Cooles Foto, Peggy ![]()
gut dass es euch gefällt ![]()
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Oder spielen da auch noch die Enzyme aus den unerschiedlichen Verdauungstrakten eine Rolle?
Davon wäre durchaus auszugehen, ja. Wobei es auch Substratspezialisten gibt, wie z.B. Cheilymenia granulata, welche so gut wie ausschließlich an Kuhdung anzutreffen ist.
Ich glaube eher nicht, dass A. stercorarius, welche ansonsten gerne Kuh- und Pferdedung besiedelt, an Fuchsdung erscheint. Und falls ja, dann eher als Ausnahme.
lg björn
Letzten Samstag war ich auch nochmal "alleine" (kommt ja eher seltener vor) unterwegs in Richtung des kleinen Kiefern-Douglasien-Birken-Lärchen-Buchen-Eichen-Mischwaldes mit der Intention, einen bestimmten, rindenartigen Schlauchpilz an der Innenseite der Lärchen- und Kiefernrinde zu finden. Ich kanns vorweg nehmen: daraus ist leider nichts geworden. Vielleicht aber findet sich diese Art ja noch im Bergischen Land, wer weiß. Ich werde auf jeden Fall davon berichten, auch wenn es nur für ne Liste gut sein sollte.
Jedenfalls gab es genug andere interessante Dinge, derer man sich widmen konnte, und so komme ich nun auch kurz dazu, euch ein wenig in die Braun- und Weißfäulegeschichten zu entführen.
Es gab zunächst mal diesen Stamm hier, eine umgefallene Birke, die durch die zersetzende Fäule in einzelne Klötze zerlegt wurde.
Wenn man sich die Bruchstellen genauer anguckt, sieht man in etwa dieses hier:
Da wird man sich als "Außenstehender" vielleicht nicht viel bei denken, aber das Holz hat auffallend zwei unterschiedliche Färbungen, nämlich einmal braun und einmal weiß. Wie kommt sowas zustande? Klar, durch Pilzbefall. In diesem Baum haben sich Fichtenporlinge und Birkenporlinge breit gemacht. Und zwar in einer Art Konkurrenz miteinander. Der Fichtenporling verursacht dabei die Braunfäule, denn er baut die Zellulose ab, welche er für den Bau von Fruchtkörpern braucht. Zellulose ist ein stabilisierender Faktor für das Holz, es macht Holz hart. Und wenn es Holz hart machen kann, dann kann es auch Pilzfruchtkörper hart machen. Und das sieht man dann am Fichtenporling.
Der Birkenporling dagegen verursacht die Weißfäule. Er entzieht dem Holz das Lignin, welches für die Braunfärbung von Holz verantwortlich ist. Das Holz wird typisch hell, fast weißlich. Der Fruchtkörper des Birkenporlings ist aber dadurch nicht so hart wie der vom Fichtenporling.
So aber schauen wir uns das Holz mal genauer an:
Links: Weißfäule, rechts: Braunfäule
Weißfäule erkennt man daran, dass es in länglische Fasern zerfällt, man kann es zerdrücken und es ist sehr feucht. Im Prinzip ähnelt die Konsistenz einem Schwamm. Und es ist eben typisch weißlich gefärbt.
Hier nochmal eine Detailaufnahme der Weißfäule:
Braunfäule erkennt man daran, dass es in würfelförmige Stücke zerfällt, die ihrerseits noch hart sind, da die Zellulose ja noch im Holz drin ist. Dennoch lässt sich das Holz relativ problemlos abbrechen. Hier eine Detailaufnahme:
So das dazu. Aber was passiert jetzt, wenn zwei Myzelien unterschiedlicher Arten zusammentreffen? Da könnte man ja denken, dass sie vielleicht ineinander wachsen. Tun sie aber nicht. Hier:
Ihr seht schwarze Linien, die durchs Holz verlaufen. Hat was von einer fraktalen Struktur oder? Jedenfalls sind die schwarzen Linien klare Grenzen zwischen zwei Pilzarten, bei genauem Hinschauen kann man sogar die unterschiedliche Färbung des Holzes erkennen, welche bei so einem flachen Schnitt nicht leicht zu sehen ist. Außen ist der Befall des Birkenporlings, innen der des Fichtenporlings (= Kernfäule). Es ist aber auch zu bemerken, dass der Birkenporling sich ebenfalls fast bis zum Kern vorgearbeitet hat.
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1. Peniophorella pubera, Flaumiger Zystidenrindenpilz
2. Tulasnella violea, Lilafarbene Wachskruste
3. Ciliolarina pinicola, Nadelholz-Feinhaarbecherchen [pers. Erstfund] an Lärchenästen
Bemerkungen:
zu [1]: Der Zystidenrindenpilz wächst hier an Nadelholz. Er fällt vor allem mikroskopisch sofort durch die pyramidalen Lamprozystiden auf, welche über die Fruchtschicht verteilt sind. Diese sind stark mit stiftförmigen Kristallen besetzt, welche sich leicht ablösen lassen. Wer diesen Pilz untersuchen möchte, sollte daher nicht allzu feste quetschen.
zu [2]: Die Lilafarbene Wachskruste ist eine vor allem im Winterhalbjahr häufige Art. Ihr erkennt sie makroskopisch an den dünnen, violetten Überzügen, welche durch die wachsartige Konsistenz etwas opalisieren. Mikroskopisch macht der Pilz einiges her, aber nur für diejenigen, die genauer hingucken. Ihr seht vor allem in Bild [2.4] die Basidienform. Diese besteht aus einer Hypobasidie, welche eine Art Grundzelle darstellt, aus der zunächst kugelige, dann elliptische und zuspitzende Sterigmen herausragen. An deren Spitze befinden sich die kugeligen Sporen [2.2].
zu [3]: Das Feinhaarbecherchen ist für mich ein Erstfund. Es wächst hier an hängenden Lärchenzweigen. Die Fruchtkörper sind gerade mal knapp 0,1 mm breit und mit bloßem Auge nur als weiße Punkte erkennbar, falls überhaupt. Selbst unter der Lupe wirken sie noch winzig. Erst unter dem Mikroskop unter 40fach [3.1] bzw. 100fach [3.2] ist ihre Form und ihre wahre Schönheit erkennbar.
Der Pilz gibt auch mikroskopisch etwas her. Die Asci sind klar erkennbar, selbst die sonst schwierig zu beobachtende Ascusbasis ist gut hervorgekommen. Hierbei ist es wichtig, ob diese eine hakenartige Ausstülpung hat oder nicht. In Bild [3.6] ist klar erkennbar, dass es keine Ausstülpung an der Ascusbasis gibt. Die Sporen sind bei Reife zweizellig und keimen teilweise sogar ganz gut aus. Die Art ist mit allen diesen Merkmalen relativ eindeutig bestimmbar, bedarf jedoch gewisser Kenntnisse und vor allem eine gute Übersicht.
Ich hoffe ich konnte euch damit eine kleine Freude machen.
lg björn
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Hübsche Sache. Der obere wird Ascobolus stercorarius.
lg björn
Aha. Bin mal gespannt. Der wächst auf Fuchsdung. Und da sind noch jede Menge andere Sachen drauf.
Wenn Du das nächste mal vorbeikommst, musst Du da mal draufschauen.
Ich warte auch jeden Tag auf die Erweiterung meiner Beleuchtung und hoffe, dann endlich bessere Bilder zu bekommen.
Ah Fuchsdung. Dann kann es auch noch die lang gesuchte Ascobolus crenulatus sein. Die oben genannte Art wächst nämlich eigentlich eher an Herbivoren-Losungen.
lg björn
[1] Tubaria furfuracea, Trompetenschnitzling
[2] Byssomerulius corium
[3] Crepidotus cf cesatii var. cesatii, Kugelsporiges Stummelfüßchen
lg björn
Dein Stummelfüßchen ist ein Spaltblättling (Schizophyllum commune). Und zwar ALLE.
lg björn
[2] ist für mich eher Basidioradulum radula. Schizopora paradoxa ist nicht so gelblich gefärbt und hat auch nicht derart vorstehende "Zähne". Interessant ist das schiefe Wachstum.
lg björn
Hey Björn,
da ist ja ganz schön was zusammengekommen. Super.
Hyaloscypha fuckelii var. alniseda ist bisher nicht für NRW gelistet, die werd ich natürlich melden.
Das war der Fund gleich am Anfang an dem alten Buchenstubben, nicht wahr ?
Stimmt genau. Die wird morgen aber nochmal genauer untersucht. Ich führe da grad einen Dialog mit Zotto, der mir geraten hat, das ganze nochmal mit KOH-Vorbehandlung zu untersuchen. Falls sich dann die Ascusspitzen blau färben, ist es die var. alniseda. Hyaloscypha ist eine ziemlich schwierige Gattung mit bis jetzt sehr unklar abgegrenzten Arten und vielen Varietäten, die ihrerseits auch wieder variabel sind...naja
Werd ich dann natürlich hier nochmal aktualisieren.
1. Flammulina velutipes, Samtfußrübling
2. Auricularia mesenterica, Gezonter Ohrlappenpilz
3. Fomes fomentarius, Zunderschwamm
4. Lenzites betulina, Birkenblättling
5. Exidia plana, Warziger Drüsling
6. Bisporella subpallida, Blasses Reisigbecherchen
7. Hyaloscypha fuckelii var. alniseda, Weißhaarbecherchen [pers. Erstfund]
8. Stictis stellata, Sternförmiges Lochbecherchen
[hr]
9. Rosellinia corticium, Rindenartige Kohlenbeere
10. Capronia nigerrima, Miniaturbrombeeren-Kugelpilz
11. Apiognomonia veneta [pers. Erstfund]
12. Gnomonia cerastis, Ahornblattstiel-Kugelpilzchen
13. Cryptovalsa protracta
14. Eutypella scoparia[hr]
15. Hysterium angustatum, Spaltkugelpilz
16. Lasiosphaeris hirsuta, Stacheliger Kohlenkugelpilz [pers. Erstfund]
17. Nectria decora, Massaria-Pustelpilz [pers. Erstfund]
18. Nitschkia grevillei, Grevilles Schwarzbecherkernpilz [pers. Erstfund]
lg björn
Ja war ein supertolles Erlebnis heute und ich bin froh, dass wir das mal gemacht haben ![]()
Die Funde habe ich zu gut 1/3 durch. Es sind ziemlich viele Dateien zu bearbeiten, soviel kann ich schonmal sagen. Da hat sich ganz ordentlich was angesammelt. Mal sehen, wieviele Arten am Ende rauskommen ![]()
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An lebenden Substraten wachsen außer Mehltaupilzen (Erysiphales) und verschiedenen Nebenfruchtformen diverser Becher- und Kernpilzen und Pseudopeziza-Arten (z.B. Pseudopeziza trifolii an Kleeblättern) eigentlich keine Schlauchpilze. Lebendes Substrat verfärbt sich sichtlich, und das sollte man dann schon erkennen, auch ohne Lupe.
Wie gesagt, es gibt für den Wildkräutersammler überhaupt keine Gefahren, die von der von mir bearbeiteten Gruppe ausgehen.
lg björn
Oo, mir fällt nur Mutterkornpilze (Claviceps purpurea) ein, ein toller Pilz.
Das Ohr
Das Mutterkorn fruktifiziert aber erst, wenn das Korn abgestorben ist. Lebendes Substrat wird lediglich sklerotisiert.
Claviceps purpurea, Fruktifikation
lg björn
Oh, auf Underworld (davon hab ich nur die ersten beiden Teile gesehen) war die Überschrift aber nicht bezogen, sondern eher auf "das Erwachen der Pilze aus dem Winterschlaf", der zugegebenermaßen sehr kurz war, aber immerhin ![]()
pACmani: wenn du anschließend noch zu mir kommst, kannst du die gefundenen Becherchen auch noch durchs Mikro fotografieren ![]()
Björn, das hast Du wieder super dargestellt! Mir gefallen die ersten Bilder am besten! Pilze können so wunderschön sein, wie Du mal wieder beweist! Lieben Dank und bitte "Nachschub" von den haarigen Kleinen
LG,
Kuschel
Danke Kuschelx, du kriegst demnächst sicher noch sehr viele kleine Haarbecherchen zu sehen, werd mich nämlich 2012 doch etwas näher mit denen auseinandersetzen ![]()
Sehr gut. Jetzt bin ich zutiefst beruhigt und kann es mir schmecken lassen.
Danke sehr für die immer hervorragende Hilfe.
Bin auch schon still.
Still? Du bist hier in einem Forum, nicht der Hauptdarsteller in einem Stummfilm ![]()
An lebenden Substraten wachsen außer Mehltaupilzen (Erysiphales) und verschiedenen Nebenfruchtformen diverser Becher- und Kernpilzen und Pseudopeziza-Arten (z.B. Pseudopeziza trifolii an Kleeblättern) eigentlich keine Schlauchpilze. Lebendes Substrat verfärbt sich sichtlich, und das sollte man dann schon erkennen, auch ohne Lupe.
Wie gesagt, es gibt für den Wildkräutersammler überhaupt keine Gefahren, die von der von mir bearbeiteten Gruppe ausgehen.
lg björn
Hi,
alle abgebildeten Arten sind reine Saprobionten, sie zersetzen totes Material. Die Brennnessel, solange sie nicht abgestorben ist, könnte natürlich von Rostpilzen und Mehltauen besiedelt werden. Ich nehme aber mal schwer an, dass du keine Wildkräuter mit Flecken auf den Blättern einsammelst, seien diese nun braun oder weiß.
Zusammengefasst: Zwischen meinem (Schlauchpilze an totem Material) und deinem (Wildkräuter) Interessengebiet gibt es keine Schnittmenge!
lg björn
Bäume als Hülsenfrüchter gibt es in ME nur eine Art glaub ich: Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia). Die Art wurde 1601 von Nordamerika nach Paris gebracht, um sie hier anzupflanzen. Sie hat sich seither hier ausgebreitet und ist typisch für Straßenränder.
lg björn
Danke Ralf, für die Bestimmung der nicht-natürlichen Sachen ![]()
also die Substrate waren hier eigentlich nur Brombeere und Brennnessel. Dazu ist mir an einer Stelle an dem Labkraut ein Kernpilz (Leptosphaeria galiorum) aufgefallen. Ansonsten gab es da nicht viel. Aber das reichte eben für die hier aufgeführten 9 Arten.
Trichopeziza "peggyi" sp. nov. ist eine Art, die mit ihren Merkmalen weder zu Lachnum mollissimum noch zu Trichopeziza suphurea passt. BARAL teilte per email mit, dass er die Art mit den um 100 µm langen Haaren auch schon gefunden hat, sie aber selten und sowieso wenig erforscht ist. Und vor allem: Sie hat keinen Namen!
Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und hab mir gedacht, es gibt doch soviele schöne Namen da draußen, warum nicht einen von denen dem Pilz verpassen? ![]()
lg björn[hr]
NEBENFRUCHTFORMEN
10. Pseudolachnea hispidula
Exkursionsdauer: ~ 120 Minuten
Exkursionsort: Brück (Kreis Düren)
Regie: bwergen
Anzahl der Arten: 10
Zurückgelegter Weg: 10m
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DAS EXKURSIONSGEBIET
Ein alter Getreidespeicher (?), von dem eigentlich nur noch die Seitenmauern übrig sind, die von Brombeeren, Brennnesseln und Gräsern überwachsen werden. Interessant an dieser Stelle sind sicher die herabhängenden Stängel sowie die relativ feuchte Ecke. D.h. auch wenn die Stängel in der Luft hängen, sind sie ähnlich feucht als wenn sie auf dem Boden liegen würden. Das eröffnet Schlauchpilzen Tor und Tür für unbegrenztes Wachstum. Und es war auch tatsächlich so: an fast jedem Stängel, egal von welcher Pflanze, war mindestens ein Schlauchpilz anzutreffen! Also haut rein, es geht langsam los, verpasst diese Frühjahrs-Schlauchpilze bloß nicht ![]()
Jo Brombeeren halt (die haben meine Mütze geklaut), aber die konnten mich nicht davon abhalten, die folgenden Pilzarten zu finden:
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STÄNDERPILZE
1. Hohenbuehelia cyphelliformis, Becherförmiger Harpunenschwamm an Brennnesselhalmen
2. Lachnella villosa, Filziger Schüsselseitling an Brennnesselhalmen
3. Vuilleminia comedens, Rindensprenger an hängenden Eichenästen
SCHLAUCHPILZE
4. Cryptodiscus rhopaloides, Keulensporiges Höhlenbecherchen an Brombeerästen
5. Pyrenopeziza rubi, Brombeer-Weichbecherchen [pers. Erstfund] an Brombeerästen
[hr]
6. Trichopeziza "peggyi" sp. nov., Peggy's Haarbecherchen [pers. Erstfund] an Brennnesselhalmen
7. Velutarina rufo-olivacea, Olivrötliches Rosanbecherchen an Brombeerästen
8. Leptosphaeria galiorum, Kletten-Labkraut-Kugelpilz [pers. Erstfund] an Kletten-Labkraut
9. Lophiostoma fuckelii, Fuckel's Spaltkugelpilzchen an Brombeerästen
lg björn
Hallo Jürgen,
Ich sage auch Täubling. Und spekuliere jetzt einfach mal auf den Stachelbeer Täubling, Russula queletii
Das lässt sich zwar so nicht mehr feststellen, aber ich spekuliere ja auch nur
lieben Gruß,
Melanie
Sehe ich auch so.
lg björn
Vielen Dank nobi. Es ist natürlich schön, wenn die Bestimmung von jemand anderem bestätigt wird. Gut wäre auch, wenn du weiterhin solche Funde anschauen und überprüfen könntest, denn es werden sicher noch einige folgen. Insbesondere bei den Sporormiella-Arten brauche ich deine Meinung, da die Angaben in der Literatur oft widersprüchlich sind.
lg björn
31. Saccobolus depauperatus, Gedrungendes Dungbecherchen
Auch auf dem Pferdedung, wo bereits A. albidus und S. fimicola gefunden wurde.
lg björn
Das weiße Exemplar, vor allem auf dem 3. Foto erkennbar, könnte A. sacchariferus sein. Den hab ich bei mir bis jetzt nicht beobachten können. Das ganze Substrat ist allerdings übersät von A. albidus.
Ich schaue sogleich nochmal drauf, mal sehen, was ich noch so finden kann.
