Beiträge von Beorn

    Hi.


    Das liegt vermutlich daran, daß Scheidenstreiflinge Wulstlinge sind. Das ist beides die selbe Gattung: Amanita.
    Das hier dürften anhand von gefleckter Stielscheide, Hutfarben und Stielanatomie auch die ganz klassischen Fuchsigen (Amanita fulva) im strengen Sinne sein, also keine der inzwischen zu trennenden Arten.



    LG, Pablo.

    Hallo Harry!


    Auch wenn du in diesem Forum etwas leiser geworden bist, lasse ich mir die Gratulation auch hier nicht entgehen und denke, daß sich vielleicht noch die Eine oder der Andere anschließen wird. Neben den Wünschen wie im Nachbarforum an dieser Stelle auch noch ein Dankeschön speziell an dich, weil du in meiner Anfangszeit im Forum immer ein Fixpunkt warst, nach dem man sich richten konnte. Da habe ich viel gelernt an Formenkenntnis und zur Methodik der makroskopischen Beobachtung. :thumbup:




    LG, Pablo.

    Perenniporia fraxinea (Bull.) Ryvarden
    Eschen - Baumschwamm
    Synonyme:
    - Boletus fraxineus Bull.
    - Polyporus fraxineus (Bull.) Fr.
    - Fomes fraxineus (Bull.) Cooke
    - Fomitopsis cytisina (Berk.) Bondartsev & Singer


    Familie: Polyporaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper mehrjährig, dadurch im Schnitt oft mit geschichteten Röhren; Kontext und Röhren creme- bis holzfarben, sehr fest und zäh; ungestielt; pileat oder mit kleinen Resupinatanteilen, junge Fruchtkörper im ersten Jahr an Überhängen in Wurzelhöhlen oder Stammnischen auch +/- resupinat ohne deutliche Hütchen; Mehrjährige Fruchtkörper können sehr groß werden, mit weit ausladenden, bis 1 Meter breiten Hüten, oft dachziegelig und ineinander verwachsen; Hutoberseiten bei jungen Fruchtkörpern mit dünner Kruste, ockerbraun, rötlichbraun oder grauschwarz; später mit dickerer (aber immer noch vergleichsweise weicher) Kruste, normalerweise uneben wellig, höckerig oder grubig; Frische Zuwachsränder als dicke, relativ weiche Wülste ausgeprägt, weiß über cremefarben bis gelb; Poren frisch weißlich, fein (4-6/mm), später cremefarben bis grauocker, komplett abgestorben braun


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur im Kontext dimitisch, in der Röhrentrama auch +/- deutlich trimitisch; Skeletthyphen & Bindehyphen (wo vorhanden) dickwandig & deutlich dextrinoid; generative Hyphen hyalin, dünnwandig, oft schwer zu beobachten; Septen mit Schnallen; Hymenium homogen, keine Zystiden (Zystidiolen können auftreten), Basidien keulig, meist 4-sporig, mit Basalschnalle; Sporen rundlich bis ovoid-elliptisch oder tropfenförmig, dickwandig, glatt; um 5,5-8 x 5-7 µm; Sporenpulver im Abwurf weißlich bis blass cremegelblich


    Vorkommen: Schwächeparasit und Folgezersetzer (Weißfäuleerreger) an den Stammfüßen alter Laubbäume; auch noch mehrere Jahre an den Stümpfen gefallener Bäume; tendeziell wärmeliebende Art, verbreitet vor allem in Flußauen oder alternativ in anthropogen beeinflussten Gebieten; vielerorts aber relativ selten und nur gebietsweise verbreitet; bei weitem nicht nur an Eschenarten, sondern mit recht großem Substratspektrum; in der nördlichen Oberrheinebene neben Eschen auch oft an Robinien, gelegentlich auch an Platanen, Eichen und Linden.



    Bilder (für Großansicht draufklicken):











    Verwechslungen: Perenniporia fraxinea ist bei typischer Ausprägung schon makroskopisch gut bestimmbar. Die meisten anderen Arten der Gattung wachsen resupinat, wie zB Perenniporia medulla-panis, die zudem etwas kleinere Sporen hat. Andere pileat wachsende Arten bilden nicht so große Fruchtkörper, wie zB Perenniporia ochroleuca, die sich zudem durch viel größere Sporen unterscheidet.
    Fomitopsis pinicola kann ähnlich sehen und hat sehr ähnliche Fleischfarben im Schnitt, allerdings hilft hier im Zweifel der Brutzeltest zur makroskopisch sicheren Unetscheidung: Die Hutkruste von FomPini schmurgelt und schmilzt beim Anzünden, weil sie im Gegensatz zur Hutkruste von Perenniporia Harz enthält.
    Wurzelschwämme (Heterobasidion annosum) haben eine ähnliche Wuchsform, wachsen ebenfalls weit unten am Stammfuß und sind auch hellfleischig, haben allerdings etwas gröbere Poren und können nicht so große Hüte bilden. Hier hilft im Zweifel ein Blick durchs Mikroskop, schon alleine die Sporen sehen völlig anders aus (dünnwandig und fein warzig beim Wurzelschwamm).
    Zunderschwämme (Fomes fomentarius) bevorzugen eine andere, regelmäßigere Wuchsform, unterscheiden sich durch dunkleres Fleisch (oft mit Myceliarkern) und bilden Fruchtkörper eigentlich lieber etwas höher am Stamm.
    Lackporlinge wie der Flache (Ganoderma applanatum) oder der Wulstige (Ganoderma australe) sind makroskopisch leicht durch ihr viel dunkleres Fleisch zu unterscheiden.
    Feuerschwämme haben ebenfalls dunkleres Fleisch und völlig andere mikroskopische Eigenschaften (Septen ohne Schnallen, Setae bei den meisten Arten, stark pigmentierte Skeletthyphen, dünnwandige Sporen). Das gleiche gilt für alle Schillerporlinge (wie zB Inonotus cuticularis), die außerdem einjährige Fruchtkörper bilden.
    Alte, sehr zähe Fruchtkörper von Riesenporlingen (Meripilus giganteus) unterscheiden sich durch helleres Fleisch und die fast gestielte Wuchsform.
    Fruchtkörper von anderen einjährigen Porlingen wie dem Graugelben Rauchporling (Bjerkandera fumosa) sind deutlich weicher, oft brüchiger; Bjerkandera hätte zudem eine dünne, dunkle Schicht zwischen Kontext und Röhren, die bei Perenniporia nie vorhanden ist.


    Vergleichsvorschläge:
    >Perenniporia ochroleuca = Ockerweißer Baumschwamm<
    >Perenniporia medulla-panis = Brotfleischiger Baumschwamm<
    >Fomitopsis pinicola = Rotrandiger Baumschwamm<
    >Heterobasidion annosum = Gemeiner Wurzelschwamm<
    >Fomes fomentarius = Zunderschwamm<
    >Ganoderma applanatum = Flacher Lackporling<
    >Ganoderma australe = Wulstiger Lackporling<
    >Phellinus igniarius = Weiden –“ Feuerschwamm<
    >Phellinus ribis = Strauchporling<
    >Inonotus cuticularis = Flacher Schillerporling<
    >Meripilus giganteus = Riesenporling<
    >Bjerkandera fumosa = Graugelber Rauchporling<

    Hypocrea lixii Pat.
    Grünschwarzer Kissenpustelpilz, Schwarzgrüner Kugelkrustenpilz
    Synonyme:
    - Trichoderma harzianum Rifai
    - Hypocrea nigricans (S. Imai) Yoshim. Doi
    - Hypocrea lentiformis Rehm


    Familie: Hypocreaceae
    Ordnung: Hypocreales
    Klasse: Sordariomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Einzelne Fruchtkörper isoliert; +/- linsenförmig oder scheibchenförmig mit abgegrenztem, oft vom Substrat abgehobenem Rand, im Umriss rundlich bis unregelmäßig deformiert von Nachbarfruchtkörpern, Oberfläche gewölbt bis abgeflacht und etwas knubbelig; jung grünweißlich (teils von filziger grünweißlicher Anamorphe überwachsen), olivocker, teils rosalich oder graurosa, je reifer desto dunkler, zuletzt schwarzgrün mit kleinen , etwas pickelig –“ hervorstehenden Ostiolen; ansonsten glatt; Stromata im Schnitt ockerlich, jung weißlich, hier mit fleischrosa Tönung; Subikulum aus weißem Mycelfilz kann vorhanden sein oder fehlen.


    mikroskopische Eigenschaften: Perithecien rundlich bis oval; ziemlich gedrängt im Stroma; Zellen an den Ostiolen unauffällig; Kortex glatt, ohne haarartige Zellen und ohne Inkrustierungen, ohne Farbwechsel in KOH; reife Sporen grün (in KOH olivbraun), fein warzig, ungleich geformt; um 3,5-5,5 x 3-4,5 µm (eigene Messungen)


    Vorkommen: Die vorgestellte Kollektion besiedelt die Porenschicht eines abgestorbenen Fruchtkörpers von Perenniporia fraxinea in einem Auwald am Rhein; Fruchtkörper sehr zahlreich und in verschiedenen Altersstufen, teils dicht gedrängt; die Art soll auch andere Porlinge sowie Baumrinde und Holz besiedeln können; nach Jaklitsch in ganz Europa verbreitet, vermutlich aber nicht oft dokumentiert und sicherlich häufiger als die verbreitungskarte bei >Pilze-Deutschland< vermuten lässt.



    Bilder:







    Verwechslungen: Als grünsporige Art durch die dunkel schwarzgrünen, kissenförmigen Sammelfruchtkörper und das Wachstum auf altem Holz oder Porlingen nach Jaklitsch (siehe unten) gut zu bestimmen. Hypocrea fomiticola könnte recht ähnlich sein, bewohnt abgestorbene Fruchtkörper von Zunderschwämmen (Fomes fomentarius), bildet aber viel unregelmäßiger geformte, ineinanderfließende Fruchtkörper.


    Anmerkungen: Bestimmt nach Jaklitsch (2009) Hypocrea part 1; Green Ascospores

    Melastiza flavorubens (Rehm) Pfister & Korf
    Braunhaariger Kurzhaarborstling
    Synonyme:
    - Humaria flavorubens Rehm
    - Aleuria flavorubens (Rehm) J. Moravec


    Familie: Pyronemataceae
    Ordnung: Pezizales
    Klasse: Pezizomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Einzelne Becher bis 1cm im Durchmesser (meist aber kleiner); rundlich und flach gewölbt bis unregelmäßig wellig und von Nachbarfruchtkörpern oder Detritus deformiert; blass orangebraun, orangerot bis rot; Rand fein behaart (Lupe!), Haare bräunlich, anliegend bis kaum abstehend; auf nacktem Erdboden ungestielt aufsitzend


    mikroskopische Eigenschaften: Randhaare und Flankenhaare braun pigmentiert, apikal abgerundet, +/- dickwandig und vorwiegend anliegend; Asci 8-sporig, operculat, ohne Reaktion auf Melzer oder Lugol; Paraphysen apikal keulig, mit karotinoidem Pigment gefüllt (verfärbt sich in Lugol grün); Sporen ohne Ornament um 14-18 x 7-9 µm (mit Ornament bis 22 µm lang!); besetzt mit dicken Warzen, die durch ein grobes, oft unvollständig sichtbares Netz verknüpft sind; an den Sporenpolen geht das Ornament in dickere Anhängsel über (Sporen apikulat).


    Vorkommen: Auf offenem Erdboden an feuchten bis nassen Stellen; also an gestörten Stellen wie Waldwegen, Wegrändern, abrutschenden Böschungen, Buddelstellen von Waldtieren, Rückegassen usw.; meist innerhalb geschlossener Wälder und zusammen mit der Pioniervegetation (Moose etc.) an den gestörten Stellen auftauchend; auf lehmigen bis sandigen Böden ohne erkennbare Präferenz für einen bestimmten ph-Wert; selten einzeln, normalerweise gesellig, gelegentlich fast rasig; oft vergesellschaftet mit weiteren Becherchen und Pionierpilzen auf solchen Biotopen (Scutellinia, Peziza, Pulvinula usw.); in Deutschland eher selten dokumentiert aber vermutlich gebietsweise nicht besonders selten



    Bilder:


    Melastiza flavorubens 03.JPG
    [hr]






    Verwechslungen: Die Gattung ist durch die rötlichen, nicht allzu kleinen Becher mit ihren kurzen, an den Flanken +/- anliegenden und braun pigmentierten Haaren gekennzeichnet. Die Randhaare in Gattungen wie Aleuria oder bei Moosbewohnern wie Octospora und Neottiella sind hyalin. Die Haare von Scutellinia –“ Arten sind abstehend und laufen +/- spitz zu. Die Haare von Cheilymenia –“ Arten sind hyalin und abstehend (oder fehlen).
    Struktur und Färbung der Haare ist normalerweise schon mit einem Blick durch die Einschlaglupe erkennbar. Artbestimmungen innerhalb der Gattung Melastiza sind ohne mikroskopische Merkmale nicht möglich. Die Arten um Melastiza chateri haben ein sehr viel regelmäßigeres Sporenornament mit weniger prominenten Warzen an den Netzknotenpunkten. Melastiza boudieri sollte komplett rot gefärbt sein (ohne orangene Farbtöne), und die Sporen mit noch dickeren Warzen und einem noch gröberen, unregelmäßigerem Netz ornamentiert. Melastiza sotica sollte zwar orange gefärbt sein, aber das Sporenornament müsste da aus wenigen, riesigen und irregulär verbundenen Warzen bestehen.


    Vergleichsvorschläge:
    >Melastiza chateri = Mennigfarbiger Kurzhaarborstling<
    >Melastiza boudieri = Scharlachroter Kurzhaarborstling<
    >Melastiza scotica = Schottischer Kurzhaarborstling<
    >Aleuria exigua = Feingenetzter Orangebecherling<
    >Aleuria aurantia = Gemeiner Orangebecherling<
    >Scutellinia legaliae = LeGals Schildborstling<
    >Scutellinia umbrorum = Umberbrauner Schildborstling
    >Ramsbottomia crec–™hqueraultii<
    >Octospora humosa = Gemeiner Moosbecherling<
    >Pulvinula constellatio = Rotleuchtender Kissenbecherling<

    Moin!


    Hmja, es ist wirklich deprimierend mal wieder. Vor allem wo die für vorgestern angekündigte Wetterbesserung halt schlichtweg ausgefallen ist, und in der gesamten kommenden Woche soll das Wetter abscheulich werden, keine Besserung in sicht. <X
    Das Schlimme ist ja, daß 2017 eben nur eines in einer ganzen Folge von viel zu trockenen und zu warmen Jahren ist. Das macht sich inzwischen nicht nur an den Pilzen bemerkbar. Zusammen mit der katastrophalen Bodenüberdüngung und dem Zerfall von natürlich bewirtschafteten Nutzflächen tun die wiederholten schweren Dürrekatastrophen der letzten Jahre ihre Wirkung. Eschensterben, die drastische Bestandsabnahme von Insekten (leider nicht allen) und Vögeln ... Das sind die Folgen, die sich unmittelbar beobachten lassen im Moment.


    OK, aber lassen wir das. Vielleicht müsste den Sommer einfach in Ländern mit freundlicherem Klima verbringen, wie Patagonien, Alaska, Norwegen, Tasmanien oder Kamtschatka.


    Der kopfstehende Gnolm dürfte ein Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum) sein. Mit kleinerer Option noch auf einen Zundersfchwamm (Fomes fomentarius), aber Gefühl sagt hier eher Ganoderma.



    LG, Pablo.

    Hallo, Nobi!


    Der ist ja toll, der Kleine! :)
    Und völlig klar, daß ich sowas jetzt auch finden will, auch wenn die Schwefelporlinge hier bereits durch sind (der erste Jahresschub).



    LG, Pablo.

    Hi.


    Tendenziell vermutlich schon. Allerdings kann ich persönlich die beiden Arten makroskopisch nicht wirklich auseinanderhalten. Das ist auch bei eigenen Funden mehr so eine Tendenz - Geschichte, weniger eine richtige Bestimmung. Zumindest solange ich keine Lust habe, die unters Mikro zu packen. ;)



    LG; Pablo.

    Hallo, Alex!


    Auch der Flocki (Boletus erythropus) ist nicht unbedingt der Säurezeiger, zu dem er gerne gemacht wird.
    Die Art kann man auch auf Kalkböden finden, da reicht mitunter die kleinste, oberflächliche Versauerung, damit der Flocki Fruchtkörper bilden kann. Beim Markus findet man so zB Flockis (Boletus erythropus) und Bronzeröhrlinge (Boletus aereus) in unmittelbarer Nachbarschaft und auf einem Boden, der tatsächlich so kalkhaltig ist, daß man überall die weßlichen, krümeligen Klümpchen herumliegen hat.



    LG; Pablo.

    Hej.


    Na, wenn du dann keine Acanthohyphidien gefunden hast, dann ist das woihl in trockenen Tüchern.
    Ich denke aber, daß zumindest in den wärmebegünstigten Lagen der Stromtäler, und dort insbesondere in Buchenwäldern, durchaus mit Stereum insignitum zu rechnen ist.
    Also Augen auf, irgendwann gelingt jemand der Erstnachweis für diese Art in Österreich. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Ja, offenbar sind viele Website - Autoren nicht ganz auf dem aktuellen Stand, was die Gattung betrifft.
    Aber es ist im grunde wirklich nicht schwer: Vielleicht kann man nicht jeden Fruchtkörper immer zu 100% sicher bestimmen, aber meistens klappt es in der Gattung schon auch makroskopisch ganz gut.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Eigentlich ist das doch sogar ziemlich typisch, daß der so aufplatzt im Sommer. ;)
    Der Name "reticulatus" leitet sich soweit ich weiß sogar davon ab.
    Komischerweise fotografiere ich die nie in dem Zustand, das muss ich bei gelegenheit mal ändern. >hier< ist ein Bildchen, aber aus einem blöden Blickwinkel.



    LG, Pablo.

    Hej.


    Ok, das Gebiet ist im grunde schon ziemlich sauer. Aber was Stephan sagt wegen dem Wegschotter, das lässt schon mal schwache kalkzeiger auch in sauren Gebieten wachsen.
    Die Habichtspilze waren in der tat Sarcodon squamosus, Stephan. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Guten Abend!


    Daß der in die Artengruppe um die Ziegenlippe gehört, kann man schon sagen, denke ich. :thumbup:


    Wenn du das Netz meinst, beli: Das könne tatsächlich alle Arten aus der Gruppe. Neben Xerocomus ferrugineus kannst du ja mal >hier< auch unter X. moravicus (gehört jetzt in die Gattung Aureoboletus!), unter X. chrysonemus und X. silwoodensis gucken.



    LG, Pablo.

    Hallo, Alex!


    Wenn das ein Fund aus der Rheinebene war, dann kann man sich nicht auf Säure- und Kalkzeiger verlassen.
    Die Bodenverhältnisse wechseln da viel zu rasch. Um es mal lustig auszudrücken: Theoretisch kannst du hier eine Gruppe Stielboviste (relative Kalkzeiger) in der Mitte eines Hexenringes von Maronenröhrlingen (relative Säurezeiger) finden. ;)


    >Netzhexe< stimmt jedenfalls, die einzige Option mit einem so roten Röhrenboden wäre Boletus mendax, zu dem zwar die starke Rotfärbung im Fleisch passen würde, nicht aber die Hutfarben in Kombination mit der durchgehenden, kräftigen Netzzeichnung und den fehlenden roten Flocken im unteren Stielteil. Jedenfalls: Gesamterscheinungsbild passt gut zu Boletus luridus, aber nicht wirklich zu Boletus mendax.
    Weil die Farben der Stieloberfläche sind bei Netzhexen sehr variabel, und das Fleisch wird halt je nach den Wuchs- und Witterungsverhältnissen auch mehr oder weniger rot.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Genau, Filzröhrlinge findet man ja immer wieder. :thumbup:
    Dann ein Schnittbild zu machen ist ja auch eine sache von einer Minute, also gar kein Problem. So wie oben von Schupfnudel gezeigt soll das aussehen, damit kann man schon sehr viel machen.


    Beli, nicht auf die Stielspitze verlassen. ;)
    Daß es da Rippen oder ein rippiges Netz gibt, ist nur ein Kennzeichen für eine ganze Artengruppe, und für die Bestimmung der einzelnen Arten völlig irrelevant. Zumal bei nahezu allen Arten, die manchmal so eine Stielspitze haben, die Rippen / Netzstruktur auch fehlen kann.
    Das Entscheidende ist das Schnittbild und die Farbe des Basismycels; Farben von Hut- und Stieloberflächen sowie Form und Struktur der Stielspitze sind für die Bestimmung erstmal unwichtig. Erst später fließt das mit ein zur Beurteilung des Gesamterscheinungsbildes.



    LG, Pablo.

    Hallo, zusammen!


    Wenn es um Filzröhrlinge geht, hat man im Grunde drei Möglichkeiten:
    A) Es ist egal, wie der Pilz wirklich heißt, der Fund soll auch nicht kartiert werden, sondern es geht mehr um den kulinarischen Aspekt oder um ein hübsches Bild (ohne Namen).
    In dem Fall ist die Bestimmung gar nicht so schwer, man muss nur wissen, daß es ein Filzröhrling im weiteren Sinne ist, der Rest läuft >so wie hier beschrieben<.
    B) Es ist egal, wie der Pilz wirklich heißt, aber man möchte gerne so tun, als könnte man dem Pilz einen namen geben. Dann läuft die Bestimmung nach älterer Literatur, also so wie es in vielen Büchern gehandhabt wird, die sich so ungefähr ab kurz vor dem Erscheinen >dieses Buches< nicht mehr mit dem Thema befasst haben. Dann würde man nach Engel, Krieglsteiner, Breitenbach / Kränzlin bestimmen. Aber wozu die Mühe? Genauso präzise ist es, einfach einen Würfel zu nehmen, für 6 Taxa jeweils eine Zahl festlegen und dann den Namen eben auswürfeln. Die Bestimmung ist damit ebenso zuverlässig, aber es geht viel schneller. ;)
    Viele Seiten im Netz arbeiten bei der Röhrlingsbestimmung (insbesondere Filzröhrlinge) nach wie vor nach Prinzip B).
    C) Es soll tatsächlich ein Name für den Pilz gefunden werden, der auch einigermaßen der aktuellen Forschung und Nomenklatur entspricht. Dann ist die Basis das oben verlinkte Buch von Ladurner und Simonini, darüber hinaus wird man in etlichen Fällen auch weitere Spezialliteratur aus etlichen Artikeln mykologischer Fachorgane brauchen, die den Inhalt des Buches ergänzen und erweitern. Wenn man Prinzip C) folgen möchte, würde das auf den Pilz hier angewendet bedeuten:
    Ohne ein vollständiges (!) Schnittbild wird hier nichts rauskommen. Das gehört zum kleinen 1x1 der Röhrlingsbestimmung. Auch die Farbe des Basismycels wäre interessant. Vom Blauen der Poren wäre es super, noch ein Bild zu haben. verfärbungen sind ganz wichtig, und zwar nicht nur die Intensität, auch die Farbnuancen und wie schnell die Verfärbung auftrat. Einen Sporenabwurf könnte man noch machen, falls das hier tatsächlich ein Pilz mit hellem Fleisch und ganz ohne Verfärbungen wäre, um sich zwischen Aureoboletus moravicus (interessante Idee, weil hier ja doch ganze schön satt goldgelbe Poren zu sehen sind) und Xerocomus ferrugineus (Sporenpulver olivbraun, nicht goldgelb bis gelbbraun wie beim Mährischen Filzröhrling) entscheiden zu können.
    Deutlich blauende Poren schließen übrigens beide Arten aus.


    Schupfnudels Pilz kann niemals ein brauner Filzröhrling (Xerocomus ferrugineus, ausgehend von Bestimmungskonzept C)) sein, weil Fleisch gelblich und im Stiel unten auch rosa. Arten um den Bereiften Rotfußröhrling (Xerocomelluls pruinatus) würde ich da anhand der Bilder aber nicht kategorisch ausschließen wollen.



    LG, Pablo.

    Ahoi!


    Ich finde eigentlich alle abgebildeten fruchtkörper ganz typisch für Psathyrella candolleana s.l.: Die jungen sehen halt aus wie junge Behangene Faserlinge, und die Ausgewachsenen sehen aus wie ausgewachsene Behangene Faserlinge. ;)
    Bei >Psathyrella fibrillosa< (= Psathyrella artemisiae = Psathyra gossypina) sollte das velum noch mal etwas anders aussehen und etwas persistenter sein.



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Besonders angetan haben es mir diesmal die Bilder von Marasmius curreyi und von Coprinellus disseminatus. :thumbup:
    Die feinen Details dieser kleinen Pilze so schön rauszuarbeiten, das ist die Kunst!



    LG; Pablo.

    in Runde 16 wurde gesagt, dass keine Schleimpilze vorkommen.


    LG Irmtraud


    Danke! :thumbup:
    Dann sollte das definitiv auch hier so sein, daß es kein Myxo ist.
    Und wenn es als Regel festgelegt wurde, dann darf zumindest das auch ganz laut gesagt werden.



    LG, Pablo.