Beiträge von Beorn

    Hallo, Leute!


    Ich nehme mal an, daß Dodo deswegen auch "Brätling / Lactarius volemus" über die Bilder geschrieben hat, weil es ja ein Brätling ist. ;)


    Bei deinem unbekannten Filzröhrling würde ich gerne das ganze Schnittbild (also mit Stielbasis) noch sehen, Dodo. Ich denke aber, du hast da eine Ziegenlippe (X. subtomentosus) gefunden.
    Bei den Steinpilzen sind die auf den beiden ersten Bildern ja klar als B. aereus erkennbar.
    Aber die auf 5, 6 & 7 hätte ich rein so von der Ansicht eher als B. reticulatus (Sommersteinpilz) eingeordnet. Was kein Wunder ist, da die beiden Arten gerne mal durcheinander wachsen (ähnliche ökologische Vorlieben).



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Da müsste man mal Ludwig und co durchgehen, ob sich da was zu der Art findet. Beim kurzen Drüberschauen im Netz bin ich der Ansicht, daß die meisten mit P. heteroclita bezeichneten Bilder was anderes darstellen. ZB auch die bei Pilzbestimmer de (zumindest das erste ist P. populnea).
    Glauben könnte ich vielleicht >das hier<. Aber sicher bin ich auch da nicht.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Hier ein Fund von gestern vom Mannheimer Friedhof.
    Gewachsen am Wegrand im Gebüsch auf Erde, Pflanzen- und Holzresten.
    Gesellig, aber nicht büschelig, Fruchtkörper sehr fragil, durchgängig mit rot unterlegten Lamellenschneiden, Hüte mit deutlichen Rosatönen, die sich beim Antrocknen noch verstärken. Dabei auch teils deutlich runzlig.
    Fruchtkörper sehr fragil, Stiele brechen teils nur vom Angucken um.







    Sporen in Wasser rotbraun, ~11-14 µm lang, KP deutlich, zentral:

    Basidien 4-sporig:

    Cheilozystiden zahlreich, variabel geformt spindelig + apikal abgerundet bis schlank kegelig mit Hals und Köpfchen, einige apikal dickwandig (metuloid):


    Pleurocystiden eher spärlich, etwas größer, sehen ungefähr so aus:


    Mit Andreas Schlüssel komme ich entweder bei P. microrhiza oder bei P. amarescens oder bei P. corrugis raus.
    Da muss ich aber immer, wenn ich nach "Velum aus kugeligen Zellen" gefragt werde bei "Velum anders" weiterlesen. Wobei... Eigentlich habe ich ja gar kein Velum, kann also auch nicht sagen, ob das nicht vorhandene Velum eventuell kugelig wäre. :D
    Eigentlich gefällt mir corrugis ja am besten.



    LG, pablo.

    Hallo, Stefan!


    Och, ich guck ja nur so ein bisschen rum hier und da.
    Von einem regelrechten Einarbeiten in die Dung - Materie kann bei mir keine Rede sein. Aber es lohnt sich doch, hin und wieder mal einen Blick drauf zu werfen. Gerade was das Mikroskopische betrifft, da gibt es ja einige operculate, die doch sehr dankbar zu präparieren und zu betrachten sind. Selbst mit meinem Material. Das schafft eine willkommene Abwechslung zu den Porlingen ("Juchu, ich seh ja mal was").



    LG, pablo.

    Thecoteus holmskjoldii (E.C. Hansen) Eckblad


    = Ascophanus holmskjoldii E.C. Hansen
    = Thecotheus rehmii Zukal


    Holmskjolds Dungbecherling


    Familie: Ascobolaceae
    Ordnung: Pezizales
    Klasse: Pezizomycets



    Fruchtkörper:
    Gesellig auf Pflanzenfresserdung (untersuchter Fund an Schaf, wie wohl meistens), weißlich, hyalin bis etwas bereift, jung tonnenförmig, später apikal verbreitert (umgekehrt kegelig), haarlos.




    Becheraußenseite aus blasigen, teils gestielten Elementen:


    Asci 8 - sporig, breit, biseriat;
    Paraphyssen filiform, apikal leicht verdickt bis etwas keulig;
    Sporen in Asci (unreif) elliptisch, mit Öltropfen, mit Anhängsel an den Polen; bei Reife ornamentiert und um die 30 µm lang:





    Asci in Melzer (IKI+):

    Sporen in Melzer ziemlich schnell ziemlich tot:



    Bessere Bilder als die meinen wären freilich wünschenswert. ;)
    Aber so hat die Art wenigstens mal ein eigenes Portrait.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stephan!


    Käsig? Das ist interessant.
    Die Art ist ziemlich sicher ein Trichterling (Clitocybe), aber eine richtige Entsprechung will mir da nicht einfallen.
    Das wäre aber auch eine ganz vertrackte Gruppe, diesen bräunlichen, nicht hygrophanen Arten...



    LG, Pablo.

    Hallo, Stephan!


    Das sehe ich wie Stephan:


    Über aktuelle Namen mag ich mich nicht herumstreiten, aber dieser Pilz ist eindeutig derjenige, der in Großpilze BW Band 2 als Xerocomus subtomentosus var. ferrugineus bezeichnet wird.


    Entscheidend ist hier das weißliche Fleisch im Gegensatz zum Gelblichen (und im Stiel auch rosalichen) bei der Ziegenlippe (X. subtomentosus). Wenn du dann noch das Basismycel angeguckt hättest, wäre dir sicher aufgefallen, daß das richtig schön quietschegelb ist.


    Die Art findest du auch >hier< mit einigen weiteren Verwechslungsmöglichkeiten.
    Wobei ich das auch mal überarbeiten müsste. Da sind ja die ganzen lustigen Arten wie X. silwoodensis usw nicht erwähnt. :shy:



    LG, pablo.

    Hallo, Lothar!


    Also bei >Pilzforum.eu< steht in der Beschreibung dieser Art, daß das Fleisch meist unveränderlich ist, aber auch röten kann (vorwiegend Stielspitze) in der Stielbasis gerne etwas ockerbräunlich oder beige oder gelbbraun. ;)
    Ich denke, diese Angaben sollten das recht gut beschreiben.
    Für einen Schlüssel ist es natürlich wesentlich, solche Merkmale so zu beschreiben, daß man auch zur richtigen Art kommt. A. campestris ist halt kein Röter wie zB. A. subperonatus oder gar A. silvaticus.


    Insofern sehe ich auf deinen Bildern echt nichts, was gegen A. campestris spricht.
    Der Geruch ist natürlich zwispältig: Mir geht es auch manchmal so, daß ich das rieche, was ich zu riechen erwarte.
    Da sind unbefangene Meinungen sehr hilfreich.


    Wenn der nächste Fund auf der Wiese nach Anis riecht, ist es eine andere Art.


    Und: Es gibt auch noch einen Gilbenden Wiesenchampignon (Agaricus moellerianus) mit spät (teils erst Stunden nach Ärgern) gilbender Huthaut und frisch schwachem Anisgeruch. ;)



    LG, pablo.

    Hallo, Gerd!


    Wirklich ein phantastischer Pilz und toll in Szene gesetzt.
    Ich hoffe, das ist ein Bannwald oder zumindest ein Landschaftsschutzgebiet?
    Denn warum der Pilz vom Aussterben bedroht ist, liegt ja auf der Hand:
    Der Biotopschutz fehlt.
    In welchem Wald dürfen denn Eichen noch in Ehren alt und riesig werden, dann irgendwann umfallen und liegenbleiben?
    Nein, fatalerweise wird alles, was groß und potentiell morsch ist gefällt und das Totholz weggeschafft.
    Dadurch entzeiht man natürlich einer Menge seltener Pflanzen, Pilze und Tiere die Lebensgrundlage. Wundern muss man sich dann nicht, daß solche Arten bedroht sind.



    LG, pablo.

    Hallo, Karl!


    Da hat sich der Weg für Stativ und Karera definitiv gelohnt.
    Zu was so ein oller Filzröhrling doch gut sein kann.
    Toller Garten!


    Roch eigentlich C. hobsonii nicht auffällig nach Mehl?
    Das wäre ja bei unreifen Fruchtkörpern auch ein guter Anhaltspunkt zur Abgrenzung von Crepidotus.



    LG, pablo.

    Hallo, Christian!



    Es waren auch einige Passanten in der Gegend und die haben schon komisch geschaut, dass ich überhaupt den Baum fotografiert habe.


    Ja, es gibt schon Leute die sich sehr merkwürdig und manchmal völlig wirr verhalten.
    Neulich zB wurde ich komisch angeschaut, weil ich auf dem Friedhof auf dem Bauch lag, um einen Tintling zu knipsen. Sowas bereitet mir echt Kopfzerbrechen, warum die sich so unnatürlich verhalten haben.
    Oder im Frühjahr, als ich auf dem Gehweg neben einem Rindenmulch lag, um Dachpilze zu photographieren, da fragte mich doch tatsächlich einer, ob bei mir alles ok wäre und was das soll.
    Hä?
    Der muss doch einen an der Klatsche haben.
    Andere Leute auch, die ich im Frühjahr manchmal einfach an Rindenmulchflächen vorbeilaufen sehe, ohne daß die nach Morcheln gucken. OK, ich hatte mir dieses völlig unnatürliche und abstruse Verhalten zunächst damit erklärt, daß die dort schon geguckt hatten und entweder alles mitgenommen oder nichts gefunden.
    Aber das konnte nicht sein: Auf dem Mulch standen noch haufenweise Morcheln rum, und sogar ein paar interesante Pilze.
    So wunderliches Verhalten finde ich auch immer wieder irritierend und auch sehr befremdlich...



    LG, pablo.

    Hallo.



    Das aussortieren fällt mir schon manchmal schwer..


    Kann ich absolut verstehen. Das geht mir auch oft so. Ich versuche aber trotzdem immer, das Maximum meiner Bilder pro Beitrag auf 30 zu begrenzen (das war früher das Limit für angehängte Grafiken, jetzt sind's 50).
    Aber bei mir fällt das weniger auf, weil meine Bilder nicht so gut sind. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ich wäre dabei, wenn noch ein Exemplar zum Durchscneiden da wäre.
    Die Chancen, bei "5 Chips gegen X. pruinatus" stünden angesichts der Variabilität der vielen Arten sicher nicht allzu schlecht.
    Obwohl es natürlich durchaus ein Bereifter sein könnte.



    LG, pablo.

    Hallo, Ingo!


    Grasig?
    Krautig?


    8|




    Wie schon so oft: Ich staune. Du bist echt ein Phänomen.
    Was habe ich mich schon über diesen diffusen, wenig prägnanten aber doch irgendwie vertrauten Geruch von A. campestris gewundert. Einordnen konnte ich ihn nie.
    ("Unbedeutend" und "mild" sind ja nicht wirklich sinnvolle Geruchsbeschreibungen)
    Aber dabei ist eigentlich alles ganz einfach. Wiesenchampi riecht nach: Wiese!



    Danke,
    Pablo.

    Hallo, Marion!


    Psathyrella ist jedenfalls sicher. :thumbup:
    Der Behangene kann schon ganz gut sein, auch wenn mich da jetzt die dunklen Schüppchen auf dem Hut etwas stören.



    LG, pablo.

    Hallo, Ingo & Frank!



    ... allein anhand dieser Bilder ...


    Hey!
    Was meint ihr, was mich das an Mühe gekostet hat, mit meinem völlig unzureichenden Material überhaupt die geforderten Merkmale zu überprüfen? ;)
    Aber es ist schon richtig: Die Bilder sind natürlich schlecht. Darum versuche ich, ein wenig dazu zu beschreiben. Durchs Okular und mit der Möglichkeit, den Fokus zu regulieren, ist es natürlich viel einfacher.
    Übrigens: Klar fehlt mir da noch viel Wissen und Erfahrung.
    Bislang finde ich aber Porlinge und Cortis mit Abstand am Schwierigsten zu mikroskopieren. Die meisten Lamellenpilze sind dagegen einfach, die meisten Ascos dagegen sogar ein lockerer Durchmarsch.
    Es hilft nur nichts: Ich finde sie interessant, die hartfleischigen Baumbewohner.
    Und da passiert es eben auch mal, daß ich ein Bild, was ich von einer Art habe, über den Haufen werfen muss.
    Das nagt kurz, aber es ist eben wie es ist.
    Ist halt in diesem Fall etwas nervig, weil eben nun klar ist, daß viele Funde, die man vorher einfach rasch und im Feld als S. paradoxa tituliert hätte, unters Mikro müssen.
    Ich denke, das ist es, was du meinst, Ingo. Richtig?
    Aber andererseits: Man lernt nie aus.
    Auch diese neuen Erkenntnisse können ja mal ein gefundenes Fressen sein. Stell dir mal vor, Ingo, jemand betitelt in irgendweinem Forum so einen Fund wie oben als S. paradoxa. Das ist auch eine Chance, ein paar Chips abzuräumen: Einfach dagegen setzen. ;)


    Frank, natürlich bin ich in den Untersuchungen deinen Hinweisen gefolgt. Sonst hätte ich ja gar nicht gewusst, auf was ich achten muss.
    Insofern verbuche ich das als gelungenen Lernerfolg. :thumbup:



    LG, pablo.

    Hi.


    Prima, danke für das Statement! :thumbup:
    Das deckt sich tatsächlich so ungefähr mit meinem Wisensstand, wobei ich einen "sicheren" X. bubalinus auch noch nicht gefunden habe.
    Allerdings hatte ich mal irgendwo gelesen, daß es durchaus selten mal Kollektionen von X. bubalinus mit roten Pünktchen geben kann (war das in einem Tintling).
    Aber wenn, dann wäre das wohl eine recht seltene Ausnahmeerscheinung. Dagegen weiß ich aus Erfahrung, daß die Pünktchen bei X. engelii gelegentlich fehlen können.
    Ich merke, ich muss beizeiten da noch mal nachlesen. Vielleicht gibt's was mikroskopisches...



    LG, Pablo.

    Hallo, Christian!


    Ich denke schon, daß es nach was Pilzigem aussieht.
    Aber in welcher Ecke soll man da ermitteln? Keine Ahnung.
    In solchen Fällen muss man das Dingens schon genauer untersuchen. Zumindest mal mitnehmen, schauen, ob es irgendwo Poren gibt, durchschneiden, Tramakonsistenz beurteilen, Krusten hier und da, Sporen finden, chemische Reaktionen testen...



    LG, Pablo.

    Hallo, Cleo!


    Die Bilder sind hinreißend, wie schon mehrfach bei dir gesehen.
    Nur eines trübt ein wenig den Genuß: Es sind sehr viele.
    Ich wüsste jetzt auch nicht, welche man da reduzieren könnte, weil sie alle so schön sind. Aber bei weniger Bildern könnte man die einzelnen Aufnahmen mehr würdigen, was sie auch verdient hätten.
    Und es wäre einfacher, ein paar Statements zu den Bildern abzugeben.
    Bestimmungstechnisch, falls du eben noch Namen / Denkanstöße brauchen kannst.



    LG, pablo.

    Hallo, Craterelle.


    Glückwunsch zu Hericium coralloides. den habe ich noch nicht gefunden. Ich nehme an, daß die Fruchtkörper noch jung sind und darum mehr nach oben stehen.


    Zu den geschützten Arten:
    Nein, das Absammeln der Fruchtkörper hat in der Tat herzlich wenig mit der Seltenheit zu tun. Auch Apfelbäume sterben nicht dadurch aus, daß man die Früchte sammelt. Nur exzessives Raubplündern schadet dem Bestand, und dann auch mehr durch die durch den Wald rennenden Horden und die Mycelverdichtung.
    Das ist wissenschaftlich belegt und allgemein bekannt. Nur bei den zuständigen Behörden dauert es meist mit dem Realisieren dieser bekannten Tatsache, da dort einfach die Sachkenntnis fehlt.
    Natürlich ist der Biotopschutz der alles entscheidende Faktor beim Artenschutz. Das betrifft nicht nur die Pilze, sondern auch Pflanzen und Tiere.



    LG, pablo.

    Hallo.



    Eine Frage trotzdem: Wobei handelt es um Nr. 30/31 genau? Richtig, dass er unter einer Douglasie stand?


    Ich denke nicht, daß die Douglasie der Partnerbaum ist. Der Pilz ist wahrscheinlich Xerocomellus rubellus. Xerocomellus bubalinus und Xerocomellus engelii wären auch möglich, aber weniger wahrscheinlich (starke Blaufärbung bzw. fehlendes rosa durchfärbtes Hutfleisch).



    LG, pablo.

    Hallo, Holger!


    Im Grunde sehe ich das wie Karl (auf dessen Erfahrung man sich auch besser verlassen kann, als auf meine): 3% ist zum Mikroskopieren, die höheren Konzentrationen für makroskopische Reaktionen besser. Wenn man allerdings in ein Präparat in Wasser (unterm Mikro) noch etwas reinlaufen lässt, um eine Reaktion zu beobachten, kann man auch 20% nehmen. Es verdünnt sich ja ohnehin, da ja schon Wasser unterm Deckgläschen ist.
    Auf der anderen Seite ist ja KOH auch für makroskopische Reaktionen bei vielen Porlingen wichtig. Da geht oft auch 3%, wie ich festgestellt habe (zb Hapalopilus). Aber 40% ist da der sichere Weg.



    LG, Pablo.