Beiträge von Jürgen

    Hallo nochmal,


    der globaltwitcher-Link verweist auf den projectellus-Fund von diesem Jahr in Schweden, der authentisch ist. Mit Kroatien oder Italien hat das rein gar nichts zu tun. Auf welches italienische Forum will sich denn dein Pilzfreund bezogen haben?


    Der hier in diesem Thread vorgestellte Pilz ist jedenfalls eine Suillus-Art, wie man an den Drüsenpünktchen am Stiel unschwer erkennen kann


    Gruß, Jürgen


    Dann B. projectellus kann passen , er ist in Deutschland sehr selten aber in Mediterran häufig


    Hallo,


    da verwechselst du sicher was. Meines Wissens ist Aureoboletus projectellus aktuell nur in Skandinavien und im Ostseeraum nachgewiesen, und zwar in Norwegen, Schweden (Öland), Dänemark (Bornholm), Deutschland (Lausitz; mind. 5 Fundorte), Polen, Russland (Kaliningrad), Litauen, Lettland und Estland. Von mediterranen Funden habe ich noch nie etwas gehört. Ich glaube übrigens auch nicht, dass man die kryptischen, wenn auch oberflächlich ähnlichen "Boletellus"-Funde aus Norditalien bei Cetto (Nr. 1571, als B. cf. russelli), und Engel et al. (1996: 26 f.) hierher ziehen kann, zumal beide wohl in thermophilen Eichen- bzw- Laubwäldern gemacht worden sein sollen (A. projectellus ist aber streng an Kiefern gebunden).
    Gruß, Jürgen

    Hallo,


    ich teile Pablos Einschätzung, weise aber schon mal vorsorglich daraufhin, dass bei Funden aus der Rotfüßchenverwandtschaft neben den schon genannten auch in jüngerer Zeit beschriebene Arten wie Xerocomellus sarnarii oder Xerocomellus poederi mit in die Betrachtung einbezogen werden sollten. Es ist nicht auszuschließen oder sogar wahrscheinlich, dass hier noch weitere "hidden species" in naher Zukunft enttarnt werden.


    Gruß, Jürgen

    Hallo,


    ich vermute sehr stark, dass es sich hier um einen Blässling von Leccinum schistophilum (syn. palustre) handelt. Die felderig-rissige Huthaut und die Fleischverfärbungen passen gut, auch der feuchte Standort. Vgl. z. B. hier, hier und hier.


    Bitte ergänze doch kurz, ob sich die rötenden Bereiche der Trama nach einigen Minuten Richtung Grau weiterverfärbt haben. Das Fleisch kann im unteren Stieldrittel nicht nur blau-türkis, sondern auch gelb sein.


    Gruß, Jürgen

    Hallo Eike,


    zunächst mal Gratulation zu dem schönen Fund. Allerdings kann ich nur die ersten drei Fotos eindeutig als moravicus bestätigen. Die Bilder 4 und 5 - diese Frkp. leider ohne Schnittbild - sehen mir hingegen sehr nach Ziegenlippen aus, die durchaus zur selben Zeit am selben Standort wachsen können, gerade auch solche schlanken, braunhütigen Formen. Auch das Sporenbild gefällt mir nicht so recht, die Sporen sind für moravicus zu schlank (siehe zum Vergleich auch Hartmut Schuberts Doku hier); stammen die abgebildeten Sporen evtl. von den Frkp. auf Bild 4?


    Grüße, Jürgen

    Hallo zusammen,


    mir würde wiederum L. duriusculum besser gefallen als L. variicolor, nicht nur wegen der für ältere Frkp. durchaus typischen stark längsmaschigen Netzzeichnung und der Begleitbaumangabe, sondern auch wegen der Erscheinungszeit: In unseren Breiten wächst variicolor kaum im Hochsommer, da müsste man schon in hochmontanen Regionen unterwegs sein. (Nur dem Bild nach könnte man evtl. noch L. schistophilum in Erwägung ziehen.)


    Vielleicht werden ja vom Finder noch jüngere Fruchtkörper nachgereicht.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Heidi,


    ich denke, Pablo hatte hier den richtigen Ansatz. Das sind alte, weitgehend am Stiel entfärbte Schönfußröhrlinge. Das dritte Bild, wo man von außen den Stiel mit dem noch durchschimmernden Rot sieht, ist das entscheidende. Für den derb-klobigen radicans ist die Statur einfach zu schlank, selbst wenn man eine gewisse Variationsbriete unterstellt.


    Grüße, Jürgen


    Aber könnte man statt radicans vielleicht auch einen >Schönfuß< draus machen?


    Hallo Pablo,
    ja, Du hast völlig Recht. C. calopus kommt v.a. wegen des Stielrots (schwer zu sehen, aber auf dem dritten Bild im unteren Stielbereich zwischen den schmutzigen Tönen noch durchscheinend) und auch habituell besser hin; so schlankstielig wäre bei radicans schon sehr ungewöhnlich (womit ich Tuppie Recht gebe).


    C. calopus sollte halt - entgegen der Beschreibung - sehr deutlich bitter schmecken, aber hier gibt es ja bekanntlich Wahrnehmungsnuancen; auch ist bekannt, dass ältere Exemplare weniger bitter schmecken als junge, frische, zumal wenn sie durchfeuchtet sind.


    Wenn noch Angaben zum Standort zu erfahrten wären (sauer oder kalkhaltig, Begleitbäume) , wäre das natürlich auch hilfreich.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Peter,
    aufgrund des Schnittbildes - kein Blauen der Röhren erkennbar - tendiere ich auch zu subappendiculatus. Fragen:
    - Lassen sich die Sporenmaße noch überprüfen? app: Qm ~2,5; subapp: Qm ~3
    - Lässt sich noch Genaueres zu Exposition und v.a. Höhenstufe des Fundorts sagen? Der Katzenbuckel (626 m) ist ja vor der Haustür, und so ab 500 m aufwärts sollte man mit der Art an passenden Standorten rechnen dürfen.
    Das könnte sogar ein Erstnachweis für den gesamten Odenwald sein...
    Grüße, Jürgen


    In der Arbeit von Zhao et al.: Kann es sein, daß dort "Boletus kluzakii" einfach übersehen wurde?


    Hallo Pablo,


    nein, die Art wurde weder übersehen noch als nicht zu Caloboletus gehörig verkannt. Wie ich oben geschrieben habe, führen Zhao et al. die Publikation von Sutara/Spinar (2006) in ihrem Literaturverzeichnis auf, wofür es andernfalls nicht den geringsten Grund gäbe.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Christoph,


    ist die Trennung von C. radicans denn molekularbiologisch abgesichert? C. kluzakii wurde zwar anscheinend jüngst sequenziert, aber bemerkenswerterweise taucht die Art nicht in der phylogenetischen Studie zur Gattung Caloboletus von Zhao et al. (2014), insbesondere auch nicht in den dort publizierten Cladogrammen und Schlüsseln auf, obwohl die Autoren die Erstbeschreibung von Sutara & Spinar (2006) im Literaturverzeichnis aufführen und authentisches Material dieser acht Jahre zuvor publizierten Art doch wohl verfügbar gewesen sein müsste.


    Meine Skepsis rührt ferner auch daher, dass
    - man z. B. auch bei Rubroboletus satanas Fruchtkörper mit roter Subkutis beobachten kann
    - eine weitere rosahütige "LuÄní-Art", Boletus spinarii HlaváÄek, sich inzwischen DNA-analytisch als bloße Farbform von Rubroboletus legaliae herausgestellt hat


    Grüße, Jürgen


    Hi,


    mal ne Frage dazu. Wie sicher seid ihr euch? Ich meine wie sicher kann man das ohne den Sporenquotienten sagen? Ich würde mir so eine Bestimmung ohne das abgeglichen zu haben nicht zutrauen...


    l.g.
    Stefan


    Hallo Stefan,


    ich schrieb ja deshalb "insoweit".


    Im Aggregat bubalinus/engelii/rubellus gibt es immer wieder Kollektionen, die sich ohne molekularbiologische Absicherung praktisch nicht eindeutig zuordnen lassen, was übrigens auch Gelardi (2009) in seiner Schlussbetrachtung exakt so formuliert hat.


    Die Originalbeschreibung von bubalinus gibt zwar mit Q ~2,7 einen deutlich höheren Wert als für rubellus/engelii an, doch wurde dieser im Zuge weiterer Beobachtungen (Lannoy & Estades 2001, Gelardi 2009, 2010) sukzessive auf unter 2,5 gedrückt. Ich habe früher auch alles in dieser Gruppe, was Q unter 2,5 hatte, für bubalinus ausgeschlossen, und muss jetzt auch eine erkleckliche Zahl eigener "communis"-Kollektionen revidieren, die in Wahrheit zu bubalinus gehören.


    Grüße, Jürgen


    Hallo,


    der einheitlich rot gerillte Stiel und die breite rosa Zone unterm Hut sprechen schon für bubalinus und dass der Hut so gar keine Risse aufweist spricht eher gegen cisalpinus.


    beste Grüße,
    Andreas


    Hallo Andreas,


    dem würde ich insoweit beipflichten.


    Grüße, Jürgen

    Hallo,


    klare Zustimmung für appendiculatus, und weil die Gattung aktuell Butyriboletus heißt, wäre "Butterpilz" noch nicht einmal falsch...


    Grüße, Jürgen

    Hallo,


    dann gebe ich auch mal meine Tipps (!) ab:
    1: X. chrysenteron (ziemlich sicher, pruinatus hat intensiver gelbes Fleisch und nicht diesen typischen Rhabarberton auf dem Stiel, dürfte auch kaum mit den beiden anderen zur selben Zeit und in Standortgemeinschaft zu finden sein)
    2: H. bubalinus (zögernd; oder doch cisalpinus? Man müsste den Stiel komplett und auch die Hutoberfläche besser sehen)
    3: X. porosporus (ziemlich sicher, cisalpinus verfärbt anders)


    Grüße, Jürgen

    Hallo Schupfnudel,
    es ist bei Unsicherheiten immer besser, bereits entnommene Einzelfrkp. zu sichern, sei es als Trockenbeleg, zur ausführlichen Dokumentation oder zur Vorlage zwecks Nachbestimmung. In diesem Fall hier war der Frkp. ohnehin noch nicht sporenreif, ein Belassen am Fundort hätte schon deswegen keinen Sinn gemacht.
    Gruß, Jürgen