Beiträge von bwergen

    Durchaus eine richtige Beobachtung. Pfifferlinge (auch Steinpilze und wahrscheinlich sämtliche andere Mykorrhizapilze) sind sehr gerne in jungen Fichtenwäldern anzutreffen, wenn die Bäume so dicht stehen, dass kaum Licht durchdringt. Inwiefern das mit dem Licht zusammenhängt, kann man so genau nicht sagen, wohl aber hängt die Farbe der Fruchtkörper u.a. von Lichteinflüssen ab.


    Pfifferlinge gehen mit der Fichte eine Ektomykorrhiza ein (diese ist, abgesehen von arbuskulär mykorrhizierenden Pilzen, die gängigste und weit verbreiteste Mykorrhizaform). Es könnte sein, dass sie nicht so langlebig ist, sodass das Individuum nach 5-20 Jahren abstirbt (man bedenke, es gibt hier ganz andere Altersspannen, siehe Hallimasch in Nordamerika). Es kann aber auch sein, dass die Fichte im Laufe ihres Alters andere Mykorrhizapartner bekommt, die den Pfifferling verdrängen. Ein einzelner Baum kann mehrere, wenn nicht mehrere Dutzend Verbindungen eingehen. Ein Wald, sofern da Arten der Fagales oder Pinales vorhanden sind, kann hinsichtlich der Mykorrhizen ein extrem komplexes System sein, welches durch viele äußere Einflüsse verändert wird (menschliche Einflüsse, Umwelteinflüsse, Klimaveränderung, CO2-Gehalt usw.).


    Dazu kommt noch, dass die Fichte auch nicht langlebig ist, sondern ihr Alter bei 150-300 Jahre begrenzt ist, daher könnte es sein, dass sie bereits im ganz jungen Zustand ganz besonders viele Mykorrhizen eingeht, die die besagten 5-20 oder auch 30 Jahre alt werden, und danach keine neuen mehr hinzukommen. Dann wäre der Pfifferling weg, aber der vielleicht langlebigere Fliegenpilz ist immer noch anzutreffen. Das sind natürlich alles Hypothesen, da man genaueres nicht weiß bzw. mir kein Artikel bekannt ist, in dem diese Thematik beschrieben wird.


    Übrigens hält die Fichte trotzdem den Altersrekord (Schweden, etwa 8000 Jahre).


    lg björn

    Den letzten Fund möchte ich korrigieren:


    Botryosphaeria dothidea = Botryosphaeria quercuum.


    Da kann ich gleichermaßen auch Breitenbach&Kränzlin, Band 1, Seite 294, korrigieren, denn deren dargestellte B. dothidea ist wohl auch B. quercuum.


    Ausschlaggebend waren hierfür nicht nur Arx&Müller (1954), sondern auch Petrak (1970, in Sydowia 24) und letztlich Medardi (2006), in dessen Schlüssel gleich 5 verschiedene Botryosphaeria-Arten recht plausibel und "typusgerecht" aufgeschlüsselt werden.


    Ich kann abschließend feststellen:
    1 Sporen 16-24x7-10 µm, an Rosen...........................B. dothidea
    1* Sporen 20-30x10-13 µm, an Laubholzzweigen.......B. quercuum



    lg björn

    Falls mit den angaben und Bildern nix anzufangen ist, wäre aber auch das eine wichtige Info für mich.;)


    Jo, so isses :D


    Ne sagen wir es mal so, im "Kopf" auf Anhieb weiß ich dazu nix, da müsste ich schon nachschlagen. Dazu aber wiederum bin ich zu faul, weil es ohne Größenangaben oft Spekulation ist, und Spekulationen sind für mich verlorene Zeit, die ich vielleicht mit der Bestimmung meiner noch haufenweise rumliegenden Arten wesentlich effizienter einsetzen könnte. Wie eben gesehen, haue ich den einen oder anderen Neufund noch raus (Botryosphaeria), und wer weiß, was ich hier noch alles zum Vorschein bringen kann. Außerdem werde ich heute vielleicht selbst nochmal rausgehen, um nach speziellen Sachen zu suchen (z.B. Cucurbitaria berberidis).


    Nichtsdestotrotz bin ich natürlich an deiner neuen Schizothecium interessiert ;)

    Die Botryosphaeria kannte ich schon mit 15 Jahren (Breitenbach&Kränzlin, Band 1). Schäm dich, nobi :D


    Spaß beiseite, für das Portrait der Botryosphaeria dothidea habe ich, komplett mit Mikroskopieren, Fotografieren und Bildbearbeitung etwa 35-40 Minuten gebraucht. Das hatte natürlich den Vorteil, dass ich die Art nicht extra bestimmen, sondern ihren Namen nur nachschlagen musste, um meine Vermutung zu bestätigen. Hab dann aber eben nochmal im Arx&Müller sowie in der Sydowia 24 geblättert, um etwas mehr zu erfahren (allerdings weiß ich jetzt weniger als vorher...komisch).


    Die Bilder sind nicht gestackt. Für die Zusammenstellung des Makrofotos der Botryosphaeria hab ich 4 Bilder gemacht. 2 davon wurden wegen mangelnder Qualität gelöscht.


    lg björn

    Höchstwahrscheinlich ist er das. Typisch kurzstielig und "cognacfarben".


    lg björn


    Achso du willst auch den Schlüssel :P email bitte

    Botryosphaeria quercuum, Laubholz-Traubenkugel
    Substrat: Faulbaum. Dieser Pilz war von sich überzeugt, dass ich ihn für eine Cucurbitaria rhamni halte, allerdings sahen die Perithezien äußerlich doch etwas anders aus. Ralf und ich hatten die Art mit den unregelmäßig geformten, relativ großen Sporen bereits bei ihm am heimischen Mikroskop entdeckt, da kam mir bereits der Gedanke, dass es Botryosphaeria sein könnte, aber ich hatte die Arten dieser Gattung als septiertsporig im Kopf. So aber dürfte die Bestimmung, auch aufgrund des Substrats und der passenden Sporengröße, relativ klar sein.





    lg björn[hr]
    Na klar: Erstfund für NRW. Was sonst?

    LG vom Nobi,
    der den Beitrag gestern schon posten wollte, allerdings während des Abschickens irgendwie alles gelöscht hat X(
    Verstehe einer diese Welt! Und besonders die Computer :D


    PS: Bitte nach Möglichkeit wieder ein paar Mikrodaten auf die Bilder schreiben, wie in der Vergangenheit üblich. Danke.
    Vielleicht sollte ich mir das auch angewöhnen?


    Hallo Nobi,


    wieso fehlen dir die Worte?


    Mikrodaten kriegen die Bilder noch bzw. haben sie mittlerweile schon.


    C. berberidis kommt auch auf Mahonie vor?? Da werd ich morgen mal gucken müssen denke ich. Vielleicht komme ich auch irgendwo an Berberitzen vorbei, dann gibts demnächst auch die C. berberidis von mir ;)


    lg björn


    [hr]


    Nobi, deine Fotos sind auch spitze! Es macht echt Spaß, euch über die schulter zu schauen!


    Du mir über die Schulter gucken? Ja klar :D


    Achja echt gute Bilder nobi, ich muss ja nicht immer wieder darauf hinweisen, dass wir unsere Daten noch austauchen müssen. Demnächst! ;)

    Danke euch beiden. Solche Fotos gelingen in letzter Zeit immer einfacher und schneller, sodass ich nicht mehr ganz soviel Zeit investieren muss.


    Die Dungpilze waren übrigens Thecotheus pelletieri und Saccobolus verrucisporus.


    lg björn

    Vergangenen Sonntag waren Ralf und ich erneut im "Garten Eden" des Bergischen Landes unterwegs und untersuchten insbesondere ganz bestimmte Substrate wie Ginster, Faulbaum oder Rosen. Dabei ging es vor allem um abgestorbene Pflanzenteile, auf denen substratspezifische Arten zu finden waren, die wir dann auch tatsächlich gefunden haben, womit unsere Exkursion überaus erfolgreich war.


    Demnächst werden sicher auch wieder größere Pilze dabei sein, aber für diese Woche werdet ihr mit diesen kleineren Arten, die z.T. ausgesprochen bemerkenswerte Sporen haben, vorlieb nehmen müssen ;)



    Cucurbitaria rhamni, Faulbaum-Mauersporenkugelpilz
    Substrat: Faulbaum (Frangula alnus). Fruchtkörper brechen aus der Rinde hervor und bilden 0,2-0,4 mm breite Perithezien, welche oben abgeflacht und komplett schwarz sind. Bisweilen brechen die Perithezien auch zu mehreren büschelig heraus.





    Cucurbitaria spartii, Ginster-Mauersporenkugelpilz
    Substrat: Besenginster (Cytisus scoparius). Fruchtkörper ähnlich wie oben einzeln oder zu mehreren aus der Rinde herausbrechend.





    Leptosphaeria doliolum, Brustwurz-Kugelpilz
    Substrat: Goldrute (Solidago virgaurea). Fruchtkörper einzeln in größeren Gruppen wachsend, bis etwa 0,3-0,5 mm breit.





    Saccothecium sepincola
    Substrat: Rose (Rosa sp.). Fruchtkörper in die Epidermis eingesenkt und bestehend aus einzelnen, in Gruppen wachsenden Perithezien von 0,1-0,2 mm Breite.




    lg björn

    Ja die Thelebolus hätten wir schon öfters, das war auch die Art mit dem dunkleren Rand. Sie scheint ein wenig variabel zu sein.

    Hm es gibt eine Reihe von Kernpilzen mit solchen Sporen, mir fallen da z.B. Nitschkia und Chaetosphaeria ein. Das kommt aber insbesondere darauf an, wie die Perithezien aussehen (fallen diese bei Trockenheit ein? glänzend oder matt?) sowie ob die Sporen septiert sind oder nicht (ich würde bei dir hier vermuten, dass du eventuell septierte Sporen finden könntest, hättest du nur lange genug danach gesucht).


    Ich nehme aber an, dass dieser hier unitunikat ist und wohl in die Sordariomycetes gehört. Mehr Einschränkung kann ich aber nicht machen.


    lg björn


    Siehste? Weißte beim nächsten Mal bescheid: Lamellenpilze IMMER auch von unten abbilden.


    Ich frage mich, ob es möglich ist, mir das Teil zuzuschicken...wahrscheinlich kommt es aber eh im völlig eingetrockneten Zustand bei mir an :D


    lg björn
    [hr]
    Ach übrigens, du bist ja auch schon verwirrend, du redest von Flechten und meinst ein Lebermoos, das auf den Bildern deutlich erkennbar ist. Und weißte was? Das könnte sogar Marchantia sp. sein...


    so, jetzt is aber gut.


    Die Annulohypoxylon multiforme ist schonmal richtig so. Ob die andere H. fragiforme ist, müsste man schon mikroskopisch nachgucken, da kommen auch noch andere Arten in Frage (das Holz ist nicht Holunder, sondern wahrscheinlich Fagus oder Corylus).


    lg björn

    Melanoleuca-Schlüssel und Literatur hab ich auf dem PC. Schreib mir einfach kurz eine email, was du genau haben willst, dann guck ich heut Abend oder morgen mal nach ;)

    Kann Rickenella fibula sein, muss aber nicht, zumal der Pilz hier auch noch bei Flechten wächst.


    Es gibt z.B. noch Rickenella mellea und einige Gerronema-Arten, die durchaus auch orangegelblich oder rötlich aussehen können.


    lg björn

    Eutypa spinosa, Stacheliger Krustenhöckerpilz.


    Durchaus entfernt mit Kohlenbeeren verwandt, steht den Eckenscheibchen (Diatrype) aber weitaus näher.


    lg björn

    Hi Laura,


    [1-3] Hundflechte, Peltigera canina


    [4-5] Flacher Lackporling, Ganoderma applanatum


    [6] Die Buckeltramete bildet u.a. solche Fruchtkörper, falls jung. Dazu sind die Poren auch noch nach oben ausgerichtet, d.h. man kann davon ausgehen, dass sie evtl. anormal entwickelt sind. Müsste man sich mal in der direkten Umgebung besser entwickelte Fruchtkörper anschauen.


    [7] Zunderschwamm, Fomes fomentarius


    [8] Saitenstieliger Knoblauchschwindling, Mycetinis alliacea


    [9] Gelbe Lohblüte, Fuligo septica [= Schleimpilz!]


    [10] Rotrandiger Baumschwamm, Fomitopsis pinicola


    Facebook hab ich auch :D

    Hallo,


    ja deine Probe ist bei mir angekommen. Auf dem Dung habe ich Ascozonus woolhopensis gefunden und das Weichbecherchen konnte ich als Mollisia lividofusca bestimmen, hab allerdings die Fotos auch zu Andreas Gminder geschickt, auf dessen Antwort ich bis heute warten muss...deshalb hab ich dich auch noch nicht angeschrieben.


    Fotos kann ich dir übrigens gerne zuschicken, ich veröffentliche nicht alles hier im Forum.


    lg björn[hr]
    Wie das Bild bringt nicht mehr Klarheit? Ich hab den Satz überlesen weil ich dachte, dass es jetzt endlich geklickt hat...das IST der Gezonte Ohrlappenpilz, jetzt hör auf damit, der 1. April ist erst morgen.


    lg björn


    Na wenigstens die Gattung war richtig.:)


    Du meinst also, jede einzelne Spore hat eine Hülle ? Hmm....das muss ich nochmal genau nachschauen, hab mich da wohl verkuckt.


    Jo, die Sporen sind allerdings auch mittels einer klebrigen Masse zusammengesetzt und brechen je nach Art innerhalb oder erst außerhalb des Ascus auseinander. Dadurch fallen dann auch diese Sporenhüllen ab, auf denen sich ja auch das Ornament befindet (auf dem letzten Foto sind kleine Risse erkennbar, welche für S. depauperatus durchaus typisch sind).


    Für ne genaue Artzuordnung muss man die Sporen-, Cluster- und Ascusgröße wissen.

    Das dürfte Saccobolus depauperatus sein. Ziemlich häufig an Dung unterschiedlicher Pflanzenfresser. Als selbsternannter "Saccobolus-Jäger" wäre ich an solchen Funden natürlich immer interessiert. Wenn ich also komme, liegen die Döschen sozusagen schon parat zum Mitnehmen :D


    Es ist eigentlich keine Hülle, sondern die Oberfläche der Sporen, die sich da bei Reife ablöst. Sowas kommt bei vielen Arten der Gattung vor, z.T. auch bei Ascobolus.


    lg björn