Beiträge von bwergen


    Hallo Charleston,


    dazu kann ich dir vielleicht einiges sagen. Das Paxillus-Syndrom gilt prinzipiell für die Artengruppe um Paxillus involutus s.l. Gemeint sind damit Paxillus involutus s.str. (definitiver Giftgehalt nachgewiesen), Paxillus rubicundulus (=P. filamentosus) (Giftverdacht) und Paxillus validus (Giftverdacht).


    Der Samtfuß-Krempling heißt zwar auch Krempling, ist aber in einer anderen Gattung: Tapinella.


    lg björn

    Bei der Psathyrella sollte man sich angucken, ob die Lamellenschneide genauso gefärbt ist, wie die Fläche, glatt oder gewimpert ist, oder aber ob sie sich sogar rötlich abhebt. Was die anderen beiden Arten angeht, sehe ich es ähnlich wie hübchen, die erste Art halte ich für einen Fälbling (Hebeloma), die zweite für einen Ockertäubling (Russula ochroleuca).


    lg björn

    Der Sparrige Schüppling ist, ehrlich gesagt, von zweifelhaftem Speisewert, in der Literatur wird er meistens als ungenießbar bezeichnet. Auf meiner Speisepilzliste steht er jedenfalls nicht.


    lg björn

    Hier nun der vllt lang ersehnte 2. Teil von Pilzfestival IV. Es hat einige Ungereimtheiten gegeben, die mich aufgehalten haben, zum einen gab es eine Pulvinula auf Brandstelle mit viel zu kleinen Sporen, als dass diese in den Rahmen von Pulvinula constellatio passen würden, zum anderen gab es einen großen inoperculaten Becherling, der bis jetzt nur provisorisch als Phaeohelotiom monticola bestimmt wurde. Da bin ich gerade nämlich dabei, das zu überprüfen und mich da mit entsprechenden Leuten in Gespräche zu vertiefen (wir sind schon 4 Meter tief).



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    Eichelschalen-Stromabecherling, Ciboria batschiana
    Fruchtkörper in Becher und Stiel gegliedert, Becherteil bis 10 (15) mm breit, saprophytisch an feuchtliegenden Eichelschalen, welche "stromatisiert" werden, sodass diese sich schwarz verfärben.


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    Leberreischling, Ochsenzunge, Fistulina hepatica
    Aufgrund seiner Röhren, die man nicht nur von dem Rest des Fruchtkörpers abtrennen kann, sondern auch voneinander, zählt die Gattung Fistulina in die Familie Fistulinaceae. Diese wiederum gehört zu den Agaricales, den Champignonartigen...


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    Fichtenporling, Rotrandiger Baumschwamm, Fomitopsis pinicola
    Rada und ich sind die Stufen zum Himmel hinaufgegangen, allerdings war nach 10 m Schluss...da hörte nämlich plötzlich der Baum auf :(


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    Halbkugeliger Borstling, Humaria hemisphaerica


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    Blassroter Kissenbecherling, Pulvinula laeterubra
    Fruchtkörper 2-8 mm breit, leuchtend orangerötlich, flach kissenförmig mit an das Substrat angepasster Form, stiellos, saprophytisch auf Holzkohle.
    Diese Art hat mir einige Sorgen bereitet, sie ist makroskopisch identisch mit der hier bereits gezeigten Pulvinula constellatio (Rotleuchtender Kissenbecherling), hat jedoch mit ihrer carbophilen Lebensweise sowie der wesentlich kleineren Sporen (13-14 µm) deutliche mikroskopische Unterschiede. Jetzt dachte ich, es sei einfach, dem Pilzchen einen Namen zu geben. Haste wohl gedacht wa? Nicht nur, dass nach tieferem graben in der Literatur (etwa 10 km tief) plötzlich ein gutes Dutzend Arten auftauchen (P. pyrophyla, P. archeri, P. salmonicolor, P. orichalcea, P. neotropica, P. laeterubra, P. carbonaria, P. cinnabarina, P. miltina usw.), es ist auch noch problematisch, meinen Fund einem von diesen Arten zuzuordnen. Auch hier wieder falsch gedacht: P. carbonaria hört sich verdächtig nach einem Brandstellenbewohner an, ist auch einer, hat aber Sporen von 15-17 µm Durchmesser (nach einem französischen Schlüssel!). Recherchiert man hier weiter, gelangt man mit PFISTER (1976) ebenfalls zu dieser Sporengröße. Also Pech gehabt mit dem offensichtlichen Brandstellenbewohner. Allerdings: folgt man den beiden Schlüsseln, so gelangt man beiderseits, zumindest was die Mikromerkmale angeht, zu Pulvinula laeterubra, dem Blassroten Kissenbecherling. Obwohl makroskopisch nicht so blassrot, und auch nicht auf normaler Erde, sondern auf Brandstelle, passt diese Art letztlich relativ genau auf die Beschreibung von PFISTER (1976): "spores 11-13.8". Demzufolge ich hier den Schlussstrich ziehe und die Art so benenne. Literatur (uff) siehe unten.


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    Dünnschaliger Kartoffelbovist, Scleroderma verrucosum


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    Geselliger Braunhaarborstling, Trichophaea hybrida, zum 140.000 Mal.


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    Rotstieliges Sklerotienkeulchen, Typhula erythropus
    Fruchtkörper bis etwa 35 mm hoch, saprophytisch an toten Pflanzenresten.


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    Adlerfarn-Sklerotienkeulchen, Typhula quisquiliaris
    Fruchtkörper bis 10 mm hoch, saprophytisch an toten Adlerfarn-Stängeln
    Hinweis: Sucht das Pilzchen selbst mal. Einfach Adlerfarn-Bestände aufsuchen und die toten Stängel durchgucken. Ihr findet ihn garantiert ;)



    lg björn[hr]
    genutzte Literatur (für Pilzfestival IV):

    Breitenbach, J. & F. Kränzlin (1986), Band 1: Ascomyceten, Mycologia Luzern.
    Medardi, G. (2006): Atlante fotografico degli Ascomiceti d'Italia, A.M.B., Trento.
    Pfister, D. (1976): A Synopsis of the Genus Pulvinula, In: Occasional papers of the Farlow Herbarium of cryptogamic botany, Harvard University.


    Haha, tschuldigung, aber das war ne humorvolle Übersetzung :D


    aber im ernst: "abortiporus" heißt übersetzt soviel wie "rudimentärporig". ...im übrigen auch "Rosettenporling" genannt, ...
    [/quote]


    Danke, Björn,
    für die sehr aufschlussreiche Auskunft. (Dafür gibt's ein Sternchen!) Auf "rudimentärporig" wäre ich nicht gekommen, die Bezeichnung ist jedoch sehr zutreffend. Mein Übersetzungsversuch war übrigens nicht als Witz gemeint. So weist z. B. die Orchidee Limodorum abortivum sehr wohl auf die frühere Verwendung hin.
    [/quote]


    Das ist wohl korrekt, es gibt auch eine Entoloma abortivum, ein Rötling, der rudimentäre Fruchtkörper bildet. Allerdings ist in diesem Fall hier "abort" mit "porus" vernüpft...daher bleibt hier nicht viel übrig und die Assoziation mit Abtreibung wohl eher falsch.

    Wie ich sehe, habe ich nicht alleine den Humor von Gott geerbt. :thumbup:


    Ja, der Humor erleichtert das Leben, auch beim Verzehr nicht ganz eindeutig bestimmter Pilze.


    Ich sammele diese Pilze im Garten unter einer alten Weide und einer alten Eiche schon seit mehreren Jahren zwischen verschiedenen braunen Kremplingen.
    Mich hat stutzig gemacht, dass sie in diesem Jahr erstmalig so eine Verdickung unten am Stiel zeigen. Hatte ich noch nie beobachtet.


    Die braunen Kremplinge lässte aber stehen oder? Sonst hört der Humor auf :P

    Rötet der an manchen Stellen? Falls ja, dann Tricholoma orirubens. Falls der gilben sollte, dann T. scalpturatum/argyraceum. Es gibt weiterhin eine Form oder Art, deren Hut radialfaserig aufreißt, ähnlich den Risspilzen, und zwar T. inocybeoides. Das sind alles Erdritterlinge, deren Unterscheidung nur dann gelingen kann, wenn man sich die Fruchtkörper ganz genau anguckt ;)


    lg björn


    Ich denke der passt recht gut. Beim genauem Hinschauen bei meinem Pilz konnte ich auch die Rostbraunen Sporenreste an Stiel und Lamellen feststellen. Und die braune Hutfarbe passt auch.



    Korrekt, den hatte ich glatt vergessen zu erwähnen. C. purpurascens passt sogar ganz gut. Übrigens: Die Art wird oft mit dem Rötelritterling verwechselt. Also vorsicht (auch wenn nix passieren würde, denn C. purpurascens ist ungenießbar).


    lg björn

    Auf Fichtenzapfen? Ich würd sagen, du hast einen Fichtenzapfen-Rübling (Strobilurus esculentus) gefunden. Kannst ja mal mit diesem vergleichen ;)


    lg björn

    Also da ihn Nacktschnecken gerne mögen, würde ich sagen, das IST ein Hallimasch (Armillaria mellea/ostoyae).


    Falls Weinbergschnecken ihn gerne anfressen, könnte es aber eher auch nochwas anderes sein...


    hmm nicht ganz ernst nehmen, für mich ists ein Hallimasch.


    lg björn

    Hallo,


    die Stielfarbe passt aus meiner Sicht eigentlich. Ich hab C. varius schon des öfteren gesehen und kann hierzu Vergleiche ziehen, C. cyanophyllus habe ich noch nie gesehen und kenne ich daher nicht wirklich gut. Wenn Du C. cyanophyllus gut kennst, weil du diesen schon öfters in natura gesehen hast, stehen zwei Meinungen gegenüber ;)


    lg björn


    Kommt da vielleicht der Wegrand ins Spiel, weil vielleicht Kalk vom Schotterweg dort mitmischt?
    Jedenfalls ist das Rätsel jetzt gelöst. Danke!


    Ja, das reicht bereits. Der mit Kalk geschotterte Wegrand bringt übrigens auch diverse Pflanzenarten zum Vorschein, die sonst nur an kalkhaltigen Böden vorkommen. Es gibt weiterhin auch Lactarien, deren Hutoberfläche weit mehr schleimig ist als die von Schleimköpfen (z.B. Lactarius uvidus).


    lg björn


    2. evt. Elfenbein oder Wohlriechender Schneckling (Hygrophorus eburneus oder agathosmus)
    Huthaut und Stiel sehen mir schleimig aus/Stiel kleiig ?
    Ein Geruch nach Bittermandelöl würde für agathosmus sprechen.


    Gute Idee. Der Hut ganz rechts sieht verdächtig nass aus, allerdings ist der Stiel nicht so glatt, sondern faserig. Die Lamellen dürften für einen Schneckling insgesamt zu eng sein und sehen alles andere als "wachsartig" aus...aber immerhin: einmal riechen genügt, und die Sache ist geklärt :D


    lg björn


    Haha, tschuldigung, aber das war ne humorvolle Übersetzung :D


    aber im ernst: "abortiporus" heißt übersetzt soviel wie "rudimentärporig". Das ist ein Hinweis darauf, dass die Poren nicht regelmäßig, sondern völlig unregelmäßig, fast labyrinthartig, ausgebildet sind und der Fruchtkörper insgesamt nicht aussieht wie ein Porling, die ja gewohnt konsolenförmig sein sollten. Dieser Pilz wird im übrigen auch "Rosettenporling" genannt, aufgrund seines rosettenartigen Wachstums.


    lg björn

    Hi,


    das könnte Gymnosporangium sabinae sein, da hat Harry schon recht. Es handelt sich hierbei um einen Rostpilz, von dem es eine Sommer- und eine Winterform gibt. Das Winterstadium bildet orangegelbe Fruchtkörper an lebenden Wacholderzweigen, das Sommerstadium bildet braune Flecken an Blättern von Birnbäumen.


    lg björn