Beiträge von Beorn

    Hallo, Dieter!


    Frank hat mittlerweile den komischen Porling von mir auch als Physisporinus vitreus eingeordnet, wodurch ich nun auch makroskopisch bei eurem Fund die Bestimmung viel besser nachvollziehen kann. Den hatte ich demnach zuvor nur sehr viel jünger, und daß die Art auch solche zystidenartigen elemente bzw. inkrustierte Zystidiolen bilden kann, ist für mich auch neu und interessant.

    Man lernt PIlze eben immer auf neue Weisen kennen und erweitert nach und nach dadurch das eigene Bild einer Art.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Anamorph sieht das auf jeden Fall aus.

    Was es ist, da habe ich freilich keine Ahnung. Sollen wir das >hierher< verschieben? Ich weiß nicht, ob Spezialisten wie Stefan oder Thorben das hier schnell genug finden.



    LG, Pablo.

    Hallo, Forengemeinde!


    Um dem lebhaften Offtopic - Bereich etwas mehr Raum zu geben und (hoffentlich) die Struktur etwas zu verbessern, gibt es für all die spannenden Themen nun einen >erweiterten Offtopic - Bereich<!

    Im Grunde bleibt alles beim Alten, nur mit eigenem Raum für alle eure kreativen Ideen und Werke und einer direkteren Ansteuerbarkeit von Rätselecke, Vorstellungen, Marktplatz.

    Der neue Offtopic - Bereich nimmt im Grunde nur den Platz ein, den zuvor der quasi ungenutze Kinderbereich belegt hatte. Da aber Kinder ohnehin überall im Forum willkommen sind, ergab sich die Idee und der Raum zu einer Verbesserung und Erweiterung des Offtopic - Bereiches.


    Lasst es uns wissen, wenn es irgendwo noch was zu korrigieren gibt, wie zB besser zu verteilende Themen, die wir dann noch richtig einordnen können!


    Die ehemalige OT - Rubrik haben wir umgestaltet um hier gezielt Themen zu sammeln, die die Bedienung des Forums betreffen, Kritik, Anregungen, Ankündigungen und eben sowas wie jetzt: Strukturelle Neuigkeiten.



    Liebe Grüße, euer Forenteam

    Hallo, Dieter!


    Außer eigenen Funden - wüsste ich jetzt nichts. Eben kurz im Boertmann nachgeguckt, da wird es nicht erwähnt. bei C. virgineus s.l. aber schon.

    Boertmann trennt pratensis s.l. und virgineus s.l. allerdings in erster Linie über die Sporengröße (ziemlich klar unterschiedlich) wobei Beschaffenheit der Huthaut (darum auch Hygrophanität und Riefung) als gute makroskopische Merkmale erwähnt werden. Somit würde ich eher danach gehen, als nach Flecken durch Befall, sowas gibt es ja bei ganz vielen Pilzen und auch aus Meruliopsis corium wird kein Cuphophyllus virgineus, wenn die mal ähnlich fleckig verfärbt sind durch Bakterien etc. :gzwinkern:



    LG; Pablo.

    Tach!


    Hm, Saftlinge sind einfach was Schönes!

    Im letzten Jahr allerdings habe ich kaum welche zu Gesicht bekommen, da wäre wohl ein Besuch bei euch die einzige Chance gewesen.

    Eure Hygrocybe subpapillata sieht allerdings so von den Bildern her ziemlich aus wie Hygrocybe insipida, die oft nur eine dünne, unscheinbare Ixocutis am Stiel ausbildet. Das heißt der Stiel trocknet schnell mal ab und ist dann auch manchmal gar nicht mehr gut durch befeuchten schmierig zu bekommen. Mikroskopisch wären die beiden außer der Ixocutis am Stiel auch durch die etwas größeren (vor allem breiteren) Sporen von H. subpapillata zu unterscheiden.

    Der fleckige Ellerling erinnert mich eigentlich auch eher an Cuphophyllus berkeleyi (= weißliche Form vom Wiesenellerling), der kann auch solche Flecken bekommen und es ist ja bei eurem Fund nirgendwo auch nur der Ansatz einer Hutriefung erkennbar und auch die Hüte scheinen nicht oder wenn dann nur minimal hygrophan zu sein.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    "Scytinostroma hemidichophyticum" ist allerdings auch der viel schickere Name. Wenn man den bei einer Exkursion oder so den Leuten gegenüber schnell und fehlerfrei aussprechen kann, hat man schnell den Status eines Magiers inne. :gzwinkern:

    Es ist aber auch noch gar nicht so lange bekannt, daß sich die europäischen und die nordamerikanischen Sippen unterscheiden, davor war es eben auf beiden Kontinenten alles "Scytinostroma portentosum". Der Typus von S. portentosum ist allerdings aus Nordamerika, beschreibt darum de dortige Art, also musste ein anderer Name für die europäische Art her, und da bot sich eben der Zungenbrecher an. "Mottenkugellederrindenpilz" ist allerdings auch schon spektakulär, finde ich.


    Mit dem beschriebenen Geruch und dem makroskopischen Aussehen ist zumindest bei Funden an Laubholz die Art übrigens ganz gut makroskopischbestimmbar.



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Wenn ich Glück habe (und eine einigermaßen typische Kollektion), dann kann ich Phanerochaete ganz gut einschätzen mit dem Pilz selbst in der Hand (bzw. unter dem Mikro). Ist halt eine verflixte Gattung mit diversen Unwägbarkeiten, aber von Zystidenform und Ausprägung / Anordnung der Subikulumhyphen aus sehe ich zumindest mal nihcts, was gegen deine Einschätzung spricht.



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Du hast ja auch schon eine umfangreiche Sammlungen an Gattungen, wo du ziemlich intensiv dran arbeitest. Man kann nicht alles akribisch beobachten, oder zumindest nicht alles gleichzeitig. Das ist schon ok, und so viele der Vorstellungen von dir und Matthias sind enorm gut und informativ gemacht, da fällt das nicht ins Gewicht, wenn mal ein Fund nur am Rande bearbeitet wurde.
    Auch dazu ist das Forum ja da, daß der gemeinsame Blick solche Lücken wenn möglich schließt. So wie die Beiträge von dir und Matthias bei vielen Forumsteilnehmern ja auch etliche Lücken schließen können.



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Gute Arbeit. :thumbup:

    Kurzer Hinweis zu Bestimmungsschwierigkeiten: Es gibt einige weitere Oligoporus - Arten mit ähnlichen Zystiden, so zum Beispiel die Arten aus der Gruppe um Oligoporus romellii, dort sind die Zystiden aber häufiger und die Sporen allgemein etwas breiter, mehr elliptisch in der Form.
    Wenn man die Zystiden bei Oligoporus balsameus nicht direkt findet (weil die halt manchmal selten sind), kommt man leicht zu den zystidenlosen Arten, und dann wird's entsprechend komlpliziert.

    Wenn es irgendwann ein Update gibt, daß man im Lexikon in den Kommentaren zu einzelnen einträgen Bilder hochladen kann, sollten alle Portraits dorthin wandern.

    Dazu muss aber erst das erwähnte Bilder - Problem gelöst sein, sonst wird's unheimlich chaotisch, sobald zu einem eintrag weitere Kollektionen vorgestellt werden sollen, deren Bilder man dann nicht direkt im weitren Beitrag hochladen kann.



    LG, Pablo.

    Ahoi nochmal!


    Obigen Beitrag bitte im Geiste streichen, eben kam mir die Erkenntnis: Die Basidien sind ja reichlich cyanophil, wobei sich die blauen Körnchen sicherlich noch deutlicher präsentieren ließen. Dein Pilz dürfte Lindtneria leucobryophila s.l. sein. Wenn man wagemutig ist kann man noch versuchen, Lindtneria panphyliensis abzutrennen, aber bei meinem bisher einzigen Fund konnt ich die Trennung anhand der Sporenornamentation nicht nachvollziehen: Ich hatte die volle Palette von komplett glatten über vereinzelt warzige bis hin zu regulär dichtstacheligen Sporen in einem Fruchtkörper.



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Hm, wunderlicher Fund.

    Momentan keine Idee, wo der einzuordnen wäre. Sporen warzig aber inamyloid, das kann schon in richtung Trechispora gehen, aber da zeichnet sich bei mir auch noch keine erleuchtung ab...



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Achtung, jetzt kommt was sehr ungewöhnliches, was auch sicher nicht oft vorkommenn wird:
    Das schwarze Gefussel erinnert mich irgendwie an Chaetosphaerella phaeostroma. Wobei ich mich ja mit Kernpilzen eigentlich überhaupt gar nicht auskenne, und erst recht nicht wenn ganz ohne Perithecien und nur Anamorphe bzw. Subikulum vorhanden sind. Wäre aber vielleicht mal eine Idee zum vergleichen.



    LG, Pablo.

    N'Abend in die Runde!


    Mittlerweile hat Frank sich die Funde angeschaut.

    Oben sind nun die Namen eingefügt, jeweils mit kleinen Kommentaren.

    zusammengefasst:
    Die Sistotrema bleibt rätselhaft.

    1 & 2 waren schon ohne Exsikatuntersuchung einschätzbar
    3 = Fibricium subceraceum

    4 = siehe oben: Die trennung von Aphanobasidium pseudotsugae und Aphanobasidium subnitens ist problematisch und wäre weiter zu untersuchen.


    5 = Skeletocutis odora

    6 = Antrodia serialis s.str.

    7 = Physisporinus vitreus!

    8 = Oligoporus floriformis
    9a = Oligoporus balsameus
    9b = Tyromyces wakefieldiae

    10 = Antrodiella spec.



    LG, Pablo.

    Hallo!


    Zu dem Birkenpilz: Laccinum variicolor sollt schon passen. Die Verfärbungen im Schnitt muss man meistens etwas länger beobachten: variicolor wird oft in der Stielbasis im Schnitt gar nicht grünblau sondern nur außen, im Hutfleisch nach > 5min rosa. Auch sind die Verfärbungen schon stark abhängig von Witterungsbedingungen, Alter sowie Lust und Laune des fruchtkörperproduzierenden Mycels.

    Der fleckig - grubige Hut mit Grautönen passt aber schon wie angebügelt zum Vielfärbenden Birkenpilz.


    Zudem: Grandiose Bilder und Pilze! :thumbup:



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Hast du Melanophyllum verglichen, Jan-Arne?
    Solche alten Kollektionen mit entfärbten Lamellen hatte ich auch schon - nur leider nie fotografiert.

    Mikroskopisch müsste sich da aber doch wass machen lassen?

    Peniophora incarnata passt natürlich für das Kaugummi. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Moin, Björn!


    Die helle Kruste bei Terana caerulea ist eine Phanerochaete, könnte auch eine der arten um Phanerochaete sordida sein.

    Nr. 6 sieht spannend aus. Für eine Trechispora sind die Sporen ziemlich groß (wenn 1 Strich = 1µm) und die Farbe ziemlich gelblich. Sowas gibt's in der Gattung vielleicht auch, wäre aber was ungewöhnliches. Oder es gehört in eine ganz andere Gattung, da wären noch ein paar Details interessant, vor allem die Sporen mal in Melzer anzugucken. Sind die tatsächlich warzig oder ist das eher angelagerter Kruscht - das würde man neben der Amyloidität in Melzer wohl auch besser beobachten können.

    Nr. 3 hätte mich mal von unten interessiert, so von oben erinnert das irgendwie an Melanophyllum (haematospermum wäre die einzige Art, die ich da kenne, die Lamellen entfärben sich im Alter).

    Bei dem Leucocoprinus hat sich auf dem letzten Bild noch ein anderer Pilz eingeschmuggelt, der sehr nach Pulverolepiota ausschaut.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Toller Fund, vor allem so weit nörlich des üblichen Verbreitungsgebietes. :thumbup:

    Die Wärme alleine ist es wohl nicht, denn außer am Kaiserstuhl kenne ich die Art noch aus den Alpen, zwar in Tallagen um 700 / 800 Meter und auf der Südseite, aber da wird's im Winter auch schon knackig kalt mit viel Schnee.
    Das Klima ist vermutlich nicht so das Hindernis, sondern einfach daß die Art lange braucht, um ihr Verbreitungsgebiet entsprechend auszudehnen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Die Farbverläufe finde ich ein wenig auffällig, darum die Frage. Aber wenn ihr euch den angeschaut habt...

    Es gibt hin und wieder auch "unvollständig verfärbende" Kollektionen von Physisporinus sanguinolentus, der auch mal relativ kleine Sporen haben kann (überschneidet sich dann mit den Sporengrößen von P. vitreus). Dazu halt noch ein paar Arten aus anderen Gattungen, speziell Rigidoporus, wo die Zystiden nicht immer auf den ersten Blick zu sehen sind.
    Einen ähnlichen Fall (der momentan bei Frank Dämmrich zur weiteren Untersuchung liegt) hatte ich im Herbst, da fanden sich die Zystiden auch nicht in jedem Präparat.

    >hier dokumentiert<, Pilz 7.



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Auch hier: Absolut faszinierend! :thumbup:

    Bei den Hängeröhrchen gibt's noch Phaeosolenia densa, die vorwiegend an Pappel wächst, auch breitelliptische bis subglobose Sporen hat, die aber pigemntiert (bräunlich) sind. Makroskopisch sieht das Ding aber auch noch sehr ähnlich aus.


    Hattet ihr den Physisporinus unter den Linsen?



    LG, Pablo.

    Bonjour!


    Schön übrigens zu sehen hier, wie die Struktur der Unterlage die Form der Fruchtkörper beeinflusst. Sieht man bei Phlebia radiata auch manchmal direkt im Übergang, zB an Stellen, wo ein typisch radialfaltiger Fruchtkörper plötzlich auf Moos trifft, dieses Überwächst und dann ein irregulär knubbeliges Aussehen annimt. Auch hier ist die grobe Birkenrinde nicht glatt genug, als daß der Fruchtkörper die typische Form mit +/- feinen, gewundenen und radialstrahligen Falten und Kämmen annehmen könnte.



    LG, Pablo.

    Morgen zusammen!


    Ach ja, das unmögliche castoreus-ursinus-Problem!

    Das habe ich auch noch nie verstanden. Ich bin eigentlich ziemlich sicher, daß es in dem Komplex mindestens zwei Arten gibt. Eine Trennung anhand mir verfügbarer Literatur konnte ich aber noch nie nachvollziehen, bei keiner gefundenen Kollektion, da angeführte Trennmerkmale nie korrelierten.

    Die Unterscheidung nach Substrat ist halt komplett willkürlich, solange man nicht zusätzlich ein konstantes morphologisches Trennmerkmal hätte oder konstant und kongruent zum Susbtrat zwei genetische Sippen beobachten könnte (egal ob ITS oder welcher locus bei der Gattung halt funktioniert). Das gilt auch für die weiteren (und wenn es so unsichere Merkmale wie Geschmack oder Fruchtkörpergröße wären): Es müssten halt zwei oder mehr Merkmale konstant zusammen passen, und das war für mich bei eigenen Funden nie nachvollziehbar.

    Schade natürlich: Genetische Untersuchungen ohne umfassende morphologische Dokumentationen sind hier nutzlos und unwissenschaftlich und leider einfach nur rausgeschmisssenes Geld.



    LG, Pablo.

    Hallo, Maria!


    Wenn's dich interessiert, bleib ruhig dabei. Ich meine, schlimmer als daß es nachher "nicht bestimmbar" ist, kann es ja nicht werden, oder?
    So wie die Gebiete um dich herum ökologisch viel zu bieten haben, sind da bestimmt auch eine ganze Reihe eher ungewöhlniche Krusten dabei. Ist zwar fast immer mit einiger Mikroarbeit verbunden, lohnt sich aber mitunter. Und auch solche Pilze werden in deiner Umgebung unterkartiert sein.

    Aber da sind sie natürlich eine Gruppe von vielen, und alles wirst du unmöglich angucken können. Das könnte nirmand, egal mit wie vielen Mikroskopen und Büchern ausgestattet.



    LG, Pablo.