Beiträge von bwergen

    Bin heute kurz (1h) unterwegs gewesen, um nach einer Valsa an Nadelholzzweigen zu suchen, und musste feststellen, dass die untersuchten Äste von Pseudotsuga menziesii (Douglasie) waren. Der darauf festgestellte Fund ist definitiv eine Valsa


    Wir hatten auf der hier gezeigten Exkursion aber auch noch eine Valsa (V. cf. pustulata). Deren Untersuchung steht noch aus. Dazu muss ich mir allerdings erst noch die alten Werke von Ellis und Nitschke (1870 und 1892) runterladen, es war schon ein Hickhack die Teile irgendwo ausfindig zu machen. Leider gibt es keine aktuelle, umfassende Literatur zu dieser Gattung. Viele der Arten wurden zwischen 1870 und 1920 beschrieben und danach nie wieder bearbeitet. Sie haben aber weitgehend ihre Namen behalten und sind daher gut auf den aktuellen Stand zu bringen.


    Aufgrund sonstiger Umstände (naja, Weihnachten und so ne?) könnte die Ausarbeitung des 2. Teils einige Tage in Anspruch nehmen.


    lg björn

    Von der Gattung Datronia gibt es in Mitteleuropa nur 2 Arten. Die mit Abstand häufigste ist Datronia mollis. Je nach Lage bildet diese Art resupinate bis effuso-reflex wachsende Fruchtkörper an verschiedenen Laubhölzern (beobachtet an Haselnuss, Schlehe, Erle und Weide). Die Poren sind vor allem bei vertikaler Lage oft sehr lang gezogen, z.T. auch labyrinthisch (= daedaloid) und vergleichsweise groß.


    Falls es eine Hutoberseite gibt, dann ist diese dunkelgrau.


    Beim nächsten Mal einfach mitkommen, dann zeig ich sie dir mal :D


    lg björn

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    Macrocystidia cucumis, Gurkenschnitzling


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    Pseudoclitocybe cyathiformis, Kaffeebrauner Gabeltrichterling


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    Tubaria furfuracea, Winter-Trompetenschnitzling


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    Cyphellopsis anomala, Gelbbrauner Haarschüsselrasen
    Bemerkung: Es handelt sich bei den becherförmigen Pilzchen um Ständerpilze der Ordnung "Champignonsartige" (=Agaricales). Sie wachsen im Winterhalbjahr rasig dicht gedrängt an hängenden oder liegenden Ästen diverser Laubhölzer, gerne von Weide.


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    Cantharellus tubaeformis, Trompetenpfifferling


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    Makro der Stacheln von Hydnum rufescens, Rötlicher Semmelstoppelpilz


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    Cylindrobasidium laeve, Ablösender Rindenpilz
    Bemerkung: Der resupinate Rindenpilz ist verwandt mit dem Samtfußrübling (Flammulina velutipes).


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    Lyomyces sambuci, Holunder-Rindenpilz


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    Datronia mollis, Großporige Datronie


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    Postia caesia, Blauer Saftporling


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    Trichaptum violaceum, Violette Tannentramete


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    Sparassis crispa, Krause Glucke


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    Exidia recisa, Kreiseldrüsling


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    Exidia saccharina, Kandis-Drüsling


    Wie ihr seht, es gab eine Menge Pilze, und auch recht viele, die man mit bloßen Augen sehen konnte und dazu auch noch ganz gut aussahen ;)


    Also haut rein, die Pilzsaison endet NIE :D


    Fortsetzung folgt...

    krass, hast du gesehen, Rada? Der hat die Sarcoscypha gefunden :D


    @hopsing: macht es dir was aus, mir eine Probe von der Sarcoscypha zuzuschicken?
    1. könnte ich sie für dich bestimmen
    2. könnte ich eine gewisse Erfahrung sammeln, hab nur einen von denen bisher gesehen (2004, S. austriaca).


    lg björn


    DAS hätte ich dir beim Anblick deines Monitors auch schon vorher sagen können, ich denke nämlich jedesmal, wenn ich bei dir zu Besuch bin, wie du die ganze Zeit auf diesen Monitor gucken kannst :D


    lg björn

    Das Problem dabei dürfte sein, dass sich kaum jemand mit Schimmelpilzen auskennt, meine Beobachtungen bisher haben gezeigt, dass die Bereiche außerhalb der Basidio- und Ascomycota relativ schlecht betrachtet und bearbeitet werden (Brand- und Rostpilze gehören zu den Basidiomycota, Mehltaupilze zu den Ascomycota). Also ich kenne jemanden, die kann dir den Mehltaulpilz vielleicht bestimmen.


    lg björn

    Hi,


    Erstmal find ich es gut, dass du dich als Niederländer hier meldest, und doch relativ gut deutsch schreibst, es reicht jedenfalls allemal aus, um die Pilze zu beschreiben.


    Darf ich fragen woher du genau kommst?


    [1] Tremella mesenterica


    [2] Stropharia caerulea


    [2] Galerina stylifera


    [3-4] Hypholoma capnoides


    [5] Stereum subtomentosum



    Falls du mir eine PN schreibst, halt dich nicht zurück, in niederländisch zu schreiben, ich wohne selbst nahe an der Grenze und verstehe das im Großen und Ganzen recht gut.


    lg björn

    Hier ist noch ein kleines Pilzlein, das erst "in vitro" erschinen ist, und zwar massenweise an einem Pferdeapfel:


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    Ascobolus albidus, Weißes Kotbecherchen


    Fruchtkörper 0,2-0,8 mm breit, weißlich, mit stark herausragenden Sporenschläuchen, deren Sporen bei Reife violettbraun sind. Der Farbunterschied ist schon makroskopisch erkennbar (mindestens 10fache Vergrößerung).


    lg björn

    Der Stopfpilz (Boletus farcirus) steht auf den Roten Listen aller Länder Deutschlands + auf der Gesamtliste. Das liegt vor allem daran, dass die sog. Wegwerfgesellschaft ihm die "ökologischen" Ansprüche nimmt.


    lg björn

    Vorsicht bei dem Vergleich von Pilzen in der Natur mit denen auf einem Markt. Diese sehen nämlich allzu oft zu perfekt aus, schön abgerundet, frisch usw.


    Beim Austernseitling gibt es zudem viele unterschiedliche Zuchtformen. Man kann sogar rosa- oder gelbhütige Austernseitlinge züchten. Andere haben mehr Grautöne im Hut, und wieder andere sind rehbraun.


    In natura finden wir derweil 2 unterschiedliche Formen, nämlich eine Winterform mit gewöhnlich stattlichen, mindestens jung mausgrauen Hüten und eine Sommerform, deren Hutfarbe irgendwo zwischen hellbraun und graubraun liegt.


    lg björn

    Naja, war nicht so gemeint, dass er viel Arbeit hat, sondern er UNS viel Arbeit macht. Und das macht er definitiv, in dem er die Angaben relativ karg hält und die Pilzfruchtkörper eben nicht so darstellt, dass deren Bestimmung offensichtlich wird.


    Ich mag gewissermaßen geduldig sein, aber ich hab es aufgegeben, darauf zu verweisen, dass etwas mehr Angaben vonnöten sind, denn es werden beim nächsten Mal ja doch wieder nur die üblichen wenigen Angaben gemacht.


    lg björn


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    zu der angesprochenen Tramete: Die Unterseite würde wesentlich zur Bestimmung beitragen. Anhand der scheinbaren Dicke der Fruchtkörper komme ich hier auf "Tramete". Fotografierst du das Teil von unten und wir sehen wider Erwarten doch keine Poren, dann hast du hier eben einen Schichtpilz (Stereum) erwischt, der ungewöhnlich dick geraten ist.


    ALSO: beim nächsten Mal Pilze von allen Seiten fotografieren, oder ALLE Seiten in einem Foto zeigen, wie auch immer!

    Mein eigenes System unterscheidet sich etwas von der Datenbank, und zwar wie folgt:


    Ich hab erstmal die Fotos nach Jahr geordnet (ich hab vorzugsweise ein Ordner mit dem Namen Pilzfunde 2010 und einer mit Pilzfunde 2011).


    Klickt man auf einen dieser Ordner, kommen zwei Ordner mit "Ständerpilze-Basidiomycota" und "Schlauchpilze-Ascomycota". Und so weiter, ich stell dir ein Bildchen hier rein, das ist einfacher:


    unbenanntda.jpg


    Die Datenbank ist erheblich komplexer aufgebaut, da sie die aktuelle Systematik anhand von Ordnern wiedergibt. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie das dann aussieht.


    lg björn

    Simmt, man kann sich auch irren, ich hab den "gelben" Rand als "weiß" interpretiert. Ok, von der Seite gesehen stell ich mir das Teil jetzt auch anders vor, nämlich gestielt,oder? Mach am besten nochmal ein Foto von der Seite oder von unten, das würde das ganze abrunden.


    lg björn


    edit: warum werden auch immer so alte teile hochgeladen, juli ist doch längst vorbei :D


    hier, nicht das beste Foto, aber das bin ich euch natürlich schuldig für soviel Unsinn, den ich verzapft habe:


    phaeolusspadicea1a.jpg
    Phaeolus spadiceus, Kiefern-Braunporling, Eifel 2010

    Viel Arbeit, die du da machst :D


    Ich glaube nicht, dass ich dir jetzt den Weg im Schlüssel beschreiben kann, ich hab die Bücher grad nicht vorliegen.


    Ich gebe hier nur ein paar Kommentare, vielleicht kannst du damit was anfangen:


    [1] Müsstest du mal Richtung Lepista flaccida gucken, andernfalls auch Rhodocybe gemina eine Möglichkeit wäre, schau einfach mal im Schlüssel nach, und vergleiche die Lamellenfarbe nochmal.


    [2] ist ein Rübling, da liegst du richtig, und zwar Rhodocollybia butyracea (f. asema)


    [3] der gleiche Fall wie bei [1], wenn du keine Milch siehst, dann ist hier auch keine da, denn: der Stiel bricht doch unten faserig ab. Kann also gar keine Russulaceae sein. Vergleiche nochmal mit [1]


    [4] sieht eher nach Trametes multicolor, Zonentramete aus. Es fehlen Blau- und Grautöne, der Rand ist zu weiß gefärbt. Aber mit Trametes lagst du schon richtig.


    [5] richtig


    [6] könnte auch richtig sein.


    [7] auch richtig.


    [8] interessant! Sieht nach einem Gürtelfuß (Cortinarius, UGatt. Telamonia) aus. Und zwar wäre Cortinarius (Tel.) umbrinolens eine Möglichkeit von leider sehr vielen.


    [9] riecht der vielleicht nach Fenchel/Anis? Schau dir mal den Fenchelporling (Gloeophyllum odoratum) an.


    [10] auch interessant. Ist jedenfalls kein Rübling, dagegen spricht der stark durchscheinend geriefte Hut und der Lamellenansatz. Könnte eher ein Helmling (Mycena) sein, ist aber so denke ich nur schwer bestimmbar.


    [11] schau dir mal die Graue Koralle, Clavulina cinerea, an. Die kannst du hier im Forum suchen, es gibt ein Bild in einem der Pilzfestival-Beiträge.


    [12] Buckeltramete, Trametes gibbosa. Immer auf den Buckel an der Ansatzsstelle sowie auf die etwas radial langgestreckten Poren achten, die sieht man sogar auf deinem zweiten Foto!


    [13] Denk dran: Rüblinge haben helles Sporenpulver, dieser hier hat braunes Sporenpulver. Kann also kein Rübling sein. Denk mal Richtung Gymnopilus, Flämmling. (= Gymnopilus penetrans).


    [14] vergiss, was die Lüder sagt. Der Fichtenporling kommt sehr häufig an Birke vor, und zwar regional abhängig (in manchen Regionen eher Fichte, in anderen eher Birke!). Trotzdem: Das ist kein Fichtenporling, sondern ein Zunderschwamm, siehe graue Poren und (undeutliche) Maserung an der Oberseite der Fruchtkörper.


    [15] ganz richtig.


    Insgesamt doch eine gute Sache, weiter so.


    lg björn

    I. resinosum passt aber morphologisch nicht so gut, wobei ich diesen seltenen Porling ehrlich gesagt noch nicht gefunden habe. Ich hab wohl aber I. benzoinum schon öfters gesehen, der scheint im Kiefernwald im Winterhalbjahr regelmäßig zu erscheinen, daher ist er hier für mich die erste Wahl. Dazu passen die Oberseite und der helle Rand allemal, auch das halbrunde Wachstum und die scheinbar etwas flaumig-struppige Oberfläche kommen gut.


    lg björn


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    LINK:
    Ischnoderma benzoinum (Pilzfestival "Endlosigkeit")

    Hallo,


    das Substrat ist wahrscheinlich Birke oder? Ich sehe hier mindestens den Birkenporling (Piptoporus betulinus), und zwar im Vordergrund in jüngeren (braun) und älteren (grünlich-weiß) Exemplaren. Was im Hintergrund ist, lässt sich kaum erkennen, es könnte sich aber ebenfalls um Birkenporlinge handeln.


    edit: Sacromyxa serotina, Gelbstieliger Muschelseitling, ist ebenfalls möglich für die Exemplare weiter hinten, da sie schmäler und von etwas anderer Farbe sind als die Birkenporlinge.


    lg björn

    Hochinteressant!


    Zumindest die Sawadaea tulasnei (=Uncinula tulasnei) könnte ich fast bestätigen, allerdings liegt diese Artengruppe (Erysiphales) außerhalb meines "Bearbeitungsbereichs", das gilt auch für alle anderen abgebildeten Organismen.



    Daher kann ich hier leider mehr nicht für dich tun.


    lg björn