Beiträge von bwergen


    Hi hübchen,


    das Programm hab ich auch auf meinem PC, neben Picasa als Bilddatenbank und einigen Hilfsprogrammen, die sich mit PDFs oder Word-Dokumenten befassen (Converter u.ä.).

    Hi


    ich habe kein Stativ und auch keine Adapter, um die Kamera fest am Mikroskop anzubringen. Ich mache das mehr oder weniger freihändig und stütze mich beim Fotografieren an den Okularen ab. Die Kamera stelle ich dabei auf "Kunstlicht", damit die Fotos nicht zu rot, grün oder blau werden.


    Es gibt allerdings durchaus auch Adapter, um solche Kameras direkt mit dem Mikroskop zu verbinden. Ich könnte es mir mit der Erstellung der Bilder wesentlich einfacher machen (wurde mir gesagt^^).


    lg björn

    Hallo,


    ohne große Worte zu verlieren (die von Kuschel ja sowieso aufgesogen werden und somit nicht mehr für andere lesbar sind), möchte ich euch hier kurz und knapp erläutern, wie aus den originalen Mikrofotos das wird, was ich euch hier tagtäglich an den Kopf haue.


    Das Fotoprogramm selbst heißt ACDSee 14 und ist für knapp 40€ z.B. bei AMAZON bestellbar. Ich benutze Vorgänger dieses Programms seit 2004, davor hatte ich ein Fotoprogramm, welches meiner damaligen Kamera mitgeliefert wurde (und davor hatte ich "Picture it", das war aber noch vor 2002).


    Naja jedenfalls macht sich das Programm sehr gut und der Kauf hat sich gelohnt. Einziger Schwachpunkt ist das Anfertigen von Originaldateien jedesmal dann, wenn eine Datei durch das Programm geändert wurde. Dazu legt ACDSee jeweils auch eigene Ordner an, die im Programm selbst aber nicht sichtbar sind. Das kann bisweilen sehr nervig sein, hilft aber ab und an, die Originaldatei schnell wiederherzustellen, sollte man sich mit dem Bearbeiten vertan haben oder mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein.


    Ein Ausschnitt des Programms:
    p1210412e.jpg



    1. Originalfoto
    p1210412.jpg


    2. Foto nach AutoKorrektur durch das Programm (20%)
    p1210412a.jpg


    3. Foto nach Tonwertkorrektur (Faktor: 99, Schatten)p1210412b.jpg


    4. Ein 1600x1200-Ausschnitt des Fotos mit den Sporen im Mittelpunkt
    + Weichzeichnen Faktor 2 + Vergrößerung auf "Standard 2600x1950"
    p1210412c.jpg


    5. Im FotoCanvas (im ACDSee 14 enthalten) wird das Foto etwas verschoben, damit auf der linken Seite Platz ist für den Sporenschlauch.
    p1210412f.jpg


    6. Der Sporenschlauch, welcher bereits mit den Schritten 1-4 behandelt wurde, wird links eingesetzt und durch eine schwarze Linie vom übrigen Foto getrennt.
    p1210412d.jpg


    7. Der Text wird eingesetzt (Sporengröße, Beschreibung des Ausschnitts)
    p1210412dkopie.jpg


    So und damit wäre ein 2teiliges Foto fertig. Manche Fotos enthalten bis zu 18 Teile. Das wird dann natürlich etwas umständlicher ;)


    lg björn


    Danke, dass du mit dem Staubsauger hinter mir her gehst :D

    Es gibt noch einen zweiten Faktor zu berücksichtigen: Das Hyphensystem. Und das ist je nach Art unterschiedlich. Es kann monomitisch, dimitisch oder trimitisch sein. Ein trimitisches Hyphensystem besteht aus generativen Hyphen, Skeletthyphen und Bindehyphen und ist dadurch sehr fest.


    lg björn

    Das Teil an der Nectria ist relativ wahrscheinlich eine Orbilia, Knopfbecherchen. Diese werden von mir keinen Namen bekommen.


    Die Kernpilze sehen bisweilen interessant aus, vor allem die Kohlenbeere. Ich denke mal, es ist derzeit völlig egal, wo wir hingehen, wir finden nahezu überall was. Sorg einfach dafür, dass genug Kraut da ist :D

    Für mich sind klar Zähnchen erkennbar. Und die sind an deren Spitzen genauso hell gefärbt wie auf deinen Bildern. Viele Rindenpilze (natürlich auch Porlinge) bilden relativ interessante Formen, wenn sie in ungewöhnlicher Lage wachsen. So kann selbst ein Rindenpilz (B. radulum wäre wohl definitiv einer von den robusten Rindenpilzen) dazu neigen, "Hut"kanten oder sogar rudimentäre Stiele zu bilden.


    Einen Porling würde ich nicht definitiv ausschließen, es wäre aber etwas ziemlich abgefahrenes, falls es denn einer ist :D

    Das Fuchszeugs interessiert mich. Ich will wissen, ob das nicht doch A. crenulatus ist.


    Da Peggy das Wochenende über nicht kann, würd ich gerne schon Freitag kommen, wenn es dir nix ausmacht. Da fahren morgens wenigstens die Züge halbwegs.


    lg björn

    Hallo Ralf,


    der linke ist ein Teil von dem rechten, nur von woanders mitgenommen. An Dactylis hatte ich auch gedacht, mich haben nur die einseitigen Fruchtstände etwas verwirrt. Es ist eben abenteuerlich, nichts anders kann man in diesem Bereich der Pilzkunde erwarten :)


    Danke auch für deinen Zusatz. Du hast einmal Rhopographus filicinus an Farn und weiter vermutlich eine Nebenfruchtform (Brennnessel ist, abgesehen von Leptosphaeria acuta, für Kernpilze nicht allzu ergiebig). Schau lieber mal an anderen Pflanzenresten, insbesondere von Gräsern (auch Typha, Scirpus, Carex).


    lg björn

    Hi nochmal,


    ich war heute ein wenig auf der Suche nach Kleinpilzen an Grasresten. Die ganze Sucherei erstreckte sich auf etwa 100m und dauerte nur wenige Minuten. Hier in der Nordeifel liegt in den höheren Lagen teilweise durchaus eine geschlossene Schneedecke, sodass ich mich insbesondere an die Stellen herangetraut habe, wo der Schnee schon etwas geschmolzen war.


    Prinzipiell könnte man aber sagen, dass man derzeit an beliebigen Stellen Schlauchpilze antreffen kann. Das heißt, an Gras- und Krautresten am Wegrand, in Wiesen, im Wald. Da, wo im Herbst und Winter die Konidienstadien (hab ich mal irgendwo hier im Forum näher erläutert) erschienen sind, tauchen jetzt die Hauptfruchtformen auf. Aber richtig! Soll heißen: Jedes der drei angefertigten Präparate zeigte deutliche Sporenschläuche mit durchaus sehenswerten Sporen.


    Zunächst zeige ich euch aber die Susbtrate, an denen ich 3 Pilzarten festmachen konnte:


    p1210328p.jpg


    Falls jemand von euch genau sagen kann, um welche Wegrandkräuter es sich hier handelt, dann wäre das sehr schön. Ich hab bei dem rechten Exemplar mal Richtung Schwingel geguckt, aber ich glaub, das wäre falsch. Fakt ist, bei den Pflanzen links und rechts handelt es sich um Gräser (= monocotyledon), während das mittlere eine zweikeimblättrige Pflanze ist (= dicotyledon). Für die Bestimmung der darauf wachsenden Pilzarten (die Pflanzen müssen jeweils schon abgestorben sein, bevor die Hauptfruchtform erscheinen kann) ist diese Unterscheidung schon sehr wichtig, da viele von ihnen ausschließlich monocotyle Pflanzen besiedeln.


    So, nun zu den Pilzen. Vorab möchte ich hier eine kleine Übersicht geben, was eigentlich überhaupt an diesen Substraten wie die oben gezeigten zu erwarten ist. Ihr braucht so etwas nur mit der Lupe absuchen und es dauert nicht lange, da werden euch an verschiedenen Stellen kleine, meist schwarze Pünktchen von vielleicht kaum mehr als 0,1 mm auffallen. Meistens stehen diese Punkte auch noch warzig hervor und sind oft im Substrat eingesenkt. Die Arten gehören oft den folgenden Gattungen an:
    Pleospora mit mindestens 90 mitteleuropäischen Arten
    Phaeosphaeria mit etwa 40 Arten
    Leptosphaeria mit mindestens 80 Arten


    Spätestens hier wird sich der eine oder andere Leser sicher fragen: wie kann es denn sein, dass es weit über 200 verschiedene Arten gibt, die makroskopisch alle nur als winzige, schwarze Punkte erkennbar sind? Falls ab hier nicht schon jeder längst das Weite gesucht hat, dann wird dem tüchtigen Beobachter auffallen, dass viele Arten substratspezifisch wachsen, also an bestimmte Pflanzenreste gebunden sind, während andere "polyphag" wachsen, also an mehreren verschiedenen Pflanzen erscheinen. Grundsätzlich gilt aber für die oben erwähnten Gattungen: es handelt sich um krautbesiedelnde, sog. "herbicole" Pilze. Viele von ihnen schädigen mittels ihrer Nebenfruchtform auf parasitische Weise den Wirt und bilden erst nach dessen Absterben (das allerdings nicht durch den Pilz verursacht sein muss, sondern z.B. durch den Winter) Hauptfruchtformen, die dann saprobiontisch leben. Ihr seht an dieser Stelle, dass die Bildung unterschiedlicher Lebensweisen durchaus relevant ist für die Aufrechterhaltung der einzelnen Arten.


    Ich kann euch sagen, dass dies dann aber auch schon alles ist, was sich makroskopisch feststellen lässt (schwarzer Punkt, Substratwahl). Die wahre Welt eröffnet sich erst dem Mikroskopierer. Dazu kratzt man gewöhnlich ein paar der Punkte von der Oberfläche des Substrats ab, gerne auch mitsamt der Epidermisschicht, denn wie bereits oben erwähnt wachsen viele der Arten im Substrat eingesenkt. Ihr werdet kaum ein Präparat ohne Pflanzenteile hinbekommen. Ein Blick unters Mikro wird bereits unter dem 100fach offenbaren, ob es sich um eine Konidienform mit extrem vielen, sehr einheitlich geformten Konidiensporen oder um eine Hauptfruchtform mit meist sehr auffallend gefärbten und/oder geformten Meiosporen handelt. Zunächst aber ein Blick auf die Epidermiszellen der befallenen Pflanzenteile:


    phaeosphaeriaculmorum1c.jpg


    Ihr seht vereinzelte Hyphen in den Pflanzenzellen, ein deutliches Anzeichen für die "Infektion" durch einen Pilz.


    Phaeosphaeria culmorum (ca. x70fach) [pers. Erstfund]
    phaeosphaeriaculmorum1a.jpg


    Phaeosphaeria culmorum, mikroskopische Details (überwiegend ~ x1100fach)
    phaeosphaeriaculmorum1b.jpg


    Wenn man die Arten schon makroskopisch nicht zuordnen kann, dann wenigstens mikroskopisch. Man achte hierbei auf folgende Details:
    1. Sporenlänge und -breite => 24-27x8-9 µm
    2. Querwände (Septierungen!) in den Sporen, d.h. nur Querwände oder auch Längswände, falls ja, wieviele davon? => 3 Querwände, keine Längswände
    3. Sporenoberfläche => glatt
    4. Einzelne Kompartimente verdickt? => 2. Zelle von oben etwas verdickt
    5. gerade oder gekrümmt? => gerade bis leicht gekrümmt ("inequilateral")
    6. Sporenhülle vorhanden, falls ja, gleichmäßig oder nur partiell? => vorhanden, aber sehr schlecht sichtbar und vergänglich, gleichmäßig
    7. Sporenanordnung im Ascus => zweireihig


    Unter Verwendung von Spezialliteratur kommt man dann zur P. culmorum, welche relativ viele unterschiedliche Substrate besiedeln kann, jedoch auf monocotyle Pflanzen beschränkt ist. Und das haben wir hier ja vorliegen. Die Phaeosphaeria culmorum wuchs auf der Pflanze rechts im Bild.




    Pleospora phaeocomoides (ca. 70fach)
    pleosporaphaeocomoides1.jpg


    pleosporaphaeocomoides1.jpg


    pleosporaphaeocomoides1.jpg


    pleosporaphaeocomoides1.jpg


    pleosporaphaeocomoides1.jpg


    Dieser Pilz ist ein Paradebeispiel für einen Schlauchpilz der Gruppe "Kernpilze". Die Fruchtkörper sind diesmal aber nicht wie bei P. culmorum im Substrat eingesenkt, sondern liegen diesem auf. Sie sind aber sehr wohl unterhalb der Epidermis und brechen erst bei Reife aus dieser hervor. Wenn man diese Epidermis vorsichtig abmacht, kommen die kugeligen, schwarzen Perithezien hervor, welche auch nur knapp 0,1 mm breit werden.
    Mikroskopisch zeichnet sich diese Art durch mehrfach längs- und querseptierte, gelbbraune Sporen aus. Die Sporenfarbe ist ein Indiz für die Gattung Pleospora (siehe auch Drover Heide II), während Arten der Gattung Phaeosphaeria eher zu gelbgrünen, grünbraunen oder blassbraunen bis fast hyalinen Sporen neigen (siehe P. culmorum). Auch hier wieder die folgenden Schritte zur Bestimmung:
    1. Sporenfarbe => gelbbraun
    2. Septierungen => 5fach querseptiert, 1fach längsseptiert
    3. Primärseptum => am Primärseptum oft etwas deutlicher eingeschnürt als an den anderen Septen.
    4. Sporenoberfläche => glatt
    5. Sporenlänge und -breite => 18-20,5x8,5-9,5 µm
    6. Sporenanordnung im Ascus => einreihig


    Auf dem letzten Mikrofoto rechts neben dem Sporenschlauch ist eine Paraphyse erkennbar. Diese sind bei sehr vielen derartigen Kernpilzen oft mehrfach septiert, durchsichtig und schlank zylindrisch. Es handelt sich bei dieser Paraphyse hier also um eine relativ typische Form. Aus diesem Grund werden die Paraphysen nur in wenigen Fällen zur Bestimmung herangezogen.
    Ein Primärseptum ist einfach die erste Kompartimentierung der Spore, und diese findet zumeist in der Mitte statt. Erst danach entstehen nach außen hin weitere Septen, an welchen die Spore oft weniger deutlich eingeschnürt ist als am Primärseptum.
    Die Pleospora phaeocomoides wuchs an dem dicotylen Kraut (in der Mitte der Abbildung).


    Nun möchte ich euch noch den Besiedler der linken Pflanze zeigen, welchen ich ebenfalls für Phaeosphaeria culmorum halte, da es möglicherweise auch die gleiche Pflanze ist (nämlich ebenfalls ein Gras). Allerdings fällt hier auf, dass die Sporen größer und etwas anders gefärbt sind.


    Phaeosphaeria cf culmorum
    phaeosphaeriacfculmorum.jpg


    phaeosphaeriacfculmorum.jpg


    phaeosphaeriacfculmorum.jpg


    Im letzten Bild könnt ihr die Perithezienwand erkennen, welche aus 5-10 µm großen, mehr oder weniger rundlich-eckigen, dunkelbraun gefärbten Zellen besteht, in denen sich vereinzelte Tröpfchen befinden. Diese Wand ist relativ robust und schützt das Innere vor Austrocknung.


    So jetzt hoffe ich aber auch, dass ihr nicht schon längst geflohen seid :D nicht dass es euch so geht wie Gustav auf diesem Bild hier:


    timbuneu.jpg


    :D lg björn[hr]

    Literatur


    Ellis & Ellis (1997): Microfungi on Land Plants. An identification handbook.


    Shoemaker & Babcock (1989): Phaeosphaeria. In: Can. J. Bot. 67: 1500-1599.


    Leuchtmann, A. (1984): Über Phaeosphaeria und andere bitunikate Ascomyceten mit mehrfach querseptierten Ascosporen.


    Genau. Das habe ich woanders auch schon angemerkt, allerdings gab es da einige Rückmeldungen. Ich habe nach wie vor die Auffassung, das Indexfungorum immer auch überprüft werden sollte, insbesondere wenn man sich mit einzelnen Arten näher beschäftigt, deren Namen bekanntermaßen kritisch behandelt worden sind oder noch werden.


    lg björn

    Gewagt ist gut, du hast mich lediglich bei dem Versuch, korrekt zu sein, ertappt :D


    siehe indexfungorum => A. furfuraceus = A. stercorarius.


    lg björn


    Dürfte eigentlich nicht mehr überraschend sein, die Art wurde tags zuvor schon in einem anderen Beitrag von mir vorgestellt :D