Moin.
Nachtrag:
>Observationes mycologicae<
Das sollte - zumindest in Auszügen - die Originalbeschreibung sein.
Insofern korrekt:
"pileo aurantio - fulvo" = "Goldfuchsiger Hut" Das beinhaltet auch Rottöne.
Damit kann man das "selten" oben eigentlich streichen, weil A. muscaria var. formosa im Sinne dieser Beschreibung eigentlich ein Massenpilz ist.
Wäre der in dem Fall von A. muscaria s.str. zu trennen? Ich behaupte: Auf gar keinen Fall! Dann würde ich auch SpeciesFungorum folgen, und A. muscaria var. formosa lediglich als Synonym zu A. muscaria s.str. gelten lassen.
Will ich aber nicht.
Wie oben erwähnt, auch diese teilweise (aber nicht vollständig) gelben Flockis sind nach meiner ganz individuellen Einschätzung Boletus erythropus s.str. Und die ganz Gelben eben was anderes.
Ich tendiere jetzt ernsthaft dazu, das hier ebenso zu handhaben.
Wenn rotes Pigment innerhalb eines Mycels = 0 (und zwar konstant, jedes Jahr und alle Fruchtkörper des Mycels betreffend), dann eigenständig. Wenn irgendwo Rottöne, dann normaler Fliegenpilz.
Dem zu folgen oder nicht steht jedem frei. Das hier ist kein wissenschaftlicher Aufsatz und meine persönliche Meinung in keinem Fall bindend.
Berücksichtigen sollte man allerdings, daß zwischen einem Fliegenpilz mit teilweisem (oder alters-, standort-, witterungsbedingtem) Pigmentausfall und einem mit konstant fehlendem Pigment schon ein Unterschied besteht.
Womit wir beim generellen Problem wären:
Wirklich verlässliche Beschreibungen habe ich bislang noch nicht gefunden. Teils geistert da sogar die Ansicht durch's Netz, A. muscaria var. formosa hätte gar keinen gelben Hut, sondern würde sich durch gelbes Velum unterscheiden.
"verrucis laxis subflavescentibus"
So ganz reicht da mein Latein nicht, aber "flavescens" wäre gilbend, "verrucis laxis" wollen wohl "Hutschuppen" sein.
Lateiner voraus!
Bitte übersetzen!
In der Beschreibung des Stiels ist ebenfalls von einer gilbenden Oberfläche und gelblichen Farbtönen zu lesen.
gelbliches Velum kommt wie bei einigen Amaniten ja auch beim Fliegenpilz gelegentlich vor.
Wenn hier aber eine Art mit konstant gelbem Velum und orangegelben Hutfarben (wie variabel?) beschrieben wird, dann ist der oben vorgestellte Pilz nicht A. muscaria var. formosa, sondern irgend was anderes.
Fragt sich nur was?
In Nordamerika gibt es noch die Amanita muscaria var. guessowii, die nach recht weit geprägtem Verständnis der hier vorgestellten "var. formosa" teilweise entspricht (teilweise, weil eben auch mit Rot- / Orangetönen) und auch oft synonymisiert wurde / wird.
Fazit:
Ein Haufen Recherchearbeit ohne befriedigendes Ergebnis.
ich hoffe, daß der oben vorgestellte Pilz auch im nächsten Jahr standorttreu bleibt. Dann wird der noch sorgfältiger auseinandergenommen.
Leider beliebt der, die meisten Fruchtkörper auf einem Forstweg zu bilden. So blieb mir von diesem Jahr nur ein grausligen Bild aus strömendem Regen von ein paar Resten:

Oben baue ich mal etwas um.
LG, pablo.