Beiträge von Rada

    Ich weiß nicht, wer auf so einen Namen kommt.:)


    Aber einen außergewöhnlichen Namen hat diese Art verdient, denn unter dem Mikroskop zeigt sie auch außergewöhnliche Sporen.


    Und der Zauber der Mikroskopie, dieses eintauchen in sonst für unsere Augen unsichtbare Welten, offenbart manchmal und mit Glück auch noch Ausschnitte aus dem Leben und Gedeihen der Pilze, wie ich gleich zeigen darf.


    Hier ist sie also, die (fast) unaussprechliche. Sie gedeiht prächtig in einer sehr nassen Treckerspur.






    Unter dem Mikroskop zeigen sich dann diese martialisch wirkenden Sporen.









    Und mit ein wenig Glück sieht man auch etwas, das man gar nicht gezielt gesucht hat.


    Wenn man die Makrofotos anschaut könnte man meinen, die Pilzchen wachsen auf nackter Erde. Mit etwas Glück zeigt sich aber unter dem Mikroskop die wahre Nahrungsquelle.




    Das durchscheinende/ orange, verzweigte Etwas in der Bildmitte ist die Wurzel eines Mooses. Schon beim herrichten des Präparates war es mir aufgefallen, weil sich die Präpariernadel daran verfangen hatte und ich damit das komplette Präparat bewegen konnt. Unter starker Vergrößerung kann man erkennen, dass das Myzel des Pilzes mit der Mooswurzel verbunden ist. Die roten Pfeile zeigen in der starken Vergrößerung den Verlauf der Mooswurzelausläufer. Direkt an den Kontaktstellen verfärbt sich das Myzel auch nicht oder kaum mit Baumwollblau.






    Morgen fahr ich in der Urlaub nach Polen beide Varianten werde ich drei Wochen ausgiebig Testen.


    Darum:
    "Atonius broń" und "robaki są już za kapeluszem"


    Euer Ohr :cool:


    Quark, an den Polen gibts gar keine Pilze, viel zu kalt da.;)




    Schönen Urlaub wünsch ich Dir.

    Hallo Sonja,


    da wäre wichtig zu wissen, wieviel Erfahrung Deine Eltern schon haben und ob sie hauptsächlich an Speisepilzen interessiert sind, oder generell etwas über Pilze lernen möchten.

    Hallo Peter,


    die größeren Becherlinge wie z.B. auf dem drittletzten Bild, vergleiche mal mit dem Halbkugeligen Borstenbecherling (Humaria hemisphaerica).


    Der kleine, eingekreiste ist wohl keine weiße Scutellinia, sondern eher sowas wie Trichophaea hybrida. Das kann man so aber nicht erkennen.


    Die gelben könnten Bisporella citrina sein und die Grubenlorchel halte ich auch für eine solche.


    Insgesamt eine tolle Vorstellung. Die Ecke mit den Becherlingen würde ich mal gut im Auge behalten, da kommt sicher noch einiges an interessanten Arten.

    Jo, streng wissenschaftlich habts ihr Recht. Wenn es sich um lockere Exkursionsberichte handelt, seh ich das nicht so eng und verwende einen allgemeinen Hinweis, wenn es sich nicht um etwas ganz besonderes handelt:


    Zitat:


    Hier die Darsteller in alphabetischer Reihenfolge (Wissenschaftlicher Name) und nach makroskopischer Bestimmung.


    Das sollte reichen, denn sonst müsste man jede zweite Art mit cf. beschreiben.

    Hallo Björn,


    E. certratum hattest Du mir so benannt. Weißt noch, wir haben die Bilddateien direkt benannt. Davon habe ich kein Exemplar mitgenommen.


    Die Meldung von Jens hatte ich nicht auf M.silvae-nigrae bezogen, sondern auf das Exemplar, welches ich mir mit ihm geteilt hatte, die vermeintliche Entoloma conferendum.

    Schön das es Euch gefallen hat.:)


    Ihr solltet meine Warnungen aber nicht auf die leichte Schulter nehmen, falls ihr euch mal dorthin wagt.


    Nachher gehen die Eingeborenen noch mit Schruppschlunz und Kasch auf Euch los.


    :D


    Danke euch für die schnellen Antworten.
    Die Hexe will ich trocknen und später zu Soße oder Suppe verarbeiten.
    Muß ich ausser der Kochzeit von mindestens 20 Minuten noch was beachten?
    Gruß Peter


    Also ich will Dich ja zu nix verderblichem verführen, aber ich brate die ganz normal mit anderen Pilzen zusammen ohne abkochen und so ´n Schnickschnack. Getrocknet werden die auch einfach so wie sie sind.
    Obwohl die meisten sofort in die Pfanne wandern.


    Gut durchgebraten, wie alle Pilze, sollte reichen.

    Ja, nun ist das Jahr ja bald rum. Natürlich nicht das Kalenderjahr, aber seit fast einem Jahr machen wir ja im Grunde immer die gleichen Stellen des Bergischen Landes unsicher. So haben wir diese Stellen nun zu allen Jahreszeiten abgesucht, dabei sicher noch lange nicht die Mehrzahl der dort vorkommenden Pilzarten gefunden, aber man muss ja auch offen für etwas Neues sein, Alternativen haben.


    Nachdem nun die letzten Missionare aus dem Bergischen Hinterland abgezogen wurden und auch die wildesten Stämme der Einheimischen befriedet sind, kann man sich durchaus trauen, seinen Fuß in diese mykologisch weißen Flecken der Landkarte su setzen.


    Ich kenne mich da schon recht gut aus und habe auch ein gutes Verhältnis zu den dortigen Stammesfürsten. Schließlich habe ich ja die Tochter eines solchen geheiratet, und so konnte ich mich auch schon seit vielen Jahren ohne Gefahr für Leib und Leben dort bewegen. Nun aber kann ich auch Fremde aus der Welt der großen Häuser jenseits der Waldgrenzen bedenkenlos dorthin führen.


    Begleitet mich einfach mal virtuell auf einer kleinen Expedition in die Tiefen des Bergischen Landes.



    ...........................


    Schmale Schotterpisten kennzeichnen das Ende der Zivilisation und führen den Wanderer in die unergründlichen Tiefen dunkler Wälder.



    Fauchende, brüllende Stahlrösser haben auch hier schon ihre Fährten im weichen Waldboden hinterlassen. Ein idealer Lebensraum für diverse Scutellinia und die hier überall vorkommende Octospora phagospora. Spätestens wenn der Mond noch zweimal voll über dem Wald gestanden hat, werden sich hier ganz sicher auch andere Arten einfinden.





    Eine Horde Psathyrella sp. wächst arglos vor sich hin. Sie haben noch keine Angst vor den Zweibeinern und lassen sich sogar streicheln. Ob es vom letzten Starkregen abgewaschene, Behangene Faserlinge ( Psathyrella candelloana) sind, vermag ich nicht mit Sicherheit zu sagen.




    Der Buchenwald Becherling (Peziza arvernensis) fühlt sich hier ebenfalls sehr wohl.



    Die Sage von den Goldenen Kronen der Häuptlinge nativer Stämme könnte durchaus von diesen prächtigen Klebrigen Hörnlingen (Calocera viscosa), herrühren.



    Die dunklen, geheimnisvollen Wälder werden immer wieder von solchen offenen Flächen unterbrochen. Man munkelt dass die Eingeborenen hier die Bäume gerodet haben, um eventuelle Feinde frühzeitig erkennen zu können.




    Auf den Hügelkuppen findet man solche Wachstationen, die inzwischen zu Ruheplätzen für müde Wanderer umgerüstet wurden.



    Hier finden sich auch oft solche rituellen Opferstätten. In der Sprache der Eingeborenen heißen sie " Herrjöttchen". Die Opfergaben beschränken sich inzwischen auf Blumen und Feuerzeichen, die letzten Menschenopfer sollen schon mehr als 15 Jahre zurückliegen. Obwohl... man munkelt durchaus von verschollenen Expeditionen....
    In jedem Fall sind solche rituellen Plätze mit Respekt zu behandeln. Es ist dringend davon abzuraten, die Opfergaben zu essen oder den Skulpturen Schnurrbärte anzumalen.



    Wie gschickt diese Wachposten angelegt waren, verrät der Blick von der Wachbank. Hier kann sich kein Feind auf Keulenwurfnähe anschleichen.



    Unten im Tal ein Missionarsgebäude im Stil der einheimischen Unterkünfte errichtet.



    Farbenfrohes findet man allüberall am Rand der Pfade.

    Hieracium aurantiacum
    , Orangerotes Habichtskraut



    Der kleine Fuchs (Vanessa urticae)



    Die Raupe des Braunen Mönchs (Cucullia verbasci) muss scheußlich schmecken, denn sie frisst ungeniert am hellen Tage. Getreu dem Motto: " Lieber hübsch als wohlschmeckend".



    Bald schon will uns der Wald erneut verschlingen.



    Doch auch bis hierhin sind die Stahlrösser schon vergedrungen.



    Und wieder eine Kultstätte, diesmal mitten im Wald. Ob die Eingeborenen hier ihre Stammestreffen veranstaltet haben ?



    In den dunklen Tannenwäldern kann man jederzeit auf irgendwelches Getier treffen. Hier liefen uns Bergische Möppen (Claeffus köterii) über den Weg. Doch keine Angst, die sind recht harmlos.



    Auch dem Nutzvieh der Einheimischen begegnet man des öfteren. Die Tiere sind durchweg harmlos und zutraulich.



    Der Schönfußröhrling (Boletus calopus) ist hier noch in großer Zahl zu finden.



    Und hier zeigen sich auch schon die ersten Pfifferlinge der Saison.



    Verschwitzt und müde vom langen Marsch durch die Bergischen Urwälder werden wir von einem Pinselkäfer (Trichius fasciatus) verabschiedet.




    Nun, wenn Euch dieser Bericht Lust auf eine Expedition in das Bergische Hinterland gemacht hat, beachtet einige Regeln im Umgang mit den Einheimischen.


    Längerer Augenkontakt kann als feindselige Handlung ausgelegt werden.


    Beim Lächeln sollten die Zähne bedeckt bleiben, ansonsten wird das als Drohgebärde aufgenommen.


    Niemals irgendwelche Geschenke geben, man wird die Einheimischen sonst nicht mehr los.


    Angebotene Speisen und Getränke immer annehmen. Mit Mimik und Gestik bekunden, wie wohlschmeckend das Dargebotene war. Alles andere wird als feindselge Haltung aufgenommen.


    Es ist dringend geraten, einen Dolmetscher mitzunehmen. Für zivilisierte Ohren klingt die Sprache wie eine Kakophonie gutturaler Laute.


    Hier ein bisschen Deutsch - Bergisch


    Guten Tag
    N ´dach


    Guten Abend
    N ´ovend


    Gute Nacht
    Naach


    Wo bitte geht es zur nächsten Ortschaft?
    Ech han mech verloofe


    Gibt es hier ein Restaurant?
    Wo jütt et he jett ze esse?


    Verstehen Sie mich ?
    Besse blöd?


    Und, falls Ihr angesprochen werdet:


    Wä bess Du dann?
    Wo kommen Sie her?


    Watt wellste he?
    Kann ich Ihnen helfen?


    Maach datte fott küss !
    Es ist besser, Sie gehen jetzt ! (Und zwar jetzt)


    Dämelack
    Tourist, Städter, Fremder, Idiot



    Ich hoffe, Euch hat mein Augenzwinkernder Ausflug gefallen.

    Vor einigen Jahren, ich könnte fast wetten Rada könnte dazu eine Anekdote erzählen, gab es pro gekillte Bisamratte 5 DM Kopfprämie. Auch damals war das Hantavirus der Grund für diese Jagd. Ob er wohl auf der Jagd war ?
    Warst du, Rada ?


    Nein, war ich nicht. Fallenjagd finde ich nicht prickelnd und schießen darf ich nicht. Aber es war nicht das Hanta Virus, sondern die Beschädigungen von Dämmen und Deichen. Und der Bisam wird noch heute gejagt.


    Aber es kann durchaus zu tödlichen Vergiftungen bei Pilzen mit Mäusekot kommen.


    Nämlich dann, wenn sich der Mäusekot auf einem Gifthäubling oder Knollenblätterpilz befindet.


    Ich proklamiere, dass es in der Stadt 100mal einfacher ist sich ungewollt umzubringen, als in der Natur.

    Eine schöne Fotostrecke, danke für ´s zeigen.


    Schwarze, oder fast schwarze, Eichhörner sind normal. Die Tierchen gibt es von hell fussigbraun bis eben zu diesem fast schwarz.


    Der Bockkäfer dürfte der Kleine Schmalbock (Stenurella melanura) sein. Ganz genau kann ich das aber nicht erkennen.

    Der Wohl am meisten gedachte Gruß wenn sich zwei Pilzsammler treffen ist:


    "Bleib bloß von meinen Stellen weg"




    Analog wäre der höflichste, diesem Sinn entsprechende Gruß:


    "Viel Glück woanders"


    :D:D:D

    Auch von mir einen Willkommensgruß.


    Tolle Funde machst Du da.


    Ich frag mich allerdings, ob Deine Austernseitlinge nicht einen leichten Anisgeruch haben ? :)

    Hallo Melanie,


    die Fotos sind wie immer sehr schön. Hab noch ein wenig Geduld. Ich hab heute die ersten Pfifferlingszwerge gefunden, dann kann es bei Euch auch nicht mehr lange dauern.:)


    Hi Malone,


    und ich dachte schon jetzt kommt was schwere und
    du kommst mir hier mit ner Araschnia levana Puppe ;)


    Bitte lass das richtig sein, sons muss ich auswandern,
    weil ich so selbstsicher getan hab :D


    Tja, dann pack mal die Koffer.:D


    Polygonia c-album hätte Dir den Verbleib in der Heimat gesichert.;)




    @ Peter


    Schöne Funde, da brauchst Du wahrlich nicht neidisch sein. Und die Brille scheint auch wieder ganz zu sein.


    Allerdings suche ich vergeblich das Sklerotium auf Deinem Foto vom Sklerotienporling.


    Ich sag nur "Überlebenstraining" ;). Ich weiß nicht mehr, wer genau auf die Idee kam, aber es hieß "Wenn du dich verirrst und kein Wasser findest, dann sammel dir welches von Pilzhüten!" Mittlerweile weiß ich, dass man von KEINEM Pilzhut Wasser trinken sollte.



    Hmm, war da ein gewisser Bear Grylls der Kursleiter des Überlebenstrainings ?


    Der kennt nämlich jede Menge Tricks, sich möglichst sicher umzubringen.:D


    Das Wasser von solchen Stellen ist ein wertvoller Kleinstbiotop, in dem sich Millionen teils recht seltener Bakterien befinden. Über die ausgeschwemmten Stoffe des jeweiligen Pilzes würde ich mir die wenigsten Sorgen machen. ;)




    Zu Deiner Geschichte Bibi, fällt mir ein, dass Du offenbar in den Genuß einer naturverbundenen Kindheit gekommen bist, der heute leider nur noch den allerwenigsten Kindern vergönnt ist. Da haben Dir Deine Eltern ein sehr wertvolles Geschenk mit auf den Lebensweg gegeben.