Beiträge von Beorn

    Amanita porphyria Alb. & Schwein.
    Porphyrwulstling, Porphyrbrauner Wulstling
    Synonyme:
    - Amanita porphyria Fr.
    - Amanita recutita Fr. (Gillet)
    - Amanita porphyria var. fusca Gillet
    - Amanita porphyria var. purpurascens Gillet
    - Amanita porphyria var major Sacc.
    - Amanita porphyria var. tenuior Sacc.
    - Amanita porphyria var. asteropus Bigeard & H. Guill.



    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Amanitaceae --> Amanita --> Amanita porphyria



    Hut: bis 10 cm breit; graubraun bis dunkelbraun (–œporphyrbraun–), manchmal mit violettem Schimmer; teils mit grauen bis schmutzig –“ graubraunen, flächigen, häutigen Velumresten bedeckt; Hutrand ungerieft; Hutoberfläche glatt, unter der Lupe fein eingewachsen radialfaserig, feucht speckig glänzend


    Stiel: bis 12 cm lang, schlank bis kräftig; Knolle dick, deutlich abgesetzt, gerandet (wie beim Gelben Knolli) oder mit abstehender, häutiger, bräunlicher bis violettgrauer Scheide; Ring häutig, bald hängend, ungerieft, vergänglich, Unterseite ebenfalls oft mit graubräunlichen Farbtönen; Stieloberfläche zunächst weißlich, jung fein weißlich beflockt, später zunehmend bräunlich überfasert bis genattert


    Lamellen: weiß, engstehend; am Stiel breit angeheftet, seltener völlig frei;


    Fleisch: weiß, unter der Huthaut gerne mit Violettönen; eher brüchig, Stiel bald hohl; Geruch nach Kartoffelkeller, Geschmack rettichartig


    Speisewert: giftig


    Sporenpulver: weiß


    Vorkommen: Sommer und Herbst in Nadelwäldern auf eher sauren Böden; Verbreitung eher montan bis collin; im Flachland seltener; Mykorrhiza überwiegend mit Fichte, seltener mit anderen Nadelbäumen (Waldkiefer), lt. Lit. sehr selten mit Laubbäumen; insgesamt recht weit verbreitet, aber gerade im Flachland eher lückenhaft und gebietsweise selten


    Verwechslungen: Die dunklen Fraben und die sehr dicke Knolle kennzeichnen die Art recht gut.
    Am ähnlichsten dürfte der Königsfliegenpilz (A. regalis) werden, der aber eine andere Knollenform hat und durch eine völlig andere Velumbeschaffenheit auffällt.
    Der Pantherpilz (A. pantherina) ist bekanntlich ein Chamäleon, kann also auch mal etwas ähnlich sehen, hat aber ebenfalls eine anders geformte Stielbasis und keine Brauntöne am Stiel.
    Der Gelbe Knolli (A. citrina) unterscheidet sich aufgrund der Farben recht gut.
    Der Grüne Knollenblätterpilz (A. phalloides) kommt normalerweise nicht mit braunen Hutfarben vor, unterscheidet sich aber auch durch seinen angenehmen Geruch.


    Wissenswertes: Der Pilz enhält mit Bufotenin den selben Giftstoff wie Amanita citrina.



    Bilder:




    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Amanita regalis = Königsfliegenpilz<
    >Amanita pantherina = Pantherpilz<
    >Amanita citrina = Gelber Knollenblätterpilz<
    >Amanita gemmata = Narzißgelber Wulstling<
    >Amanita excelsa = Grauer Wulstling<
    >Amanita phalloides = Grüner Knollenblätterpilz<

    Xerocomus cisalpinus Simonini, H. Ladurner & Peintner
    Starkblauender Rotfußröhrling
    Synonyme:
    - Xerocomellus cisalpinus (Simonini, H. Ladurner & Peintner) Klofac


    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Boletales --> Boletaceae --> Xerocomus --> Xerocomus cisalpinus



    Hut: bis 8 cm breit; eher flach polsterförmig ; fein filzig oder samtig; vom Hutrand her feldrig aufreißend; dunkelbraun, gelbbraun, olivbraun, rosabraun usw., also recht variabel; meist mit rosalicher oder rötlicher Subkutis, daher auch Fraßstellen fast immer rosa


    Stiel: bis 10 cm lang; zylindrisch und meist eher schlank, gerne etwas verbogen; leuchtend gelb (v.a. Stielspitze) bis ockergelb, meist mit roten Flecken zur Stielbasis hin; teilweise auch mehr oder weniger rötlich überfasert oder beflockt; auf Druck blauend; Basismycel weißlich bis blass cremegelblich


    Röhren: meist kürzer als Hutfleischdicke; gelblich, im Alter auch olivgelb; Poren gleichfarben, rundlich bis eckig; bei Verletzung und auf Druck blauend


    Fleisch: fest bis gummiartig –“ weich; gelblich bis cremefarben, im Stiel zur Stielbasis hin auch mit roten Flecken (nicht Punkten!) oder Maserungen; Im Schnitt überall oder wahllos irgendwo deutlich und rasch blauend, meist vor allem in der unteren Stielhälfte und im Hutfleisch über dem Röhrenboden; mit typischem Filzröhrlingsgeruch und Geschmack (also leicht säuerlich)


    Speisewert: essbar


    Sporenpulver: olivbraun


    Vorkommen: weit verbreitet und wohl recht häufig, allerdings wohl oft noch fehlbestimmt als X. chrysenteron oder X. pruinatus; in Laub und Nadelwäldern ohne besondere Bodenbedürfnisse; meidet zu nasse Standorte und stark stickstoffreiche Böden; Mykorrhiza mit Laub- und Nadelbäumen; hier (Oberrheinebene und südwestlicher Odenwald) meist bei Buche und / oder Eiche


    Verwechslungen: In erster Linie mit anderen Filzröhrlingen.
    Die Arten aus der Gruppe um den Eichen –“ Filzröhrling (X. engelii) unterscheiden sich durch feine, rote Pünktchen in der untersten Stielbasis.
    Besonders ähnlich sind der Bereifte Rotfuß (X. pruinatus) und der Echte Rotfuß (X. chrysenteron), die sich in erster Linie durch weniger stark blauendes Fleisch (auch Poren und Stieloberfläche) und einen oft kräftigeren Wuchs unterscheiden.
    Der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus) blaut wesentlich stärker.
    Der Maronenröhrling (Boletus badius) blaut nicht am Stiel.


    Wissenswertes: die Beschreibung orientiert sich hauptsächlich an eigenen Funden. Zu Mikromerkmalen und Tips zu weiterführender Literatur bietet sich wie immer bei Röhrlingen die >Beschreibung von Boris Assyov< an.



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Xerocomus pruinatus = Bereifter Rotfußröhrling<
    >Xerocomus chrysenteron = Echter Rotfußröhrling<
    >Xerocomus porosporus = Düsterer Rotfußröhrling<
    >Xerocomus engelii = Eichen - Filzröhrling<
    >Xerocomus chrysonemus = ?<
    >Xerocomus bubalinus = ?<
    >Boletus pulverulentus = Schwarzblauender Röhrling<
    >Boletus badius = Maronenröhrling<

    Marasmius bulliardii Quel.
    Laubstreu –“ Käsepilzchen, Bulliards Käsepilzchen
    Synonyme:
    - Marasmius bulliardii var. papillata Theiss.



    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Marasmiaceae --> Marasmius --> Marasmius bulliardii



    Hut: kaum jemals über 5 mm breit; Hutrand herabgebogen und grob gerieft; Hutmitte abgeflacht; cremefarben bis hell kaffeebräunlich, mit dunkler Papille (insgesamt meist dunkler als bei M. wettsteinii)


    Stiel: dünn, gebrechlich, lang , fast fädig; dunkelbraun bis schwarz; gelegentlich mit Verzweigungen


    Lamellen: entfernt stehend; weißlich; am Stiel in einem Kollar zusammengefasst, daß die Stielspitze umfasst


    Fleisch: sehr dünn, fest, ohne besonderen Geruch und Geschmack


    Speisewert: kein Speisepilz


    Sporenpulver: weiß


    Vorkommen: Frühjahr bis Herbst oft sehr gesellig bis rasig auf Polstern von Laubstreu (vor allem Buche); weit verbreitet und häufig


    Verwechslungen: Der Halsband –“ Schwindling wird größer und wächst auf Holzstückchen. Der Orangerote Schwindling ist kräftiger gefärbt und wächst an abgestorbenen Grashalmen.
    Das Nadelstreu –“ Käsepilzchen wächst auf Nadelstreu, vor allem Fichtennadeln (so man denn die beiden trennen mag)


    Wissenswertes: Ob Marasmius wettsteinii (Nadelstreu –“ Käsepilzchen) eine eigene Art ist und vom –žklassischen–œ Käsepilzchen (Marasmius bulliardii) getrennt werden muss, ist umstritten. Oft wird M. wettsteinii als Synonym zu M. bulliardii angesehen.



    Bilder:



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Marasmius wettsteinii = Nadelstreu - Käsepilzchen<
    >Marasmius rotula = Halsbandschwindling<
    >Marasmius curreyi = Orangerötlicher Schwindling<

    Arrhenia chlorocyanea (Pat.) Redhead, Lutzoni, Moncalvo & Vilgalys
    Blaugrüner Adermoosling, Blaugrüner Nabeling, Graublauer Adermoosling
    Synonyme:
    - Agaricus chlorocyaneus Pat.
    - Omphalina chlorocyanea (Pat.) Singer
    - Omphalina viridis (Hornem.) Kuyper
    - Omphalina umbelifera var. viridis (Hornem.) Quel.



    Familie: Tricholomataceae
    Ordnung: Agaricales
    Klasse: Agaricomycetes



    Hut: 2 bis 7 mm breit, rund bis unregelmäßig wellig; stahlblau bis graublau, teils etwas olivgrau, Hutmitte dunkler; fast glatt bis fein schülferig oder schuppig, feucht glänzend; hygrophan; Rand durchscheinend gestreift; deutlich genabelt


    Stiel: zentrisch bis exzentrisch, bisweilen verzweigt und dann eher exzentrisch; dünn, kaum 10 mm lang; etwa wie der Hut gefärbt; fein überfasert


    Lamellen: Heller als Hut und Stiel, hell blaugrau bis weißgrau; weit herablaufend; dick und entfernt stehend, zum Hutrand gegabelt und untermischt


    Fleisch: dünn, zart, ohne besonderen Geruch


    Speisewert: kein Speisepilz


    Sporenpulver: weiß


    Vorkommen: 25.10.2013 und 27.10.2013 am Rand einer extensiv bewirtschafteten Wiese, eher nährstoffarm; sandiger Boden zwischen Moosen, Gras und Flechten; scheinbar vergesellschaftet mit Becherflechte (Pyxidata spec); Oberrheinebene bei Viernheim am Golfplatz.
    In Deutschland zerstreut und sehr selten, wegen dem unscheinbaren Aussehen des Pilzes aber wohl auch teils übersehen.


    Verwechslungen: Mit ähnlicher Färbung auf Erdboden / Sandboden soll es noch eine Omphalina cyanobrunnescens geben. Die Art erscheint allerdings recht diffus, da wohl seit der Erstbeschreibung kaum je wieder gesichert nachgewiesen. Ihre Hutform wäre eine andere (konvex, nicht niedergedrückt oder genabelt).
    Arten wie dem Hundsflechten - Adermoosling (Arrhenia peltigerina) oder dem Sepiabraunen Nabeling (Arrhenia obscurata) fehlt das blaue bis blaugrüne Pigment.
    Arten wie der Gezonte Adermoosling (Arrhenia spathulata) sind anders geformt und ebenfalls nicht blau.
    Blaue Rindenhelmlinge (Mycena pseudocorticola) wachsen auf Holz.
    Im Grunde also schwer zu verwechseln, wenn man es nicht mit unfrischen, komisch verfärbten Fruchtkörpern zu tun hat.


    Wissenswertes: In der Literatur wird der Pilz mit deutlichen Grüntönen an Hut und Lamellen beschrieben. Das konnte hier bei keinem Fund festgestellt werden. Daher erfolgte die Beschreibung nur anhand des eigenen Fundes. Gleiches gilt für die Fundortbeschreibung.



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Omphalina cyanobrunnescens = Blaubräunlicher Nabeling<
    >Arrhenia spathulata = Gezonter Adermoosling<
    >Arrhenia peltigerina = Hundsflechten - Adermoosling<
    >Arrhenia obscurata = Sepiabrauner Nabeling<
    >Phytoconis ericetorum = Gefalteter Flechtennabeling<
    >Mycena pseudocorticola = Blauer Rindenhelmling<

    Hallo, Anna!


    Gut, daß ich hier noch reingeschaut habe.
    Jetzt bin ich froh, im Warmen zu sitzen. Und will trotzdem raus in die Pilze. :thumbup:


    Erzähl mal, ob Antrodia xantha bei dem Wetter auch so prägnant riecht.



    LG, pablo.

    Moin.


    Da habe ich auch noch was:


    Zwei Funde (September und Oktober) von unterschiedlichen Standorten im Odenwald, beide auf saurem Buntsandsteinboden, collin, bei jungen Weymouthkiefern, jeweils an steilen Wegböschungen, gesellig wachsend.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Zitat


    Bei geruchlosen Lepisten mit blass violettbraunen Tönungen wäre auch noch Lepista sordida in Betracht zu ziehen, vor allem wenn die Exemplare recht dünnstielig daherkommen.


    Ja, das wäre natürlich eine naheliegende Lösung zu Lepista 1.
    Allerdings wäre "recht dünnstielig" aus meiner Sicht schon anders als auf Abejas Bildern. Also auch wieder schwierig. Aber ein Blick in die Richtung schadet nicht.


    Zum Glück hat Abeja ja auch Größenangaben gemacht, sonst wäre man hier bei einem weiteren Problem der Bestimmung über Bilder: Was ist groß, was ist dick, kompakt, filigran, ...


    Ok, Stephan, keine Sorge: Hier ging es doch zu keiner Zeit um eine Verzehrfreigabe, da wird wohl auch kein Versicherungsfall für einen PSV draus entstehen. Und um deine Einschätzung zu der Bestimmbarkeit an dieser Stelle (gilt natürlich für diverse Pilze) zu unterstreichen:
    Nachdem ich bei meinen Monitoreinstellungen mal die Helligkeit verringert und den Kontrast erhöht habe, sehe ich auf Abejas Bildern zu Lepista 2 nun auch violett. Nicht viel, aber es ist da.
    Aber ist es wirklich da?

    Zitat


    Lamellen höchstens schwach rosa gefärbt (nicht violett), überhaupt am ganzen Pilz keine violetten Töne, höchstens ein rosa Hauch von Farbe.


    Also zumindest nach Abejas Fundbeschreibung eher nicht.
    Zeigt aber hier vor allem eines:

    Zitat


    Lepisten rein optisch zu bestimmen, ist viel schwieriger, als sie über den Geruch zu bestimmen


    ...und über einen Monitor zusätzlich noch ziemlich verwirrend. :cool:


    Was mich mal noch interessieren würde:
    Über die Fleischfarben lässt sich da ja wahrscheinlich nichts unterscheiden, oder?
    Das wäre bei L. irina wohl meist cremeweißlich und bei L. nuda violett bis cremeweißlich?



    LG, Pablo.

    Hallo, Lothar!


    Eine sehr gute Arbeit, vielen Dank! :thumbup:
    Ich klebe das mal oben dran, damit es nicht im Nirvana verschwindet.


    Oh, ja, den Thread von mir hatte ich schon fast völlig vergessen. Aber das hier ist ohnehin übersichtlicher und aktueller.
    Interessant waren in dem anderen einige Diskussionen, die aber so oder so ähnlich immer mal wieder auftauchen. ;)



    LG, Pablo

    Moin, Ingo & Stephan!


    Interessant ist es aber immer noch.
    Nur nicht falsch verstehen bitte: L. nuda kenne ich ja ganz gut, auch in recht blassen Ausprägungen. Der Geruch ist sehr wesentlich bei der Unterschiedung aller Rötelritterlinge. Leider fehlt hier immer noch das Addon zum Hochladen von Duftdateien. :cursing:


    Darum schrieb ich auch sowas in der Art hier:


    Den hätte ich jetzt gerne in der Hand und würde mal am liebsten ein wenig selbst schnuppern.


    [hr]


    Pilz 2 ist dann das, was ich mir unter dem Veilchen - Ritterling (Lepista irina) vorstelle.


    Mich würde jetzt echt mal interessieren - ganz unabhängig von den Gerüchen, die lassen sich nur in der Praxis erfahren - warum Abejas zweiter Pilz denn nun nicht L. irina sein kann.
    Rein spekulativ. Nicht, um hier eine Art zu ermitteln, sondern um dem interessierten Leser einige Infos an die Hand zu geben, worauf man bei den optischen Merkmalen mal so achten könnte.
    Denn einfach nur zu sagen: "Ach ja, ist ein Pilz, aber bestimmen lässt sich der über Bilder nicht," kann ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Immerhin könnte man sich ja über eine Diskussion mal an verschiedene Möglichkeiten annähern und andere vielleicht nach hinten rücken.


    Dann hätte das möglicherweise schon einen Sinn, oder?


    Also meine Ansatzpunkte waren - wie oben in der individuellen Einschätzung zu lesen - die Farben (siehe auch Abejas Beschreibung), die Standortbeschreibung und der Habitus (eben mit deutlichem Buckel), die mich an L. irina denken ließen. Siehe Beschreibungen und Bilder.



    Dazu muss ich sagen, daß mir solche Diskussionen in der Vergangenheit immer sehr geholfen haben. Insbesondere dann, wenn ich mich aktiv beteilige. Die Beschäftigung mit den (noch) unbekannten Pilzen mittels Literatur, Forum (Austausch mit Leuten mit Funderfahrung) und Internetquellen tragen dazu bei, einen Pilz kennen zu lernen, so daß dann bei einem eigenen Fund im Feld die Erkennung wesentlich leichter fällt. Auch Vergleichsarten hat man schon im Kopf: Supersache.


    Das - denke ich mal - meinst du ja auch, Stephan:


    Letztlich ist es auch nicht wirklich erheblich, ob diese hier angefragten Pilze L. nuda, L. glaucocana oder L. irina sind. Viel informativer wäre es für den Anfrager zu wissen, worauf er denn das nächste Mal im Feld achten soll, wenn er vor dem Problem steht, die genannten drei Arten auseinanderzuhalten und ein Fundexemplar richtig zuzuordnen - und vor allem nicht mit dem Riesenrötling zu verwechseln.


    Richtig? ;)


    Also bitte weiter so. :thumbup:
    Schade. ThAm - Tagung hätte ich jetzt gerne miterlebt. Die Identität von L. glaucocana ist mir rätselhaft.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ich glaube, du musst da schon ein wenig umdenken.
    L. irina kann durchaus Rosatöne zeigen, in den Lamellen sowieso, aber auch auf dem Hut (Quelle: GPBWs).
    Ein paar zuverlässige Bilder habe ich mal rausgesucht:
    >Tintling<
    >Stridvall<
    >Pilzmaus<
    >Doppelpilze<
    Was nicht heißen soll, daß das Wiki - Bild nichta uch L. irina sein kann. Bei dem Habitus und den Farben hätte ich nur zunächst mal an einen der weißen Ritterlinge gedacht. Da ist immer ein gewisses Maß an Skepsis gut.


    Und nach Beschreibungen und den Bildern wäre Abejas zweiter Pilz für mich nach wie vor L. irina.
    Der erste dann eben L nuda oder L. glaucocana, wobei Letzterer zumindest als eigenständige Art ja ohnehin umstritten ist und eventuell als Varietät zu L. nuda zu stellen wäre (so auch gehandhabt in den GPBWs).



    LG, pablo.

    Hallo, Emil!


    Unter L. irina verstehe ich weiße Pilze, die ein bisschen an Weiße Raslinge erinnern, so wie hier. Die Art würde ich hier bei beiden Nummern ausschließen.


    Im Netz ist nicht alles Gold, was glänzt. Das, was da auf dem Wiki - Bild zu sehen ist, wäre bei mir erstmal Tricholoma lascivum. Müsste man dann auch noch mal in der Hand haben und Fleischkonsistenz und Lamellen prüfen sowie dran riechen, aber optisch genau so kenne ich den "Widerlichen Ritterling".



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ach, den Zweiten hätte ich auch gerne mal wieder in der Hand.
    Die Lamellen ließen sich echt einfach abschieben? Sonst hätte ich jetzt noch einen Trichterling (Clitocybe) ins Spiel gebracht. Wie fühlt sich denn die Hutoberfläche an? Glatt oder eher filzig?
    Lepista flaccida / gilva hätte schon eine glatte Hutoberfläche.
    Da gäbe es aber auch noch so interessante Arten wie Lepista martiorum (Braunbereifter Rötelritterling) mit filzigem Hut, oder Lepista caespitosa (Büscheliger Rötelritterling). keine der beiden Arten hätte aber herablaufende Lamellen, wenn ich mich nicht irre. Und Letzterer sollte büschelig wachsen.


    Nebelkappe (aktuell als Clitocybe nebularis geführt) passt für PIlz 1 und 2.



    LG, pablo

    Hallo.


    L. glaucocana beschreibt ja eigentlich eine Übergangsform zwischen Lepista nuda und Lepista irina. Der wird aber auch gerne mit Lepista nuda synonymisiert. Wobei der hier Gezeigte schon arg blass wäre. Den hätte ich jetzt gerne in der Hand und würde mal am liebsten ein wenig selbst schnuppern.


    Pilz 2 ist dann das, was ich mir unter dem Veilchen - Ritterling (Lepista irina) vorstelle. Den habe ich auch noch nicht selbst gefunden. Hübsches Ding. :)



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Schau mal >hier<.


    Was, Schwefelköpfe und Krönchenträuschling? 8|
    Gut, bei den Träuschlingsartigen sollte es ja keine Überraschung sein, da ja auch Psilocybe in die nahe Verwandschaft gehört.
    Falls du dazu noch eine Literaturangabe hättest, wäre natürlich super. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hi.


    Jetzt musste ich gerade überlegen, wo ich die Info mit G. junonius und den halluzinogenen Inhaltssoffen herhabe. Gefunden: Steht so in "Großes Handbuch der Pilze" von Laessoe / DelConte, Coventgarden.
    Naja, muss nicht viel heißen. Ein paar Patzer sind in so ziemlich jedem Buch drin. War aber immer mein Lieblings - Einsteigerbuch.


    Aber ich glaube, das noch an anderen Stellen gelesen zu haben (Foren? sonstige Netzquellen?). Du bringst den auch nicht mit dem ungiftigen Goldfarbenen Glimmerschüppling (Phaeolepiota aurea) durcheinander, denke ich mal.


    Übrigens: Solange es um fachliche Inhalte und Informationen geht, brauchen wir hier keinen Mantel des Schweigens über solche Pilze zu breiten. Wo mit dem groben Besen gekehrt wird, sind Anfragen von "Newbies" zu irgendwelchen Pilzen wo völlig klar ist, daß es keinerlei Interesse an mykologischen Fragen gibt, sondern es nur um den Konsum geht.
    Alles andere ist durchaus interessant und kann durchaus besprochen werden. Das sind ja Themen, die bestimmungstechnisch und mykologisch interessant sind, aber auch für Pilzsachverständige und ambitionierte Laien, die ihr Wissen zu Giftpilzen erweitern wollen.


    Da gibt es schon tolle Sachen, kürzlich hat Eike erst einen psilocybinhaltigen Rißpilz vorgestellt. Da habe ich schon gestaunt, sehr interessanter Pilz.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Ich kenne außer G. penetrans und G. junonius eigntlich auch nichts. Und G. junonius leider nur als uralte, völlig vermoderte Schlappen, also danke deinem Kunden, der dir da was Schönes gezeigt hat. :thumbup:
    Nach allem was ich weiß, ist der Beringte übrigens durchaus giftig (Magen - Darm und Halluzinogen).


    Aber es gibt da schon noch Einiges zu entdecken. G. penetrans ist zwar ein absolutes Chamäleon, aber ab und an finde ich auch welche, die da nicht passen wollen. Nur: Um das dann genau zu klären, wäre Mikroskopieren angesagt. Also heißt die dritte Art der Gattung für mich nur: Gymnopilus species. ;)



    LG, pablo.

    Hallo nochmal!


    Sorry wegen der Breite der Bilder. Wenn ich die ursprünglichen Attachments von Marion als Grafik einfüge, erscheinen die in der Originalgröße. Das andere System klappt anscheinend nicht, wenn die Anhänge nicht in dem entsprechenden Beitrag hochgeladen wurden.
    Und Attachments kopieren, erneut hochladen und dann quasi doppelt auf dem Foren - Server liegen zu haben, ist ja auch irgendwie doof. Ich denke aber, es ist gerade noch so im Rahemn mit der Breite der Bilder.


    Dafür gibt's auch noch ein ganz eigenes von mir:

    Chlorophyllum rachodes an einem Wegrand (Reitweg) in der Oberrheinebene, 11.06.2913.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Du hast 100 Chips. :)
    Die hat hier jeder automatisch. Wenn die mal alle sind... Gute Frage. Was machen wir dann? Habe ich noch nie drüber nachgedacht.
    Ich glaube, man trägt sich einfach neue ein. :D


    Galerina wäre eine Möglichkeit, meine ursprüngliche Intuition war aber Gymnopilus (Flämmling) mit Frost-/Trockenschaden.
    Allerdings möchte ich lieber nicht ausschließen, daß da fleischrosa Sporenpulver aus freien Lamellen rieselt. Würde mich etwas überraschen, aber nicht sehr. Da ist ganz viel möglich bei dem Pilz.



    LG, pablo.

    Chlorophyllum brunneum (Farl. & Burt) Vellinga
    Gerandetknolliger Garten –“ Safranschirmling, Gift –“ Safranschirmling, Gift - Riesenschirmling, Garten - Giftschirmling
    Synonyme:
    - Lepiota brunnea Fral. & Burt
    - Macrolepiota rachodes var. hortensis (Pilat) Wasser
    - Macrolepiota rachodes var. bohemica (Wichansky) Bellu & Lanzoni
    - Macrolepiota venenata Bon



    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Agaricaceae --> Chlorophyllum --> Chlorophyllum brunneum



    Hut: bis 15 (20?) cm breit; jung eiförmig, später halbkugelig bis flach polsterförmig; Grundfarbe cremeweißlich bis hellocker, mit groben braunen Schuppen besetzt (starker Kontrast zum Untergrund), zur Hutmitte hin Schuppen dichter bis geschlossen; Hutrand meist fetzig behangen


    Stiel: meist kürzer oder gleich der Hutbreite (Kompaktbauweise); auf weißlichem (bisweilen leicht bräunendem) Untergrund weißlich oder bräunlich längsfaserig; auf Druck zunächst rötend, später bräunend; Knolle dick, etwas wattig, deutlich gerandet und abgesetzt, meist mit Substrat und Dreck beklebt; Ring einfach aber kräftig, abstehend, unregelmäßig fetzig, Unterseite oft bräunlich


    Lamellen: frei; cremefarben; im Alter und bei ungünstiger Witterung bräunend, bei verletzung rötend


    Fleisch: fest; cremeweiß; im Schnitt und bei Verletzung safranrot verfärbend, die Färbung verändert sich mit der Zeit über weinrot zu bräunlich; Geschmack mild, Geruch unbedeutend, sobald man aber weiß, daß man eine giftige Art in der Hand hat, als unangenehm empfunden


    Speisewert: giftig


    Sporenpulver: cremefarben


    Vorkommen: Sommer bis Herbst; weit verbreitet aber wohl eher selten bzw. oft fehlbestimmt oder nicht beachtet; an nährstoffreichen Standorten wie Gärten, Komposthaufen, Grünschnittablagerungen an Straßen- und Wegrändern, kann selbstverständlich auch im Wald vorkommen, wenn da Kompost und Grünschnitt entsorgt wurde; gerne gesellig bis fast büschelig


    Verwechslungen: Die Art ist durch ihre Merkmalskombination (Habitus / Kompakte Statur, Verfärbung, Knolle, Ring, Standort) gut makroskopisch zu erkennen.
    Der Keulenstielige Garten-Safranschirmling hat einen doppelten Ring, einen weniger gedrungenen Wuchs und eine abgerundete (nicht gerandete) Knolle.
    Der Olivbraune Safranschirmling ist eher ein Waldbewohner, hat weniger grobe, eher wattige Hutschuppen, die weniger mit der Grundfare kontrastieren und ebenfalls einen schlankeren Wuchs.
    Der Grünsporige Safranschirmling ist eine tropische bis subtropische Art, die bei uns nur in Gewächshäusern etc vorkommt. Freilandfunde sind extreme Ausnahmen. Das Sporenpulver der Art ist grünlich.
    Der Jungfern –“ Riesenschirmling hat eine viel feinere Hutschuppung und verfärbt nicht bzw. bräunt nur schwach.
    Der Acker –“ Riesenschirmling hat ebenfalls eine andere Hutschuppung und verfärbt nicht.
    Die Parasol –“ Verwandschaft (Gattung Macrolepiota) verfärbt bestenfalls etwas weinrötlich, hat mehr oder weniger genatterte Stiele und meist deutlich doppelte Ringe.
    Champignons (Gattung Agaricus) haben dunkelbraunes Sporenpulver.


    Wissenswertes: Macrolepiota venenata Bon ist die selbe Art, auch wenn gerne versucht wird, da einen anderen Pilz draus zu backen, weil an einem Präparat zufällig keine Schnallen gefunden werden.
    Die Gattungen Chlorophyllum (Safranschirmlinge) und Macrolepiota (Riesenschirmlinge) waren lange Zeit ein recht kompliziertes Verwirrspiel, was in erster Linie an taxonomischen Unklarheiten lag. Schon einige Originalbeschreibungen waren da missverständlich, wurden unterschiedlich interpretiert, so daß manche Namen immer wieder wechselten, leicht verändert, oder gleiche Namen für verschiedene Arten verwendet wurden.
    Else Vellinga sei dank gibt es nun ein in sich schlüssiges Konzept, dem hier auch gefolgt werden soll.



    Bilder:






    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Chlorophyllum rachodes = Keulenstieliger Garten-Safranschirmling<
    >Chlorophyllum olivieri = Olivbrauner Safranschirmling<
    >Chlorophyllum molybdites = Grünsporiger Safranschirmling<
    >Leucogaricus nympharum = Jungfernschirmling<
    >Macrolepiota excoriata = Acker –“ Riesenschirmling<
    >Macrolepiota procera = Parasol<
    >Macrolepiota rhodosperma = Grobschuppiger Riesenschirmling<
    >Macrolepiota mastoidea s.l. = Zitzen - Riesenschirmling<
    >Agaricus pseudovillaticus = Kompost –“ Egerling<
    >Agaricus impudicus = Braunscheckiger Stinkegerling<

    Chlorophyllum rachodes (Vittad.) Vellinga
    Keulenstieliger Garten-Safranschirmling
    Synonyme:
    - Agaricus rachodes Vittad.
    - Macrolepiota rachodes (Vittad.) Singer



    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Agaricaceae --> Chlorophyllum --> Chlorophyllum rachodes



    Hut: bis 15 (20?) cm breit; ganz jung eiförmig, später halbkugelig, zuletzt fast ausgebreitet (flachkonvex); auf weißlichem, cremefarbenem bis hell ockerlichem Grund grob bräunlich geschuppt, Schuppen zur Hutmitte hin dichter, im Zentrum meist geschlossen; Hutrand fransig / zottig


    Stiel: meist länger oder zumindest gleich Hutbreite; auf weißlichem bis blass ockerlichem Grund weißlich bis bräunlich überfasert; auf Druck und bei Verletzung rasch safranrötlich verfärbend, später bräunend; Ring kräftig, abstehend, doppelt; Knolle dick, rundlich, nicht gerandet


    Lamellen: weißlich bis cremefarben; frei; im Alter bräunend, bei Verletzung rötend


    Fleisch: weißlich bis cremefarben; fest; bei Verletzungen kräftig safranrot verfärben, später wieder zu bräunlich ausblassend; Geschmack mild, Geruch angenehm und schwach würzig


    Speisewert: essbar, wird aber bisweilen nicht vertragen


    Sporenpulver: cremefarben


    Vorkommen: Frühsommer bis Herbst, weit verbreitet und recht häufig; einzeln bis gesellig an nährstoffreichen Standorten wie Gärten, Parks, Friedhöfe, Kompostablagerungen, Wirtschaftswiesen und Weiden, in Wäldern meist an Wegrändern mit Stickstoffanreicherungen


    Verwechslungen: Der Gerandetknollige Garten-Safranschirmling hat einen einfachen Ring, einen kompakteren Wuchs und oft deutlich abgesetzte, gerandete Knolle. Eventuell gibt es auch eine weitere Art mit einfachem Ring und keuliger Stielbasis, die dann Chlorophyllum brunneum heißen müsste, dann würde die Art mit gerandeter Knolle einen anderen Namen bekommen.
    Der Olivbraune Safranschirmling ist eher ein Waldbewohner und hat weniger grobe, eher wattige Hutschuppen, die weniger mit der Grundfare kontrastieren und.
    Der Grünsporige Safranschirmling ist eine tropische bis subtropische Art, die bei uns nur in Gewächshäusern etc vorkommt. Freilandfunde sind extreme Ausnahmen. Das Sporenpulver der Art ist grünlich.
    Der Jungfern – Riesenschirmling hat eine viel feinere Hutschuppung und verfärbt nicht bzw. bräunt nur schwach.
    Der Acker – Riesenschirmling verfärbt nicht und hat einen einfachen Ring.
    Die Parasol – Verwandschaft (Gattung Macrolepiota) verfärbt bestenfalls etwas weinrötlich und hat mehr oder weniger genatterte.
    Champignons (Gattung Agaricus) haben dunkelbraunes Sporenpulver.


    Wissenswertes: Die Schreibweisen "rhacodes" und "rhachodes" sind vielleicht etymologisch gesehen interessant, aber im Bezug auf den Pilz nicht korrekt, da Vitadini in der Originalbeschreibung den Namen "rachodes" verwendet.
    Die Gattungen Chlorophyllum (Safranschirmlinge) und Macrolepiota (Riesenschirmlinge) waren lange Zeit ein recht kompliziertes Verwirrspiel, was in erster Linie an taxonomischen Unklarheiten lag. Schon einige Originalbeschreibungen waren da missverständlich, wurden unterschiedlich interpretiert, so daß manche Namen immer wieder wechselten, leicht verändert, oder gleiche Namen für verschiedene Arten verwendet wurden.
    Else Vellinga sei dank gibt es nun ein in sich schlüssiges Konzept, dem hier auch gefolgt werden soll.



    Bilder: siehe unten

    Weitere Bilder von >MarionS< in >diesem Thema< gezeigt zeigen möglicherweise Chlorophyllum brunneum mit keuliger Stielbasis: Siehe Kommentar von Christoph unten



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Chlorophyllum brunneum = Gerandetknolliger Garten-Safranschirmling<
    >Chlorophyllum olivieri = Olivbrauner Safranschirmling<
    >Chlorophyllum molybdites = Grünsporiger Safranschirmling<
    >Leucogaricus nympharum = Jungfernschirmling<
    >Macrolepiota excoriata = Acker – Riesenschirmling<
    >Macrolepiota procera = Parasol<
    >Macrolepiota rhodosperma = Sternschuppiger Riesenschirmling<
    >Macrolepiota mastoidea s.l. = Zitzen - Riesenschirmling<
    >Agaricus pseudovillaticus = Kompost – Egerling<
    >Agaricus impudicus = Braunscheckiger Stinkegerling<

    Hallo.


    Ja, das passt schon.
    Auch wenn mir der Name >Bereifter Rotfuß< besser gefällt. Nicht nur, weil es eine direkte Übersetzung des lateinischen Namen ist, sondern auch, weil man sich sonst bei Funden der Art in Mai und Juni irgendwie komisch vorkommt. ;)


    Die rote Subkutis ist sogar ein ziemlich wichtiges Merkmal, wenn auch nicht immer konstant (kann auch mal fehlen) und ist auch bei etlichen anderen Filzröhrlingen ausgeprägt. X. pruinatus ist übrigens einer der Wenigen, der einen komplett roten Hut entwickeln kann.


    Der Gesamteindruck spricht hier schon eine sehr klare Sprache, aber:
    Wenn du Filzröhrlinge wirklich zuverlässig bestimmen willst, Localhorst, dann musst du in Zukunft auch die wirklich entscheidenden Merkmale anschauen:
    Stielbasis (incl. Basis - Mycelfilz), Verfärbungsmuster (Poren, Stielrinde und Längsschnitt + Entwicklung über 30 min) und komplettes (!!!!) Schnittbild.
    Auch der Standort kann wichtig sein.



    LG, Pablo.

    Hallo, ihr Eisbärte! :)


    Ramarien bestimmen?
    Bei Frost?
    Wenn keine Farben, Verfärbungen und Fleischkonstsitenzen mehr zuverlässig zu beurteilen sind? 8|
    Gut nur, daß ich von der Gattung keine Ahnung habe und darum meist einen großen Bogen mache.


    Eine von ungefähr drei Arten, die mich optisch zu bestimmen traue, ist die Steife Koralle (Ramaria stricta).
    Könnte für beide Funde (Von Gerd und Markus) schon passen.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Das mit den Bildern ist ansich nicht schlimm, da kann man noch etwas dran arbeiten. Vor allem das Handy ruhig halten, am besten auch irgendwo abstützen.


    Bei der Nummer drei bin ich auch alles andere als sicher.
    Generell ist es aber so, daß es bei all den Gibberpilzen eigentlich nichts wirklich Giftiges gibt. Aber auch Kreiseldrüslinge (so wie alle anderen Drüslinge auch) sind als Speisepilze nicht empfehlenswert. Schmeckt alles wie Zitetrzahn: Also wie ein wochenlang gewässertes Stück Knorpel oder geschmacksneutralisiertes Gummibärchen. Also ungefähr so sinnlos, wie einen Grauen Wulstling, Breitblattrübling oder einen Hirschbraunen Dachpilz zu verspeisen. <X


    Ohren sind ok, aber meiner Ansicht nach eben auch nur für bestimmte Gerichte zu verwenden, weil eigentlich auch nur geschmacksneutraler Glibber.



    LG, pablo.

    Agaricus xanthoderma Genev.
    Karbolegerling
    Synonyme:
    - Agaricus xanthodermus Genev.
    - Psalliota xanthoderma (Genev.) Richon & Roze
    - Agaricus pseudocretaceus Bon
    - Agaricus xanthodermus var. lepiotoides Maire
    - Agaricus xanthodermus var. griseus (A. Pearson) Bon & Capelli
    - Agaricus xanthodermus var. meleagrioides (A. Pearson) Bon & Capelli
    - Agaricus xanthodermus var. antibioicus Cleland & J.R. Harris
    - Agaricus xanthodermus var. croceus Raitelh.
    - Agaricus xanthodermus var. macrosporus Aparici & Mahiques



    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Agaricomycetidae --> Agaricales --> Agaricaceae --> Agaricus --> Agaricus xanthoderma



    Hut: bis 15 cm breit, meist recht dickfleischig; reinweiß bis beigegrau; fein radialfaserig bis schwach faserschuppig oder felderig aufplatzend, niemals deutlich geschuppt; bei Berührung meist stark gilbend, vor allem an den Huträndern, welche im Idealfall schon durch scharfes Angucken deutlich und sofort chromgelb verfärben; jung kugelig, später immer mehr verflachend aber fast immer auch im Alter mit herabgebogenen Huträndern; die besondere Kastenform lässt sich vor allem bei jungen Fruchtkörpern oft beobachten: Hutmitte abgeflacht und ab der Hälfte etwa promt nach unten abbiegend, was im Schnitt zu einer Trapezform führt, je nach Alter mit eher steilen oder eher flachen Seiten. Das Merkmal ist selbstverständlich nicht immer ausgeprägt.


    Stiel: meist so lang wie Hutbreite oder etwas kürzer; zylindrisch & meist mit etwas verdickter bis knolliger Stielbasis; gerne etwas verbogen; weißlich, längsfaserig, bei Berührung meist chromgelb verfärbend (vor allem an der Stielbasis); Ring häutig, hängend, gut ausgeprägt und ebenfalls gilbend


    Lamellen: frei; jung blassrosa, dann lange fleischrosa und oft mit Grautönen, zuletzt schokoladenbraun bis schwarzbraun


    Fleisch: fest, weißlich; stark gilbend, vor allem in der Stielbasis in der Regel schnell und kräftig chromgelb anlaufend; Geruch unangenehm nach Iod, Karbol (Tinte), Wundpflaster, Desinfektionsmittel, Krankenhaus usw.
    Besonders stark ist der Geruch beim Reiben an der Stielbasis und beim Erhitzen.
    Bei Kälte ist der Geruch schwach ausgeprägt bis nicht wahrnehmbar.
    Auch die Intensität der Gilbung ist bei Kälte beeinträchtigt.
    Ist eine Stielbasis stark von Maden befallen, gilbt da auch bestenfalls noch die Stielrinde, da das Fleisch um die Fraßgänge bräunlich ist.


    Speisewert: giftig


    Sporenpulver: dunkelbraun


    Vorkommen: Frühsommer bis Spätherbst; verbreitet, häufig;


    Verwechslungen: Standort, Hutoberfläche, Habitus, Verfärbungen und Geruch kennzeichnen die Art recht deutlich.
    Optisch sehr ähnlich müsste der Falsche Wiesenchampignon (Agaricus pseudopratensis) sein, der jedoch kleiner sein sollte und dessen Fleisch in der Stielbasis rasch von chromgelb zu weinrot umfärben soll.
    Ebenfalls leicht zu verwechseln: Der Sommer –“ Egerling (Agaricus albosericellus / aestivalis), der ebenfalls in der Stielbasis stark gilben kann und bisweilen jodartig riechen soll. Dieser ist aber eher ein Waldbewohner und neigt außen am Stiel und in der Stielspitze zu rosalichen Verfärbungen
    Der Wiesenchampignon und seine Verwandten verfärben in der Stielbasis bestenfalls ockerlich, riechen angenehm und haben niemals eine verdickte Stielbasis
    Die beiden Hühner (Agaricus moelleri und Agaricus phaeolepidotus) haben deutlich schuppige Hüte und sind Waldbewohner.
    Der Wurzel –“ Egerling unterschiedet sich durch seine auffällige Pseudorrhiza (Würzelchen an der Stielbasis), eher angenehmen und kaum karbolartigen Geruch sowie teilweise schwach rötendes Fleisch, eine schwach gilbende bzw. eher ockerlich verfärbende Stielbasis und ein meist hübsch rundliches Knöllchen oder nur schwach verdickte Stielbasis
    Weitere Gilber vom Schiefknolligen Anisegerling (Agaricus essettei) bis zum Schafchampignon (Agaricus arvensis) riechen angenehm nach Bittermandel oder Anis und gilben nicht in der Stielbasis.


    Wissenswertes: Bei kaltem Wetter ist der typische Geruch sehr schwach oder gar nicht mehr wahrnehmbar. Geiches gilt für die Gilbung. Beim Anwärmen und Reiben des Fruchtkörpers können beide Merkmale aber meist wieder deutlicher werden.
    Wahrscheinlich ist die Schreibweise –žAgaricus xanthodermus–œ korrekter, aber das mit dem –ža–œ ist irgend so eine Gewohnheitssache. Und das nicht nur bei mir, sondern auch bei einigen professionellen Autoren. ;)



    Bilder:





    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Agaricus campestris = Wiesenchampignon<
    >Agaricus pseudopratensis = Falscher Wiesenchampignon<
    >Agaricus moellerianus = Gilbender Wiesenchampignon<
    >Agaricus moelleri = Perlhuhnchampignon<
    >Agaricus phaeolepidotus = Rebhuhnchampignon<
    >Agaricus bresadolanus = Wurzel –“ Egerling<
    >Agaricus albosericellus = Sommeregerling<
    >Agaricus essettei = Schiefknolliger Anisegerling<