Beiträge von Jürgen

    Hallo Pablo,


    ich würde jeder bubalinus-Bestimmung misstrauen, für welche die Originalbeschreibung (Boletus bubalinus Oolbekk. & Duin, in Oolbekkink, Persoonia 14(3): 367, 1991) nicht herangezogen wurde.


    Ladurner & Simonini stellen die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale heraus:
    - höherer Sporen-Q (bubalinus ~2,7, rubellus agg. ~2,3)
    - Fehlen (!) des "flame-red" Pigments in der Stielbasis
    - blasse Fruchtkörperfarben


    Jeder, der trotzdem Funde mit Q um 2,3 und/oder roten Pünktchen in der Stielbasis als X. bubalinus interpretiert, trägt m.E. aktiv zur Verunklärung dieses schwierigen Komplexes bei.


    Grüße, Jürgen

    Hallo,


    ich kenne diesen Pilz seit vielen Jahren und habe ihn stets als Eichenfilzröhrling (X. communis, syn. engelii) bestimmt. Die hier gezeigten Aufnahmen fügen sich recht gut in die Variationsbreite der Fig. 180, 183 und 184 bei Ladurner & Simonini
    ein, die allerdings alle Farbformen dieses Aggregats unter dem Namen X. rubellus zusammenfassen.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Andreas,


    ich hätte beim oberen Pilz spontan eher zu B. aereus tendiert, selbst wenn man einkalkuliert, dass der Sommersteinpilz auch recht dunkel ausfallen kann. Ich gebe aber zu, dass die Stielgrundfarbe für B. aereus wiederum ungewöhnlich hell wäre, deshalb kommen mir beim zweiten und dritten Hinsehen doch Zweifel. Jedenfalls kein typischer Sommersteinpilz.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Toffel,


    die Pünktchen waren bei dem durchgeschnittenen Exemplar schon vorhanden, sind allerdings auf dem Bild nicht zu sehen.


    Dem aufgeweichten Artkonzept von bubalinus, wie es z. B. auf
    http://boletales.com/genera/xerocomus/x-bubalinus/ propagiert wird, vermag ich nicht zu folgen. Diese Kollektionen sind nur willkürlich von X. communis (http://boletales.com/genera/xerocomus/x-communis/) zu trennen bzw. es sind für mich keine trennscharfen Merkmale mehr erkennbar. Vielleicht muss aber auch ich mein sehr weites Artkonzept von X. communis überdenken...


    Dass das rot durchgefärbte Hutfleisch jedenfalls kein Unterscheidungkriterium ist, zeigt schon ein Blick in die Beschreibung von X. rubellus bei Simonini & Ladurner, aber auch die declivitatum-Tafel von C. Martin:



    Und wenn Du dir das bubalinus-Foto aus den Niederlanden in Ladurner & Simonini, Fig. 284, ansiehst: Die blauen überhaupt nicht.


    Gruß Jürgen

    Hallo zusammen,


    diesen Pilz kenne ich von zahlreichen Funden in Parkanlagen. Er gehört aufgrund der Mikromerkmale in das Aggregat um X. rubellus. Ich habe meine entsprechenden Funde bislang stets als X. communis bestimmt. Man muss berücksichtigen, dass es sich bei dieser Art um ein veritables Chamäleon handelt, selbst wenn man rubellus ss. str. bereits ausgeklammert hat. Freilich ist es verlockend, die Funde mit der relativ stabilen Merkmalskombination gelbbrauner, zum Rand hin hellerer Hut, rosarötlich überhauchter Stiel und relativ starkes Blauen auf Druck und im Schnitt als eigenständig zu begreifen bzw. bei X. bubalinus unterzubringen.


    Gruß, Jürgen



    Hallo,


    Bilder 1 und 2 sowie der nachgereichte Längsschnitt zeigen den Eichenfilzröhrling X. communis (ich bevorzuge den Bulliardschen Namen aus Prioritätsgründen weiterhin, er wird sicher in absehbarer Zeit in Frankreich einen Neotypus bekommen), nicht pruinatus. Auf dem (unscharfen) Schnittbild kann man rechts oberhalb der Stielbasis auch undeutlich orangerote Pünktchen ausmachen; die Art ist aber auch so kenntlich.


    Bilder 3 und 4 zeigen rubellus ss. str.


    Gruß, Jürgen


    Hallo Pablo,


    wenn Du solch typische Kollektionen nicht als porosporus ablegst, wundert's mich nicht, dass die Art bei Dir so selten ist...:D

    Hallo zusammen,


    das dunkelhütige Exemplar mit dem Fichtenzapfen ist m.E. als Xerocomus porosporus hinreichend gut kenntlich. Die abgestutzten Sporen wären aber auch noch in total verschimmelten Frkp. nachweisbar.


    Grüße, Jürgen

    Hallo,


    ich sehe auch den ersten eher in der chrysenteron-Verwandtschaft, vermutlich X. communis. Beim zweiten könnte es sich um hellen X. porosporus handeln, beim dritten wohl um X. chrysenteron selbst.


    Das alles steht unter Vorbehalt, denn eine einigermaßen sichere Aussage wäre nur mit Schnittbild bzw. Beschreibung der Tramafarben und -verfärbungen möglich.


    Grüße, Jürgen


    Ein Verwechslungsparnter wäre natürlich der Moorbirkenpilz (Leccinum holopus) der aber in und an Mooren wächst (braucht sehr sauren, am besten torfmoosigen, nassen Untergrund bei Birke) und keinesfalls blau verfärben darf, sondern gar nicht bis leicht rosa.


    Hallo Pablo,


    ich weiß nicht, wo du das her hast, aber das stimmt so leider nicht. Auch Leccinum holopus kann basal blaue Flecken haben, und zwar sowohl die weiß- wie auch die braunhütige Form (= Leccinum nucatum). Die Art ist auch nicht strikt an Moore gebunden, sondern kommt auch in etwas weniger feuchten Habitaten vor (dort meist etwas robuster und dunkler).


    Niemals blaue Färbung im Stiel zeigt hingegen Leccinum scabrum, der hier allerdings ohnehin ausscheidet.


    Ich würde nach den Fotos nicht zu entscheiden wagen, ob hier cyaneobasileucum oder holopus vorliegt. Tendieren würde ich zu Letzterem, aber man müsste das mikroskopisch (Huthaut, Sporenmaße) absichern.


    Siehe auch
    http://www.entoloma.nl/html/leccinum_eng.html#holopus


    Grüße, Jürgen

    Hallo,


    das erste Bild im Wald zeigt Xerocomellus pruinatus (Herbstrotfuß).


    Die anderen gehören zu Xerocomus ferrugineus (Brauner Filzröhrling), im Gegensatz zur Ziegenlippe eher ein Herbstpilz und deshalb in der letzten Zeit hier öfter gepostet.


    Gruß, Jürgen


    Links Herbstrotfuß, rechts Marone.


    Das passt. Die Marone ist aber in der Tat wenig typisch.


    Gruß, Jürgen


    [hr]


    verfärbt hat er sich während der Foto-Session auch nicht


    Auf Bild 2 (Schnittbild) sieht man unten am Stiel - von dem ungeschickterweise die wichtige untere Hälfte fehlt - aber eine Blaufärbung. Zusammen mit dem weißlichen Fleisch (überbelichtet?) und dem schlanken Habitus betrachtet wäre hier auch X. cisalpinus möglich.
    Gruß, Jürgen


    [hr]


    Links Herbstrotfuß, rechts Marone. Die Größenverhältnisse stimmen.


    Seh ich auch so.


    Xerocomus pruinatus blaut nicht


    Aber nicht doch! Die Art blaut am Stiel sowohl auf Druck (v.a. wenn jung und noch gelbstielig) als auch im Schnitt. Das ist sogar eines der Hauptunterscheidungsmerkmale zu chrysenteron. Allerdings dauert es meist einige Minuten, bis sich die Verfärbung deutlich ausprägt.


    Der Fund sieht in der Tat nach überständigem pruinatus aus, v.a. wegen des Aspekts der Huthaut auf dem nachgeschobenen Draufsicht-Bild.


    Grüße, Jürgen


    daß der depilatus eben durchaus den gleichen Geruch wie der impolitus entwickeln kann.


    Hallo,
    das geht aus Redeuilhs Originalbeschreibung von Boletus depilatus hervor.
    Ansonsten sehe ich in dem hier geposteten Fund wie meine Vorredner auch einen impolitus.
    Gruß, Jürgen


    PS Anna: Sind Deine Fahlen aus unserem Gebiet (kartierungtechnische Nachfrage)?

    Hallo Andreas,


    ich hatte voriges Jahr in einem Dünen-Strandkiefernwald an der Ostsee eine Kollektion Hasenröhrlinge, die - bis auf die eher bescheidene Größe - makroskopisch durchaus dem ähnelten, was im Netz und in der Literatur als G. ammophilus kursiert. Das Stielfleisch war cremebeige verfärbt (wie Munoz, S. 597 fig. 2e) , aber nicht wirklich lachsfarben. Leider hatte ich keine Möglichkeit, die Hut-Ammoniakreaktion frisch zu testen (castaneus: negativ; ammophilus: braunrot). Die Sporenmaße waren Q ~2 und ließen somit keine Entscheidung zu (nach Munoz: castaneus Q 1,7-2, ammophilus Q 2,1-2,2). So ganz schlüssig bin ich mir noch nicht, wie ich diese Kollektion ablegen soll. Die Stielfarbe ist übrigens doch kein brauchbares Kriterium: Munoz (2005) bildet auf S. 597 (fig. 2e) ammophilus mit dunkelbraunen Stielen ab.


    Grüße, Jürgen


    Hallo Jurgen,


    also gehört das weißliche Fleisch nicht zu den konstanten Merkmale für X. ferrugineus?


    Hallo Mario,


    eine gewisse Variationsbreite musst Du bei diesem Merkmal im Einzelfall einkalkulieren. Standort, Witterung und Reifegrad können sich u.U. auch auf die Fleischfarbe auswirken. Nicht auszuschließen ist auch, dass sich das gelbe Pigment der Röhrenschicht bei starker Feuchtigkeit etwas ins Hutfleisch "auswäscht" - oder sogar erst durch das Messer auf die Schnittfläche gelangt.


    Gruß, Jürgen