Beiträge von bwergen

    Zum Blutroten Rotfußröhrling möchte ich auch noch mein Schärflein beitragen: Xerocomellus pruinatus kann auch gänzlich ohne braune Hutdeckschicht sondern nur mit der weinrötlichen Subcutis daherkommen und dann ebenfalls zu Verwechslungen mit Xerocomellus rubellus führen.


    Gruß, Andreas


    Das hab ich bei der Durchsicht der Röhrlingsfotos auch bemerkt, hatte es mir aber bereits erspart, weitere Anmerkungen zu diesem Thema zu machen, da ich selbst keine Zeit/Geduld hatte, auf die Schnelle alles mit Literatur zu untermauern.


    Die Bestimmung und Untersuchung der eigenen Funde schöpft das Zeitkontingent ja schon fast völlig aus :D


    lg björn

    Ich esse kaum Pilze selber, das überlasse ich den Exkursionsteilnehmern (von denen ich nach den Exkursionen meistens nie wieder was gehört habe, komisch, dabei wollten die nochmal anrufen).


    Also das letzte Pilzliche, das ich gegessen habe, war das Innere eines Hexeneis einer Stinkmorchel :D

    Wenn man einen Scheidenstreifling eindeutig als einen solchen erkennt, dann hätte man gut 18 mitteleuropäische Speisepilze zur Verfügung, deren Speisewert auf einer Skala von 0 bis 10 bei etwa zwischen 2-3 rangiert...


    Es gibt für die ringlosen Amanita-Arten bisweilen einen eigenen Begriff: Amanitopsis. Heute als Untergattung gebräuchlich.


    lg björn

    Hallo,


    vergangenen Sonntag war ich einige Stunden im Hürtgenwald (Nordeifel, NRW), genauer gesagt...ich war am Brandenburger Tor!! Ja echt jetzt :D


    die Straße heißt jedenfalls so, und da ist auch so ein Tor, das hat aber nicht im entferntesten Ähnlichkeit mit dem Original. Naja egal :P


    Die Pilze jedenfalls haben sich noch nicht wirklich reichlich gezeigt, aber dennoch war es ein Ausflug mit einigen Neuigkeiten und interessanten Begegnungen.



    Z.B. diese Hexe hier, die ich genauer untersucht habe:


    Boletus erythropus, Flockenstieliger Hexenröhrling





    Cheilymenia (= Scutellinia) crucipila, Sternhaariger Erdborstling in einer Karrenfurche auf völlig durchnässtem Boden


    Delicatula integrella, Adernabeling am Bachufer, ich hatte Sorge um meine Kamera, die ich für dieses Foto 2 cm übers Wasser halten musste...boah stell dir vor da wär jetzt ein Erdbeben gekommen und der ganze Wald zusammengestützt, dann hätt ich die Kamera fallengelassen 8| :D



    Fliegencomic




    lg björn

    Es gibt eine Ausgabe der Reihe "Fungi europaei", die über die Gattung Xerocomus handelt. Leider habe ich dieses Werk noch nicht digital. Wenn ich es bekomme, wird hier mal richtig aufgeräumt. Leider ist die Literaturrecherche in der Gattung Xerocomus sehr aufwändig und zeitraubend, sonst würde ich hier noch weiter reingehen. Soooo genau will ich es nicht wissen und wenn du mehr der Ansicht bist, dass es rubellus ist, dann lassen wir uns einfach auf rubellus einigen. Soll mir recht sein.


    lg björn


    WAS? :D


    Tschuldigung, ähm, naja es ist wie folgt: Indexfungorum ist der Hauptanlaufpunkt für die taxonomische Recherche, insbesondere nach gültigen/ungültigen Namen.



    Ich hab grad mal selbst im Species Fungorum nachgeguckt:


    "There are no records - check Index Fungorum for nomenclatural data on Xerocomus quercinus"


    D.h. für die weitere Recherche bleibt einem nix anderes übrig, als Indexfungorum heranzuziehen.


    lg björn

    Hallo Buliz,


    dann ist der Pilz, der in Band 2 dargestellt ist, eben X. communis.


    Ich hab hier unzählige Fotos von beiden Arten auf dem PC, von mehreren Autoren, die jahrzehntelang Röhrlinge bestimmt und untersucht haben.


    Mir ist auch klar, dass es in der Literatur lauter Fehlbestimmungen gibt, was rubellus, communis, chrysenteron, quercinus (den es übrigens gibt, Fredi, siehe IF), pruinatus usw. angeht.


    lg björn

    Ogottogottogott :D


    für mich sieht das nach einer Art der Gattung Conocybe, Samthäubchen aus. Zumindest habituell und farblich passt das. Ohne die Unterseite (=> Lamellenfarbe) zu sehen ist das aber Raterei.


    lg björn

    Das ist Xerocomus communis. Der heißt wohl auch Eichen-Filzröhrling, die Namensgebung hier führt zu Verwirrungen mit X. quercinus, wie bei Melanie gesehen.


    Im Indexfungorum übrigens wird X. communis mit X. chrysenteron (= Boletus chr.) synonymisiert.


    X. communis unterscheidet sich von X. rubellus durch mehr zweifarbige Fruchtkörper, d.h. rötlicher Hut (im Extremfall durchaus so wie hier dargestellt) und überwiegend bräunlicher Stiel. X. rubellus sieht von der Seite gesehen fast einfarbig aus, der Stiel ist genauso intensiv rot gefärbt wie der Hut, lediglich die gelbe Röhren kontrastieren dazu.


    lg björn

    Das hier ist keine "Tuber"-Trüffel, sondern eine ungenießbare Art der Gattung Hydnotrya (= Discinaceae). Viele Trüffelarten, egal ob sie nun Asco- oder Basidiomyceten sind, kommen bei Reife an die Oberfläche, zumindest teilweise, sodass man sie wie in diesem Fall hier bei aufmerksamem Suchen finden kann. Problem nur, die hier war anscheinend sogar noch unreif.


    In Österreich hatte ich einmal Rhizopogon roseolus, eine Wurzeltrüffel, die aussah wie ein Kartoffelbovist, und auch so oberirdisch wuchs wie ein solcher. Da war der Begriff "Trüffel" schon eher irreführend :D


    In Deutschland sind, soweit ich informiert bin, vor allem die Arten der Gattung "Echte Trüffel" (Tuber) geschützt. Das sind die Arten, die bei den Gourmets auf dem Tisch landen. Alle anderen werden für Speisezwecke nicht oder kaum genutzt und sind z.T. vermutlich sogar recht gut verbreitet. Da sie aber ungenießbar sind, werden sie eben nicht gesucht und daher ist ihre tatsächliche Verbreitung wenig bekannt.


    lg björn

    Zu GEIL um wahr zu sein...und ich dachte schon: für den Freitag wird ein Gartengerät mitgenommen ;)


    Trüffeln scheint es nämlich derzeit genug zu geben.


    Welche Art das hier ist, werd ich dann am Freitag klären, ich bin die nächsten Tage etwas im Stress.


    lg björn[hr]
    ok ich würd sagen Hydnotrya tulasnei. Ich denke mal die Sporen sind noch nicht ganz reif oder?


    lg björn

    Hallo,


    dass du damit "fast jeden Pilz bestimmen" kannst, darauf solltest du vielleicht nicht unbedingt hoffen, denn der WINKLER enthält zu 98% nur Lamellenpilze und Röhrlinge (zu Beginn Polyporus, am Ende Cantharellus).
    Die 2000 Pilze, von denen da die Rede ist, sind also schon in einem stark begrenzten Gebiet zu finden (Ständerpilze). Rindenpilze, Porlinge, Stachelinge usw. sind gar nicht bestimmbar, obwohl sie den weitaus größeren Teil der auffindbaren Pilzarten ausmachen.


    Wer sich allerdings auf Lamellenpilze spezialisieren will, dem kann das Buch durchaus weiterhelfen, vor allem als Einstieg in die Gattungsbestimmung. Wenn man die Gattungen halbwegs hinbekommt und durchschaut hat, dann wird es aber wahrscheinlich passieren, dass das Buch im Regal stehen bleibt. Bei mir z.B. ist dies so. Allerdings muss ich folgendes sagen: Ich hab den WINKLER seit etwa 1998, damals bei Weltbild erschienen. Es war mein insgesamt 5. Pilzbuch und als damals 13jähriger hab ich die ganzen Namen und Beschreibungen verschlungen. Das hat mir persönlich geholfen, die ganzen Pilzarten in Gedanken zu sortieren und einen Überblick zu bekommen, was es alles so gibt.
    Die Lochkarten selber hab ich allerdings kaum gebraucht. Die haben also dann doch nichts dazu beigetragen, dass ich mit Lamellenpilzgattungen besser umgehen konnte.


    lg björn

    Wenn deine Eltern noch bis 2013 warten, dann kann ich ihnen mein eigenes Buch anbieten, welches im Ulmer-Verlag erscheinen wird :D


    Ansonsten: Es gibt KOSMOS-Bücher, z.B. von Laux "Der Kosmos-Pilzführer". Oder von Rita Lüder "Pilzbestimmung" oder wie das Buch heißt, einfach mal die Begriffe bei Google eingeben dann kommen massenweise Ergebnisse.


    lg björn


    @pilzner11 ja genau der war das.


    ich suche in dem Gebiet schon seit Jahren noch nie ist mir diese Variation untergekommen. Ist wohl eher eine seltene Spezies oder tritt sie gar zyklisch auf?


    War auf jedenfall hübsch anzusehen weshalb ich auf eine genauere Untersuchung zu Hause verzichtete und ihn stehen lies.


    Die gelbe Variation ist sicher nicht häufig, ich hab sie in 10 Jahren bis jetzt nur einmal gesehen.


    lg björn


    Oh wie spannend, Du schreibst! :)
    Wird es ein Buch über Pilze? Über eine besondere Art?


    Es wird ein Buch über die quantentheoretische Annäherung an das Higgs-Boson. Mit Hilfe dieser Literatur lassen sich dann Schildborstlinge (Scutellinia) besser unterscheiden.



    Ein bisschen neugierig bist Du doch, was wir hier fabrizieren/vermuten/diskutieren ;)


    Jo, ich stelle immer wieder mit Erschrecken fest, was hier so geschrieben wird, das stimmt :P

    Ja das kommt davon, wenn man zuviel arbeitet, oder studiert, oder alles um sich herum mykologisiert :D


    Ich hab zwar bald Semesterferien und meine 1.456 Nachhilfeschüler sind auch mehrheitlich in Urlaub und haben Sommerferien (=kein Bock auf Mathe und so Kram), aber dafür muss ich mich nun ans Bücherschreiben rangeben...


    lg björn

    Es gibt einen Gelben Fliegenpilz (Amanita muscaria var. guessowii).


    Ne, die europäische gelbe Variante des Fliegenpilzes heißt Amanita muscaria var. formosa.


    var. guessowii ist der nordamerikanische gelbe Fliegenpilz. Ob das überhaupt ein korrekter Name ist, ist unsicher.


    lg björn

    Ich hab den Pilz selbst noch nicht in der Hand gehabt, daher weiß ich nichts von der Konsistenz dieser Art (wenn man den Namen so betrachtet). Wahrscheinlich kommt der Name aber vor allem auch von der kalkweißen Färbung.


    Arten der Gattung Albatrellus können z.T. sehr ähnlich aussehen.


    lg björn

    R. chloroides unterscheidet sich von R. delica insbesondere durch die grünlich-bläulich schimmernde Zone am Lamellenansatz. Dabei kommt es drauf an, aus welcher Perspektive man die Lamellen betrachtet. Bei deinem Fund allerdings würde ich trotzdem mal wagen, auf R. delica zu gehen.


    lg björn