Beiträge von bwergen

    Wie auch schon im Januar möchte ich hier eine Kurzstatistik ausbreiten, was mir nach intensiven Recherchen im Februar an Pilzen begegnet ist. Dazu werde ich noch ein paar Wetterdaten von Februar mitliefern, um zu schauen, wie sich das Pilzwachstum in Bezug auf das Klima entwickelt hat.


    Der Februar hatte insbesondere in der erste Hälfte starke Fröste mit Minustemperaturen von örtlich bis -20 °C und weniger. Beobachtet wurde dabei der Raum Köln-Bonn, die westlichsten Fundpunkte waren Aachen-Brand, die östlichsten waren im Bereich Kürten/Bergisches Land.


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    Temperatur im Februar, grün: max.Temp, orange: min.Temp.


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    Relative Luftfeuchtigkeit im Februar


    Die von mir geführte Liste zeigt deutlich, dass ab dem 15./16. Februar das Pilzwachstum deutlich zugenommen hat.
    Folgende Daten lassen sich für Februar 2012 zusammenfassen:


    Anzahl Kollektionen*: 68
    Anzahl Pilzarten**: 56



    * Eine Kollektion ist eine mindestens fotografisch, bestenfalls aber auch noch mikroskopisch untersuchte und archivierte Pilzart.
    ** Hier sind nicht die bereits im Januar 2012 erbrachten Arten enthalten.



    Gesamtauswertung Jan-Febr. 2012:


    Anzahl Kollektionen: 192
    Anzahl Pilzarten: 160
    davon: 79 Ascomyceten, 77 Basidiomyceten, 2 Deuteromyceten, 2 Zygomyceten



    lg björn

    Hi


    sieht mir eher nach einer Art Myzel oder einem Ozonium aus. Was genau es ist oder zu welcher Art es gehört, lässt sich wahrscheinlich aber nur mikroskopisch klären.


    lg björn


    Ich denke, das kann ich dir auch schon so sagen. Im Laufe der Zeit hat man mittels Kulturversuche und neuerdings DNA-Analysen immer mehr Nebenfruchtformen, die traditionell ihre eigenen Namen haben, den Hauptfruchtformen zuordnen können. Dadurch heben sich die Namen der Nebenfruchtformen in der Taxonomie auf, da sie ja mit dem Namen der Hauptfruchtform bereits eine eindeutige Bezeichnung haben. Im Falle der Hypocrea ist es Trichoderma (siehe auch Trichoderma viride als Hypocrea rufa). Üblicherweise sind die Nebenfruchtformen einer Hypocrea grünlich und ähneln eher einer Art "Schimmel" (z.B. Aspergillus). Es handelt sich hierbei schlichtweg um das vegetative Verbreitungsstadium eines Ascomyceten der Gattung Hypocrea.


    lg björn

    Ascobolus brassicae, Kohl-Kotbercherling an Fuchslosung
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    Ascobolus crenulatus, Gelbgrüner Kotbecherling [pers. Erstfund]
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    Chaetomium bostrychodes [pers. Erstfund] auf Kaninchenlosung von Köln-Niehl
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    lg björn

    Auf den verlinkten Fotos kann ich nur Algen sehen. Die Objekte auf deinen Bildern dürften Nebenfruchtformen einer Hypocrea (Kissenkugelpilz) sein, die bisweilen am Rand oder auch zwischen den Fruchtkörpern resupinater Porlinge und Rindenpilze wachsen.


    lg björn


    Hi Björn.


    Den Kernpilzporling und die weißen Becherchen hab ich natürlich im Kühlschrank stehen. Dann kann ich Dir jetzt auch sagen, dass ich vielleicht das graue Zeugs an der Rinde lebender Kiefern gefunden hab. Lässt sich bloß nicht fotografieren.


    Ach so, was agst Du denn zu dem labyrinthischen Rindenpilz?


    Ralf, der Unterschied zwischen dir und mir ist "vielleicht". Zu dem Rindenpilz sag ich nix, wenn ich nix sage, dann hat das schon seine Bewandtnis :D


    lg björn

    Tolle Funde, Ralf. Es sind Nebenfruchtformen dabei, definitiv. Aber die Pilze im abgestorbenen Zunderschwamm-Fk könnten interessant sein. Die schwarzen Kugeln mit stark vorstehender Perithezienmündung gehören zu Ophiostoma polyporicola. Seltsamerweise kann man bei dieser Art so gut wie nei Asci feststellen, wohl aber Unmengen an Sporen.


    Das weiße Becherchen an Kiefernrinde ist interessant. Das gehört zu genau der Sorte, die ich gerade etwas genauer untersuche (3 davon hab ich ja schon). Es dürfte ein Vertreter der Gattung Hyaloscypha sein.


    Die übrigen Funde sind bestimmungsmäßig ok.


    lg björn

    Es gibt makro-, sicher aber mikroskopische Merkmale zur Abgrenzung dieser Arten, ich nehme an, dass es insbesondere auf die Sporengröße und -oberfläche sowie auf das Aussehen der Capillitiumfasern ankommt. Ich kenne mich mit Schleimpilzen leider nicht aus, da fragst du den falschen :D


    lg björn

    Warum gibst du dem Pilz mit den riesigen Schläuchen und Sporen keinen Namen? Sag ruhig Ascobolus immersus zu ihm, dann freut er sich.


    lg björn

    Naja Grenzen sind der Natur gewissermaßen schon gesetzt, aber manche Arten sind totale Ausreißer, die sind einfach extrem variabel, aber auch wiederum nicht (?) variabel genug, um neue Arten davon abzuspalten. S. paradoxa gehört sicherlich zu den häufigsten Porlingsarten, die in Laubwäldern mit Buchen und Eichen anzutreffen sind.

    [1] Ganoderma applanatum (mit rechts: Trametes gibbosa)


    [2] Scleroderma citrinum, aber sehr überständig :D


    ist natürlich wirklich nicht gut erkennbar, bitte mal ein Foto von dem Lackporling nachreichen (von UNTEN fotografiert).


    lg björn

    Definitiv X. hypoxylon. Danke für die weiteren Bilder, die Perithezien unterhalb der Oberfläche sind deutlich erkennbar und ein Zeichen für die Hauptfruchtform.


    lg björn


    Wie sieht es bei dem letzten Pilz denn mit einem Butterrübling (Rhodocollybia butyracea) aus? Käme doch ganz gut hin, v.a. die glänzende Huthaut.
    Armillaria mellea würde auch ich bestätigen.


    LG, Fabian


    Ne, der passt nicht, der Stiel ist zu faserig für R. butyracea. Außerdem ist dieser nicht so zylindrisch, sondern eher typisch rübenförmig.


    Ich würd schon sagen, dass es auf Melanoleuca hinauslaufen könnte.


    lg björn

    Holwaya mucida sieht anders aus. Selbst im überständigen Zustand (hab ich selbst schon vor Jahren gefunden).


    Also bliebe eigentlich nur eine überständige Xylaria übrig. Die allerdings müsste man mal auf Konsistenz prüfen, dann sieht man, ob die Teile überhaupt abgestorben sind.
    Falls keine Perithezien unter der Oberfläche des "Kopfteils" erkennbar sind, dann ist sie entweder schon zu weit abgestorben oder es ist nochwas anderes, da fällt mir allerdings auch nix zu ein dann. Jedenfalls wüsste ich nicht, welche anderen Schlauchpilze derartige Formen bilden (ein Ständerpilz ist es ja wohl kaum).


    Also ich würd sagen: Xylaria sp.


    lg björn

    Penicillium expansum, würd ich zu deinem "Fund" sagen. Diese Art kann nicht nur Brot, sondern auch sämtliche anderen Dinge zersetzen, u.a. auch Holz und Mineralien (Braunfäuleerreger). Er befällt normalerweise Früchte und führt dazu, dass diese muffig schmecken. Hier sieht man bereits, dass die Schimmelarten der Gattung Penicillium nicht so giftig sind, wie man das von Schimmel allgemein denken kann, schließlich hat einst Alexander Fleming aus der Schimmelart Penicillium chrysogenum Penicillin hergestellt, was auch heute noch geschieht. Eine weitere Art derselben Gattung wird als Edelschimmel zur Käseherstellung verwendet: Penicillium roqueforti.


    Dein Schimmel ist aber leider ungenießbar und daher: weg damit.


    lg björn

    Bei mir klappen auch weiße Pilze ganz gut (siehe z.B. Lachnella villosa). Müsste bei dir aber auch gehen, ist eine Frage der Menge der Beleuchtung. Ich hab manchmal auch mehrere Versuche notwendig, bis ein akzeptables Resultat dabei herauskommt. Ich werd morgen bei dir auch mal durch fotografieren.

    Der Kernpilz an Laubholz auf dem Boden interessiert mich. Dazu würde mir nämlich auf Anhieb nicht viel einfallen. Die Kernpilze an Distel nehme ich auch gerne mit.


    Der Pilz mit den großen Sporen ist Rosellinia corticium. Der hat durchaus große Sporen.


    lg björn


    Hallo
    An welchem Baum war der Pilfruchtkörper?
    Normalerweise Kommen die Fruchtkörper aus dem Boden(Wurzeln)
    Meist an Buche(Rotbuche)


    Das ist eine überaus verwirrende Aussage.


    Für mich sehen die Fruchtkörper aus wie Ischnoderma benzoinum, Schwarzgebänderter Harzporling. Wenn der überständig ist, werden die Fruchtkörper ziemlich dunkel. Die Art wächst zumeist an Kiefernholz. Vielleicht solltest du mal schauen, welcher Baum das überhaupt ist, allein anhand des Ausschnitts ist das schwierig zu beurteilen.


    Daedaleopsis confragosa halte ich bei der Wuchsart für unwahrscheinlich.


    lg björn