Beiträge von bwergen


    Ein toller Beitrag mit ausgezeichneten Aufnahmen. Vielen Dank für's Zeigen und die damit verbundene Arbeit. Derartige Beiträge machen (zumindest mir) riesen Spaß und sind außerordentlich lehrreich. :thumbup:


    Björn, womit färbst Du die Sporen um die Ornamente sichtbar zu machen?


    Mit Baumwoll-Lactophenol. Gibt man das Wort bei google ein, erscheint übrigens als erste Anzeige mein Beitrag über den Orange-Becherling in diesem Forum :D


    lg björn

    Der Geruch ist nicht stark und die Lamellen sind beige...weißt du was? Die Lamellen des Luftfilters in meinem Auto sind auch beige, und riechen nicht stark (im frischen Zustand). Weißt du was ich sagen will? :D


    ok, also versuchen wirs. Auf deinem Bild erkennt man ein Velum, das das Aussehen einer Cortina hat. Also gelangen wir schonmal entweder zu Hebeloma, Cortinarius oder deren nächsten Verwandten. Dann hat diese Art scheinbar falbe Farben (Hut, Stiel) UND milchkaffeefarbene Lamellen. Damit kämen wir sofort in die Gattung Hebeloma (Fälblinge).


    Weißt Du zufällig, wie Rettich riecht? Dann vergleich mal mit dem Geruch des Pilzes. Wenn er auch so riechen sollte, dann hast du hier einen Tonblassen Fälbling (Hebeloma crustuliniforme) oder einen von dessen nächsten Verwandten (nur mikroskopisch bestimmbar).


    lg björn

    Logisch gedacht, aber ich glaub kaum, dass die Sporenpulverfarbe hier weiß ist.


    Der Mairitterling ist ein Frühjahrspilz, auch wenn ich Herbstfunde keineswegs ausschließen würde. Die Art hätte aber nicht so einen eingerollten Hutrand, schön weiße Lamellen, einen weißen Hut und einen weißen Stiel...diese Art hier sieht insgesamt eher schmutzig blassbraun, blass graubraun aus (jedenfalls nicht weiß, oder weißlich).


    Mikroskopisch wärs sofort klar, denn als Rötling hätte auch diese Art eckige Sporen (Mairitterling: lediglich glatt elliptisch). Möglicherweise hat dein Fund auch gar nicht erst abgesport, das lässt sich schwer beurteilen.


    Riesen-Rötling kommt aber in die sehr enge Auswahl. Vielleicht hat jemand einen anderen Vorschlag.


    lg björn

    Sehr informativ, danke für den Beitrag. Mir kam die angebliche Fichte aufgrund der konkaven Rindenstücke ebenfalls etwas seltsam vor, aber das hat mich nicht weiter interessiert, da die Fk eindeutig dem Zunderschwamm zuzuordnen waren.


    beim nächsten Mal gucke ich genauer auf das Holz :D


    lg björn


    Musst einfach auf bearbeiten klicken und den Bindestrich zwischen co und lor entfernen


    Ne geht nicht, ich müsste den Beitrag wieder neu einsetzen, weil das Forum ihn irgendwie zusammengesteckt hat. Bearbeite ich ihn auf traditionelle Weise, sagt mir eine Meldung: Ihr Beitrag enthält 53 von 30 möglichen Grafiken oder so ähnlich. Ich hab ne Kopie auf dem Rechner aber wieder einen neuen Beitrag schreiben ist mir jetzt zu blöd :D


    Der kleine Lamellenpilz, den Melanie entdeckt hat, ist der so schwierig zu bestimmen, oder gibts den noch gar nicht?
    Steht da ein "Irgendwas melaniensis" ins Haus ??:)


    Ich werd mich ihm morgen widmen, mikroskopiert ist er noch nicht, da aber die an Moos vorkommenden Arten relativ übersichtlich sind (da gibt es nicht viele mit Lamellen und Stielteil), müsste eigentlich auch schon so eine Vermutung zustande kommen. Außer Rimbachia kommt aber keine Art diesem Fund nahe...


    gruß björn

    Seltsamerweise hat das Forum an gewissen Stellen Bindestriche gesetzt (-). Dadurch ist insbesondere das "ungenießbar" nicht farbig geworden...schade eigentlich :(


    naja ist glaub ich zu verzeihen :D


    Rada: Arbeitsaufwand liegt bei über 20 Std.


    Exkursion nicht mit gerechnet.

    Jo, also hier sind die Bilder von unserer Exkursion am 18.09.2011. Ist ja wieder ein paar Tage her, ihr werdet euch fragen, warum das alles so lange gedauert hat :D jedenfalls war ich nicht ganz untätig und hab (fast) alles ausführlich dokumentiert, es fehlen nur noch die Untersuchung des Gürtelfußes (wahr-scheinlich Cortinarius flexipes) und des kleinen weißen Lamellenpilzes an Moos, den Melanie ge-funden hatte (für den es nach wie vor keinen Namen gibt).


    Die Exkursion kann mit Recht zu einer der besten gerechnet werden, die ich jemals gemacht habe. Dan-ke Ralf, danke Melanie, das war spektakulär. Schlauchpilz-Fans wären gnadenlos ausgeflippt (ich hab mich ja noch halbwegs zurückgehalten :D).


    So, aber es gab auch eine Reihe "größerer" Pilze, um nicht zu sagen, es gab alles mögliche, auch Speise-pilzsammler wären auf ihre Kosten gekommen.


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    Wurzelnder Fäbling, Hebeloma radicosum, ungenießbar
    Gut erkennbare Art, man achte hier auf den stark wurzelnden Stiel, den jung geschlossenen Hut (Ve-lum!) sowie auf den leichten Bittermandel-Geruch. Hier gefunden an einem Baumstumpf (Fichte?)


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    Buchen-Schleimrübling, Oudemansiella mucida, ungenießbar
    Leicht erkennbare Art, weißer Hut, weiße Lamellen, weiß-bräunlicher Stiel mit deutlichem Stielring.


    schizophyllumcommune1b.jpg
    Spaltblättling, Schizophyllum commune, ungenießbar


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    Grauer Wulstling, Amanita excelsa, essbar


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    Olivgrüner Wurzelschnitzling, Phaeocollybia festiva, [co-lor=#0000CD]ungenießbar[/color]
    Phaeocollybia festiva ist eine sehr seltene, jedoch leicht kenntliche Art. Ich hatte sie im Feld zu-nächst für einen Saftling (Hygrocybe) gehalten, nach dem ich aber den wurzelnden Stiel in der Hand hatte, war die Gattung sofort klar. P. festiva gehört zu den Cortinarien, was auch anhand der Spo-renform und -ornamentation gut wiederzuerkennen ist.


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    leucoscyphaleucotricha1.jpg
    Weißhaariger Borstenbecherling, Leucoscypha leucotricha, [co-lor=#0000CD]ungenießbar[/color]
    Dieser Pilz stand auf meiner "Abschussliste" ganz weit oben, dank Melanie gabs dieses Erfolgserlebnis. Der kleine weiße Becherling bildet bis 10 mm breite, flaumig behaarte Fruchtkörper, die z.T. im Moos versteckt sind. Der Großteil der Fruchtkörper wurde erst nach dem Entnehmen der sichtbaren Fruchtkör-per entdeckt :D


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    Rotleuchtender Kissenbecherling, Pulvinula constellatio, [co-lor=#0000CD]ungenießbar[/color]
    Diesen hatte ich schon letztes Jahr, ihn anzusprechen war hier kein Problem. Wie erwartet zeigt er schö-ne, regelmäßig runde Sporen, ein gutes Merkmal in Kombination mit der leuchtend roten Farbe (die hier nicht so leuchtend rot war wie beim Fund 2010). Er wird bis etwa 10 (12) mm breit.


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    Geselliger Braunhaarborstling, Trichophaea hybrida, [co-lor=#0000CD]ungenießbar[/color]
    Wie vorhergesagt, gabs diese Art an mehreren Stellen, ohne weiteres lassen sich die Trichophaea-Arten allerdings makroskopisch nicht bestimmen. Dazu braucht es eine adäquate Erfahrung. Bei allen Trichophaea hybrida-Funden zeigten sich gewohnt spindelige Sporen mit einem sehr schwachen, punktförmigen Ornament. Die Fruchtkörper werden bis 8 mm breit. [hr][hr]
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    Woolhope's Braunhaarbecherling, Trichophaea woolhopeia, ungenießbar
    Dieser kleine Bewohner (4-7 mm) lebt saprophytisch von kleinen Pflanzenresten und scheint Kalkboden ganz gerne zu mögen, bestand doch sein ganzer Untergrund aus purem Kalk. In Abgrenzung zu anderen Trichophaea-Arten fällt hier der sehr flache, scheibenförmige Fruchtkörper mit den borstig-filzigen Randhaaren auf. Die Art ist seltener als Trichophaea hybrida.


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    Halbkugeliger Borstling, Humaria hemisphaerica, ungenießbar
    Naja, hier der Halbkugelige Borstling mit seinen bis 20 (30) mm breiten, halbkugeligen Fruchtkörpern. Ich hab ihn nicht mikroskopiert, da ich von ihm schon Mikrobilder "vorrätig" habe. Die Art ist recht häufig, kann allerdings gerne übersehen werden (außer von Melanie, die ihn entdeckt hat :D).


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    Scharlachroter Schildborstling, Scutellinia scutellata, [col-or=#0000CD]ungenießbar[/color]
    Diese Art gabs bereits bei unserer letzten Exkursion. Ich habe hier lediglich nochmal die Randhaare in 100x Vergrößerung fotografiert. Zu erkennen ist die Haarbasis, die wie eine sich verzweigenede Wurzel in die Randzellen eingesenkt zu sein scheint.


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    scutelliniakerguelensis.jpg


    scutelliniakerguelensis.jpg
    Kerguelensischer Schildborstling, Scutellinia kerguelensis, [co-lor=#0000CD]ungenießbar[/color]
    So ein seltsamer Name, wo liegen die Kerguelen überhaupt? Richtig, Französisches Antarktisgebiet. Verrückt? Ne, die Art wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Madagaskar als auch von den Kerguelen berichtet. Sie scheint wohl ursprünglich auf der Südhalbkugel verbreitet gewesen zu sein, hat sich aber im 20. Jahrhundert kosmopolitisch ausgebreitet...ein wahrer Profitierer der Globalisierung :D
    Die Art bildet bis 8 (10) mm breite Fruchtkörper, deren Randhaare relativ kurz sind, sogar so kurz, dass sie selbst mit Lupe kaum erkennbar sind.


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    Glattsporiger Schildborstling, Scutellinia setosa, ungenießbar
    Zurück zu dem europäischen Kram, hier ein weiterer Schildborstling, mit relativ langen Randhaaren und einem ansonsten kleinen Fruchtkörper. Im Gegensatz zu anderen Arten dieser Gattung sind diese näm-lich nicht rot, sondern gelbbraun bis orangebraun. Mikroskopisch macht er seinem Namen alle Ehre: glattsporig (selbst mit Färbung kein Ornament erkennbar). Die Fruchtkörper werden bis 2 mm breit.


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    "Sporenfresser", Octospora phagospora, ungenießbar
    Der üble Sporenfresser mal wieder. Wie letztes Jahr fand ich ihn wieder an den bemoosten Karrenfurchen, diesmal aber nur 2 Exemplare (die in Kultur weiterhin fruktifizierten). Es wird hier nochmal etwas kleiner als bei der vorherigen Art: unter 1 mm (0,3-0,9 mm) :P
    Warum nenne ich die Art "Sporenfresser"? Erst einmal wegen seiner botanischen Bezeichnung, und zweitens: er "frisst" tatsächlich seine eigenen Sporen auf. Das sieht so aus: Der Sporenschlauch bildet gewohnt 8 Sporen aus. Davon reifen aber nur 4 völlig aus. Der Rest abortiert. Ein Merkmal, das nahezu einzigartig in der Mykologie ist.


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    Kastanienbrauner Becherling, Peziza badia, ungenießbar
    Der Kastanienbraune Becherling, Melanie entdeckt die winzigsten Pilzchen, aber diesen hier hätte sie doch glatt noch ein wenig flacher gemacht :D und das bei einer Breite von z.T. über 100 mm...


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    Gerard's Violettbecherling, Peziza gerardii, ungenießbar
    Dieser Becherling war ebenfalls auf meiner persönlichen Wunschliste, denn: Die schön violette Färbung lässt diese bis 15 mm breite Peziza-Art relativ leicht erkennen. Allerdings gibt es mit Marcelleina persoonii und M. rickii recht ähnliche Arten. Daher also: mikroskopieren.


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    Grauvioletter Becherling, Peziza succosella, ungenießbar
    Zu guter letzt ein "gewöhnlicherer" Becherling, den ich die letzten Jahre des öfteren gefunden habe, un-ter anderem auch bei Rada. Die Fruchtkörper werden bis gut 40 mm breit.


    So, jetzt reichts aber...fürs erste, den "2. Teil" gibts dann nächste Woche, wenn aus der Wanderung am kommenden Samstag neues Material gefunden werden sollte. Und wenn ich es recht prophezeihe, WIRD das auch so sein :D


    Danke nochmal an Rada, Melanie und Heinz-Werner, das war eine perfekte Exkursion :thumbup:


    LG björn




    Anmerkung: Dieser Beitrag wurde in den geeigneteren Thema geschoben (hierfür war er ja gedacht, Rada hatte sich schon Mühe gegeben mit der Exkursionsbeschreibung).

    Ich hoffe, es gibt wieder was öffentliches mit ein paar Mikro-Aufnahmen.
    Habe mir nämlich als Einstiegsdroge ein Olympus CHT CH2 zugelegt und übe fleißig mit bekannten Pilzen, bevor ich mich wieder an Neues traue.


    Das kannst Du kriegen, und zwar die volle Ladung, warts ab :D


    Muss die Bilder leider nochmal hochladen, imageshack ist dabei wohl abgestürzt oder so :shy:

    Gruß,Detlef
    Hallo Björn,


    was läßt dich den Kohlen-Nabeling ausschliessen?


    Die Hutoberfläche sowie die Hutriefung. Hier ist sowohl die Hut- als auch die Stieloberfläche viel zu samtig. Der Kohlen-Nabeling hätte einen glatten Stiel. Der Stiel ist hier zudem viel zu dick. M. maura hätte einen verhältnismäßig dünnen Stiel. Insgesamt ergibt das einen Nabelings-habitus, der hier einfach nicht gegeben ist.


    Zudem: Der Stiel ist an der Spitze auffallend gerunzelt. Das ist ein Erkennungsmerkmal des Mohrenkopfes (wenn er denn schon vorher als ein solcher aufgrund der dunklen Farbe vermutet wurde).


    lg björn


    edit: fast vergessen: Der Hut ist bei dem hier vorliegenden Exemplar nicht gerieft, lediglich gerunzelt. Eine Eigenschaft, die der Kohlen-Nabeling nicht hat, dessen Hut ist vor allem im nassen Zustand deutlich bis fast zur Mitte des Hutes gerieft.

    Soll ich Dir vorher was sagen? Die cm-Maße spiele 0 Rolle, gar nix, nix...jedenfalls erst recht dann nicht, wenn sonst keine Angaben gemacht werden :D


    hm, deshalb bombardier ich dich jetzt gnadenlos mit Fragen.


    Wonach riecht dein Pilz? Wie würdest Du die Lamellenfarbe beurteilen? Leg dat Ding jetzt mal irgendwo auf ein weißes Papier, mit den Lamellen nach unten und warte mal 3-4 Stündchen. Dann schaust Du nach, welche Sporenpulverfarbe er hat. Vielleicht rosa?


    Stand der wirklich nur im Nadelwald? oder bei anderen Bäumen? Vielleicht auch bei Buchen oder Eichen? Schau Dir beim nächsten Pilzfund die Bäume mal genauer an, es reicht nicht zu schreiben "im oder am Nadelwald" ...


    so, los jetzt :thumbup:


    gruß björn


    das wär ne echt tolle Sache. Ich freue mich auf deine Katzen-Kohlen-Brandstellenborstlinge (Anthracobia) :D


    aber diesmal wird hardcore-krieching gemacht, meinst Du, das schaffst Du? jedenfalls haben wir mit dir die doppelte Ausbeute...bestimmt ^^

    Der Saumpilz ist mit keiner Baumart verbunden, er ist ein Saprophyt, zersetzt also Pflanzenreste (man könnte auch sagen: der wächst halt auf Erde...).


    Das kann in diesem Fall durchaus passieren, dass der Pilz dort deshalb wächst, weil er vor 2 oder mehr Jahren dort "angesiedelt" wurde. Das Myzel breitet sich ja zunächst im Boden aus. Es braucht seine Zeit, bis es imstande ist, die ersten Fruchtkörper zu bilden. Wie schnell das genau geht, das kann man nur austesten (Pilzzüchter wissen sicher mehr darüber als ich).


    lg björn


    Hallo Uwe!


    Die Bezeichnung "Rotrandiger Baumschwamm" für Fomitopsis pinicola halte ich für wesentlich zeitgemäßer als die Bezeichnung "Fichten-Porling". Gerade Pilznamen, die auf dem Lieblingssubstrat der jeweiligen Art beruhen, sorgen immer wieder für Verwirrung.


    Prinzipiell hast Du da völlig recht. Jedoch: auch die Bezeichnung "Rotrandiger Baumschwamm" hat schon zu Verwirrungen geführt, weil der Rand in verschiedenen Stadien auch gelb, grau oder weiß sein kann. Die rote Zone ist ja lediglich eine Zuwachszone eines bestimmten Alters. Kommt man in die Eifel, wo die Art in Fichtenwäldern an fast jedem Fichtenstumpf wächst, dann erübrigt sich eine Frage nach dem Namen.


    Übrigens: Fomitopsis pinicola hat seinen Ursprung in "Pinus". Pinus ist die Gattung der Kiefern. Da der botanische Name aber sehr alt ist (1810, damals noch als Boletus pinicola bekannt...die Sache wird immer verrückter), und die Fichte zu dieser Zeit in der Gattung Pinus untergebracht war, ist mit "pinicola" NICHT "kiefernbewohnend" gemeint, auch wenn dies die deutsche Übersetzung wäre.


    lg björn


    ja ich weiß, viel gequatsche, aber vielleicht ja interessant :D

    Sehr gut, dann knöpfen wir uns am Samstag mal folgende Projekte vor, mal sehen was wir davon finden:


    Kotlabaea deformis
    Ramsbottomia macracantha, asperior
    Lamprospora crechqueraultii
    Marcelleina persoonii
    (immer noch)
    Trichophaeopsis bicuspis


    sämtliche Scutellinia
    sämtliche Moosbecherlinge der Gattungen Octospora, Lamprospora, Neottiella.


    UND, auch wenn ichs nach wie vor anzweifle: Spooneromyces, egal welcher von denen :D


    Achja, bevor ichs vergesse: Die Substrate der genannten Arten sind alle mehr oder weniger ähnlich, gerne mit Moosen vergesellschaftet, in Kiesgruben, auf nackter Erde, lehmiger Erde, Kalkboden usw.


    Die Holländer gucken immer mal ihre alten, vermoosten Kiesgruben durch und finden da Sachen...unglaublich :/


    lg björn

    Ich hab ja in nem anderen Thema schon geschrieben: Haut mir bloß mit Trameten ab...furchtbare Teile, die kann man z.T. vergessen was die Bestimmung angeht.


    Sofern es bei Trametes, Coriolopsis, Trichaptum oder Cerrena bleibt, geht es noch halbwegs. Der Rest bedarf leider Spezialliteratur.


    lg björn


    Sehe die Pilze auch so wie Björn. Warum der Fichtenporling wohl Fichtenporling heißt ? Ich finde den meist auf Buchen.


    Hauptsubstrate bei mir:

    Fichte
    Birke
    Buche
    andere Laubhölzer, andere Nadelhölzer (darunter Pinus)


    lg björn