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Hallo Claudia, Hallo Markus,
zuerst mal eine Erklärung für Markus.
Naturverjüngung bedeutet, dass sich die Bäume m.o.w. selbst durch Samenflug pflanzen. Es wird also kaum oder nur sehr wenig angepflanzt. Und wenn, dann eben nicht in Form einer Monokultur sondern gezielt und verstreut diverse Arten. Das Ziel ist genau das Gegenteil einer Monokultur, also ein artenreicher Wald mit allen Altersstufen.
Claudia.
Das manche Laubbäume ihr trockenes Laub im Winter teilweise behalten, liegt an der ursprünglichen Herkunft und ist genetisch veranlagt. Es betrifft auch eigentlich nicht die Buche, sondern die Hainbuche, die zu den Birkengewächsen gehört. Die Hainbuche kommt ursprünglich aus südlichen Gefilden und ist dort Immergrün. Das gleiche gilt übrigens für die Traubeneiche, die auch aus südlichen Ländern stammt.
Diese Bäume behalten also im ursprünglichen Verbreitungsgebiet ihr Laub und haben es nicht nötig, sich im Winter kahl zu machen. Darum werfen sie ihr Laub auch nicht gezielt ab, vielmehr sterben die Blätter durch die Kälte. Der Abnabelungseffekt, wie er bei heimischen Bäumen geschieht, findet so nicht statt. Und darum bleiben die abgestorbenen Blätter oft fest an den Ästen hängen.
Was die Pilze angeht, bist Du schon auf dem richtigen Dampfer. Je größer die Artenvielfalt der Bäume eines Waldes, um so höher ist auch die Anzahl der dort vorkommenden Pilzarten. Allerdings, und auch das hast Du richtig beschrieben, sind Naturverjüngungen meist sehr dicht und recht unzugänglich. Denn neben den Bäumen wachsen dort zunächst viele Sträucher, Stauden und sehr gerne auch Brombeeren. Die vollle Biodiversität erreicht so ein Wald auf Kahlschlägen erst, wenn sich die verschiedenen Altersklassen gebildet haben. So nach 30 - 50 Jahren aufwärts. Durch das immer dichter und höher werdende Kronendach geht der Lichteinfall am Boden zurück und Sträucher und Kräuter werden weniger. Beschleunigen lässt sich das, wenn man alte Bäume in lockerem Verbund stehen lässt, also die höchste Alterstufe bestehen bleibt.
Lieber Ralf,
Danke für deine Antwort. Und die Folgebeiträge, das hat sicher nicht nur mir weitergeholfen.
Bei uns kenne ich so was wie Naturverjüngung gar nicht. In weitem Umfeld nicht, die Bewirtschaftung ist viel zu groß und deutlich zu
sehen in den bestehenden Waldflächen. Möglicherweise habe ich das auch aus Unkenntnis bislang nicht wirklich wahrgenommen.
Das es sehr lange dauern wird, bis wieder ein entsprechendes Habitat entsteht, war mir nach Claudias Beschreibung klar.
Ein interessanter Beitrag !
Herzlichen Dank und liebe Grüße,
Markus
