Hallo, Tuppie, Juliane & Björn!
Danke.
Die Röhrlinge kommen, aber momentan noch recht vereinzelt. Das ist zur Zeit schwierig ohne entsprechende Standorte zu kennen.
Schildborstlinge sind an und für sich nicht selten (siehe Tips von Björn), aber das waren die ersten, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Es war eben doch zu trocken in der Zeit davor.
Und Bilder habe ich noch ein paar, wenn auch nicht die besten. Was jetzt noch kommt, stammt aus dem Morast. Das war nicht so prickelnd, ohne entsprechende Ausrüstung und Stativ (war mehr auf trockenen Wald eingestellt).
Die schöneren Bilder hat sicher Anna, das kann aber noch ein paar Tage dauern (wegen außermykologischen Tätigkeiten).
Lea hat vielleichauch noch ein paar Gute.
Der folgende Pilz stammt nicht direkt aus dem Sumpf, sondern ein Stück höher am Hang, wo allerdings ein kleines Quellrinsal entspringt. Feucht ist es da auch ordentlich, Erlen stehen zwischen Hainbuchen, Fichten und Birken.

Das Pilzchen heißt Gemeiner Erlenmilchling (Lactarius obscuratus):






Neben dem Standort, den kleinen Fruchtkörpern und den Olivtönen im Bereich des Hutbuckels zeichnet der nasse bis feuchte Standort bei Erlen den Pilz makroskopisch aus. Die Milch sollte weißlich und mild sein, dieser wollte keine hergeben.
Mikroskopisch ist da auch die Huthaut mit reichlich globosen Zellen in der obersten Schicht wichtig.
Der eigentliche Sumpf ist das Bachbett in der Talsohle, hier stehen fast nur Erlen, der Boden ist tief verschlammt, Binsen und vermoderndes Holz bilden die einzigen sicheren trittmöglichkeiten.
Und hier wachsen auch die interessantesten Pilze, leider schwer auf Bild zu bekommen.
Rostbrauner Flockenschüppling (Flammulaster ferrugineus):






In mehreren Kollektionen auf oder knapp neben moderndem Laubholz. Auffällig hier sind die düsteren Farben, der im Alter geriefte Hutrand, die körnige Hutmitte und wollige Velumschuppen zu den Huträndern hin. Mikroskopisch ist die Huthaut freilich ein Hingucker, die eher kleinen, recht stark pigmentierten Sporen sind zur Artbestimmung wichtig (so man den noch nie gefunden hat und schlüsseln muss). Ansonsten: Reichlich Cheilozystiden, keine Pleurozystiden, Basidien viersporig, Schnallen überall vorhanden.
Geriefter Sumpfschnitzling (Naucoria striatula):





Ein Mykorrhiza - Pilz der Erle an nassen Standorten, ebenfalls mit recht trüben, düsteren Farben und gerieftem Hutrand.
LBMs eben. 
Die anderen beiden, die ich och untersucht habe, sind derzeit ziemlich "in" und wurden erst kürzlich auch in viel schöneren Makrophotos von Karl W sowie von Schwammer - Dieter & Mreul gezeigt.
Sumpfhaubenpilze (Mitrula paludosa):




Und wo der wohnt, ist auch der kleine helle nicht weit. Vielleicht hat ihn auf dem Gruppenbild schon jemand entdeckt.
Wasserkreisling (Cudoniella clavus):





Der sieht ja dem oben vorgestellten Frühen Stielbecherchen (Hymenoscyphus vernus) recht ähnlich, macht aber alles grade umgekehrt: Cudoniella clavus hat eine negative Iod - reaktion der Ascusspitzen (nur an ein oder zwei Asci ganz schwach etwas zu sehen), dafür hat er Haken. Er mag es statt einfach nur feucht am liebsten klatschnass, dafür sind die Sporen aber etwas größer.
Soweit mal mit den Pilzen.
LG, Pablo.