Vielleicht sieht man sich ja mal, wenn wieder ein Treffen in der Gegend Frankfurt / Offenbach ansteht.


    Der dritte Pilz (vermeintlicher Feuerschwamm) ist auch ein Lackporling, wahrscheinlich der Wulstige (Ganoderma adspersum).
    Sporenpulverfarbe und Porenfarbe passen nicht zu Phellinus. der Eichen - Feuerschwamm sieht ganz anders aus.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Wie wäre es mit Pappel?
    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Blätter auf den Bildern auch dem Stamm mit dem Pilz zuzuordnen sind. Eine entfernte Ähnlichkeit von Pappelblättern mit Lindenblättern gibt es ja für Baum - Unwissende wie mich.


    Jedenfalls erscheinen mir die Basidiocarpien ziemlich dick für Phellinus conchatus.
    Dann eher etwas aus dem Phellinus igniarius - Komplex, oder gar Phellinus populicola (Pappel - Feuerschwamm) wenn tatsächlich Pappel. Siehezimtfarbene Hutkanten.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Nö, Scutellinia gehört ganz klar zu den Inocybaceae. Das brauche ich nicht mal zu sequenzieren, weil das ja klar ist, weil ich bei beiden Gattungen die Pilze nicht auseinanderhalten kann. Also definitiv verwand.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Die Gattung Boletellus gibt es ja. Das ist eine vorwiegend tropisch und subtropisch verbreitete Gattung, mit famosen Arten, wie zB dem bekannten >Boletellus ananas<.
    Nur wie man auf die Idee kommen kann, den Bereiften Rotfuß da einzuordnen, daß übersteigt meine Phantasie. :D



    LG, pablo.

    Hallo, Stefan!


    Im Grunde kann die ganze Gattung "Xerocomellus" auf deutsch mit "Rotfußröhrlinge" übersetzt werden. Das sind aber weit mehr als 5-6 Arten in Europa. Dabei aber auch einige, die schon seit langem als eigene Art laufen, wie zB Xerocomellus porosporus (Falscher Rotfußröhrling), Xerocomellus rubellus (Blutroter Filzröhrling) oder Xerocomellus armeniacus (Aprikosenfarbener Röhrling). Auch Arten ohne roten Stiel gibt es da, wie zB Xerocomellus engelii (Eichen - Filzröhrling, früher bekannt als Xerocomus communis).



    LG, pablo.

    Hallo, Dodo!


    Was am HUt von der Stinkmorchel grün ist, ist die Sporenmasse (Gleba). Diese wird ja von Insekten (meist Fliegen) abgeräumt. Wenn die Fliegen fertig sind, und alles mitgenommen haben, ist der Hut: Weiß.


    Deine Bestimmung zum Langstieligen Pfeffermilchling (Lactarius piperatus) sollte stimmen. Ähnliche Arten unterscheiden sich durch weniger gedrängt stehende Lamellen und / oder grünendes Fleisch und / oder herablaufende Lamellen und / oder einen Stiel, der kürzer ist als die Hutbreite.


    Xerocomellus pruinatus kann schon hinkommen, das Blauen im Hutfleisch wäre aber sehr ungewöhnlich. Sollte eigentlich nicht sein. Leider ist die Bestimmung von Filzröhrlingen ohne Stielbasis ungefähr so sinnvoll wie Blindekuh spielen ohne Löffel und Topf. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Enrico und Stefan!


    Nicht vergessen: Auch P. cervinus kann an Nadelholz wachsen.
    Insofern wird's eine dieser drei Arten sein.
    PS.: Da kann man auch Pluteus cervinus s.l. dranschreiben und hat nichts verkehrt gemacht. Dann meint man eben diese Artengruppe, deren Arten sich ja nur marginal in Substrat, Schnallen und Cystidenform unterscheiden.



    LG, Pablo.

    Hallo, Toffel!


    Danke, nun ist das klar. :thumbup:
    Ich habe dich nämlich mißverstanden, dachte ich doch (etwas überrascht), daß du mit "die kleinen Pusteln" eben die Nectria meinst (siehe roter Kasten auf dem von mir bearbeiteten Habicht - Peter - Bild.


    Somit bin ich völlig deiner Meinung: Hypoxylon fragiforme + Anamorphe! :thumbup:



    LG, pablo.

    Hallo, Peter & Toffel!


    Zitat

    das auf dem dritten Bild bei Nr. 2 ist Hypoxylon fragiforme. Die kleinen Pusteln gehören sicherlich dazu und stellen das Jugendstadium und/oder die Anamorphe dar.
    Hypocrea/Creopus würde ich auf deutlich stärker zersetztem Substrat erwarten. Außerdem wäre die bei der Trockenheit m. E. nicht mehr so prall.


    Hallo Toffel,


    danke für deine Bestimmung, die übernehme ich gerne.


    Sicher?
    Ich hatte ja mal wochenlang im vorletzten Winter gekämpft, um zu erfahren, daß "Plüschnubbelpilze" die Anamorphen von Kohlenbeeren sind. Also diese etwas filzig - flauschigen, weichen, recht verschieden gefärbten und geformten Strukturen auf Totholz.
    Also hier: Die grauen Knubbel. Auf dem letzten Bild sieht man ja gut, wie die Hauptfruchtform unter der Anamorphe hervorwächst.
    Diese Nebenfruchtformen (Plüschknubbelpilze) von Kohlenbeeren sind ja ohne die Teleomorphen (Hauptfruchtformen) in den meisten Fällen nicht zu bestimmen. Eine Ausnahme ist sicherlich Hypoxylon howeanum.


    Diese kleinen Pünktchen:

    halte ich eher für eine Nectria (Pustelpilzchen).



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Mit Kastanie meinst du aber Esskastanie, oder?
    Denn unter Rosskastanie habe ich noch nie welche gesehen und dazu auch keinen Literaturhinweis gefunden. Das wäre dann interessant.



    LG, Pablo.

    Hallo, Hannes!


    Wenn man die möglichen Mykorrhizapartner von Boletus edulis aufzählen will, ist es wesentlich einfacher, die Bäume zu nennen, mit denen er keine Symbiose eingehen kann. Da fallen mir im Moment nur Ahorn (alle Arten), Esche (alle Arten) sowie Obstbäume (Prunusgewächse + Alnus - Gewächse), Robinien und Douglasien ein. Rosaceae bin ich gerade nicht sicher, aber gehört Sorbus nicht auch in die Familie? Denn Sorbus geht, hatte ich glaube ich auch schon mal irgendwo gelesen. Dein Fund bestätigt das.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Großartig, danke! :thumbup:
    Das seltene Auftreten von anticholinergen Symptomen ist dann auf fruchtkörperspezifisch höhere Konzentrationen von Muscarin zurückzuführen?


    Man sollte in dem Zusammenhang dann auch darauf Hinweisen, daß die Konzentration der Giftstoffe von Pilz zu Pilz stark schwanken kann, was die Wirkung völlig unkontrollierbar macht. Falls jemand so blöd sein sollte, den Pilz als Rauschmittel zu mißbrauchen.


    Die Vergiftung kann natürlich auch tödlich enden:
    Die kardiovaskuläre Übererregung durch die sympathomimetische Wirkung kann bei Personen mit schwachem Herzen (besonders Kinder und alte Menschen) zum Herzstillstand bzw. Kammerflimmern führen. Das gleiche gilt für Leute mit Herzkrankheiten oder angeborenen Herzfehlern. Auch wenn diese bislang unbekannt waren: Wenn hier solche Gifte wirken, kann das tödlich enden.



    LG, Pablo.