Beiträge von Beorn

    Hallo, Rainer!


    Ich würde sogar noch weiter gehen und alles außer 2 und 3 als FomFom ansehen.
    Und 3 nur deswegen, weil der schon ziemlich hinüber ist, da kommt man wohl kaum mehr zu einer Bestimmung.
    Bei 2 bin ich sehr unsicher, ohne die Oberseite erkennen zu können. Kann schon auch sein, daß Ingo da recht hat. Kann aber natürlich auch ein FomFom sein.
    Ein Chamäleon eben. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Juliane!


    Tja, wenn man denn den ersten und den letzten auch mal ganz sehen könnte.
    Also mit vollständiger Ansicht, mit...
    Du weißt ja, was gemeint ist.


    Also wenn du da die enstprechenden Bidler dabei hättest, dann könnte man eventuell eine Bestimmung zum Winterhelmling (Mycena tintinnabulum) und zum Spaltblättling (Schizophyllum commune) sicher machen. Schade, daß es so ja nicht geht. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Das mit den Verfärbungen ist kritisch, das will ich noch weiter untersuchen. Frank meint, daß es ein ganz gutes Merkmal sein könnte. Bei den Funden von S. insignitum, die ich bisher untersucht habe gilbte nichts.
    Dummerweise finde ich S. subtomentosum nicht mehr. Scheint eine sehr seltene Art zu sein (in den Buchenwäldern der Oberrheinebene). ;)


    Einspruch hierzu:


    erwähnt wird dagegen das bei Ostrea zwischen Hutfleisch und Huthaut eine schwarze Linie zu sehen sein sollte.


    Nö, hat er nicht.
    Oder wenn, ist das kein konstantes Merkmal und zur Trennung ungeeignet.



    LG, Pablo.

    Hallo, Alis!


    Und ich würde ziemlich sicher sagen: >Das isser!<
    Mit der Farbe vor allem dem Farbverlauf (kobaltblaue Ränder, eher grau innen) hast du nicht viel an Verwechslungsmöglichkeiten. Gerade mit dem rissigen Aufplatzen sollte noch einiges Rausfallen (wie sehen eigentlich ähnliche Amaurodon - Arten aus?).
    Ich kenne den bislang nur von dem einen Fundort aus Norditalien. Habe auch noch nicht reingelinst. Das hole ich nach, wenn der in diesem Jahr dort wieder erscheint.
    Ortenau - Region? Das haut doch hin. Schön warm, fast schon Toskana. Da fühlt der sich wohl. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, ihr Beiden!


    Tatsächlich, irgendwie wurdet ihr vermisst mit euren Bildern und dem Murph.
    Gut zu wissen, daß alles gut ist (Umzug kann auch schlimm sein, muss aber nicht), und trotz Grippe noch ein paar Pilze schön in Szene gesetzt werden.
    Die Pseudoplectania habe ich ja auch auf der Abschussliste. Fehlt mir noch sehr.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Ich sehe das unbedingt so wie Fredy!
    Ein Thema pro Pilz ist ideal zum bearbeiten. Jedenfalls dann, wenn du Pilze vorstellst, um sie kennenzulernen, Rainer.


    Etwas anders wäre folgende Situation:
    Jemand rennt mit Photoapperat durch den Wald und macht von 10 Täublingen jeweils ein Bild. Schaut sich aber die Pilze gar nicht an, geht nach Hause, stellt die Bilder rein in der Annahme, man könne dann schon sagen was das ist.
    Da gibt's also nichts weiter zu den Pilzen, keine zielführenden Angaben, keine Merkmale, auch kein Interesse so weit, daß noch mal losgegangen wird und ein Fruchtkörper eingesammelt.
    Dann lieber eine Sammelanfrage, kann man ja rasch drunterschreiben: vesca, violeipes und virescens sind erkennbar, ansonsten 7x Russula spec. ;)


    Wenn aber bei einer Anfrage auch die Diskussion erwünscht ist, eine zielführende Bearbeitung bevorzugt, dafür auch (wie hier) der entsprechende Einsatz vom Finder kommt: Da hat jeder Pilz ein eigenes Thema verdient. Dem ist dann auch leicht zu folgen.


    Durchstreichen oder so muss man aber nichts, auch das sehe ich wie Fredy: Mit der Suche nach Schlagworten findet man bei Bedarf die Diskuission wieder, unabhängig vom Betreff. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Nö, als Varietät ansehen oder synonymisieren kann ich da gar nichts. Dazu müsste ich die Art (wenigstens aus der Literatur) kennen.
    Die Beschreibung war mir aber schlichtweg entgangen. Muss mal schauen, ob ich den Artikel mal einsehen kann, um mir eine Meinung zu bilden.
    Daß das nur über Sporenornament und Streuung der Sporengröße läuft, kann ich mir fast nicht vorstellen.
    Eine große Streuung bei der Spoerngröße findet man ja auch gerne bei Pilzen, die von irgendwas befallen sind oder sonstwie in der Entwicklung behindert wurden.
    Bei den oben vorgestellten Funden aber jedenfalls nicht gegeben, da bewegte sich alles im Rahmen von +/- 0,5 µm (nur ausgereifte, voll entwickelte Sporen berücksichtigt).
    Interessant ist die Diagnose mit "Sporen isoliert warzig (T. winterhoffii)" gegenüber "Sporenstacheln anastomosierend (T. fimbriatum)". Das ist ja (neben anderen) auch ein Merkmal, mit dem im Schlüssel in Z.Mykol. 78/2 (2012) zwischen Tulostoma giovanellae und T. fimbriatum getrennt wird. Da wären die mit den Anastomosen allerdings bei T. giovanellae zu finden.Wichtiger ist da aber wahrscheinlich die Anordnung der Stacheln (in Linien oder unregelmäßig verteilt bei T. giovanellae).
    Vereinzelt sind bei den von mir oben vorgestellten Funden Anastomosen zwischen den Sporenstacheln erkennbar. Überwiegend sind die Stacheln allerdings isoliert und regelmäßig verteilt.
    Wobei ich kein REM habe, ob da nicht doch ein irgendwelche 1/50 µm große Strukturen zwischen den Stacheln sind, kann ich nicht beurteilen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mathias!


    Ein geiler Fund. :thumbup:
    Sieht irre aus, makroskopisch wie mikroskopisch.
    Sagen kann ich dazu nichts, mangels Wissen und Erfahrung.
    Hast du schon versucht nach Dämmrich zu schlüsseln?
    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Da war ich zu fasziniert von den Bildern. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Dann müsste man die Definition des Begriffes "striegelig" vielleicht noch mal weiter diskutieren. ;)
    Ich kann da auch ncihts anderes erkennen als Stereum hirsutum, eben weil der Pilz ja so einen schönen, abstehenden Pelz hat.
    Stereum rugosum hat das nicht, bildet auch nciht solche Hüte, Stereum subtomentosum und Stereum insignitum sind gar nicht behaart, Stereum gausapatum rötet, Stereum ochraceoflavum kommt nicht auf solchem Substrat vor uns ist kleiner und farblich anders.



    LG, pablo.

    Hallo, Leute!


    Ein wenig gedauert hat's bis ich zur Untersuchung kam, ich bitte um Nachsicht.
    Immerhin ist der Fall nun klar: Ich habe keine Zweifel an Phellinus conchatus (Pers.) Quel. = Muschelförmiger Feuerschwamm.
    Hier hatten wir wohl die Gesamtgröße der Fruchtkörper etwas falsch eingeschätzt. Die sind nämlich ziemlich klein:

    Rainer hat mir dankenswerterweise zwei Aufsammlungen und auch Exemplare von unterschiedlichen stammabschnitten geschickt, so daß man da etwas vergleichen konnte.


    und je nach Alter und Aufsammlungsdatum sind auch die Farben mal etwas anders:

    Das variiert übrigens auch je nach Blickwinkel, was an der Lichtbrechung durch Seten liegt (vermute ich).
    Hier warens aber auch unteschiedliche Reifegrade, der rechte war der mit den vielen Sporen. ;)


    Jedenfalls sind dann bei der Größe die Poren auch wirklich fein, Rainer hatte das ja schon geschrieben und aufgeklärt.
    Ich komme da auch auf 4 bis 6 / mm, das passt also.


    Bei im Wachstum begriffenen Fruchtkörpern ist an der Hutunterseite zum Hutrand hin eine schmale, Zone ohne Poren zu sehen, auch wenn ie Hutränder immer noch "scharf" sind:

    Das wird bei Jahn - Pilze an Bäumen erwähnt, ist aber kein allzu wichtiges Merkmal, da diese sterile Zone bei ausgewachsenen Fruchtkörpern auch fehlen kann.


    Ebenfalls in erwähnter Quelle wird eine dünne, schwarze Schicht direkt unter der (nicht immer ausgeprägten) Hutkruste erwähnt.
    Ist hier allerdings mehr andeutungsweise zu sehen:

    Ebenfalls erahnen lassen sich die undeutlich geschichteten Röhren, wir haben es also sicher mit einem mehrjährigen Pilz (bildet Sporenträger mit mehreren Wachstumsperioden) zu tun.
    Was auch wichtig ist zur Gattungsabgrenzung (Inonotus = Schillerporlinge: Immer einjährig, niemals geschichtete Röhren).


    Zur gattung führt hier dann auch das extrem fest, absolut unbiegsame Fleisch (klar, ist ja auch Trockenmaterial). Dazu sehr kompakt, vorwiegend aus spröden, dickwandigen, braunen Skeletthyphen bestehend. Im grunde ein Graus für Mikroskopiker, weil bei einem kaum über 50 µm dicken Schnitt durch die Röhrenwände sieht das erstmal so aus:

    Da sollte man wissen, was man sehen und suchen will, sonst wird man schnell wahnsinnig. ;)


    Mir ging es in erster Linie um die hymenialen Setae, das sind im Grunde Zystiden, die als hohle, dickwandige Stacheln ausgebildet sind.
    Und die sollen bei Phellinus conchatus recht eigen sein, nämlich in der großen Mehrheit deformiert, mit offenen Spitzen, verformten Seitenwänden, auch teils mit Löchern, manche nahezu rund also komplett ohne Stachel.
    Diese Setae sind so etwa bis 40 µm lang, also nicht allzu groß. Sieht im Mikro etwa so aus:


    Die aus meiner sicht ähnlichste Art an Laubholz (passt hier aber auch wegen dem Substrat nicht) wäre wohl Phellinus ribis und der hätte gar keine Setae.


    Die Sporen sind bei Phellinus zumindest in dieser Gruppe kaum interessant, weil bei vielen Arten ziemlich ähnlich:

    hyalin, kugelig bis subglobos, dickwandig und etwa 4-6 µm im Durchmesser.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Oder eben Flammulina elastica (Langsporiger Samtfußrübling). Der wäre von Flammulina velutipes nur mikroskopisch sicher zu unterscheiden, da hilft auch das Susbtrat eher wenig. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Harald!


    Komisch.
    Florian scheint ja gestern auch keins gehabt zu haben, ich hab's da auch nciht gesehen.
    Kann aber durchaus an einem instabilen Hoster liegen.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Wenn ich auch abstimmen darf, dann würde ich sagen: Gebietsweise sicher nicht selten, oft übersehen.
    Die sind ja schon recht klein und unscheinbar, sitzen auch gerne an halb im Matschsteckenden, kleinen Zweigfragmenten, teils unter Laubstreu oder Bewuchs versteckt.


    Mir ist der bislang zwei Mal begegnet, einmal im Frühjahr 2014, Anfang März, südliche Oberrheinebene in einem bodenfeuchten Laubwald bei Kenzingen und einmal anfang Februar diesen Jahres, nördliche Oberrheinebene bei Hockenheim, Schwetzinger Forst, ebenfalls ein Laubwald mit feuchtem Untergrund, sicher auch eher mineralisch.


    Beide Auffindungen klappten quasi auf Ansage, unter einem Hainbuchenbestand einfach mal die Finger unters Laub und in den Matsch gestckt und ein paar schüttere Zweiglein rausgepult. Beide an kleinen Zweigen von Carpinus betulus.


    Fund 2014, Makroskopisch:



    Fund 2015, makroskopisch:


    2014 mikroskopisch untersucht mit einem Bresser - Spielzeugmikroskop, das bei guter Auflösung noch etwa die vergrößerung einer Lesebrille bietet.


    Darum Mikrobilder von 2015:



    Übergang Hymenium - Subhymenium - Excipulum:

    Übergang Excipulum - Ectalexcipulum:

    Ich hoffe, ich wähle da gerade die Begriffe richtig.
    Also zwischen der äußeren Zellschicht und den den näher zum Hymenium liegenden Schichten ist schon ein Unterschied zu sehen und sogar ein recht deutlich abgegrenzter Übergang.


    Sporen 2015:

    größtenteils noch nicht ganz reif und somit nicht septiert und mit grobkörnigem Inhalt.
    Darum doch noch ein Mikrobild von 2014, wp man auch septierte und keimende Sporen schwach erkennen kann:

    Und nein, daß ist wohl eher kein Ascus mit Deckel. Das ist eines der typisch verwirrenden Artefakte, wenn man mit so einem Mikro arbeitet. ;)


    Also:
    Rutstroemia bolaris (Batsch) Rehm
    = Hainbuchen - Stromabecherling


    Basionym: Peziza bolaris Batsch
    weitere Synonyme nach Mycobank:
    Ciboria bolaris (Batsch) Fuckel
    Calycina bolaris (Batsch) Seaver
    Phialea bolaris (Batsch) Quel.
    Hymenoscyphus bolaris (Batsch) W. Phillips


    Klasse: Leotiomycetes
    Ordnung: Helotiales
    Familie: Rutstroemiaceae



    Ich bin mal so frei und sortiere das bei den Portraits ein. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Lothar!


    Hm.
    Bild 2.11, 2.12 und 2.13 finde ich schon sehr wunderlich. Die wirken ja fast dicklich, irgendwie gelatinös - aufgequollen? Sogar auch die Lamellen? Eigentlich mehr wie Judasohren, so von der Durchsichtigkeit her, oder?
    Schwierig. Jedenfalls bringe ich die mit meinem Bild von Arrhenia retiruga nicht in Einklang.
    Da sollte man möglicherweise doch mal reingucken, ob das nicht kleine Exemplare von Arrhenia lobata oder noch was Anderes ist...



    LG, Pablo.

    Moin!


    Wie schaffst du das, da ein Bild zu sehen, Harald?
    Ich bekomme die selbe Meldung angezeigt, wie Florian.
    PS.: Hab's trotz Bildmangel mal zu den bestimmungsanfragen verschoben.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Gut, das mit dem Plus und dem Minus...
    Ob das ein Bug ist oder nicht - über die Logik mag man streiten.


    Daß sich die Funktionen im Texteditor geändert haben, ist schon gewollt. Manche Leute schreiben halt gerne so, daß sie nicht die Codes sehen, sondern die Änderungen gleich im Text haben.
    Ist aber ja kein Problem, weil man kann es ja auf die gewohnte Art umstellen. So wie von Markus oben beschrieben: Ein Klick auf den "Fresszettel" und es lässt sich wieder ganz normal wie vor dem Update arbeiten.



    Das mit den Codes ( [ img ] Bildurl [ / url ] , ohne Leerzeichen freilich) sollte allerdings schon funktionieren?



    LG, Pablo.

    Hallo, Verena!


    Das mit den Gläsern ist so eine Marotte von mir. Wirst du wahrscheinlich bei den meisten Leuten mit Herbar so nicht finden.
    Aber ich hab halt viele Gläser gehabt und viele Pilze, da lag die Lösung eben nahe.
    Sind übrigens meist keine Marmeladengläser sondern waren angefüllt mit Oliven, Kapern, eingelegten Chili, Sambal - Oelek... ;)


    Zur Sache: KOH 3% benutze ich auch nur zum Mikroskopieren von Exsikaten. Lange Quellen lasse ich aber nicht: Tropfen auf Objektträger, Präparat rein, Tee kochen, Deckgläschen drauf, Mikro an und los.
    Bei den meisten Porlingen und Cortis gehe ich auch bei Frischmaterial gleich mit 3% KOH los. Denen kann etwas aufweichen eh nicht schaden.
    Man muss etwas aufpassen, da gibt's manchmal Strukturen, die sich auflösen oder stark verändern (Skeletthyphen bei Diplomitoporus lindbladii lösen sich rasch auf; dickwandige Zystiden bei Tubulicrinis ebenfalls).
    Da das bei 3% KOH unvollständig oder schwer nachzuvollziehen sein kann, mikroskopiert man sowas am besten erst in Wasser und lässt dann 20% reinlaufen.
    Ansonsten nehme ich 20% KOH fast nur für makrochemische Reaktionen (Porlinge, Schleierlinge).


    Reaktionen mit Iodlösungen: Bei Ascomyceten reagieren die Ascuspori ganz gut mit Lugol. Zum Anfärben von Sporenwänden (gerade bei eher dünnwandigen Sporen) macht das aber keinen Spaß, da nimmt man lieber Melzer.
    Ebenso, wenn man dünnwandige Hyphen blau machen will.
    Amyloidität der Sporen und von manchen Hyphen kann man aber auch gut makroskopisch ermitteln. Dazu einfach mal etwas Melzer auf den Sporenabwurf bringen.
    Oder bei Lentinellus castoreus auf die Trama, das wird mal blau.
    Oder bei Dickröhrlingen auf die Stielbasis, das geht auch ganz gut und muss nicht mikroskopisch überprüft werden.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Ehrlich gesagt:
    Was dankbareres als große Ascos gibt es zum einstieg in die Mikroskopie nicht.
    Groß meint hier erstmal operculat, also die inneren Strukturen sollen groß sein.
    Borstlinge, Schildbostlinge, Moosbecherchen, Morcheln, Lorcheln, Pezizas und co:
    Die sind wunderbar zu mikroskopieren, weil leicht in der Präparation und schöne und große innere Strukturen, die sich gut drastellen lassen.


    Rißpilze und Rötlinge sind - wie viele Lamellenpilze - durchaus tricky. Da gibt es einen Haufen Kram zu berücksichtigen, aber schöne Bilder gibt das allemal.
    Im Fall von Rißpilzen fehlt aktuelle Literatur zur Bestimmung: Das kommt aber bei vielen Gattungen auf euch zu.
    Dachpilze sind toll für's Mikro. Auch Conocybe, Galerina, Psathyrella... Aber eben auch schwer zu beurteilen und zu bestimmen.


    Achso, Chemie.
    Unverzichtbar:
    - KOH 3% sowie KOH 20%
    - Melzer und / oder Lugol (letzteres färbt nicht so kräftig, behandelt die Strukturen aber schonender)
    - Zum Anfärben: Nach Lust und Laune. Wer die Krebserregenden Wirkungen von Kongorot, Baumwollblau und co nicht so mag, kann es mit Tusche probieren.
    Inzwischen bin ich der Meinung, die meisten lamellenpilze und Ascos braucht man nicht mit solchen Sachen einzufärben, wenn man nicht Sporenornamente (BWB) oder andere winzige Strukturen sichtbar machen will (Kongo).
    - Immersionsöl. ;)


    Gerne wird in Frankreich Ammoniak verwendet. ich kann's nicht riechen. Irgendwo habe ich Schwefelsäure rumstehen, benutze ich aber kaum. Ansonsten kann man mit allerhand rumprobieren, Kresylblau irgendwas Grünes gibt es noch...
    Aber ob man das wirklich dringen braucht, wenn man sich nicht mit einem speziellen Gebiet intensiv beschäftigt?
    Und dann kann man ja immer noch nachrüsten.



    LG, pablo.

    Hallo, Björn!


    Tolles Gelände. Ziemlich bodensauer, potentielle Ritterlingswälder. Und Stachelingswälder. Und vielleicht einiges mehr.
    Hoffentlich haben die alles an scharfer Munition weggeräumt...
    Aber was ist denn an dem Seitling bekloppt?
    Pleurotus ostreatus kann durchaus an Nadelholz wachsen. Pleurotus dryinus (Berindeter Seitling) übrigens auch, der wächst auch gerne in Einzelfruchtkörpern. Müsste man mal genauer angucken.


    Dein Phaeolus ist allerdings ein Wurzelschwamm (Heterobasidium annosum s.l.). ;)



    LG, pablo.

    Moin Moin!


    Disciseda nigra finde ich auch in Mycobank, dort wird die Art zwar als "invalid" geführt, aber da sich mir der Grund nicht erschließt, ist das auf jeden Fall erwähnenswert.
    Disciseda verrucosa hätte ich jetzt als eine MIttelamerikanische (und australische?) Art angesehen, aber das muss ja nicht heißen, daß man der hier nicht begegnen kann. Wenn's da eine veröffentlichung zu gibt, dann würde mich das durchaus interessieren, dann könnte man auch hier drauf hinweisen, Merkmale zur Abgrenzung aufführen und so die Aufmerksamkeit wecken.



    LG, Pablo.

    Moin!


    Viel kann ich leider nicht sagen zur Ökologie.
    Seit ich auf solche Pilze achte (2012) ist mir der dreimal begegnet, zweimal allerdings an der selben Stelle.
    Im Spätherbst 2012 und in diesem Winter an einem stark morschen Eichenstumpf, bemoost, vergesellschaftet mit Lachnum sp.
    Osthang im Odenwald auf ca. 400m üNN; Boden aus Bundsandstein mit einzelnen "Granitinseln"; Baumbestand aus alten Buchen und Eichen, dazwischen jüngere Fichten (sehr vereinzelt) und Wildkirsche; in einer feuchten, eher schattigen Mulde am Weg. Mulde bedeutet freilich auch, daß da ein ganz gutes Humuspolster drin liegt.


    Dann im letzten herbst an einem recht ähnlichen Standort im Kaiserstuhl; Nordhang, etwas niedriger (Vielleicht 250m üNN), ebenfalls ein alter Eichenstumpf in einem Buchen- Eichen - Hochwald in einem feuchten Einschnitt.


    Also viel gefunden habe ich den noch nicht, aber das ist eben auch eine Art, auf die man etwas achten muss. Die Aufsammlungen von mir waren eigentlich mehr Zufallsbegegnungen.


    Nachtrag:

    Zitat

    Das kann man auch weglassen. Eigentlich sind die Sporen bei vitalen inoperculaten Becherchen immer biseriat angeordnet


    Danke Ingo, das habe ich oben rausgenommen. Irritiert ja dann nur. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Disciseda bovista (Klotzsch) P. Henn.
    Großer Scheibchenbovist, Großsporiger Scheibchenbovist
    Synonyme:
    - Geastrum bovista Klotzsch
    - Lycoperdon defossum Vittad.


    Klasse: Agaricomycetes
    Ordnung: Agaricales
    Familie: Agaricaceae



    Fruchtkörper: Fruchtkörper grau, ockergrau (anfangs wohl auch eher bräunlich), klein bis groß (bis 2,5cm eigene Funde, lt.Lit. auch bis 3,5 cm); Peridie abgeflacht bis fast kugelig, mit vorstehendem, fein ausfransendem Peristom; am Grund mit sandverkrusteter Basalscheibe, die sich bei Reife vom Mycel im Boden ablöst; Fruchtkörper und Scheibe sehr beständig und an den entsprechenden Standorten das ganze Jahr über zu finden.


    Speisewert: kein Speisepilz (kann man denn auf die Idee kommen, sowas zu essen?); Giftigkeit unbekannt


    Sporen: Sporenpulver dunkelbraun; Sporen kugelig, grobwarzig, teils mit Sterigmenrest; mit Warzen bis etwa 7,5μm ohne Warzen bis etwa 6μm


    Vorkommen: Sandtrockenrasen, schütter bewachsene Sanddünen, bevorzugt an offenen Stellen mit wenig Bewuchs; gerne vergesellschaftet mit Disciseda candida und Tulostoma –“ Arten; frische Fruchtkörper erscheinen ungefähr von Spätsommer bis Spätherbst


    Verwechslungen: Mit Arten der Gattung Bovista, die aber keine Basalscheibe aufweisen.
    Der Kleine oder Kleinsporige Scheibchenbovist (Disciseda candida) unterscheidet sich durch kleinere Sporen mit schwächer ausgeprägten Warzen sowie weniger deutlich gewundenen Capillitiumhyphen. Letzteres Merkmal dürfte aber –“ ebenso wie die Größe –“ kein sicheres Kriterium wie Sporengröße und Sporenornament sein.


    Anmerkungen: In Deutschland / Mitteleuropa kommen wohl nur zwei (oder drei? Siehe unten) Arten der Gattung vor, weltweit existieren in Trockengebieten aber weitere Arten, die hier nicht besprochen werden.



    Bilder:









    Beim Anfärben sieht's in Lugol fast am besten aus:



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Disciseda candida = Kleiner Scheibchenbovist<

    Tulostoma fimbriatum Fr.
    Bewimperter Stielbovist, Wimpern - Stielbovist
    Synonyme:
    - Tulostoma brumale var. fimbriatum (Fr.) Quel.
    - Tulostoma fimbriatum var. fimbriatum Fr.


    Klasse: Agaricomycetes
    Ordnung: Agaricales
    Familie: Agaricaceae



    Fruchtkörper (Beschreibung eigener Funde): meist eher kräftige Stielboviste mit Gesamthöhen bis 8cm; Endoperidie bis 1,5cm breit, kugelig bis abgeflacht kugelig; meist ohne erkennbare Exoperidie; Unterseite d. Endoperidie häufig mit Sand verkrustet (aber ohne –žHäutchen–œ); Persitom meist flach bis schwach erhaben, auch im Alter eher eng, Ränder ausgeprägt fransig –“ wimperig; Endoperidie meist weißlich oder grauweißlich;
    Stiel kräftig, längsrillig und besonders im unteren Teil oft +/- schuppig; Stielbasis oft etwas verdickt und mit Sand / Substrat verkrustet; Stieloberfläche längsfaserig, graulich, beigegrau, ockerlich, bisweilen zur Basis hin mit kräftigeren Brauntönen, auch rostbraun; Stiel bei alten fruchtkörpern bisweilen mit Algen bewachsen.


    Speisewert: kann man auf die Idee kommen, sowas essen zu wollen? ;)
    --> kein Speisepilz, Giftigkeit unbekannt


    Sporen: Sporenpulver ockerbraun; Sporen kugelig, ausgeprägt warzig, Warzen dicht und regelmäßig verteilt, Durchmesser ohne Warzen bis ca. 5 µm;
    Capillitium verzweigt, einzelne (dickwandige) Fasern bis 9 µm dick, spärlich septiert, Septen nicht oder schwach verbreitert, Fasern gerade bis schwach wellig, glatt, ohne Kristalle, inneres Lumen etwas ungleichmäßig; dickwandige, gerade Fasern von dünneneren reich verzweigten Fasern verbunden und teilweise umschlungen


    Vorkommen: In lückigen Magerrasen und Sandtrockenrasen an offenen Stellen auf Sandböden an trockenen, warmen Standorten; in entsprechenden Gebieten auch an sandigen Wegrändern und sonstigen offenen Stellen. Frische Fruchtkörper ab Herbst, alte Fruchtkörper können bis ins Frühjahr hinein gefunden werden. In Deutschland insgesamt schwach verbreitet und selten.
    Die vorgestellten, eigenen Funde stammen alle aus der nördlichen Oberrheinebene (Baden –“ Württemberg und Hessen), meist von schütter bewachsenen Binnendünen zwischen Kiefernwäldern; einmal von einer sandigen Schneise unter einer Starkstromleitung, einmal von einer sandigen Böschung unter Kiefern am Wegrand.


    Verwechslungen: Mit anderen Stielbovisten.
    Am ähnlichsten dürften Tulostoma armillatum, Tulostoma giovanellae und Tulostoma pulchellum (incl. Variationen) aussehen. Alle drei Arten sollen aber wohl weniger deutliche Sporenwarzen haben.
    Makroskopisch soll sich T. giovanellae durch etwas gedrungenere Fruchtkörper unterscheiden (Funga nordica), stichhaltig erscheinen mir –“ ohne T. giovanellae zu kennen –“ aber nur die mirkoskopischen Unterschiede (Sporen dezenter ornamentiert, Warzen teils anastomosierend, Capillitium wellig). Zu Tulostoma giovanellae gibt es in Deutschland wohl nur einen belegten Fund; das Vorkommen ist allerdings erloschen.
    Tulostoma armillatum ist durch die subglobosen bis ovalen, unterm Lichtmikroskop glatten Sporen gut abzugrenzen.
    Tulostoma pulchellum soll sich makroskopisch durch die ausgeprägte Exoperidie unterscheiden, die sehr beständig ist und als sandverkrustete Scheibe zwischen Kopf und Stiel hängen bliebt. Dazu ist das Peristom weiter und unregelmäßiger ausgeformt.
    Weitere Arten aus dem Umfeld von Tulostoma brumale haben ein anders geformtes Peristom: Ganzrandig und generell zylindrisch vorstehend.
    Tulostoma winterhoffii wurde erst 2013 beschrieben, ist mir bislang noch unbekannt (siehe Diskussion unten).



    Anmerkungen: Von Tulostoma fimbriatum sind etliche Varietäten beschrieben:
    Tulostoma fimbriatum var. campestre: Kopfteil größer (>18mm); nur auf Sandflächen
    Tulostoma fimbriatum var. heterosporum: mit teilweise großen Sporen (bis 10 µm)
    Tulostoma fimbriatum var. egranulosum: granulierte exoperidie, hinterlässt nach dem Abfallen Dellen
    Tulostoma fimbriatum var. punctatum: Punktierte Exoperidie
    Tulostoma fimbriatum var. tuberculatum: Sporen mit wenigen, gleichmäßig verteilten Warzen


    Im Abschnitt –žVerwechslungen–œ sind nur Arten angeführt, die in Deutschland nachgewiesen wurden. Es muss damit gerechnet werden, daß in Europa (und erst recht weltweit) noch andere, sehr ähnliche Arten vorkommen. Einen kleinen Überblick über die europäischen Arten findet man in –žZeitschrift für Mykologie–œ 78/2: 179-202; –žSeltene Gasteromyceten in Deutschland II–œ von Peter Specht und Hartmut Schubert



    Bilder:





























    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Tulostoma armillatum = Glattsporiger Stielbovist<
    >Tulostoma giovanellae = Stolzer Stielbovist<
    >Tulostoma pulchellum = Schöner Stielbovist<
    >Tulostoma winterhoffi = ?<
    >Tulostoma brumale = Zitzen –“ Stielbovist<

    Cudoniella acicularis (Bull.) J. Schröt.
    Dünnstieliger Kreisling, Dünnstieliger Helmkreisling
    Synonyme:
    - Helvella acicularis Bull.
    - Peziza acicularis (Bull.) Fr.
    - Helotium aciculare (Bull.) pers.


    Klasse: Leotiomycetes


    Ordnung: Helotiales


    Familie: Helotiaceae




    Fruchtkörper: mit einer Gesamthöhe von teils über einem Zentimeter ein recht großer Becherling mit ausgeprägtem Stiel; das Hymenium sitzt oben auf den –žHütchen–œ, die etwas konvex gewölbt sind mit nach unten gebogenen, teils sogar etwas eingerollten Rändern.
    Die Außenseite incl. Stiel ist etwas kleiig bereift, Haare habe ich keine gefunden.
    Im Alter schwärzen die Fruchtkörper meist von der Stielbasis her oder werden grauschwarz, schwarzbraun oder schwarz fleckig.


    Speisewert: kein Speisepilz


    Mikroskopisch: Asci inoperculat, apikal konisch zulaufend; Paraphysen zylindrisch bis schwach keulig, mit granulösem Inhalt; reife Sporen elliptisch, hyalin, mit 0 bis 3 Septen, bis etwa 23 µm lang


    Vorkommen: gerne gesellig bis rasig an dickem, stark durchmorschtem Laubholz (vor allem Eiche), an nicht zu trockenen Standorten; erscheint ganz gerne im Spätherbst


    Verwechslungen: Ein schon makroskopisch gut im Feld bestimmbarer Becherling, wenn man die kräftig gestielten Fruchtkörper mit den herabgebogenen Apothecienrändern beachtet, die garuschwarzen Verfärbungen und das meist rasige Wachstum auf stark morschem Laubholz.
    Der Wasserkreisling (Cudoniella clavus) und Verwandte unterscheiden sich makroskopisch schon durch die andere Ökologie und den gedrungeneren Wuchs (kurzer Stiel).
    Der Helmkreisling (Cudonia circinans) wächst auf Nadelstreu, ist gerne etwas größer und anders gefärbt und unterscheidet sich mikroskopisch zB durch eine ganz andere Sporenform.
    Theoretisch möglich sind Verwechslungen mit anderen gestielten Becherlingen (Hymenoscyphus etc), die aber idR. zierlichere Fruchtkörper bilden, keine herabgebogenen Ränder haben und natürlich mikroskopisch ganz anders aussehen.



    Bilder:









    LG, Pablo.