Beiträge von Beorn

    Hallo, Craterelle!


    Was mich vor allem an einem Ackerling zweifeln lässt, sind zwei Dinge. Zum einen scheint die oberste Huthautschicht irgendwie eine radiäre Struktur zu haben (und der Hut ist an zwei Stellen radial eingerissen). Die Epikutis bei Ackerlingen ist aber ein Hymeniderm, also aus aufgerichteten keuligen oder sogar kugeligen Zellen aufgebaut. Keinerlei radial verlaufende Hyphen in der Epikutis, und darum auch null radiäre Markierung und eher ein konzentrisches oder feldriges Aufplatzen als ein radiales Einreißen.
    Zum Anderen die feinen Velumflöckchen, die sich auf dem ganzen Hut bis zur Hutmitte recht gleichmäßig verteilen. Ackerlinge (gilt für alle Arten der gattung) haben zwar ein Teilvelum, aber das befindet sich nie auf dem ganzen Hut. Nur selten zieht es sich bei ganz jungen Pilzen (bisher nur bei Agrocybe dura und Agrocybe ochracea beobachtet) vom Hutrand ein Stückchen als feine, faserige Flocken den Hut hinauf, und das höchstens mal so 1/10 des Hutradius.



    LG, Pablo.

    Hallo, Uwe!


    Von der Foprm her eher ein Amboss. ;)
    Nein, ich verstehe schon, was du meinst.


    Die kleinen Tierchen darauf sind Milben, denke ich. Nur von diesen Spinnentierchen verstehe ich noch weniger als von Pyrenos, aber da gibt's ja auch wieder einen unheimlichen Haufen an Arten.



    LG; pablo.

    Hallo, Uwe!


    Die sind wirklich manchmal zum Haareraufen. :D
    Ständig kommen sie mit einem neuen Look, einer neuen Mode...
    Manchmal steht man echt davor und bringt es nicht zusammen. So jedenfalls geht es mir manchmal mit dem.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Hm, nicht ganz. Heterobasidiomyceten habe ich für mich ausgeklammert, weil irgendwo muss man Grenzen ziehen und die meisten Gattungen und gattungsgruppen bei den Heterobasidiomyceten sind sehr unbefriedigend bearbeitet. Soll heißen: Viele Funde sind nicht wirklich bestimmbar.


    Diese runden Kugeln, die du zuerst für Sporen gehalten hast (genauso wie ich, als ich das erste Mal sowas unterm Mikro hatte), sind die Basidien. Die müssten septiert sein, bei einigen ist es sogar auf deinen Bildern erkennbar. Da wo ein "X" in einem "O" zu erkennen ist, hast du so eine Phragmobasidie in Aufsicht,, das "X" sind die Septen dieser Basidie, die sie in vier Kammern teilen (mit jeweils einem Sterigmum und einer Spore).


    Deinen Fund würde ich am ehesten für eine Exidiopsis halten (wenn Schnallen vorhanden) oder für eine Sebacina (wenn Schnalleln fehlen).
    Die häufigste Art der Gattung Exidiopsis in Deutschland ist nach meiner Erfahrung übrigens nicht Exidiopsis calcea oder Exidiopsis grisea, sondern "Exidiopsis spec."! ;)



    LG; Pablo.

    Morgen!


    Nö, kein Risspilz, sondern ziemlich sehr sicher ein Faserling. :)
    Ausgehend vom Habitus, dem Aussehen des Velums, der Stieloberfläche, dem Aussehen der Lamellen... Die radiäre Zeichnung auf der Hutoberfläche wirkt auf mich mehr wie ein wuchsbedingtes oder witterungsbedingtes Artefakt, weil wenn man sich die wegdenkt, hätte mna hier ja schlichtweg einen >Behangenen Faserling< in der Hand. Wobei man im Hinterkopf haben sollte, daß Andreas mal an einer Stelle schrieb, daß der name der Art mindestens mit einem "s.l." zu versehen ist, weil sich in Psathyrella candolleana mehrere Arten verstecken könnten.



    LG, Pablo.

    Moin!


    Nun mache ich wieder den Spielverderber. :evil:
    Das kann auf keinen Fall >Ganoderma australe / adspersum< sein. Das Fleisch ist viel zu hell, mit der Farbe im Schnitt kann man den sofort ausschließen.
    Ähm - eigentlich ist das gar keine Ganoderma. Keine Art der Gattung bildet so einen deutlichen Myceliarkern aus. Mit Myceliarkern, Kontextfarbe, Farbe und Struktur der Hutkruste ist das - mit ungefähr 98,4% Sicherheit aus meiner Perspektive - ein >FomFom<. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Marion & Markus!


    Hey, super! :thumbup:
    Danke für die Bilder. Nun ist es zwar so, daß man auch oft Mykorrhizapilze "auf Holz wachsend" vorfindet (Inocybe und Cortinarius bilden Mykorrhiza), aber das sieht in der Regel etwas anders aus: Das Holz ist morscher, weicher, die Fruchtkörper auf dem Holz anders platziert.
    Die Idee mit >Psathyrella pertinax< ist in dem Zusammenhang natürlich super!
    Doch die Fruchtkörper sehen immer noch so aus, als hätten die irgendwie mit wiedrigen Verhältnissen zu kämpfen gehabt, was einen Einfluss auf Farben, Geruch und auch Runzligkeit des Hutes haben kann. Und >Holgers Idee< wäre auch gut, ein velum ist ja rasch mal verschwunden. Aber es wird ja eine Lösung geben, ich gehe ja mal davon aus, daß der auch unter die Linsen geschnitten wird. ;)



    LG, Pablo.

    Moin, Safran!


    Meistens ist es so, wie du sagst. Vor allem im Bereich Conocybe, Psathyrella, Galerina...
    Es gibt aber immer ein paar Arten dazwischen, die sich auch ohne Mikrogedöns mit einer sehr hohen Trefferquote erkennen lassen. Je öfter man diese Arten findet, desto höher die Wahrscheinlichkeit, daß man sie makroskopisch erkennt.
    Dieser hier zählt schon zu den +/- solide ansprechbaren Arten (ohne Mikro), weitere "Rasenpilze" wären zB das Milchweiße Samthäubchen (Conocybe lactea), Nelkenschwindlinge (erkennst du ja sowieso ohne Mikro zu 100% ;) ), Raustieliger Ackerling (Agrocybe pediades)...
    Kennen lernen kann man solche Arten auch, wenn man sie oft genug gezeigt bekommt, so daß man die Variationsbreiten gut abschätzen kann.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Dein Vorschlag war dennoch keineswegs abwegig. Es gibt durchaus Psathyrellen mit häutigem Ring, auch wenn der innerhalb einer Art oft nicht konstant ausgeprägt ist. Anna und ich hatten schon mal eine Kollektion von >Psathyrella laevissima< mit etlichen beringten Fruchtkörpern.



    LG; Pablo.

    Hallo, Tincatinca!


    Der Fruchtkörper auf den letzten vier Bildern müsste ein >Heudüngerling< sein.
    Auf den ersten Bildern könnte noch eine weitere Art (bei Pilzen spricht man von Arten, nicht von Sorten) zu sehen sein, nämlich der mit dem aufgeplatzten Hut. Ist vielleicht auch nur ein Heudüngerling, aber dieses Verhalten (Hut feldrig aufplatzend) ist mir bei Panaeolus foenisecii so noch nicht begegnet. Der wäre also auszuklammern, weil vielliecht zu einer anderen Art gehörend.



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli & Stefan!


    Die Hutfarben sind bei Agrocybe praecox sehr variabel. Das kann auch ein dunkles, sattes Braun sein, so wie hier.
    Dunkelhütige Formen von Agrocybe cylindracea sind mir auch schon begegnet, wenn auch nicht ganz so dunkel. Den Südlichen Ackerling kenne ich aber als ziemlich großen, kräftigen Pilz, der an dickem, kompaktem Totholz wächst. Vorwiegend an Stümpfen gefällter Bäume. Das kann natürlich auch ein vergrabener stumpf sein, oder die Fruchtkörper tauchen büschelig um den Stumpf herum auf, aus den Wurzeln darunter kommend.


    Vom Gesamteindruck erscheint mir Agrocybe praecox hier viel wahrscheinlicher.



    LG; Pablo.

    Salut!


    Es gibt ja schon sooooooo viele Pilzarten, vielleicht können wir den ja bei einer unterbringen, die es schon gibt, statt noch eine weitere neu zu beschreiben. ;)
    Mein Vorschlag: >Voreilender Ackerling<. Der mag nährstoffreichen Humus, solche Standorte findet der total spannend. Vom Aussehen her spricht ja nichts dagegen, aber irgendwie alles was man sieht dafür.



    LG, Pablo.

    Moin!


    Und zu wenig rot im Fleisch (für Entoloma sepium), das ja durchaus schon einigermaßen madig ist.
    Der Standort würde gut zu einer der Arten aus dieser Gruppe passen, ansonsten gibt's ja noch einen ganzen Batzen andere Rötlinge mit solchem Aussehen. Die Hutoberfläche wirkt hier schon sehr deutlich radialfaserig, ich weiß nicht, ob das bei Entoloma clypeatum so ausgeprägt sein darf.



    LG; pablo.

    Morgen!


    OK, wenn es Weide ist, dann dürfte der Pilz viel eher Phellinus punctatus sein. Oder eine sehr merkwürdig und sonderbar gewachsene, sowie total untypisch gefärbte Form von Phellinus ferruginosus. ;)



    LG; Pablo.

    Hallo, Jens!


    Ich glaubhe >nach Melzer< wären für bipellis eher die Sporenlängen als die Sporenbreiten hier ein Problem. Ob das - wie ja so vieles - dann doch auch variabel ist, kann freilich schon sein. Kann ich nicht beurteilen, aber die Idee gefällt mir trotzdem, also eine Art, wo die Anlagerungen an den Zystiden eine Rolle spielen.
    Vielleicht wä's noch gut, ein Bildchen von den "großen" Pleurozystiden zu haben, das könnte ja auch noch eine Rolle spielen.



    LG, Pablo.

    Ahoi!


    Aber das es nun einer der beiden Saumpilze (Feuerfuchsiger = Lacrymaria pyrotricha; Tränender = Lacrymaria lacrymabunda) ist, darauf könne wir uns bestimmt einigen, auch bei dem ziemlich zerzausten Fruchtkörper. Da der aber auch in dem Zustand noch so deutlich wollig-haarig auf dem Hut ist, wäre meinie persönliche Tendenz schon zu pyrotricha.



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Ui, schwierig. 8|
    Der fruchtkörper sieht nicht ganz traufrisch aus. Zwar nicht alt, aber dafür so, als hätte er irgendwas abbekommen. Jedenfalls deuten die schwärzlichen Stellen im Schnitt (und am Hutrand) darauf hin. Da möchte ich mich jetzt nichtmal auf eine Gattung festlegen, denn solche Dunkelsporer gibt es wie Sand am Meer. Cortinarius könnte schon sein, aber auch ein Risspilz (Inocybe) oder ein Schwefelkopf (Hypholoma) wären beispielsweise möglich.
    Die Dokumentation ist hervorragend, liegt also nicht an euch, sondern daran, daß der Pilz sich ungewöhnlich entwickelt hat. Und zusätzlich vielliecht einfach an sich eine schwere Nuss ist. Was noch optimal wäre in so einem Fall: Ein oder zwei Bildchen der gesamten Kollektion am Standort. Es ist immer aufschlöussreicher, wenn man mehrere zusammengehörende Fruchtkörper zur Beurteilung hat als nur einen Einzelnen. Das hilft oft sehr viel, und die Standortaufnahme kann auch noch einiges über Wuchsweise und Wuchsumstände verraten.



    LG; Pablo.

    Hallo, Brassella!


    Tja, nicht nur, daß die Sachen im Bild "zu gelb" waren, es waren auch einfach zu viele Sachen in den Bildern.
    Der Becher stand auf der Fensterbank, weil auf dem Tisch kein Platz war (da lagen Pilze und Bücher und lauter so Zeug) und ich am Fenster Kaffee getrunken (und geraucht) hatte. Das Lineal hat im Grunde gar keiine Bedeutung, sondern zeigte nur ungefähr eine fiktive Entfernung an, wie weit die Formen neben den Früchten waren. Und weil das in letzter Zeit auch immer im Bild liegt, wenn ich Studioaufnahmen von Pilzen mache. Zwecks Größenskalierung.



    LG; pablo.

    Hallo.


    Die Häufigkeit / Seltenheit vieler Champi - Arten kann man mal ignorieren. Wie oft ein Pilz dokuemtiert wurde, ist ja für die Bestimmung eines eigenen Fundes irrelevant.
    Im grunde gelten die meisten Champi - Arten vor allem deshalb als selten, weil sie halt kaum notiert / dokumentiert werden. Das liegt vor allem natürlich an der Problematik der Bestimmung.
    Erscheinungszeiten, die bei Champi - Arten in Büchern oder im netz irgendwo dabei stehen, sind ebenfalls irrelevant für die Bestimmung. Prinzipiell können alle Arten der Gattung das ganze Jahr über Fruchtkörper bilden, wenn ihnen die Witterungsverläufe passen und dem Organismus gerade danach ist. Phänologie ist aus ökologischen Gründen interessant, aber eine Bestimmung kann man bei keinem Pilz darauf aufbauen.


    Auch das mit dem aufplatzenden Hut ist so eine Sache: Das kann bei einzelnen Fruchtkörpern einer Art passieren, muss aber nicht. Andersrum ausgedrückt: Ich würde Agaricus benesii / squamulifer auch nicht nur aufgrund eines grob aufplatzenden Hutes ausschließen.
    Das ist wie mit den feineren Oberflächenschuppen bei Champis: Kann, muss aber nicht. Das ist eher selten ein Artmerkmal. Man betrachte dabei nur mal Agaricus bisporus (Zuchtchampi), den es nicht nur in verschiedenen Farben, sondern auch mit ganz unterschiedlicher Schuppenausprägung gibt. So wie es auch bei Agaricus urinascens und Agaricus arvensis ist (dort wurden schon Arten aufgrund der Schuppigkeit abgetrennt, aber das ist vermutlich nicht haltbar).


    Nein, was mich hier nach wqie vor mehr an Agarticus bernardii denken lässt, ist die aufsteigende Ringstruktur, die ziemlich "klotzigen" Fruchtkörper und das starke Röten.
    Ohne daß ich mir dabei sicher wäre, natürlich.



    LG; Pablo.

    Hallo, Brassella!


    Dann lass es dir mal gut ergehen, natürlich nicht nur heute!
    Die schönsten Rätsel sind ja eigentlich der Wald und das Leben an sich, vor allem mit dem beiden seien dir reichlich positive Begegnungen im kommenden Jahr gewünscht.




    LG, Pablo.

    Trametes cervina (Schwein.) Bres.
    Hirschbraune Tramete
    Synonyme:
    - Boletus cervinus Schwein.
    - Trametopsis cervina (Schwein.) Tomsovsky


    Familie: Polyporaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper effus-reflex, an Substratunterseiten mit ausgedehnten Resupinatanteilen, an senkrechtem Substrat mit ausgeprägten Hüten, die oft seitlich zusammenfließen und gerne in mehreren, üppigen Reihen übereinanderstehen; die Art tendiert offenbar zu weitläufigen, üppigen Fruktuationen an geeigneten Stämmen; Hutoberseiten frisch mit einem radialsträhnigen, anliegenden Haarfilz, der im Alter zu radiären Rippen verklebt; vital blass ockerlich bis blass bräunlich; im Alter und bei Trockenheit zu weiß ausblassend; Poren anfangs +/- eckig, ganzrandig, um 1-2/mm, aber bald schon irregulär geschlitzt, verlängert bis sinuos oder labyrinthisch, bei verwitterten Kollektionen tief eingerissen und vor allem an schrägem Substrat fast zahnförmig; anfangs hell cremefarben (heller als Hutoberseite), bald ockerlich, im Alter auch ockerbräunlich (dunkler als Hutoberseite); Fleisch frisch zäh und fest, unzoniert; trocken oder im Alter hart, kaum brüchig; blass holzfarben, hellockerlich, jung oder bei ausgeblassten Fruchtkörpern fast weiß; meist im gleichen Farbton wie die Röhren, nur bei alten, absterbenden Kollektionen heller; ohne spezifischen Geruch oder Geschmack.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstrukur dimitisch; Skeletthyphen dickwandig, unseptiert, in der Röhrentrama oft weniger dominant als im Kontext; generative Hyphen mit Schnallen, dünnwandig bis dickwandig; in den Hyphensträngen von oberem Kontext und Hutfilz ähneln verzweigte, sklerifizierte generative Hyphen gelegentlich Bindehyphen (von Jahn als –žtrimitischer Aspekt–œ beschrieben). Das ist allerdings nicht in jeder Kollektion zu beobachten.
    Hymenium ohne Zystiden, Basidien keulig, viersporig (selten 2-sporig), mit Basalschnalle, Zystidiolen nur sehr vereinzelt und unauffällig; Sporen zylindrisch, gekrümmt (allantoid), hyalin, dünnwandig, inamyloid; bei eigenen Messungen zusammengenommen 5-8 x 2-2,8 µm (in der Literatur oft größer beschrieben: 7-9 x 2,5-3 µm)


    Vorkommen: relativ seltene Art, in Deutschland sehr zerstreut im Rhein-Main-Gebiet, der nördlichen Oberrheinebene und dem Voralpenraum, abgesehen davon nur mit einzelnen, weit auseinanderliegenden Streufunden.
    Besiedelt wird liegendes Laubholz, vor allem Rotbuche; vorwiegend dickere Äste und Stämme von der späten Initialphase bis zur Optimalphase; ideale Habitate sind möglichst naturbelassene Rotbuchen- und Rotbuchenmischwälder (bei eigenen Funden nördlich von Mannheim und zwischen Frankfurt und Offenbach auf sandigen Böden), in denen viel dickes Totholz liegen bleibt.



    Bilder (klick aufs Bild --> Großansicht):








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    Verwechslungen: In typischer Ausprägung kann man die Art im Wald schon aus 10 Metern Entfernung bestimmen. An einem liegenden Buchenstamm sind die weit ausgebreiteten, üppig ineinander fließenden Fruchtkörper in ihrem hell ockerlichen Farbspiel ein beeindruckender Anblick.
    Ziemlich ähnlich ist Trametes trogii (= Coriolopsis trogii), mit einem ähnlichen Farbspiel, im Frischzustand mehr borstig abstehenden Huthaaren und größeren, anders geformten Sporen.
    Die Braune Borstentramete (Coriolopsis gallica) ist durch das viel dunklere, faserige Hutfleisch leicht zu unterscheiden.
    Es gibt etliche ähnliche Antrodia –“ Arten. Die wären im Gegensatz zu Trametes cervina natürlich Braunfäulerreger. Nur ist das im Feld an einem Substrat normalerweise kaum nachvollziehbar, da ja meistens eine Mischfäule vorliegt (diverse Pilzarten im Substrat, die es in Arbeitsteilung abbauen). Hier ist besonders auf die Sporenform zu achten. Antrodia heteromorpha und Antrodia ramentacea sind außerdem Nadelholzbewohner, Antrodia ramentacea wächst meist resupinat. An Laubholz ist Antrodia malicola farblich ähnlich, hat aber kleinere Poren, die im Alter nicht so stark aufreißen, eine weniger anliegend haarige Hutoberfläche und eine andere Sporenform. Antrodia serpens (= Antrodia albida) ist normalerweise heller und hat größere, niemals gekrümmte Sporen.
    Cartilosoma rene-hentic ist weicher, die Sporen sind nicht gekrümmt und die Poren meist etwas feiner.
    Diplomitoporus flavescens hat gekrümmte Sporen, die jedoch breiter sind; die Art bewohnt Nadelholz und hat ebenfalls nicht so große, irregulär aufreißende Poren.
    Spongipellis –“ Arten wie delectans oder pachyodon können makroskopisch ähnlich aussehen, sind aber mikroskopisch völlig anders aufgebaut (andere Hyphenstruktur, völlig andere Sporen).
    Irpex lacteus bildet normalerweise viel dünnere Fruchtkörper, das Hymenophor ist hier schon von anfang an zahnförmig.Mikroskopisch sind die dickwandigen, inkrustierten Pseudozystiden von Irpex lacteus ein solides Trennmerkmal.
    Climacocystis borealis wächst an Nadelholz, bildet kaum solche Resupinatanteile wie Trametes cervina, ist im Frischzustand weicher und sieht mikroskopisch anders aus (monomitisch, Lamprozystiden, andere Sporen).
    Schizopora paradoxa wächst vorwiegend resupinat, bildet viel dünnere Fruchtkörper, hat eine ganz andere Sporenform.


    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Trametes trogii = Blasse Borstentramete<
    >Antrodia malicola = Zimtfarbene Braunfäuletramete<
    >Antrodia serpens = Weiße Braunfäuletramete<
    >Antrodia heteromorpha = Vielgestaltige Braunfäuletramete<
    >Antrodia ramentacea = Münzförmige Braunfäuletramete<
    >Cartilosoma rene-hentic = Ockerweiße Weichtramete<
    >Diplomitoporus flavescens = Gilbender Duftporling<
    >Spongipellis delectans = Labyrinthischer Schwammporling<
    >Spongipellis pachyodon = Breitstacheliger Schwammporling<
    >Irpex lacteus = Milchweißer Eggenpilz<
    >Climacocystis borealis = Nordischer Schwammporling<
    >Schizopora paradoxa = Veränderlicher Spaltporling<



    Anmerkungen: Die Art hat eine ereignisreiche Tour durch diverse Gattungen hinter sich (>siehe zB Synonyme bei Mycobank<). Nach Michal Tomsovsky in CZECH MYCOL. 60(1): 1–“11, 2008 ist Trametes cervina aktuell einer eigenen Gattung zugeordnet und weist genetisch eher eine Verwandschaft zu Ceriporiopsis –“ Arten als zu Trametes –“ Arten auf.
    Aus morphologischer Sicht (makro- wie mikromorphologisch) überwiegend hier aber die Unterschiede im Gegensatz zur morphologischen Nähe zu einigen Trametes –“ Arten. Genetisch wäre eine eigene Gattung sicherlich gerechtfertigt, der Verständlichkeit halber tendiere ich persönlich zum morphologisch basierten Konzept und ziehe daher Trametes als Gattung für diese Art vor. Das bedeutet natürlich auch, daß die systematische Einordnung der Gattung Trametes übernommen wird. Genetisch gesehen steht Trametopsis momentan in der Familie der Hapalopilaceae (lt. Mycobank), was ein Wiederspruch in sich wäre, wenn die nahe verwandten Arten der Gattung Ceriporiopsis den Meruliaceae zugeordnet sind. Aufgrund dieser Wiedersprüche und weil Hapalopilus und Trametopsis sich morphologisch ähneln wie ein Blauwal einer Brasse, kann die von MB vorgeschlagene Systematik nicht übernommen werden; Trametes cervina wird als Name verwendet und die Art bleibt bei den Polyporaceae.

    Hallo, Ralf.


    Psathyrella. Aber darüber hinaus... Hm.
    Erinnert mich entfernt an Psathyrella niveobadia, kann aber auch was ganz anderes sein, weil die meisten Arten der gattung kenne ich ja gar nicht.



    LG; Pablo.

    Hallo, Joe!


    ...oder Ceriporiopsis aneirina, oder eine Hyphodontia-Art, oder... ;)
    Schwieirg in dem Fall, weil es so vom persönlichen Gesamteindruck nicht besonders gut zu Schizopora paradoxa passt, zu Irpex lacteus / Steccherinum oreophilum schon eher, aber auch da bleibt optisch erstmal ein Fragezeichen stehen.


    Am besten einpacken, trocknen, bei Gelegenheit verschicken. :)



    LG; pablo.

    Hallo, Björn!


    Noch eine sehr schöne Serie mit interessanten Pilzen. :thumbup:
    b) Bei dem makroskopischen Aussehen wäre Cinereomyces lindbladii (Grauender Resupinatporling) mein erster Gedanke. Müsste man aber noch reinlinsen, bei solchen resupinaten, weißlichen Porlingen sind Bestimmungen ohne mikroskopische Untersuchungen eigentlich keine richtigen Bestimmungen.
    c) Könnte das Faulbaum sein? Weil der Fruchtkörper hat makroskopisch eine recht große Ähnlichkeit mit dem Faulbaum - Feuerschwamm (Phellinus rhamni).
    d) Hätte ich auch so angesprochen.
    f) >Hymenochaete rubiginosa<
    i) Erinnert makroskopisch an >Hymenoscyphus vernus<, aber da gilt bei solchen becherchen im Grunde das Gleiche wie für resupinate, weißliche Porlinge.
    k) ist trotzdem Suillus grevillei. Der Fruchtkörper ist etwas älter, so daß der Ring schon etwas undeutlich ist. Die Lärche ist oft nur anhand der Lärchenbegleitenden Pilze nachweisbar, denn europäische Lärchen (Larix decidua) verfügen über die abgefeimtesten Tarnvorrichtungen des Universums. Selbst große, ausgewachsene Bäume sind in der Lage, sich buchstäblich unsichtbar zu machen. Soll heißen: Es kann auch direkt neben den Pilzen ein großer, dicker Lärchenstamm gestanden haben. Erfahrungsgemäß ist der Baum gerade dann oft unsichtbar.



    LG; Pablo.