Beiträge von bwergen


    Ach richtig, die Chromosomen.
    Frisch ausgeruht wollte ich gerade ähnlich nachfragen, ob es da etwa keine Geschlechter gibt wie bei uns. Die Frage wäre auch, wozu überhaupt, wenn keiner der beiden Eltern das Kind austrägt, sondern jeder irgendwo ein paar aussät, und wenn es ein anderes Individuum seiner Rasse trifft, verschmelzen die einfach.


    Richtig, ich weiß zwar nicht genau, was du fragen willst, aber die Bemerkung ist so in etwa korrekt. :D



    Kann so ein Primärmyzel ganz normal seine Aufgaben wahrnehmen, also sich zu einem gößeren Organismus auswachsen und z.B. eine Symbiose mit einem Baum eingehen etc? Alles halt außer der Fähigkeit, Fruchtkörper auszubilden?


    Es ist anzunehmen, dass die Ausweitung des Primärmyzels abhängig ist von der Entfernung der nächsten Spore, mit der des verschmelzen kann. Da sich diese Entfernung normalerweise in Grenzen hält, halte ich es für unwahrscheinlich, dass ein Primärmyzel bereits eine Symbiose mit einer Pflanze eingeht. Dazu ist nur das Sekundärmyzel in der Lage. Jetzt könnte man fragen, ob das Sekundärmyzel denn auch zuerst Fruchtkörper bildet und dann eine Symbiose eingeht oder andersrum oder währenddessen. Ich könnte dazu verschiedene Hypothesen aufstellen:
    1. Das Primärmyzel verbindet sich bereits mit den Wurzeln eines Baumes, weil es "erkennt", dass es sein Mykorrhizapartner ist. Dann breitet es sich aus, bis es auf ein zweites Primärmyzel trifft, welches seinerseits auch schon eine Mykorrhiza mit einem anderen Baum eingegangen ist. Diese Hypothese ist also widersprüchlich, da ein Pilz sodann zwei verschiedene Mykorrhizapartner hätte. Das ist aber wissenschaftlich erwiesen, dass es das nicht gibt.
    2. Erst das Sekundärmyzel geht eine Verbindung mit einem Baum ein. Es bildet zunächst die Verbindung, ehe es endgültig in der Lage ist, durch die vom Baum zugeführten Stoffe Fruchtkörper zu produzieren. Klingt insgesamt logisch, finde ich.
    3. Das Sekundärmyzel bildet Fruchtkörper und findet während seines weiteren Wachstums einen Mykorrhizapartner. Das würde bedeuten, dass der Steinpilz kultivierbar wäre, denn das Myzel bildet ja schon vor der Verbindung mit einem Baum Fruchtkörper. Es kann also lange genug hingehalten werden. Ist wohl auch unlogisch.


    Ich bin für Hypothese 2. In Anbetracht der anderen Möglichkeiten erscheint sie die logische Schlussfolgerung zu sein.


    lg björn

    Gewöhnt euch mal an Clitocybe nebularis, die Nebelkappe gilt als Trichterling, nicht als Röteltrichterling :P


    Bild 15 ist in der Tat keine Lepista nuda.


    lg björn


    Ganz einfach: wie war denn das nochmal mit den Chromosomen? Die Frage gebe ich an alle weiter ^^


    lg björn

    Tigelteuerling, Crucibulum laeve.


    Leider kein Becherling, sondern ein Nestpilz, der in die Familie der Champignonsartigen gehört. Ursprünglich gab es dafür mal eine eigene Familie. Die Linsen im Inneren der Fruchtkörper enthalten in ihrem Inneren die Fruchtschicht (also Basidien, Sporen).


    lg björn


    Gute Frage, Marion!
    Die hab ich auch gerade im Kopf gehabt....
    Ich könnte mir vorstellen, das das sexuelle innerhalb eines Pilzes von statten geht... ist aber nur eine Überlegung... bin gespannt auf die Antwort...
    LG
    Daray


    Das ist nicht ganz korrekt. Es ist ein Thema, mit dem ich mich für meinen Vortrag im Frühjahr 2012 auseinandersetze.


    Kurzfassung:
    Schlauch- und Ständerpilze haben unterschiedlichen Lebenszyklen. Fangen wir mal bei den Ständerpilzen an. Diese bilden Sporen aus, die prinzipiell als "weiblich" und "männlich" bezeichnet werden könnten, sich jedoch nicht unterscheiden und aufgrund dessen mit einem schwarzen und einem weißen Punkt versehen werden. Nehmen wir an, eine weißkernige und eine schwarzkernige Spore fallen in unmittelbarer Nähe zueinander auf den Erdboden. Die Sporen keimen aus und bilden zunächst ein Primärmyzel, welches aus Hyphen mit einkernigen Zellen besteht. Treffen diese Primärmyzelien zusammen, kommt es zur Plasmogamie, der Verschmelzung der beiden Myzelien zu einem Sekundärmyzel. Dieses hat sodann pro Zelle jeweils zwei Kerne, einen weißen und einen schwarzen. Dieses Myzel ist erst jetzt in der Lage, einen Fruchtkörper hervorzubringen, der zunächst als Primordium, als Myzelklumpen, ausgebildet wird, ehe er an Form gewinnt, welche die jeweilige Art aufgrund ihrer genetischen Codierung besitzt (ein Fliegenpilz sieht eben immer wie ein Fliegenpilz aus). Der Fruchtkörper selbst besteht aus den gleichen zweikernigen Hyphen wie das Myzel. Die Endzellen, die sich an allen Oberflächen ausbilden können, sind entweder steril (Zystiden, Hyphenenden) oder fertil (Basidien). Die Basidien werden meistens in einem besonders angelegten Teil des Fruchtkörpers ausgebildet, z.B. auf der Lamellenfläche, in den Röhren usw. In der Basidie verschmelzen die beiden Zellkerne (weiß und schwarz werden zu weiß-schwarz-kariert, meinetwegen). Es kommt zur Karyogamie. Dieser Karyogamie schließt sich sodann die Mitose, die Zellteilung an. Erst nach diesem Teilungsvorgang entstehen 1-8 (9) Zellkerne, welche durch bestimmte Prozesse innerhalb der Basidie zu Sporen heranreifen. Sie treten meist an der Spitze der Basidien aus und hängen dann solange an sog. Sterigmen, bis sie endgültige Reife erlangt haben. Der Prozess beginnt sodann von neuem.


    Bei den Schlauchpilzen ist das etwas anders. Es reicht bereits ein Primärmyzel aus, um einen Fruchtkörper zu bilden. Innerhalb dieses Fruchtkörpers findet dann allerdings in zwei extra dafür angelegten Zellen (männl.=Antheridium, weibl.=Ascogon) die Plasmogamie statt. Das heißt, ein Schlauchpilzfruchtkörper besteht in der Grundstruktur aus einkernigen Hyphen, in der Fruchtschicht und dem darunterliegenden Subhymenium aus zweikernigen Hyphen. Diese zweikernigen Hyphen bilden erst die Fruchtschicht, denn hier befinden sich wieder mal sterile (Paraphysen) und fertile (Asci) Zellenden. In den Asci findet die Kernverschmelzung (Karyogamie) und die Mitose statt. Es entstehen innerhalb eines Sporenschlauchs (=Ascus, pl.=Asci) 1->1000 Sporen, deren Reifungsprozess komplett innerhalb des Sporenschlauchs abläuft. Bei Sporenreife treten die Sporen an der Spitze des Ascus aus und der Prozess beginnt von Neuem.


    lg björn


    Ömm - sind Schimmelpilze keine Pilze? Schleimpilze sinds ja glaub ich auch nicht... gehört Schimmel auch wieder zu was Andrem?


    korrekt. Allerdings sind Schleimpilze aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Protozoen was völlig anderes, zumindest taxonomisch gesehen.


    Es gibt zum einen "Höhere Pilze", zu denen insbesondere die Schlauch- und Ständerpilze zählen. Und es gibt "Niedere Pilze", deren Vertreter sich asexueller Vermehrung bedienen. Zu solchen gehört zum Beispiel der Köpfchenschimmel (Mucor, U-Abt. Mucoromycotina, Abteilung incertae sedis). Ein solcher ist auch in der Natur anzutreffen und keiner der giftigen Lebensmittelschimmel. Diese wiederum gehören ganz unterschiedlichen Abteilungen und Unterabteilungen an, deren Namen hier nur abschreckend sein würden. Falls das jemandem interessieren sollte, breite ich das hier gerne irgendwo aus^^


    lg björn


    Beim 4. Mal draufgucken und vergrößern sehe ich jetzt auch die gegabelten "Lamellen". Das ist ein alter, aber ziemlich großer Hygrophoropsis aurantiaca, da hast du recht. Dazu passt im übrigen auch die orangebraune Tönung. Nur der Stiel ist auffallend hell für diese Art, aber ich selbst hab sie schon in ganz unterschiedlichen Variationen erlebt.


    lg björn

    spec. = sp. = species. Ans Ende eines Gattungsnamens gesetzt bedeutet dies soviel wie "irgendein Trichterling" (= Clitocybe spec.). Wird vor allem dann genutzt, wenn die Art nicht erkennbar ist. Anstelle des "spec." wird dann, sofern ein Name gefunden wird (durch Bestimmung), der Artname gesetzt. Bei dem spec. handelt es sich also, 'mathematisch gesehen', um eine 'Variable'.


    lg björn

    Dann sag ich nochwas zu den ersten Sachen da:


    [1-3] Buchsblättriger Trichterling, Clitocybe alexandri, wäre mein Kandidat.


    [4-5] Ein Krempling, entweder ein alter Kahler Krempling (Paxillus involutus) oder ein Erlenkrempling (Paxillus rubicundulus). Vom Habitus her habe ich erstgenannten schon so gefunden.


    [18-19] Violetter Schleierling, Cortinarius violaceus


    lg björn

    Hi,


    interessantes Foto. Auf diesem Substrat ist mir jedoch kein Pilz bekannt, welcher derartige Strukturen hervorbringen würde. Ich denke eher, dass es eine Art Schimmelpilz ist, die Fäden könnten sodann durchaus auch Pilzfäden dieses Schimmelpilzes sein.


    lg björn


    Ich meine "unverändert weißem Fleisch".


    Überschneiden ist etwas salopp ausgedrückt und ist nichts anderes als ein Querschnitt durch den kompletten Fruchtkörper, sodass Farbveränderungen im Hut- und/oder Stielfleisch beurteilt werden können. Außerdem kann man so feststellen, ob der Stiel innen voll, hohl oder sogar gekammert ist. Der Hut selbst zeigt im Querschnitt deutlich, ob er eher dick- oder eher dünnfleischig ist, bei einigen Arten hebt sich die Hutdeckschicht (HDS) durch pigmentierte Hyphen deutlich ab. Eventuell kann so ein Querschnitt auch bedeutend sein bei der Beurteilung des Anwachstyps der Lamellen (frei, fast frei).


    lg björn


    ich habe in "der große BLV Pilzführer für unterwegs" den Kaffeebraunen Gabeltrichterling nachgeschlagen und dort stand unter dem Punkt Verwechslungen: "Mit Blausäuregeruch: Blaugrauer Gabeltrichterling" da der Geruch etw. säuerlich ist denke ich muss es dieser sein und beide Arten sehen ja so gut wie gleich aus.


    Ne, ich hab beide Arten schon gesehen und hier sehe ich Pseudoclitocybe cyathiformis. Wie ich oben angedeutet habe, oder versucht habe anzudeuten, sind die beiden Arten vom Aussehen her eben nicht gleich. P. obbata wäre viel dickfleischiger und der Hut wäre kleiner, wenngleich ich jetzt hier keine Größenvergleiche habe.


    lg björn

    Stimmt, falls scharf, dann Tricholoma sciodes. Würde eventuell auch zum unverändert gelben Fleisch passen, wobei selbst T. scalpturatum nicht unbedingt gelb anläuft wenn man ihn überschneidet.


    Als schärflich schmeckende Ritterlinge sind Tricholoma sciodes und Tricholoma virgatum zu merken. Deren Erkennungsmerkmale kannst du ja mal studieren :P


    lg björn

    [1] Suillus grevillei, Goldröhrling


    [2] Tapinella atrotomentosa, Samtfußkrempling


    [3] Meripilus giganteus, Riesenporling


    [4] Der Habitus passt nicht zu Rhodocollybia maculata, Gefleckter Rübling, es scheint sich eher um eine Art der Gattung Leucopaxillus zu handeln, allerdings fällt mir grad mehr dazu nicht ein.


    [5] Ein Becherling der Gattung Peziza, vielleicht Peziza varia (die Art müsste mikroskopisch bestimmt werden).


    lg björn

    Hi,


    das sind Flaschenstäublinge (Lycoperdon perlatum). Beachte immer auch die Anordnung der Stacheln. Beim Flaschenstäubling ist ein größerer Stachel immer von einem Kranz kleiner Stacheln umgeben, die Fruchtkörper sind frisch reinweiß und deutlich gestielt. Im Alter fallen die Stacheln Stacheln ab und hinterlassen ein geometrisches Muster.


    Es gibt mehrere Gattungen, unter anderem die der Stäublinge (Lycoperdon) mit etwa 15 Arten, Boviste (Bovista) mit gut 10 Arten, Kartoffelboviste (Scleroderma) mit 6 Arten, Disciseda, Calvatia, Morganella usw.


    Außer den Kartoffelbovisten, deren äußere Schicht (Exoperidie) recht hart ist und deren Inneres bei Reife einen deutlichen Violettton aufweist, sind alle Stäublinge und Boviste zumindest im jungen Zustand essbar. Für Speisezwecke werden aber vor allem Flaschenstäubling, Eierbovist, Riesenbovist und Beutelstäublinge genommen.


    lg björn


    Wat? Ich wette, er riecht nach Rettich ^^


    nach Kakao riecht beispielsweise Hebeloma theobrominum.


    lg björn

    [1] Riesen-Schirmling (Macrolepiota procera), evtl. = [2]


    [3] Hallimasch (Armillaria mellea)


    [4] einer der dunklen Milchlinge, vielleicht Lactarius fuliginosus.


    [6] tritt wirklich Milch aus? Sieht eher nach einem Fälbling aus, z.B. Hebeloma crustuliniforme und dessen Verwandte.


    [7] Lepista nuda


    [8] Ockertäubling, Russula ochroleuca, wäre eine Möglichkeit


    [9] Lactarius subdulcis, Lactarius tabidus und andere wären hier möglich.



    Leider sind die Pilzfruchtkörper allesamt nicht besonders gut dargestellt. Auf den Bildern machen sie gerade mal höchstens 10% aus. Versuch doch beim nächsten mal, sie etwas näher und präziser darzustellen, dann kann ich dir etwas mehr helfen :)


    lg björn


    Hi,


    deiner scheint in Richtung Safran-Schirmling (Chlorophyllum rhacodes) zu gehen. Am Stiel sind ja doch deutliche Verfärbungen ins rotbräunliche erkennbar.


    Es gibt mehrere Gattungen, die als Schirmling bezeichnet werden können:
    Chlorophyllum, Macrolepiota, Lepiota, Leucoagaricus, Leucocoprinus, Chamaemyces, 'Phaelepiota', Cystolepiota, Cystoderma.


    Diese Gattungen lassen sich meistens relativ leicht voneinander trennen. Die Riesen-Schirmlinge (Macrolepiota, Chlorophyllum) sind in Mitteleuropa durch gut 10 Arten vertreten und bis auf M. venenata und einer bislang unzureichend erforschten Chlorophyllum brunneum (=M. rhacodes var. hortensis) essbar.
    Die Schirmlinge (Lepiota) setzen sich hier aus mindestens 50 Arten zusammen, davon dürfte der Großteil ungenießbar sein. Jedoch sind L. helvola, L. josserandii, L. subincarnata und evtl. nähere Verwandte lebensgefährlich giftig.
    Die kleineren Gattungen Egerlingsschirmling (Leucoagaricus inkl. ex. Sericeomyces) und Egerlingstintling (Leucocoprinus) haben überwiegend ungenießbare Arten mit kleinen bis mittelgroßen Fruchtkörpern.



    lg björn

    Ähem, solltest du nicht, aber gut :D


    [1] Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides).


    [2] Großer Riesen-Schirmling (Macrolepiota procera s.l.), und zwar deshalb s.l. (im weitesten Sinne), weil er von der Hutoberfläche ein wenig anders aussieht als bei der "Normalform". Kann aber auch täuschen (auf den kleinen Bildern sowieso).


    [3] könntest dir mal Chroogomphus rutilans, Kupferroter Gelbfuß, angucken, der hat überwiegend rotbraune Farbtöne und die Stielbasis ist freudig gelb gefärbt.


    lg björn

    Hallo,


    der Gemeine Erdritterling (T. terreum) dürfte nicht so langstielig sein, das Vorkommen in Vorgärten bei Efeu ist relativ typisch für Tricholoma scalpturatum, den Gilbenden Erdritterling.


    Erdritterlinge sind prinzipiell zu unterschieden an der Größe der Fruchtkörper (inkl. der Länge des Stiels), dem Verfärben des Fleisches an der Luft (gelb, rot, unverändert) sowie an diversen Mikromerkmalen. Auch ein eingerissener Hutrand kann als Bestimmung dienen, allerdings ist die Artengruppe meines Wissens noch unzureichend geklärt.


    lg björn