Beiträge von bwergen

    Hallo Johannes,


    14 und 15 stammen aus dem reinen Nadelwald, also Fichte + vereinzelte Weißtannen. 19 hingegen stand im Mischwald bei Fichte, Hainbuche und Haselnuss (an der Stelle mehr Fichte als Hainbuche).



    C. lutescens ist gelbstielig mit mehr oder weniger kastanienbraunem Hut und gelblichen Leisten, C. tubaeformis ist schmutzig gelbbraun gestielt mit grauen Leisten und einem etwas ausgefranst erscheinenden, haselbräunlichen Hut. Beide Arten waren durchaus häufig, C. tubaeformis aber prominenter als C. lutescens.


    lg björn

    Wenn ich die Sporen mit unserem umbrorum-Fund vergleiche, dann stimmen sie in der Größe wohl überein, aber ob das Ornament hier auch leicht vernetzt ist, ist nicht erkennbar (zu schwach eingefärbt). Die Haare unserer Kollektion hatten teilweise auffällige Verbindungen an der Basis, ich denke aber, dass das eine Art "Mutation" war und keinesfalls arttypisch. Da wir keine zweite, eindeutige umbrorum haben, können wir das allerdings nicht beurteilen.


    lg björn

    Achso das sind Mikrobilder, die sehen richtig stylisch aus, so wie Teile der Mondoberfläche. Oder wie durch ein futuristisches Tachyonen-Mikroskop fotografiert, mit 10 hoch 50facher Vergrößerung :D


    Kann ich leider nix zu sagen, sry ;)


    lg björn

    Es gibt einen Pilz an diesen Früchten: Monilinia johansonii. Das ist ein becherförmiger Pilz mit langem Stielteil, dessen Nebenfruchtform die Früchte überziehen kann. Ähnliches ist auch bei anderen Monilinia-Arten zu beobachten (siehe z.B. Bilder bei google). Die Früchte sehen dann aus wie verfault oder verschimmelt (was sie im Grunde ja auch sind, nur eben infiziert durch einen Ascomyceten dessen Hauptform ein Becherling ist).


    lg björn[hr]
    Ach übrigens: Beobachte die Stelle doch einfach mal. Evtl. siehst du im Frühjahr oder Herbst die Becherchen.


    Aha,okay wieder was gelernt. Danke! :thumbup:


    Das Buch ist auch von 2005, da hat sich wohl in der Zwischenzeit wieder einiges geändert bei der Zuordnung von Pilzen.


    Wenn das Buch von 2005 ist, dann hat es die Systematik von 2000. Man bedenke, dass die Bestimmungsbücher, die man vielfach im Handel erwerben kann, z.T. erheblich hinter den aktuellen Verwandtschaftsverhältnissen herlaufen. Wenn du dich für diese Dinge interessierst, meld dich ruhig.


    lg björn


    13. Boletus erythropus, Flockenstieliger Hexenröhrling




    14. Boletus luridus, Netzstieliger Hexenröhrling





    15. Boletus rubrosanguineus, Weinroter Purpurröhrling






    16. Camarops microspora, Kleinsporiger Kugelschwamm (nicht zu verwechseln mit dem Kleinkalibrigen Kugelhagel)
    Substrat: An stehenden Stämmen von Grauerlen (Alnus viridis)




    17. Cantharellus cibarius, Echter Pfifferling




    18. Cantharellus lutescens, Gelbstieliger Leistling




    19. Cantharellus pallidus, Blasser Pfifferling



    20. Cantharellus tubaeformis, Trompetenpfifferling



    21. Catathelasma imperiale, Doppelring-Trichterling, Wurzelmöhrling



    22. Chroogomphus rutilus, Kupferroter Gelbfuß





    23. Climacocystis borealis, Nördlicher Schwammporling




    24. Cortinarius (U-Gatt. Cortinarius) violaceus, Violetter Schleierling



    lg björn


    PS: Bei Fragen zu den Funden einfach melden, gerne auch per PN. Die Zeit reicht kaum aus um alle ausreichend zu beschreiben ;)

    Das ist relativ eigentümlich, weil Schnecklinge zusammen mit Saftlingen schon lange zu den Wachsblättlern (Hygrophoraceae) zählen, innerhalb der Agaricales also eine eigene Familie darstellen. Sie haben zwar teilweise Ritterlingshabitus (z.B. gibt es die Gattung Dermoloma mit saftlingsähnlichen Pilzen, die aber zu Tricholomataceae zählen), aber durchgehend eher zerbrechliche, glasstielige Fruchtkörper mit weichen, wachsartig anfühlenden Lamellen.


    Helmlinge sind, das ist aber etwas aktueller, in einer eigenen Familie, Mycenaceae. Darin sind auch sämtliche anderen helmlingsartigen Gattungen enthalten.


    Die Familie Tricholomataceae hat seitdem etwas an "Gattungsumfang" verloren, ist mit etwa 55 Gattungen aber immer noch sehr prominent.


    lg björn


    Hallo!


    Ich tippe auch auf einen Tricholomatales. Es könnte der Seidige Ritterling oder der Strohblasse Ritterling (Tricholoma album) sein. Ansonsten wüsste ich auch nicht weiter, welcher Pilz das sonst sein sollte.


    Vielleicht hat noch jemand Ideen. ;)


    Tricholomatales? Also wenn du hier Begriffe reinschmeißt, dann auch richtig: Tricholomataceae ist eine Familie innerhalb der Agaricales. Die Ritterlinge gibt es als eigene Ordnung schon seit Ewigkeiten nicht mehr :P


    lg björn


    Ich beiß' hier gleich in meinen Schreibtisch ;(
    Warum zum Teufel könnte es nicht auch eine Ziegenlippe sein?


    Die Poren sehen so groß aus und der Stiel nur rötlich angehaucht wie auch eben bei Xerocomus subtomentosus *schnüff*


    Lieber Björn, könntest Du mir bitte anhand dieser Bilder erklären, woran Du Deine Befundung sichergestellt hast?


    Die Ziegenlippe hab ich doch gar nicht ausgeschlossen (Xerocomellus!). Sie so anhand zerstückelter Fk eindeutig zu bestimmen, ist schwierig, weil es auch noch auf die richtig samtige Hutoberfläche ankommt. Die lässt sich anhand von diesen Fotos aber nicht wirklich beurteilen ;)


    Mein Gott Björn, kann man Dein geballtes Wissen nicht irgendwie verflüssigen und sich injizieren?! ;)


    Ja, gibts unter dem Namen PolyIQ in der Apotheke zu kaufen. Täglich ne Tablette schlucken :D



    Eines noch, weil wir unter anderem auf unserem kleinen Forumstreff über Dich rätselten:
    Ißt Du Pilze nicht so gerne, weil Du womöglich ungeklärte Langzeitfolgen befürchtest?
    Dir die Verwechslungsmöglichkeit viel "bewußter" ist, als so manch einem unbedarften Sammler, der nur seine 3 Arten meint zu "kennen" und Du daher sehr viel Respekt davor hast?
    Oder ist es die Konsistenz bzw. Geschmack vieler Pilze?


    Also ich fürchte keine Langzeitschäden, aber ich hab als Kind mal irgendwo Pilze im Restaurant bestellt, weil ich das unbedingt mal haben wollte. Das, was man mir serviert hat, schmeckte allerdings nach alles anderem, aber bestimmt nicht nach Pilzen. Grauenhaft. In Österreich hab ich fast jeden Tag Pilze gegessen, ja sogar mehr verschiedene als ihr alle zusammen. Ist ja kein Wunder bei den ganzen Kernpilzen, die ich da noch reingeschmissen habe :D


    Es ist bisweilen aber auch die Konsistenz verschiedener Arten, die ich nicht so gerne mag, deshalb beschränke ich mich auch gerne auf Pfifferlinge, die ich zwischendurch, wo es eben geht, bisweilen esse. Ansonsten betrachte ich die Pilzwelt rein wissenschaftlich und überhaupt nicht kulinarisch. Dass, was ihr euch auf der Zunge zergehen lasst, da wickel ich meine Stielaugen drum und nage genüßlich an den weichen Pixeln meiner Bilder ^^


    lg björn

    Hallo,


    das ist ein Filzröhrling (Xerocomus, Xerocomellus), und sehr wahrscheinlich eine Art der Gruppe um den Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron). Insbesondere kennzeichnet sich diese Artengruppe durch mehr oder weniger filzige, teilweise aufreißende Hüte, die in kastanienbraun, umberbraun, olivbraun oder rotbraun gehalten sind. Die Röhren sind jung noch gelblich, werden aber schnell olivgrünlich-gelbgrünlich. Der Stiel ist bei den verschiedenen Arten mehr oder weniger rötlich, bei einigen fehlt das Rot aber auch ganz oder aber der Stiel ist komplett rubinrot.


    Alle Filzröhrlinge gelten als essbar, wenngleich eigentlich nur die Marone (heute Boletus badius) als wertvoller Speisepilz gilt.


    lg björn


    Ich würd ihn stehenlassen, weil die Art selten ist und geschützt wird. Einfach betrachten und fotografieren tuts auch ;)


    lg björn


    Hallo Peter,


    ich möchte Dir den Reifepilz nicht madig machen, aber falls Du es in Betracht ziehen solltest, ihn in die Pfanne zu hauen, überlege bitte, von denen nur selten und wenige zu essen aus diesem Grund hier:


    Zitat von Wikipedia


    Der Reifpilz ist ein guter und schmackhafter Speisepilz. Da er mit Haarschleierlingen verwechselt werden könnte, wird unerfahrenen Pilzsammlern vom Sammeln abgeraten. Allerdings gilt er seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl als einer der am stärksten mit radioaktivem Cäsium (Cs 137) belasteten Pilze. Außerdem reichert er das giftige Schwermetall Cadmium bis zu 20 mg/ kg Frischmasse an. Darüber hinaus enthält der Reifpilz hitzelabile Lektine, die speziell die roten Blutkörperchen der Blutgruppe A verklumpen


    Moment, Kuschel, das muss man umfassender betrachten:
    Die Belastung mitteleuropäischer Pilze (Marone, Champignons, Reifpilz) ist allgemein so niedrig geworden, dass es kaum noch gesundheitsschädlich ist. Die Grenze liegt da glaub ich bei 300 bql. Momentan dürfte die Belastung irgendwo zwischen 100 und 150 liegen, also weit drunter. Man könnte praktisch auch sämtliches anderes Zeugs essen und hätte wahrscheinlich ähnliche Mengen, ohne es zu wissen.
    Zum Thema Lektin: Das ist ein Giftstoff, der im Steinpilz, in Raufüßen und dergleichen drin ist und u.a. zu heftigen Verdauungsstörungen führt. Aus diesem Grund wird allgemein davon abgeraten, Pilze roh zu verzehren, weil relativ viele Arten dieses Lektin beinhalten. Es ist also überhaupt keine Eigenart des Reifpilzes.


    Um das Ganze abzurunden: Ich bin ja nicht so der Pilzesser. Aber im letzten Jahr hatte ich während des Österreich-Urlaubs ne Menge Reifpilze in der Suppe. Und die waren durchaus gut.


    lg björn


    [hr]
    Achja, ich hab übrigens Blutgruppe A :P

    Für mich nahezu eindeutig T. caligatum, ein Speisepilz, der in der Literatur bisweilen als ungenießbar beschrieben wird. Ich kann mich erinnern, dass es über diesen mal eine heftige Streiterei gab, bis hin zu Totschlag, weil die Pilze wohl so wertvoll sein würden. Was hier tatsächlich passiert war: man hat den T. caligatum oder ähnliche, bräunliche Ritterlinge mit dem in Japan sehr begehrten Matsutake (Tricholoma matsutake) verwechselt, der allerdings hier kaum vorkommen dürfte.


    Der Matsutake ist in Japan seit über 1000 Jahren ein traditioneller Bestandteil in Gerichten. Wenn man einen Menschen ganz besonders ehren will, dann bereitet man diesem ein Mahl mit Matsutake ;)


    lg björn

    Kann deine Bestimmung bestätigen, das ist Polyporus umbellatus, Eichhase. Nicht zu verwechseln mit Grifola frondosa, das ist auch ein Porling mit ähnlicher Morphologie, aber seitlich angewachsenen Teilhüten.


    lg björn