Beiträge von Beorn

    Hallo, Craterelle!


    Sehr erstaunlich. 8|
    Ich habe natürlich keine Ahnung, wie es zu diesen Abweichungen kommt. Dazu müsste ich erstmal den technischen Hintergrund verstehen.
    Was mich noch interessieren würde: Kannst du in dem Bäumchen die prozentualen Abweichungen in den jeweiligen Sequenzen anzeigen lassen?


    Das Folgende ist jetzt frei zusammenfantasiert, aber: Wenn das Programm je nach ausgewählten Sequenzen unterschiedliche Parameter hätte, wie sich die Bäumchen verzweigen müssen?
    Also wenn du Sequenzen mit besonders großen Abweichungen in einem Bäumchen vereinigen willst, wird es anders angezeigt als wenn du ein Bäumchen aus der selben Anzahl an Sequenzen mit stärkerer Übereinstimmung bilden lässt. Weil: Die "leeren" Äste des Bäumchens lässt das Programm einfach weg. Also bezogen auf das beispiel von Typopilus felleus und Boletus spec.: Theoretisch müssten dazwischen noch ganz viele Verzweigungen des Bäumchens angezeigt werden, aber für die "Arten" die da angezeigt werden müssten, hast du keine Sequenzen ausgewählt. Das wären die "leeren Äste", und die blendet das Programm aus und setzt einfach da an, wo wieder eine "Zielsequenz" vorhanden ist. Dadurch wird das Bild verzerrt, zwei Arten erscheinen viel näher verwand, als sie eigentlich sind. Wäre dann ein Problem der Darstellung, während sowohl die Sequenzen als auch die Bestimmungen ok sind.
    Würde an den einzelnen Ästen des Bäumchens die prozentuale Abweichung dran stehen, wäre es vielleicht klarer.



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Da bleibt mir so ein bisschen die Luft weg. Orte wie gemalt, die kleine Bergkirche und auch das steinerne Fort passen perfekt in die Umgebung.
    In der Landschaft zwischen Meer und Kalkgebirge, so eine fabelhafte Tierwelt...
    ...und natürlich Pilze. :)


    ein paar Ideen hätte ich zu denen noch:
    3.: Leucopaxillus sollte schon passen. Aber eher nicht giganteus (auch: Aspropaxillus giganteus = Riesenkrempenritterling), den ich viel heller kenne und stämmiger und mit etwas anderer Hutoberfläche. Da gibt es noch einige seltenere Arten in der Gattung, wie Leucopaxillus gentianus / gentianeus (Bitterer krempenritterling), der ebenfalls so aussehen kann.
    5.: Clitocybe - sicher? Die Lamellen haben so einen fleischrosa Hauch und auch wenn Clitocybe odora ja gerne mal ausblassen kann, wundert mich die Farbe dieser Kollektion. Es könnte tatsächlich ein Rosasporer sein: Einige Rhodocybe - Arten können so aussehen. Das wäre dann auf jeden fall auch was recht seltenes.
    13.: Agaricus nivescens (= Agaricus osecanus = Rundsporiger Champignon) gehört in die gleiche Gruppe wie Agaricus urinascens (= Agaricus macrosporus = Großsporiger Ansichampignon) und Agaricus arvensis (Schafchampignon) und sieht makroskopisch auch aus wie diese beiden Arten. Riecht natürlich auch so: Nach Marzipan. Makroskopisch sind die drei nicht zu trennen, aber hier spricht die Form der stielbasis und die in breite, graue Schuppen aufbrechende Huthaut dagegen. Das beides kommt bei den drei anderen Arten nicht vor. Ich bin eigentlich ziemlich sicher, daß der hier ein karbolchampi (Agaricus xanthodermus) ist. Das makroskopische Aussehen wäre jedenfalls sehr typisch für diese Art, so einen Ansatz von gelben verfärbungen an der Stielbasis meine ich auch erkennen zu können.



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Aha, da ist Dieter ja schon. In dem Fall kann mein Beitrag oben ignoriert werden, aber ich bin gespannt, was ihr dazu noch rausfindet. :)



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Wenn du den Stamm wieder findest, kannst du ja ein Stück von dem Pilz abschneiden und mitnehmen. Wenn du eine Probe zuhause hast, kann man jederzeit damit weiter arbeiten und alle überprüfbaren Merkmale durchgehen. Manchmal klappt es nicht bei Porlingen, die sind oft nur mit mikroskopischen details zu knacken, aber der sieht schon auffällig aus, das könnte also gut machbar sein auch makroskopisch.



    LG, Pablo.

    Hallo, Rainer!


    Bevor der Ast gedreht wurde, zeigten die Poren aber nach unten. ;)
    Was diese Lageveränderung verursacht hat: Da kann man der Phantasie freien Lauf lassen. ist aber auch nicht so wichtig, wichtig ist nur: Während dem Wachstum der Fruchtkörper lag das Substrat genau anders rum. Und wozu sollte eine Tramete sich die Mühe der Hütchenbildung machen, wenn der Fruchtkörper eh schon unten an einem Substrat sitzt?
    Die Gattung dürfte aber auf jedem Fall stimmen, wenn ich die Fruchtkörper im Hintergrund angucke, dann Tendenz richtung Trametes ochracea.



    LG; Pablo.

    Hallo, Fred!


    Das sieht auf jeden Fall sehr aufregend aus. 8|
    Tolles Ding, ich sag' dazu nichts. Aber schreib doch mal >Dieter< eine PN, der kennts ich mit Erdsternen richtig aus und hat vielleicht noch eine zündende Idee dazu.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ja, die Lamellenfarbe ist natürlich auch wichtig. Allerdings hätte ich das Gleiche behauptet, wenn die Lamellen komplett weiß gewesen wären.
    Es ist schwer zu erklären, wie das funktioniert. Stefan (Climbingfreak) kennt viellelicht den Witz vom "typischen Entoloma - Habitus". Den es natürlich nicht gibt, in kaum einer anderen gattung nehmen die Fruchtkörper der einzelnen Arten so total unterschiedliche Formen an. Dennoch setzt sich so ein Gesamtbild (für bestimmte Artengruppen) zusammen, wenn man die ein paar mal in der Hand hat und eingehend untersucht hat. Das war hier noch stärker ausschlag gebend als nur die Lamellenfarbe.


    Ich denke da hilft nichts anderes, als immer wieder Pilze einsammeln, untersuchen, beschnuppern und befingern und auch Sporenabwürfe anfertigen. Die Gattung (Entoloma) erkennt man damit recht gut, für die Artbestimmung braucht es fast immer ein Mikroskop in einer Gattung mit weit über 100 verschiedenen Arten, ungefähr drei davon wären makroskopisch ansprechbar. Was sich nur auf Europa bezieht, weltweit sind es noch sehr viel mehr Arten, aber auch ein paar mehr wären >makroskopisch ansprechbar<.


    Beli, ohne mikroskopische Untersuchung ist das nur Entoloma spec.
    Du kannst spaßeshalber mal nach Entoloma sordidulum, Entoloma pseudoexcentricum, oder Entoloma sericatum suchen. Oder nach den anderen, die makroskopisch auch so aussehen, aber mir gerade nicht einfallen. ;) Die Gruppe ist recht verzwickt und die Arten makroskopisch jeweils recht variabel, auch bei einer eigentlich typisch aussehenden Kollektion einer Art kann es am Mikroskop immer noch eine Überraschung geben.



    LG, Pablo.

    Hallo, Jan-Arne!


    Nun, das beruhigt mich etwas.
    Allerdings wird's auch angesichts der zu erwartenden Bilder des Malone, von Torsten, Anna und... eigentlich allen anderen auch schwer genug. ;)



    LG; Pablo.

    Hallo zusammen!


    :thumbup:


    hier noch ein Bildchen von Exidia saccharina zum vergleich:

    Die Drüsenpunkte sind nicht immer gleich toll zu sehen, sind sie ja bei Exidia plana (Warziger Drüsling) auch nicht immer.
    Aber das Substrat und die Wuchsform sprechen hier schon eine eindeutige Sprache, wenn dann mit der Lupoe immer noch keine Pünktchen dran sind, ist das abgesichert.



    LG, Pablo.

    Hallo zusammen!


    Wow, Klasse. So viele unterschiedliche Meinungen zu einem Pilz, und jede einzelne Meinung kann man durchaus ernst nehmen und auch nachvollziehen. :thumbup:
    Letztlich auflösen kann ich das nicht. Aber was man auf jeden Fall aus dieser Diskussion mitnehmen kann: Pilze sind sehr variabel, und vor allem wenn sie alt werden, verschwimmen die Grenzen und manches ist gar nicht mehr eindeutig zu beurteilen. Hier wäre eine detaillierte Untersuchung vom Stiel und vom Lamellenansatz wichtig gewesen, aber: Wenn die Pilze schon "labbrig" sind, die Stiele gar nicht mehr zu beurteilen, dann kann man davon nichts mehr ablesen.
    Es lohnt sich trotzdem, den Stamm im auge zu behalten. Wenn mal frische Fruchtkörper nachkommen, dann wird's einfacher mit der Bestimmung.



    LG, Pablo.

    Hallo, Claudia!


    Da knubbelige Graue auf dem zweiten Bild könnte ein etwas verwachsener Aschgrauer Wirrling (Cerrena unicolor) sein.
    Müsste man mal reinschneiden, genauer gucken und auch auf Bjerkandera adusta (angebrannter Rauchporling) prüfen, aber Cerrena scheint optisch erstmal wahrscheinlicher.



    LG, Pablo.

    Hallo, Craterelle!


    Ja, Tylopilus hat in dem Bäumchen eigentlich nichts verloren.
    Der ist weder mit Boletus s.str. noch mit Xerocomus s.l. näher verwand (rosa Sporenpulver!).
    Müsste man mal gucken, was das für eine Sequenz ist und wo die her kommt. Kann natürlich eine Fehlbestimmung sein. Gibts eine morphologische Doku zu der Sequenz? Weil wenn nein und wenn es nmicht zufällig die Typus - Sequenz ist, dann wäre das so ein Fall für eine zu löschende Sequenz.
    Aber was du mal machen kannst: Die Sequenz vom Typus raussuchen und vergleichen. Wenn die identisch wäre, kann das zwei Dinge bedeuten: Die Sequenz ist fehlerhaft oder auch hier kann man den Verwandschaftsgrad nicht aus der ITS - Sequenz ableiten.


    Ählniches gilt auch für den Strobilomyces im Bäumchen. OK, der verzweigt sich relativ weit "unten". Aber ob weit genug für eine Gattung mit dick grobnetzig ornamentierten Sporen und völlig abweichenden Makromorphologischen Parametern? :/



    LG; Pablo.

    Hallo, Jan-Arne!


    Kameratest bestanden. :thumbup:
    Dann kann ich ja für den Jurywettbewerb die Segel schon streichen, wie es aussieht.


    Dasyscyphella: Sieht doch gut aus. Dickes, modriges Substrat und die apos scheinen auch ordentlich wuschelig zu sein, die anderen Dickholz - Lachnums müssten wohl etwas kürzer behaart sein.


    Was die gelben Punkte betrifft: Da sind auch keine Massen an kleinen Konidien drin?
    Weil dann hätte man da an Dendrodochium denken können.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Auch von mir vollsten Beineid zum Kirschglibber. Den suche ich schon seit einiger Zeit, momentan ist jeder beobachtete Kirschenast den ich beobachte mit Tulasnella violea zugepflastert. Die ich erst vor ein paar Wochen zum ersten mal bewusst gefunden habe. Mal gucken, obs nach dem ersten eigenen Fund der Cratereocolla auch so klappt.



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Kommt der denn nur an Hundekot vor, oder gehen noch andere Substrate?
    Weil so eine prachtvolle Erscheinung: Da wär's natürlich schön, wenn man ihn auch an einem weniger "muffigen" Substrat bewundern könnte.
    Wobei: Bilder stinken nicht. So kann man ihn einwandfrei optisch genießen. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Das sind Rötlinge, vermutlich eine Art aus der Gruppe um Entoloma rhodopolium. Welche Art lässt sich tatsächlich nur mikroskopisch bestimmen Und mit guter Rötlings - Literatur). Die aufgeplatzten Hüte sollten durch Wuchsbedingungen und Witterung passiert sein. Interessant dabei, daß es wohl die gesamte Kollektion betrifft.



    LG, Pablo.

    Hallo, Claudia!


    Ich denke auch, man muss nicht übermäßig in Panik verfallen.
    Grundsätzlich enthalten alle Pilze irgendwelche "Giftstoffe", es ist immer eine Frage der Mengen schon auch.
    Wenn man an vier aufeinanderfolgenden Tagen jeden Tag zwei Kilo Steinpilze aufisst, geht es einem vermutlich danach auch nicht so richtig gut. ;)
    Sicherlich sind Grünlinge noch eine Stufe kritischer. Angesichts der dokumentierten Vergiftungen, die es eben gab, muss man sich halt überlegen, wie viel man davon im Jahr essen möchte. Daß sich jemand mit einer einzelnen Grünlingsmahlzeit (in moderater Menge) vergfitet hätte, davon habe ich jedenfalls noch nie gehört.


    Die Fruchtkörper von vielen Bovist - Arten sind übrigens erstaunlich dauerhaft. Ruinen (vor allem von Birnenstäublingen) aus dem letzten herbst findet man oft noch bis in den frühling / Sommer des nächsten jahres.


    PS.:
    Klar, Josef. :thumbup:
    Auch das sind Fragen, die man im Hinterkopf haben sollte. Zumal ja "Grünlinge" eine recht komplizierte Gruppe sind. Auch besteht die Möglichkeit, daß Inhaltsstoffe je nach Standort unterschiedlich stark konzentriert sein können. Ich meine das so: Vorsicht ist auf jeden Fall geboten, dazu gehört auch sich zu informieren um eigenverantwortlich handeln zu können. Es wäre allerdings unfair, solche Pilze als ganz normale Lebensmittel zu verkaufen, an viele Leute, die eben gar nicht wissen, worauf sie sich möglicherweise einlassen und welche Risiken bestehen können. Aber das ist ja hier auch nicht der Fall, da die Firma diese Pilze schon längst nicht mehr im Sortiment hat. Siehe Diskussion im DGfM - Forum.



    LG; Pablo.

    Morgen!


    Das kann allerdings durchaus vorkommen, daß Milchlinge (und auch Mykorrhizapilze aus anderen Gattungen) "direkt an Holz" wachsen.
    Wir betrachten ja stets nur die Fruchtkörper und nicht den Pilz an sich. Mycelien treiben sich halt überall rum, auch wenn sie irgendwo in Kontakt mit Baumwurzeln stehen, durchwachsen und überziehen sie eine Umgebung zusätzlich ziemlich weitläufig.
    Viele Arten finden dabei Totholz (und manchmal auch noch Lebendes) schlicht und einfach total spitze als Unterlage für die Fruchtkörper. Einige Täublinge und Kartoffelboviste (beides Mykorrhizapilze) habe ich schon an der Rinde lebender Bäume in ca. 1m Höhe gefunden. Alles kein Problem, das Mycel klettert einfach ein Stück in den Rindenspalten hoch und stellt dort die Fruchtkörper ab. Eine Milchlingsart, die ich regelmäßig und oft "direkt an Totholz" (meist aber an recht stark vermorschten Stümpfen) finde, sind die Süßlichen Buchen - Milchlinge (Lactarius subdulcis).


    Spielt indem Fall aber keine Rolle, das sind schon recht klare >Laubholzknäuelinge<.



    LG, Pablo.

    Hallo, Wutzi!


    Eine definitive Aussage wie: "Grünling ist giftig" oder "Grünling ist ungiftig" gibt es nicht, die Frage kann dir also niemand beantworten.
    Tierversuche sind eine Sache, die für die Säugetierart Homo sapiens offenbar völlig in Ordnung ist (nun, nicht für alle Individuen dieser Spezies), aber auch nur eine begrenzte Aussagekraft hat. Was bei einer Säugetierart tödlich wirkt muss bei einer anderen ja nicht auch tödlich sein. Manchmal ist das sogar bei verschiedenen Individuen innerhalb einer Art variabel.
    Aber es gibt keine ausführlichen Testreihen, wo auch Menschen unter Laborbedingungen mit Grünlings - Inhaltsstoffen behandelt wurden. Also ist in der Hinsicht keine sichere Aussage möglich.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Ich denke ja auch, daß 10 und 11 zur gleichen Art gehören.
    Nur ob ein Mikro da was hilft weiß ich nicht. Drüslinge sind... mikroskopisch undankbar. Ist aber im grunde auch nicht nötig: Wenn fruchtkörper deutlich gerandet und mit zwei unterschiedlichen Oberflächen jenseits der Ränder (einen Seite +/- glänzig glatt mit Drüsenpunkten / zerstreut gesäten Warzen; andere Seite mit dichtem, stoppeligem Filz besetzt), dann hast du Exidia truncata. Wenn Fruchtkörper anders, dann eben plana. Die fruchtkörperform ist ja variabel, wobei Exidia plana schon dazu tendiert, breit am Substrat anzuliegen und Exidia truncata gerne nur mit einerAnsatzstelle fest sitzt, die kleiner ist als der Rest vom Fruchtkörper.
    Darüber hinaus können beide Arten ziemlich beliebig aussehen. Leicht überspitzt (aber wirklich fast gar nicht): Alles, was die Gesetze der Geometrie an Formen hergeben, können diese beiden Arten auch annehmen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Maria!


    Generell würde man wohl sagen: Geruch nach Pilz = Geruch unbedeutend. Denn alle Pilze riechen ja irgendwie nach Pilz. Wenn ein anderer, spezieller Geruch ins Spiel kommt, der "unpilzig" wäre, hat man einen spezifischen geruch. Da gibt es unheimlich viele, teisl auch sehr komplexe Gerüche, die bekanntesten wären vielleicht Marzipan, Rettich, Chlor, Jod und so was.
    Die meisten Porlinge sind zudem geruchlich sehr variabel, je nach Substrat, Alter und Witterung.
    Das wäre in diesem fall also nicht bestimmungsrelevant. Dennoch eine gute Beobachtung.



    LG; pablo.