Beiträge von bwergen

    Hallo hallo,


    und wieder einmal startete vergangenen Samstag eine Exkursion in das Bergische Land bei Offermannsheide, in ein bereits von Rada voruntersuchtes Gebiet, welches mit Schlauchpilzen aller Art bedeckt zu sein schien. Ein paar der Eindrücke werde ich euch hier jetzt mal näher zeigen ;)


    1. Calopteryx virgo, Blauflügel-Prachtlibelle


    2. Hieracium aurantiacum, Orangerotes Habichtskraut


    3. Hydropus subalpinus, Buchen-Wasserfuß



    4. Simocybe centunculus, Olivbrauner Schnitzling


    5. Stropharia rugosoannulata, Rotbrauner Riesenträuschling


    6. Sphaerobolus stellatus, Kugelschneller


    7. Ascobolus viridis, Grünlicher Kotbecherling (auf Erdboden)







    8. Peziza fimeti, Mistbewohnender Becherling






    9. Peziza repanda, Ausgebreiteter Becherling


    10. Peziza sepiatra, Sepiabrauner Becherling







    11. Peziza sp (unbestimmt)


    12. Peziza subisabellina, Isabellfarbener Violettbecherling




    [hr]


    13. Scutellinia legaliae, LeGal's Schildborstling






    Na, aber du kannst dir eine handvoll Stengel "grabschen" und dich doch dann gemütlich auf einen Stein setzen und einen nach dem anderen anschauen ;)


    lg,
    Melanie


    Soso, jetzt zeig ich dir, an welcher Stelle ich bereits weiß, welche und wieviele Arten auf den Stängeln drauf sind:


    "Na, aber du kannst dir eine handvoll Stängel grabschen [!] ..."


    Setzen? Zeitverschwendung.


    :D


    Hallo Björn,


    womit bestimmst du das ganze Zeugs? Mit Ellis & Ellis? Die von der Literatur abweichenden Sporenmaße sind bei den großen Sporen offenbar nicht so von Bedeutung, oder?


    Viele Grüße
    Toffel


    Hallo Toffel,


    Ellis&Ellis ist schon ein gutes Basiswerk, um die Arten zu bestimmen. Allerdings benutze ich weiterführende Literatur wie Shoemaker (1976) für die Ophiobolus-Arten, oder Shoemaker-Babcock (1989) für die Phaeosphaeria-Arten oder eben auch Checa (2004) für dictyospore Kernpilze. Ich hab hier dermaßen viele Schlüssel und Beschreibungen auf dem PC liegen, dass ich echt Probleme habe, diese zu finden, wenn ich sie brauche :D


    lg björn

    In Deutschland ist Octospora lilacina selten denke ich...aber im Bergischen Land ist sie natürlich häufig, klar ^^


    Tolle Fotos!


    lg björn

    31. Lophiostoma pinastri, Kiefernnadeln-Spaltlippe


    32. Gnomonia gnomon



    33. Lophiostoma arundinis, Schilf-Kammkugelpilz



    34. Lophium mytilinum



    35. Nectriella dacrymycella



    36. Ophiobolus mathieui, Mathieu's Schlangenwerferkugelpilz



    37. Ophiobolus ophioboloides, Schlangenwerferkugelpilzähnlicher Schlangenwerferkugelpilz



    38. Phaeosphaeria nigrans



    39. Sydowiella fenestrans



    40. Venturia maculans



    41. Wettsteinina moniliformis, Schilfbewohnender Rasenkugelpilz







    Fortsetzung folgt...


    Hallo Björn,


    so richtig mediterran ist es bei uns im Vorderen Bayerischen Wald nicht :-), was auch folgendes Sprichwort andeutet: "Acht Monate Winter und vier Monate kalt ist es im Bayerischen Wald" - ist aber etwas übertrieben und ich lebe ja im Vorderen Bayerischen Wald.


    Viele Grüße,
    Wirderer


    Achso, ja der vordere Bayerische Wald hat nur 7 Monate Winter, stimmt ^^

    1. Der Lacktrichterling ist wahrscheinlich nicht L. laccata, sondern irgendwas um L. prolixa. Das wäre sozusagen eine langstielige Variante des Roten Lacktrichterlings. So ganz ohne Mikroskop lässt sich aber in der Gattung leider nix machen, wenn die Pilze nicht gerade amethystina oder tortilis heißen.


    2. Das ist definitiv kein Brätling, sondern Lactarius rufus. Sehr scharf :D


    3. korrekt, das dürfte H. fasciculare sein.


    4. Amanita porphyria, Porphyr-Wulstling


    5. Lactarius glyciosmus, Kokosflocken-Milchling, falls dieser denn nach Kokosflocken gerochen hat (sehr deutlicher Geruch normalerweise). L. trivialis kenne ich wesentlich größer.


    lg björn[hr]


    da die diesjährige Pilzsaison noch nicht voll gestartet ist


    Ey ich hör wohl nich recht! :P


    Genau, ohne mich wäre das Forum weniger arm :D


    Pluteus exiguus (1) wurde gestern nochmal gefunden. Der Standort lässt sich wohl so beschreiben: trockene Wegränder, welche halbschattig liegen und locker mit Brennnesseln besetzt sind.


    lg björn[hr]
    5.Kleinster Dachpilz
    Pluteus nanus (Pers.) P. Kumm. 1871


    Beschreibung: Hut 20-40 mm breit, jung etwas konisch, aber schnell flach ausgebreitet bis breit gebuckelt, bei Feuchtigkeit etwas glänzend, zum Rand hin deutlich streifig gerieft, graubraun, zum Rand hin heller und mehr grau als braun. Lamellen frei, rosabraun. Stiel bis etwa 60 mm hoch und etwa 3-5 mm breit, schmutzig weißlich, teils etwas verdreht wirkend, zylindrisch.
    Sporen 6,5-8x5-6 µm, breitelliptisch, einige fast kugelig, blass bräunlich gefärbt, mit deutlichem Apikulus. Basidien 20-30x7-8 µm, 4sporig, ohne Basalschnallen. Cheilo- und Pleurozystiden zahlreich, 50-60x16-24 µm, bauchig spindelig bis flaschenförmig mit verschmälerter Spitze. Hutdeckschicht bestehend aus hymeniform angeordneten, keuligen Zellen. Diese sind braun und 50-60x18-22 µm groß. Unter dieser Schicht liegt eine dickere Lage ungeordneter, hyaliner Hyphen.
    Fundort: Bergisches Land 05.V.2012, an abgestorbenem Laubholz (evtl. Weide).
    Verbreitung: gut verbreitet, kann jedoch leicht übersehen oder mit anderen Dachpilzen verwechselt werden.
    Bemerkung: Hymeniform bedeutet, dass die (Hut-)Oberfläche komplett oder teilweise aus mehr oder weniger keuligen bis blasigen Zellen besteht, deren Anordnung an eine Fruchtschicht aus Basidien erinnert.






    Hallo Sabine,


    suchen brauchst du den nicht. Der springt dich an sobald du auch nur in die Nähe von Ahornbäumen kommst :D

    Hallo,


    ich möchte euch kurz ein kleines, unscheinbares, aber derzeit überaus häufiges Haarbecherchen vorstellen:


    Lachnum rhytismatis, Ahornblatt-Haarbecherchen




    Die Fruchtkörper sind gestielt und bis etwa 0,5 mm breit, der Rand ist bei näherem Hinsehen dicht besetzt mit weißen Haaren.
    In der Laubschicht ist diese Art an abgestorbenen, feuchtliegenden Ahornblättern zu finden. Manche Blätter sind regelrecht überzogen mit den weißen Punkten.


    Sehr ähnlich ist das Weiße Haarbecherchen (Lachnum virgineum), welches etwas größere Fruchtkörper (0,4-1mm) bildet und nicht derart rasig Ahornblätter besiedelt.


    lg björn


    Ne, abgestorbenes Zeugs musst du schon am Boden suchen, das steht oft nicht mehr aufrecht :P


    lg björn

    Falls die Kiefer eine normale Waldkiefer ist, halte ich S. granulatus für sehr wahrscheinlich. Sollte die Kiefer aber z.B. Pinus pinaster, P. halepensis oder P. pinea und die Gegend klimatisch mediterran angehaucht sein, kommt noch S. bellinii in Frage. Die beiden Arten stehen sich morphologisch durchaus nahe.


    lg björn

    Hallo Stella,


    also wir wären vom 11. August bis zum 26. August da. Über die Unterkunft bräuchtest du dir keine Sorgen zu machen. Vorher müsste ich das allerdings noch mit meinem Bekannten abklären.


    Wenn du was über Pilze lernen willst, wäre dies eine ultimative Möglichkeit ;)


    lg björn


    Achja unterwegs waren wir an den insgesamt 11 Tagen 10 mal (10 Exkursionen zu je etwa 2-5 Std).


    Also ich vermisse diese Chats nicht.


    Das geht immer so furchtbar unkoordiniert zu. So schnell kann man gar nicht schreiben, wie da 10 neue Wortmeldungen erscheinen.


    Nix für alte Männer.:D


    Soll ich jetzt ALT+Entf drücken? :cool:

    Hallo in die Runde,


    wie wäre es eigentlich, wenn wir für das Forum einen Chat einrichten? Das würde sich sicher lohnen. Andere Foren bzw. Seiten haben bereits einen solchen Chat, doch im Vergleich zu pilzforum.eu sind z.B. fungiworld.de oder pilzforum.at nahezu inaktiv.


    Ich denke, das ist ein Punkt, über den man mal nachdenken sollte. Ich jedenfalls wäre dafür.


    Ihr könnt hier ja mal eure Ideen und Meinung dazu reinschreiben.


    lg björn

    Ja die Trichopeziza war recht häufig, wir hatten sie insgesamt an 4 verschiedenen Exkursionen. Sie wächst hier zusammen mit der Trichopezizella und Typhula uncialis an abgestorbenen Stängeln des Gelben Eisenhuts (Aconitum vulparia).


    lg björn

    21. Suillus bellinii, Bellin's Schmierröhrling


    22. Cistella helvetica, Winziges Alpen-Farnbecherchen



    23. Lachnum controversum, Weißliches Schilfhaarbecherchen


    24. Mollisia hydrophila s.l., Blaues Schilf-Filzbecherchen






    25. Pyrenopeziza petiolaris, Ahorn-Blattstielbecherchen


    26. Pyrenopeziza pulveracea, Punktförmiges Weichbecherchen



    27. Stictis arundinacea, Schilf-Lochbecherchen



    28. Stictis stellata, Sternförmiges Lochbecherchen


    29. Trichopeziza mollissima, Graugelbes Haarbecherchen



    30. Trichopezizella nidulus, Nestförmiges Haarbecherchen









    Fortsetzung folgt...

    Solche Steckbriefe könnte ich eventuell hier im Forum erstellen. Ich habe sowas bereits mit Inocybe und Pluteus gemacht. Wenn ich Zeit und Material habe, werden weitere Gattungen folgen ;)


    lg björn

    Hier ist noch etwas ethymologisches zum nicht allzu häufigen Wort "mennigfarben":


    Der Mênnig, des -es, plur. inus. ein sehr lebhafter pomeranzenrother Farbenkörper, welcher eigentlich eine rothe Bleyasche ist, welche durch eine starke Calcination aus dem Bleye oder Bleyweiße erhalten wird. Im Nieders. Mennje, daher auch einige Hochdeutsche dieses Wort im weiblichen Geschlechte gebrauchen, die Mennige; im Schwed. Mönja, im Dän. Mönne, Minie, im Franz. Mine, Mine de plomb; alle aus dem Lat. Minium, welches vermuthlich zu dem Worte Minera gehöret, und eigentlich einen jeden gegrabenen Farbenkörper bedeutet haben kann. Wenigstens wird der Bergzinnober noch bey einigen Mennigfarbe genannt. Wenn es bey dem Notker Ps. 70. V. 13 heißt: Die sih mident daz si rote menge fahent under ougen, welche sich schämen, daß sie unter den Augen roth werden: so scheinet es hier für rothe Farbe, Röthe überhaupt zu stehen, wenn Menge anders hier unser Mennig ist.


    Quelle: Adelung, C. (1774): Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart.


    Aha, Bleiasche also...und ich dachte, wir hätten Melastiza chateri gefunden :cursing:


    lg björn