Beiträge von Beorn

    Hi.


    Naja, leider nicht so ganz.
    Phellinus ist eine sehr komplexe Gattung. Neben dem Substrat ist auf makroskopische und oft auch mikroskopische Details zu achten.
    Die Gattung (im weiteren Sinne) enthält ja auch >so ein paar  mehr Arten, als in den meisten Büchern drin sind<.
    Für Phellinus pomaceus (= Phellinus tuberculosus) halte ich deinen Gartenpilz nicht. Da scheinen die Fruchtkörper zu ausgeprägte, konsolige Hüte zu bilden.
    Eine weitere, häufige Art, die auch an Pflaumengewächse gehen kann, wäre Phellinus alni (Obstbaum - Feuerschwamm), der morphologisch wie ein Double von Phellinus igniaarius (Weiden - Feuerschwamm) aussieht.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Naja, wir immer mit unseren meschlichen Begriffen... :D
    Die Wirklichkeit ist ja viel komplexer. Natürlich hat jeder Pilz eine biologische Funktion, die wichtig ist für ein funktionierendes System. Das gilt für Mykorrhizapilze genauso wie für Zersetzer und Parasiten.
    Bei den zersetzern kann man in jedem Fall von "Aufräumen" sprechen. Aber sie tun im Grunde viel mehr. Die eine Art bereitet ein Substrat für andere Arten vor, schafft Wohnraum für kleine Tierchen und Pflanzen, bietet diesen auch Nahrung, setzt ein Substrat um in Nährstoffe, die einem Biosystem wieder zur Verfügung gestellt werden. Darum braucht es auch die ganze Palette von diversen verschiedenen Arten, das fein abgestimmte Zusammenspiel ist es, was einen gesunden Wald ausmacht.
    Umso wichtiger, immer möglichst viele alte und auch kranke Bäume stehen zu lassen, den natürlichen Weg gehen zu lassen. Am besten blieben auch möglichst viele gefallene Baumriesen im Wald liegen, das schafft Artenvielfalt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stephan!



    als Karbolchampignon müsste er in der Stielbasis viel deutlicher gilben.


    Nicht unbedingt. Meistens ja, aber es kommen auch Kollektionen vor (die weder alt noch ausgetrocknet sind), wo die Farbreaktion bei verletzungen der Stielbasis sehr schwach ausfällt oder sogar fehlt.
    Leuleu ( ;) ) hatte ich bisher nur mit schön gleichmäßig keuliger Stielbasis, noch keine mit solchen Rändern.
    Aber recht hast du schon: Einmal über nach liegen lassen und gucken, welche Farbe die Lamellen annehmen, dann wäre die Frage geklärt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Ich glaube, daß das in dem Fall auch einfach variabel ist, ob die Hyphen mit Kristallen inkrustiert sind oder nicht.
    Wenn ich den Schlüssel in Annarosa Bernicchias Buch durchgehe, komme ich für deinen Fund übrigens schon recht glatt zu Phanerochaete sordida oder zu Phanerochaete laevis. Die apikale Form der Zystiden zur Unterscheidung finde ich manchmal schwierig zu beurteilen, da muss man möglichst viele Zystiden beobachten und sich auf die reifen, voll entwickelten konzentrieren, die auch ordentlich inkrustiert sind. Da gibt es schon einen Unterschied, und bei P. laevis steht eben bei vielen Zystiden oben noch so ein +/- zugespitzter Zipfel raus, der dann auch nicht mehr inkrustiert ist. Die von P. sordida sind apikal auch verschmälert, aber (außer bei ganz jungen, noch nicht ausgereiften) ohne diesen Zipfel.
    Zusammen mit der Dicke der Hyphenwände im Subikulum und der Textur der Hyphen dort geht es meist ganz gut mit der Bestimmung.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Ich denke, das könnte variabel sein. Und eventuell auch vom Medium abhängig (manche Substanzen lösen Inkrustierungen / Kristalle auf).
    Hier mal ein Bild vom Subikulum von Phanerochaete sordida, mit Kristallen (links im Bild) und ohne:



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Eine Trechispora sollte das schon sein. Allerdings dürfte gibt es da kaum was mit Zystiden (und wenn, dann sehen die ganz anders aus).
    Die Basidien und Basidiolen sind aber bei Trechispora gerne mal etwas unförmig, mit verwachsungen, die wie Zystidiolen aussehen, manchmal auch septiert. Das sieht dann aus wie bei dir.


    Die dickwandigen Hyphen auf dem letzten Bild halte ich eher für Fremdhyphen, die Sporengrößen sind bei Trechispora für die Bestimmung eher nachrangig (könnten aber bei deiner Kollektion durchaus zu T. farinacea passen). Wichtig bhei Trechispora sind oft die Kristalle, und zwar normalerweise im Subikulum und / oder den Rhizomorphen (wenn diese vorhanden). Auch das ist nicht leicht zu beurteilen, da unegfähr alle Arten solche +/- irregulären, rosettenförmigen Kristalle bilden. Aber daneben eben auch entweder Nadelförmige, bipyramidale oder prismatische (in Aufsicht "couvertförmig"), nur daß diese spezifischen Kristalle nicht immer leicht zu finden sind.


    Wenn deine Kollektion ausschließlich zweisporig wäre, würde es einfacher.


    Für trechispora farinacea müssten die Tramahyphen in den Zähnchen kurzzellig sein. Das ist auch so eine schwer zu beobachtende Sache und anstrengender Fizzelkram, aber ich würde fast vermuten, daß die bei deinem Fund überwiegend kurzzellig sind: siehe Bild 4 am rechten Bildrand.


    Den >Schlüssel von Frank< kennst du, oder?



    LG, Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Ist ja auch nur ein Tip, in welche Richtung das gehen könnte. Rötlinge ohne Mikromerkmale ist ohnehin nur bei etwa einer handvoll Arten (von über hundert) möglich.
    Hier mal eine Entoloma araneosum aus Mannheim vom 28.04.2015:

    Die Erscheinungszeit taugt ja auch hier wie bei allen anderen Pilzen nicht als Bestimmungsmerkmal.
    Doch es gibt noch eine ganze Reihe sehr ähnliche Arten im Umfeld, vielleicht meldet sich noch jemand, die / der die zeit hätte, das Pilzchen mal unter die Linsen zu legen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    So aus der Distanz würde ich das für Phanerochaete sordida halten.
    Die dickwandigen Subikulumhyphen passen dazu, Sporen wären auch ok, und die Zystiden auch. Für Phanerochaete velutina erscheint der nicht "pelzig" genug, da müssten mehr Zystiden deutlicher aus dem Hymenium herausragen.
    Aber die Gattung ist ziemlich fies und schwierig, meist ist es schon schwer genug die Merkmale zu beurteilen, wenn man selbst am Mikro sitzt und die Strukturen durchfokussieren kann.



    LG, Pablo.

    Moin, Hans!


    Glyzinie? Oha. :evil:
    Das ist ein wiederspenstiges Zeug. Ich kenne zwei Glyzinien, die ich selbst mal jeweils bis zum Strunk weggeschnitten habe. Beide hatten sich in null komma nichts regeneriert und ein Jahr später schon wieder alles breit überwuchert, was sie eigentlich nicht hätten überwuchern sollen.


    Wenn man den Wurzelstrunk beimpfen wollte, dann am besten mit einem recht genügsamen Pilz, der diverses Laubholz zersetzen kann. Glyzinie ist bei den meisten heimischen Zersetzern und Schwächeparasiten nicht so beliebt, fürchte ich. Grünblättriger Schwefelkopf dürfte gehen, aber der wäre halt nichts zum Essen. Wobei ich jetzt eh nicht weiß, ob ein Speisepilz sinn macht: Glyzinie wäre doch auch leicht giftig, oder? Da besteht auch eine (wenn auch geringe) Wahrscheinlichkeit, daß Pilze auch Stoffe aus dem Wirtsholz in den Fruchtkörpern anreichern.


    Dennoch mein Tip für einen Speisepilz: Samtfußrübling (Flammulina velutipes s.l.).
    Der ist nicht wählerisch, was das Substrat betrifft, wächst überall und kommt auch gut mit "tief liegendem" Substrat zurecht.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Dann schaun mer mal. :thumbup:
    Antrodias sind nicht leicht zu mikroskopieren und auch die Merkmale sind oft schwierig zu beurteilen.
    Für mich ist das die schwierigste Porlings - Gattung, auch weil es die artenreichste und die mit den meisten offenen Fragen zu sein scheint.
    Meine Funde von A. xantha reagierten bisher immer irgendwo auf Melzer, aber laut Literatur soll das auch völlig fehlen können.


    Wenn du den nochmal einsammels, achte auch auf die Konsistenz: Antrodia xantha ist frisch zäh aber biegsam und nicht hart, erst im Alter oder beim Antrocknen werden die Fruchtkörper hart, aber dann auch sehr bröckelig / bröselig.



    LG, Pablo.

    Hallo, Robert!


    Ein "Astreiniger" wäre ein Pilz, der an einem lebendigen Baum abgestorbene (oder absterbende / kranke) Äste befällt und diese vermorscht, so daß sie abfallen. Der Baum wird dadurch sozusagen von alten oder kranken Ästen "gereinigt".



    LG, Pablo.

    Moin in die Runde!


    Ha, da hatte ich ja total was verdreht!
    Gut, daß du noch mal auf die Darstellungen bei Ludwig hingewiesen hast, Thomas. :thumbup:
    Pluteus brunneoradiatus (Laubholz) und Pluteus primus (Nadelholz!) hatte ich total durcheinandergebracht oben. X/
    Also wenn Pluteus primus auch eine Nadelholzart ist, dann wird die Trennung von Pluteus pouzarianus noch ein Stück wackeliger. Den Geruch gibt ja Ludwig noch an, aber das funktioniert nach eigenen Erfahrungen nicht als Trennmerkmal.
    Eine pouzarianus - Kollektion mit Rettichgeruch (auch von Anna so wahrgenommen) habe ich mal noch >im Portrait ergänzt<.
    Und dennoch, auch wenn ich skeptisch bleibe, was die Eigenständigkeit einiger Arten aus der Gruppe betrifft: Einen Fund mit Schnallen an allen Septen würde ich trotzdem als P. primus dokumentieren. Aus den oben genannten Gründen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Entoloma vernum ist das nicht, immerhin das kann ich mit Sicherheit sagen.
    Ich denke aber, daß du in der Gattung schon richtig bist. Was makroskopisch so aussieht, wäre zB Entoloma araneosum. Aber ohne Mikroskopie bleibt das ein "Speck - Pilzchen", fürchte ich.



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Beeindruckender Wald. 8|
    Solche Biotope sind sehr spannend und stecken voller Überraschungen. Nicht nur bei Pilzen, sondern auch bei Pflanzen und Tieren.
    Verwunschen und schön. :thumbup:


    3,4 & 7 sind >Spaltblättlinge<
    5: Wenn deutlich behaart, dann könnte man sogar an >Chaetocalathus craterellus< denken. Ist aber nur eine vage Idee und muss nicht stimmen.
    6: Da würde ich fast auf Stereum hirsutum (Striegeliger Schichpilz) setzen.
    9: Hast du noch ein Bild der Oberseite? >Schmetterlingstrameten< halte ich hier erstmal für wahrscheinlich, aber die Poren erscheinen etwas zu klein.
    11: Spannender Porling! Da würde ich sehr gerne mehr von sehen.
    13: Die naheliegendste Idee wäre eine Art aus dem Umfeld des Waldfreundrüblings (Gymnopus dryophilus)
    15: Vielleicht etwas aus der Ecke um Flammulaster limulatus (Orangegelber Flockenschüppling)?
    16: Auch schick. Ein Fall für die Helmlingsspezis: Eine dunkelrot milchende Art, die aber nicht Mycena haematopus ist.
    17: Möglicherweise eine nur wenig büschelige >Clavaria vermicularis<
    18: >Karboli!< Es sei denn, der roch intensiv nach Marzipan. Aber angesichts der Fruchtkörperform kann ich mir das nicht wirklich vorstellen.
    19: >Gezonter Ohrlappenpilz<
    23: Wenn Huthaut abziehbar und elastisch (wie beim Dehnbaren Helmling), dann Crepidotus mollis (Gallertfleischiges Stummelfüßchen)



    LG, Pablo.

    Hallo, Paul!


    Sowas ist mir in der Tat noch nie begegnet. Darum für mich ein "Phantom".
    Aber klar: Wenn ich sowas "Rehbraunes" an Laubholz finden würde, wo an allen Septen in einem HDS - Präparat (mal ausgenommen die, wo es sich nicht recht darstellen lässt) Schnallen dran sind, dann würde ich sicherlich auch Pluteus primus dran schreiben. :)


    Meine Funde an Laubholz hatten bisher gar keine Schnallen, aber so arg viele Kollektionen habe ich noch gar nicht unter die Lupe genommen.
    Nur bin ich immer etwas skeptisch, wenn ich Arten nur anhand eines einzigen (möglicherweise noch variablen) Merkmales unterscheiden soll: Bei den Kollektionen von Pluteus pouzarianus, die ich bisher untersucht habe, gab es halt auch Schwankungen, wie viele Septen da Schnallen trugen. Nur waren die bisher eben alle an Nadelholz.
    Ich denke, daß Schnallenverhältnisse schon variabel sein können, ist ja bei anderen Arten aus anderen gattungen auch so, daß man immer wieder mal Septen ohne Schnallen findet, auch wenn die eigentlich durchgehend vorhanden sein sollten.


    Aber du hast recht: Lieber einmal zu viel getrennt als vorschnell alles zusammengeschmissen. Pluteus primus ist ja ein gültiges Taxon, also sollte man passende Funde auch so festhalten. Wenn nachher irgendjemand kommt und durch irgendwelche Sequenzierungsverfahren oder Fertilitätstests oder was auch immer nachweist, daß das doch irgendwie alles eins ist, kann man es ja immer noch zusammenfassen.



    LG, Pablo.

    Moin!


    Den Band habe ich leider noch nicht: Ist momentan für mich nicht erschwinglich.
    Aber ob sie nun drin sind oder nicht, mir kämen nur 157 Taxa bei Phlegmacium für ganz Europa recht wenig vor. Gefühlt müssten das doch noch mehr sein, oder?
    Wie viele sind denn in FungaNordica geführt?



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Der Obstbaum - Feuerschwamm (Phellinus alni) ist sozusagen der Doppelgänger vom Weiden - Feuerschwamm (Phellinus igniarius) an Rosaceae (zu denen ja auch Weißdorn gehören müsste) und Erlen (Alnus, siehe Name).
    Das könnte auch noch eine Möglichkeit sein, Aber diese Feuerschwämme sind extrem komplex und oft nicht mal mehr mikroskopisch bestimmbar, sondern nur noch über das Substrat. Und da halte ich mich dann raus, weil ich gerne irgendwelche morphologischen merkmale für Bestimmungen habe.



    LG; Pablo.

    Hallo, Juliane!


    Bei so einer Pilzausbeute wären auch bei mir ein paar Freudenhüpfer drin. :thumbup:
    Der letzte ist ein Champignon (siehe auch Lamellenfarbe), zur Artbestimmung müsste man Stiel mit Ring und Stielbasis sowie ein Schnittbild sehen. Schwierige Gattung.
    Den Dachpilz kann man absporen lassen, es ist halt oft so, daß die Lamellenfarbe nicht viel über die Farbe des Sporenpulvers aussagt. Pluteus primus ist für mich ein Phänomen, einen dazu passenden Pilz hatte ich noch nie in der Hand. Fraglich wäre auch, ob es den als eigenständige Art überhaupt gibt. >Pluteus cervinus< und >Pluteus pouzarianus< sehen makroskopisch völlig identisch aus (und ja: Pluteus cervinus kann auch Nadelholz besiedeln und Pluteus pouzarianus riecht ebenfalls nach Rettich) und wären von Pluteus primus (falls das tatsächlich eine eigene Art wäre) ausschließlich mikroskopisch zu unterscheiden, Erscheinungszeit ist wie bei allen anderen Pilzen auch für die Bestimmung nicht relevant.
    Der Feuerschwamm ist hübsch. Könnte das Substrat vielleicht auch Sanddorn sein? Dann könnte man da zB an den >Sanddorn-Feuerschwamm< denken.



    LG, Pablo.

    Hallo zusammen!


    Natürlich glaube ich euch. :thumbup:
    Mit Ralf Einschätzung noch mehr, also ungefähr 120% dann. ;)
    Wie gesagt, nur Bilder sehen ist eher wackelig, sowas dann in der Hand zu haben eben noch mal was ganz anderes.
    Danke auch für die aufschlussreichen Links zu AscoFrance, Thorben!



    LG, Pablo.

    Hallo, Bernd!


    Mit Phloxin habe ich leider keine Erfahrungen: Bei Cortis arbeite ich meist mit KOH, Melzer, Kongo und Baumwollblau (gelegentlich mit Sulfovanillin).
    Tendeziell wäre für Sporenmessungen (aber auch Strukturen wie Zystiden und Basidien) niedrig dosiertes KOH (3-5%) oder bei Frischpilzen auch Wasser ideal.
    Die Literaturwerte beziehen sich in der Regel auf Messungen in niedrig dosiertem KOH, aber nach meinen Erfahrungen sind die Abweichungen von solchem KOH zu Wasser nicht messbar. Auch verdünntes Kongorot liefert in etwa die gleichen Werte, Phloxin müsste ich mal testen.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Ich würde auch ein Stück Rhein gegen etwas Nordsee tauschen. :)
    Und ein Stück Odenwald mit Buntsandstein gegen ein Fitzelchen Kalkalpen: Warum nicht?
    Andererseits: Es hat ja auch immer seinen reiz, irgendwo hinzufahren und da was zu entdecken, was man zuhause eben so nicht hat. Nur das Wetter muss schon stimmen, da wäre ich manchmal wirklich scharf auf ein bisschen Ausgleich. Überschwemmungen müssen doch echt nicht sein, ich nehme jederzeit den Überschuss an regen gerne für das Oberrheingebiet. :P



    LG, Pablo.