Beiträge von bwergen

    Es gab noch andere Überraschungen, die ich erst HIER entdeckt habe.


    Heute (gestern) hab ich aber erstmal die Lamellenpilze wegmikroskopiert, weil die sich nämlich sehr schnell verdünnisieren...das ist dann weniger appetitlich :D

    Sehr typisch für Cheilymenia granulata. Die Streifung auf den Sporen wird übrigens nicht überall erwähnt (teils werden die Sporen als glatt beschrieben).


    Ich hab die Art übrigens noch nicht im Detail untersucht. Das schiebe ich etwas vor mir her sozusagen. Aber zum Glück produzierst du ja Dungpilze am Fließband :D


    Der kleinere Becherling war übrigens Iodophanus carneus.


    lg björn

    Übrigens findet man an Himbeere die meisten Becher an etwas feucht liegenden Ruten, sehr oft zum Bsp. einen braunen Haarbecher (Brunnipila clandestina = Verborgenwachsendes Braunhaarbecherchen) oder auch ein weißes Haarbecherchen mit Neigung zum Gelbwerden der Scheibe (Lachnum morthieri oder L. clavigerum). Pflicht ist auch ein sehr winziger, aber meist rasig wachsender, kleiner urnenförmiger und hyalinweißer Becher, nennt sich Olla millepunctata = Kräuter-Glashaarbecherchen.


    VG Ingo W


    Da erzählst du ihr nix neues, Ingo, den braunen haben wir nämlich vergeblich gesucht, die Hyalopeziza (nicht mehr Olla) millepunctata haben wir massenhaft gefunden ( Melanie: die winzigen, kugeligen Becherchen) und ansonsten hat sich noch nix gezeigt.


    Es könnte aber sein, dass ich eine der Lachnum-Arten an Himbeere mitgenommen habe, ich weiß nämlich grad nicht mehr, was genau wir alles eingesammelt haben :D


    An Capitotricha rubi bin ich natürlich interessiert. Werd ich heute im Nationalpark nochmal aufsuchen (wäre nicht das erste mal, dass ich den da finde).


    lg björn

    Da hast du dir mit Conocybe aber eine gute Gattung ausgesucht. Daran wäre ich übrigens auch interessiert.


    Messe besser mehrere Sporen und beschreibe dann in etwa so: 13-17x7-8 µm (anstatt nur 15x7,5 µm). Das machst du auch mit den Basidien, den Cheilo-, Pleuro- und falls vorhanden Kaulozystiden.


    Literatur zur Gattung Conocybe hätte ich natürlich reichlich hier :P


    lg björn

    Schachtelhalmstandorte unbedingt (!) notieren, abgestorbenes Substrat ist eine Fundgrube für seltene Pilzarten.


    Schöne Bilder, ich finds gut, wenn auch mal ein paar Pflanzen dargestellt werden ;)


    lg björn

    Hallo,


    Gestern und vorgestern habe ich mal gezielt Grashalme unterschiedlicher Art, u.a. auch von Schilf (Phragmites australis) eingesammelt, um selbige auf Pilze zu überprüfen. Ich kann nur sagen: es dauert keine 30 Minuten, da hat man mehr als 1000 Pilzfruchtkörper eingesammelt. Soll das doch mal einer von euch Morchelsammlern von sich behaupten :D


    Phaeosphaeria vagans [Erstfund für NRW] an Grasresten unterschiedlicher Arten (Festuca, Deschampsia usw.)




    Phaeosphaeria fuckelii, Fuckels Braunsporkugelpilz, wächst derzeit massenhaft an abgestorbenen Schilfhalmen



    Phaeosphaeria nigrans an Grasresten




    Leptosphaeria agnita an Angelica sp. (Engelwurz)



    Man achte hier vor allem auf die mikrosopischen Merkmale. Jede dieser Arten hat eine charakteristische Sporenform mit arttypischen Querwänden in den Sporen. Die erstgenannte Art hat sogar Längswände in den mittleren Zellen, solche Sporen werden "Dictyosporen" genannt (gr. dictyos = Netz).


    Bei der Bestimmung von solchen "Punkten" kommt es darauf an, welches Substrat es ist (Einkeimblättrig oder Zweikeimblättrig) sowie welche der Zellen verdickt ist. Bei P. fuckelii ist es die 4. Zelle von oben, bei P. nigrans ist es die 2. von oben und bei L. agnita die 3. Zelle von oben. Oben und unten wird dabei anhand der Ausrichtung der Sporen im Sporenschlauch definiert.


    Für die Bearbeitung solcher Arten bedarf es zusätzlich eines Stereomikroskops (mindestens 15fach), um solche Winzigkeiten gezielt aus dem Substrat zu entnehmen. Da ich das bis vor ein paar Tagen noch nicht hatte, hatte ich vorher immer massenhaft Substratreste mit im Präparat, was natürlich dazu führt, dass man neben den Sporen und Sporenschläuchen zuviel anderes Zeugs sieht und die eigentlichen Merkmale oft verdeckt sind.


    So Ende der kleinen Mikroskopierstunde :D


    lg björn

    Cortinarius vernus, Rosastieliger Gürtelfuß sowie Conocybe aporos kann ich bestätigen. Sind zwei einigermaßen häufige Arten.


    Conocybe-Arten sind generell nur mikroskopisch bestimmbar, aus der "Pholiotina"-Gruppe gibt es nämlich noch C. blattaria, C. arrhenii usw.


    Der eine braune da könnte mit Trompetenschnitzling gut bedient sein.


    lg björn


    Gratuliere und Gute Arbeit! =3


    Hast du die mehr durch Zufall gefunden ? Oder haben deine Adleraugen da tatsächlich diese Winzlinge erahnen können? ._.


    Naja sagen wir es mal so: Früher hab ich alle schwarzen Punkte mitgenommen, heute nehme ich fast nur noch die Hauptfruchtformen mit, weil ich diese mittlerweile einigermaßen als solche erkennen kann. D.h. ich hab die schwarzen Punkte an den Binsenstängeln sehr wohl in natura schon gesehen. Was dabei am Ende aber rauskommt, ist purer Zufall. Im Topf liegen sozusagen 100 mögliche Arten und eine davon habe ich hier gezogen.


    lg björn

    Hi,


    etwas weiter von der Gyromitra entfernt standen ein paar Binsenbüschel, aus denen ich ein paar Stängel herausgegriffen habe, um dann dieses hier zu finden:


    Leptosphaeria petkovicensis [Erstfund für NRW]



    Beschreibung:
    Der Pilz besteht aus rasig wachsenden "Perithezien", also kugeligen Fruchtkörpern mit einem Hohlraum, in welchem die Fruchtschicht gebildet wird, die wiederum aus Sporenschläuchen und Sporen besteht.
    Ein Perithezium dieser Art ist auffallend klein (~ 0,1mm), ich hab es leider nicht hinbekommen, ein solches querzuschneiden. Daher passen auch nur wenige Sporenschläuche rein (etwa 5-10), und diese sind auch noch relativ kurz.


    P. petkovicensis ist ein Erstfund für NRW und wahrscheinlich substratspezifisch an Binsen (Juncus).


    Auf dem oberen Bild könnt ihr sogar die einzelnen Zellen erkennen, in oder zwischen denen die Perithezien eingebettet sind.




    lg björn

    Ich dachte es mir schon, dass der in einem Gewächshaus war. Das ist ein Faltentintling (Leucocoprinus sp.). Welcher genau, lässt sich möglicherweise nur mikroskopisch klären, ich hab die Möglichkeiten bereits heut nachmittag durchgeguckt und nichts passendes gefunden.


    lg björn


    Hallo Björn;
    danke für die tollen Fotos, hab Lorcheln noch nie so deutlich betrachtet!
    Und die Landschaft - Biberland?
    Ligrü Karl


    Ja genau, Justin der Biber hat sämtliche Bäume angefressen :D


    Es gab im näheren Umkreis auch keine Kiefern, wohl aber Fichten, Eichen und Buchen. Ich würd sagen, dass der Boden überwiegend sauer ist.


    lg björn

    Hallo,


    Heute hab ich mir gedacht, an meiner vor 4 Jahren entdeckten Lorchelstelle vorbeizugucken, um dann genau an der gleichen Stelle erneut Fruchtkörper vorzufinden. Gezielter hätte man den Ascomyceten gar nicht suchen und finden können :D


    Untersuchungsgebiet




    Gyromitra esculenta, Frühjahrslorchel






    Frühjahrslorcheln, die durch mein Gewicht in Mitleidenschaft gezogen wurden, heißen Drüslinge (Exidia plana:(

    lg björn


    Hallo du Tintlingsteuerling,


    Malone hat einen absolut typisches Exemplar eines etwas überständigen Spaltblättlings gefunden, und zwar sieht man hier dran, dass die Lamellen eigentlich keine Lamellen sind, sondern einzelne sehr langgezogene "Becher", die zusammengewachsen sind und beim Ausbreiten des Hutes am Rand auseinander gehen.


    lg björn


    Hallo Fredy !
    Hast natürlich recht die Lamellen passen zu Melanoleuca :)
    Gruss Harry


    M. cognata hat eigentlich mehr cremefarbene bis hellgelbliche Lamellen, weil: cremefarbenes Sporenpulver. Von etwaigen Rosatönen hab ich bis jetzt noch nicht gehört, was selbst für M. cognata sehr ungewöhnlich wäre.


    Die Lamellen passen zwar dann zu M. cognata, aber nicht zu Melanoleuca, weil die Gattung eigentlich eher mehr weißsporige Arten beinhaltet, wobei M. cognata mit seinen "dunklen" Sporenpulver eine Ausnahmeerscheinung in der Gattung ist.


    Nichtsdestotrotz ist hier ein Frühlings-Weichritterling dargestellt, wenngleich möglicherweise etwas rotstichig.


    lg björn