Beiträge von Albus

    Überschrift: Die Besten lassen sich trotz Trockenheit blicken. -

    Laubwald-Edulis Vorspäher traut sich raus!


    Heute Nachmittag ca. eine Stunde vor Sonnenuntergang nach Grübeln (soll ich oder soll ich nicht?) rausgegangen, kurz zum Laubwald gefahren zum Status-Check, ohne große Erwartungen.


    Und nach 3 Minuten war er da der erste Edulis des Jahres, als Einzelgänger, gut getarnt unter viel Laub.

    Die feuchte Laubdecke hat ihm nicht gefallen, deshalb hat er die Hutränder schon hochgezogen, vor allem da wo er Luft gespürt hat.

    Aber ist noch fest, mittelgroß und mittelalt und gut für das Experiment das ich vorhatte. Der wurde fast sicher schon vor dem Regen hochgeschickt.

    Hoffentlich bleibt er nicht der Einzige.


    Schönes WE


    Bitte Qualität des Fotos zu entschuldigen, da war es schon kurz nach 19:00

    Hallo Dixon,

    Wie Matthias schon sagte, weinrote Verfärbung unter der Huthaut, sogar eine so deutliche wie bei den beiden, ist charakteristisches Merkmal des Echten oder Gemeinen Steinpilzes (B. edulis, auch sogenannter Fichtensteinpilz) und hilft ihn vom Sommersteinpilz zu unterscheiden, der das nicht hat.


    Das sind mustergültige Echte Steinpilze, und der kleine hätte einen Tag später auch so ausgesehen wie die großen.


    Mit dem weißen Netz, daß das bei größeren und älteren Exemplaren nicht mehr gut sichtbar (oder nur ganz oben am Stiel), ist auch nicht ungewöhnlich. Mir scheint auch daß die Pilze etwas durchnässt, bzw. kurz nach dem Regen gepflückt wurden, das kann manche Bestimmungsmerkmale, Farben, Erscheinungsbild auch leicht verändern, zum Beispiel die Braunfärbung unter dem Hut deutlicher, und das Stielnetz undeutlicher werden lassen, im Vergleich zu einem Exemlar auf den es nicht draufgeregnet hat.


    Mit den Birkenpilzen könntest Du auch richtig liegen, bin aber nicht der allergrößte Raufußexperte.

    Viele Grüße,

    P.P.P.S. zm Thema Kaiserling:

    hab bei meiner "tschchischen Recherche" auch eine historische Kartierung zu den Fundstellen in Tschechien gefunden von 1900 bis 2026, die den Rückgang des Kaiserlings trotz Klimaerwärmung illustrieren:


    Ich verlinke sie mal hier der Vollständigkeit wegen und, daß man sie bei Bedarf schneller findet, auch wenn es vielleicht nicht viele interessiert:

    Kartierung zum Rückgang des Kaiserlings in Tschechien 1900-2026


    Hab eine der Karten mal rausgeschnitten:

    Obwohl ich ganz großer Banause beim Thema Forst und Baumarten bin, hab ich mir alle Beiträge zu diesem Thema (klimgerechter Waldumbau) beispielsweise im SWR (Radio/Fernsehen) angehört und angeschaut. Und bin danach eher skeptisch.


    Ich sehe daß so ähnlich wie Suillus.


    Mein Eindruck ist, daß das Thema Klima jetzt im Bereich Forst dazu "mißbraucht" wird um stärkeren Eingriffen das Wort zu reden, Eingriffen, die nicht unbedingt so nachhaltig sind wie sie vorgeben, weil andere Interessen im Hintergrund stehen ("Ertragsoptimierung", wie Suillus das schon benannte . Dehalb wurde ja soviel Werbung für die Douglasie gemacht.

    Ich glaube, daß die einheimischen Baumarten schon ganz gut auch mit mehr Wärme und Trockenheit zurechtkämen, wenn man sie auch in Ruhe ließe, und das ganze nicht so dramatisch ist wie es in manchen Medien gemacht wird. Mischwälder und auch mehr Eichen wären m.M.n. ganz ok.

    Stattdessen werden bei mir in der Nähe in einem kleinen Waldbereich am exponierten Waldrand mit wenigen Eichen, Buchen und Fichten, Jahr für Jahr alle Eichen rausgenommen (gerade vor zwei Wochen die "vorletzten", und auch nebenbei Buchen gekillt und liegengelassen nur weil sie dem Harwester/Forwarder im Weg standen, und es entstehen große Lichtungen am Waldrand. Von Pilzen ist dort keine Spur mehr, und es war eine der besten Stellen, mit unglaublichem Artenreichtum bis vor ein paar Jahren.

    Hallo,

    Bei mir sah es so aus in den lezten Tagen:

    Vor einer Woche im Laubwald gab es noch einen Papageientäubling, an die 10 Gelbporige Raufüße (die allermeisten blieben auch dort, genauso wie freilich die nachfolgenden), ein paar rote Hartfleischige Zinnoertäublinge, ein einzelner zerfliessender Schopftintling, grüne Schwefelköpfe an einem einzelnen Stumpf, und eine Familie Spitzschuppiger Schirmlinge.

    Ein paar Tage später waren nur noch die Gas-Schirmlinge da und es ist nichts mehr dazu gekommen.

    Nachdem ich von einem schönem Edulis-Fund im Nordschwarzwald las, bin ich vor zwei Tagen auch in den Fichtenwald kurz nachschauen, freilich umsonst.


    Die Aussichten sind schlecht, auch wenn es grade schüttet, wenn dann wieder 5-6 regenlose Tage kommen wie in den letzten Wochen.

    P.P.S. Ein Nachtrag am Beispiel Kaiserling, da ich auch in den letzten Tagen einen interesanten Artikel fand.


    Mir scheint das so zwischen den Zeilen gelesen, daß der Kaiserling als eine Art Neophyt betrachtet wird, als mediterraner, nicht einheimischer Pilz, der von den Römern nach Germanien, Gallien, etc. eingeschleppt worden ist.


    Ob das gültige Lehrmeinung ist weiß ich nicht. Ich hätte auch nichts dagegen wen das so wäre.


    Der Pilz ist auch im Burgenland- Österreich, in Ungarn, in der Slowakei und in Tschechien beheimatet, auch in Mittelfrankreich (Burgund), in der Westhälfte Rumänien, so weiß ich nicht ob man nach 2000 Jahren noch von einem mediterranen Neophyten sprechen kann, bzw wie weit die Zeitgrenze definiert ist ab der man von einem Neophyten sprechen kann.

    Kann ja sein, daß noch mehr Pilze, Pflanzen und andere Lebewesen in so einem großen Zeitraum auch natürlich nach Norden gewandert sind.

    Wenn man noch ein paar Jartausende zurückgeht waren ja der ganze Alpenraum inklusive Voralpen vergletschert, Allgäu bis fast zur Donau, Oberbayern bis nach München, Skandinawien, Mecklenburg-VP, Brandenburg, war ja nur Eiswüste, irgendwannmal sind alle Planzen und sonstige Lebewesen nach Norden gewandert.


    Jetzt zu dem Artikel, ich hab gerade in den letzten Tagen eine kurze Recherche mit tschechischen Stichwörtern gemacht, um tschechissprachige Infos zur Verbreitung des Kaiserlings in Tschechien.

    Dabei bin ich auf folgenden Artikel gestoßen der Auszüge einer Publikation zweier Tschechischer Mykologen aus dem Jahr 1989 zitiert wird (Übersetzung durch Google Translate):


    "

    Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts stellten jedoch tschechoslowakische Mykologen fest, dass der „Kaiserling“ allmählich aus unseren Breiten verschwand. Nach 1950 ging die Zahl der Fundmeldungen von *Amanita caesarea* stark zurück, und ab den 1970er Jahren trat der Pilz nur noch vereinzelt auf.



    Basierend auf zusammengefassten Daten aus den 1980er Jahren wurde der Pilz an 163 Standorten in der ehemaligen Tschechoslowakei nachgewiesen – 42 in Böhmen, 93 in Mähren und 28 in der Slowakei. Er wuchs vorwiegend in Laubwäldern, insbesondere in Eichenwäldern; die Fruchtkörper erschienen im August und September, wobei der Höhepunkt Anfang September lag.


    Im Jahr 1989 wiesen die tschechischen Mykologen František Kotlaba und Svatopluk Šebek darauf hin, dass der Bestand des Kaiserlings deutlich zurückging. Sie führten diesen Rückgang auf Veränderungen in der Waldbewirtschaftung – insbesondere die Umwandlung von Laubwäldern in Fichten-Wirtschaftswälder – sowie auf die Zerstörung von Lebensräumen durch Baumaßnahmen, lang anhaltende Niederschlagsdefizite und die Empfindlichkeit des Pilzes gegenüber dem Klimawandel zurück. Der Kaiserling benötigt lichte Eichenwälder mit ausreichendem Lichteinfall und gleichbleibender Feuchtigkeit – eine Umgebung, die in der tschechischen Landschaft allmählich zu verschwinden begann. Kotlaba und Šebek schlugen zudem vor, die Art von der tschechoslowakischen Liste der Speisepilze zu streichen – auf der sie paradoxerweise als für den Handel geeignet geführt wurde – und sie stattdessen unter Schutz zu stellen "

    Im Artikel steht noch, daß es zur Zeit nur noch zwei Caesarea Hotspots in Tschechien gibt.


    Das überrascht mich nicht, finde es aber trotzdem bemerkenswert: Der Kaiserling war zumindest in Tschechien viel weiter verbreitet als es kälter und weniger mediterran war, und seine Verbreitung ist aufgrund anderer menschlicher Eingriffe stark zurückgegangen (Waldumbau - Fichten, landschaftliche und landwirtschaftliche Flureingriffe).


    Schöne Grüße

    Hallo,


    Zunächst nochmal herzlichen Dank an Wolfgang P. auch für die letzte Info mit der Anleitung zur Suspensions-Herstellung. Das habe ich natürlich nicht gewußt.


    Es wundert mich kaum, und es macht mir gar nichts aus, daß sich wieder mehr Bedenkenträger als Antworter auf konkrete Fragen (rein theoretischer Natur) melden. Das hatte ich erwartet, da ich ähnliche Fragen schon mal vor einem Jahr in einem anderen Thread gestellt hatte, mit einem quasi null Erkenntnisgewinn. Diesmal lief es sehr gut, vor allem ank Wofgang, und ich hätte noch eine letzte Frage zu diesem Themenkomplex, die ich am schon noch stellen


    Ich muß aber schon ein paar Sachen anmerken:


    - Die Bedenken der Bedenkenträger sind total unbegründet, da sie offensichtlich nicht richtig verstanden haben, was ich schrieb und fragte, und Sachen reininterpretiert und unterstellt haben, worum es MIR gar nicht geht ("Dieser komische Vogel Albus glaubt, daß er den Kaiserling vermehren kann"). Kann sein, daß ich das nicht deutlich genug für manche erklärt habe, aber es kann auch nicht sein, daß man jedesmal statt 3 ungefähr 10-20 fettgedruckte Disclaimer vorweg schicken muß bevor man eine einfache Frage stellt, um überhaupt eine valide Antwort zu erhalten. Das was sehr aufwendig ist, aber scheinbar notwendig, damit nicht etwas was falsch verstanden und reininterpretiert wird.. Also nochmal:


    - Ich habe mindestens drei mal weiter oben angemerkt, daß es nur Gedankenexperimente sind, verbunden mit konkreten theoretischen Fragen, für die es Expertise gibt, deren Antworten mich interessieren.


    - Ich habe auch angemerkt, daß ich fast zufällig und unerwartet mal einen einzigen Kaiserling finden und probieren konnte (im Ausland), und daß ich damit schon vollends zufrieden bin, und daß ich die Chancen jemals meinem Leben einen weiteren Kaiserling zu finden auf kleiner als 0,01% schätze. Ich habe nicht gesagt, daß ich morgen 1400km zu einem Pilzmarkt fahre umzu schauen ob ich da Kaiserlinge finde. Denn das werde ich garantiert nicht machen, und auch die Chancen, daß ich irgendwann mal zu dem Zeitpunkt an dem es dort Kaiselinge gibt auch sehr gering sind.


    - Ich habe auch angemerkt, daß mir von Anfang an bewußt ist, das es keine Erfolgsgarantie, keine schnell messbare Ergebnisse, keinen persönlichen Nutzen geht (was komischerweise von manchen unterstellt wird, und auch im letztjährigen Thread wurde sofort Eigennutz unterstellt). Ich habe auch angemerkt, daß die Chancen dem Pilz überhaupt weiterzuhelfen zwischen unter 5% liegen, daß ich aber auch mit dieser Erfolgsquote zufrieden wäre, falls sich die Gelegenheit überhaupt ergeben würde, was sowieso unwahrscheinlich ist.


    - Ich habe nicht deutlich genug beschrieben, daß es mir nicht um den Kaiserling geht, sondern allgemein um das Wissen, was man am besten machen könnte falls... auch wenn nie dazu kommt. Es immer beser das vorher Wissen zu haben.

    Und wie gesagt, es geht nicht nur um den Kaiserling, sondern allgemein und um das Wissen theoretischer Natur, daß man nicht in Pilzbüchern findet, wie sich diese Pilze vermehren, exakt die Sachen die mir Wolfgang und Emil erklärt haben.


    - Niemand (ich nicht, sonst irgendwer ernsthaftig auch nicht) hat mit irgendeinem Wort die Intention geäußert den Kaierling weiter nach künstlich nach Norden und nach Osten zu verbreiten. boccaccio

    Wenn, dann wieder zurück nach Süden, nach Baden-Württemberg (Achtung Scherz! - bitte nicht wieder falsch verstehen!)

    Und was die Sinnhaftigkeit anbetrifft, das liegt im Ermessen eines jedenen einzelnen.

    Es müssen nicht alle die gleiche Definition der Sinnhaftigkeit haben.

    Sein Wissen zu erweiten, sich selber Fragen zu stellen, und wenn man nicht weiterkommt diese an Experten zu richten erachte ich als sinnhaft.


    - Ich habe auch mit keinem Wort behauptet, daß der Kaiserling der beste Speisepilz ist, auf den ich scharf bin. Und sonst auch niemand ernsthaft. Von Speisewert und Verzehrabsichten war keine Rede.

    Ich wollte eigentlich früher auch kurz berichten von meiner 4-Pilze Verkostung, weil es ein spezieller Pilzabend war. Hab das nicht gemacht, weil es nebensächlich war. Hätte ich das bloß getan... jetzt hol ich es nach an ( Oehrling gerichtet nix für ungut, das konntest du nicht wissen):

    An dem Tag, es war ein arbeitsreicher Tag wollte ich unbedingt um 18 Uhr in den berühmten Eichenwald aus der Kindheit zurückkehren, den ich seit 30 Jahren nicht besucht hatte, ein gutbesuchter Hauswald, gelegen zwischen fünf Dörfern. (Mit den Pilzen hatte ich auch erst seit einem Jahr angefangen mich zu beschäftigen, allerdings nur im Herbst in Fichtenwäldern auf der suche nach "Fichten"steinpilze wie jeder Anfänger.). Hab den Nachbarn vor Ort (großer Pilzexperte) gefragt ob er mitkommen würde, hatte aber keine Zeit und gemeint es gäbe bei der Trockenheit eh keine Pilze. Außer dem Fund dieses einzelenen Kaiserlings, hatte ich auch den persönlichen Erstfund von Sommersteinpilzen, dazu einen großen Frauentäubling und ein Perlpilz. Sofort zum Nachbarn der mächtig gestaunt hat, und mir die Pilze bestätigt hat. Danach war ich aufgeregt, weil ich mir überlegte wie am besten zubereiten, damit ich jeden Pilz wieder erkennen kann. Ich hab dann die Pilze halbiert, und an 2 Abenden in großen Stücken (halber Hut, halber Stiel), so vorsichtig zubereitet, daß ich stets wußte welcher wo in der Pfanne und auf dem Teller platziert ist.

    Und das Ergebnis war: Den Frauentäubling fand ich am leckersten (und den Perlpilz am schlechtesten).

    Im Nachhinein hab ich mich gefragt, ob es daran gelegen hat, daß der Kaiserling schon großgewachsen war, und die Sommersteinis hitzegeplagt mit aufgerissenem Hut... Nein, der Frauentäubling war auch groß und aufgeschirmt, es bleibt dabei: an beiden Abenden hat der Frauentäubling gewonnen!


    Also, keine unnötigen Sorgen machen, alle Bedenkenträger können ruhig schlafen, dieser komische Vogel Albus wird den Kaiserling nicht nach BaWü und schon gar nicht an die Ostsee und nach Berlin bringen, (und dadurch die heimischen Pilze verdrängen, durch das Blockieren der Mykorrhiza-Andockstellen :D  Malker ;) ! Er wollte nur ein paar theoretische Sachen wissen, die er schon lange wissen wollte, und hat das am Beispiel des Kaiserlings versucht.


    Ich bin auch keinem böse, sondern schätze alle sehr, da sie sich viel mehr Wissen angeignet haben als ich es besitze.


    Meine letzte rein theoretische Frage spar ich mir auch erstmal auf, will zuerst mal gründlich recherchieren, ob ich was selbst in Erfahrung bringen kann, was sehr schwierig sein wird, und werde mich dann ggf. an Leute wenden die das vielleicht wissen können, aber bitte mich nicht wieder ins Kreuzfeuer nehmen und nicht fälschlicherweise was reininterpretieren. (Die Disclaimer-Liste ist jetzt zum Glück fast vollständig, ich muß sie nicht nochmal schreiben :)




    P.S. Habe aus diesem Anlass lange nach einem Foto gesucht und gekramt vom Abend der 4-Pilze-Verkostung mit dem Kaiserling, dem Sommersteini, dem Perli und dem siegreichen Frauentäubling. Dunkel hatte ich in Erinnerung, daß ich ein Foto hatte.

    Die Qualität ist sehr schlecht, bitte das zu entschuldigen, damals war ich nicht im Forum unterwegs und hab' meine Funde nicht richtig dokumentiert. Außerdem war ich aufgeregt am Grübeln über die bevorstehende Zubereitung, daß da ja nichts schiefläuft bei dieser einmaligen Gelegenheit!



    Herzliche Grüße allerseits!!

    Albus

    Hallo nochmal, und vielen Dank an die beiden PSV für die lehrreichen Rückmeldungen.


    Für die sexuelle Vermehrung der Ständerpilze wäre es außerdem notwendig, dass dieses Primärmyzel auf ein anderes, genetisch kompatibles Primärmyzel trifft (also eines anderen Individuums derselben Art, welches außerdem einen anderen Kreuzungstyp aufweist).


    Dieser Aspekt war mir unbekannt, vielen Dank, wieder was dazu gelernt.


    Ich kann deinen etwas konservativere aber nuancierten und argumentierten Standpunkt 100%ig nachvollziehen.

    und nur nochmal betonen, daß meine Vorschläge nur Gedankenexperimente sind, keine Kritik oder Handlungserwartungen.

    In der Tat ist es so, daß man einerseits der Natur ihren Lauf lassen sollte, andererseits, einige Menschen mit Wald (im weiteren Sinne) und Boden manchmal durchaus rücksichtslos zuwerke gehen, und andere sich dann Gedanken machen wie man seltenen Arten minimal weiterhelfen könnte.


    Auch nur in diesem Sinne (Gedankenexperiment) sind mir zwei weitere Methoden eingefallen wie man das machen könnte, siehe unten.


    Wenn ich das Projekt angehen würde, würde ich aber wahrscheinlich anders vorgehen, und an einem Kaiserlings-Standort junge Eichen heranziehen und dann mit etwas Erde an die neuen Standorte verpflanzen. Oder die Eichen auf sterilem Substrat mit Kaiserlingssporen behandeln und dann auspflanzen, wie man das bei Hasel und Trüffeln macht. Man sieht die Mykorrhiza ja unter dem Bino, kann also die Erfolgsquote schnell kontrollieren.

    Das wäre ein tolles Projekt!

    Das war mir nicht unbekannt: als ich mich vor Jahren viel über den Boletus Edulis eingelesen habe, hab ich bezüglich seiner Verbreitung gelesen, und gewundert, daß er auch in Neuseeland oder Südafrika vorkommt.

    Um mir das zu erklären habe ich weiterrecherchiert (damals konnte man mit dem alten Google schnell gute Artikel finden), fand ich einen Artikel über seine unfreiwillige Einführung nach Neuseeland. Ex-Englische Neuseeländer hatten sich Eichensetzlinge aus der alten Heimat per Schiff bestellt. Ob als Nutzbaum für den Bootsbau, oder für Parks, kann ich jetzt nicht erinnern. Hab mehrmals versucht diesen Artikel zu finden, war mir in dem neuen "KI-verseuchten" Google nicht mehr möglich.

    Jedenfalls ist es logisch, daß nur so, über infizierte Setzlinge, auch die Boletii u. a, nach Neuseeland gelangen konnten.


    Ein andere Möglichkeit wäre eine Pilzexkursion mit dem Auto nach Italien oder besser Kroatien oder Rumänien zu machen mit dem Ziel sofort zurückzukehren sobald man viele Kaiseringe in Boxen oder Kisten (unten Erde, oben offen), bzw. auch ohne viele Kaiserlinge, aber mit umso mehr Kaiserlingssporen. Um sie dann hier in möglichst aussichtreiche Habitate zu verteilen, und auch da wo, wie Emil sagte, das Primärmyzel gesichert ist.


    In Rumänien gibt es zumindest einen Pilzmarkt wo man in passenden Jahren/Jahreszeiten Kaiserlinge günstiger kaufen kann als aus Italien. Hab diesen Pilzmarkt leider nicht besucht, obwohl er auf dem Nachhauseweg war, weil ich erst später davon erfuhr (Link). Diese Stadt, Arad, liegt in der Nähe der Grenze zu Ungarn an der Autobahn, und ich fuhr immer an ihr vorbei...


    Zweitens wäre es auch theoretisch möglich Sporen hier vor Ort zu sammeln ohne den Pilz zu entnehmen.

    Man könnte einen Behälter, einen Blumentopf aus Plastik, oder etwas ähnlich einem Katzenklo, halbieren und in der Mitte ein Loch für den Stiel schneiden, etwas feuchte Erde rein, und um den FK platzieren, über Nacht stehen lassen, (oder von morgens bis abends und ggf. bewachen ;-), und dann die besporte Erde mitnehmen ;)



    Schönes Wochenende, und einen Schönen Pilzherbst wünsch ich Euch

    Viele Grüße

    Jetzt mal - Spaß beiseite - hätte ich im Nachgang noch eine ernsthafte Überlugung bzw Frage gerade an die Herren Pilzsachverständigen ( EmilS , matthias0, Wolfgang P. )


    Was würde dagegen sprechen dem Kaiserling beim Vermehren unter die Arme zu greifen durch gezielten Transport einzelner Exemplare in ähnliche Habitate?


    Was würde das bedeuten - so als Gedankenspiel:

    Der PSV müsste vorab mal den genauen Partnerbaum feststellen und nach ähnlichen, möglichst identischen Habitaten mit den gleichen Eichen Bodenbeschafenheit etc. Ausschau halten.

    Falls ein Kaiserling dann auftaucht könnte dann (nur) der PSV einen einzelnen Fruchtkörper, (oder einige wenige, falls es genügend sein sollten), der bereits aufgeschirmt ist und noch entnommen weitersporen kann, entnehmen, und in dieses andere passende Habitat bringen und zum absporen ablegen.


    Wäre sowas denkbar, machbar?

    Mir ist vorab schon klar, daß es keine Erfolgsgarantie gibt, und keine schnelle oder meßbare Ergebnisse erwartbar sind! Das behaupte ich nicht. Auch wenn die Chancen gering sind fände ich persönlich eine "gute Tat" die man erwegen könnte. Auch wenn man die Ausbreitungschancen nur um 1% oder 5% erhöhen könnte finde ich das trotzdem eine Mühe wert.

    Und ich würde, dies nicht nur auf den Kaiserling beschränken, sondern vielleicht auch andere seltene Arten in Betracht ziehen.

    (Ich habe das gelegentlich mit Steinpilzen gemacht, ein paar mal auch mit vermutlichen Bronzeröhrlingen.)

    Hallo,

    ich hab mich mit "genauer Standort" falsch ausgedrückt, und wurde teilweise falsch verstanden.

    Ich hätte "in welchem Landkreis - mir unbekannt" schreiben sollen.

    Den genauen (oder punktgenaue) Standort zu erfahren interessiert mich nicht, und war auch nicht intendiert.

    Es ist auch gut wenn bei Kartierungen vorsichtig vorgegangen wird, damit es keinen Tourismus gibt.

    Eine grobe Angabe der Region, oder der Landschaft (Westerwald etc.) ist völlig ausreichend.


    Schöne Grüße,

    Hallo zusammen,


    Ich wollte auf zwei bemerkenswerte, nicht ganz alltägliche, Funde hinweisen.

    Es sind nicht meine Funde, das wäre zu schön gewesen um wahr zu sein, trotzdem sehr erfreulich.


    Der erste Fund ist vom 16.09.26 im Rhein-Lahn-Kreis (Rheinland-Pfalz, rechtsrheinisch) von User "NoahTM", vorgestellt im 123 Forum.


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    Der zweite, vom 19.09.26 in Mittelhessen (genauerer Standort unbekannt), von einem User im Reddit Pilze Forum, als Bestimmungsanfrage von User "Gutmenschmusik".


    r/Pilze - Was habe ich hier gefunden?


    r/Pilze - Was habe ich hier gefunden?


    Mehr Fotos finden sich in den Links.


    Interessant finde ich, daß beide Fundorte - klar Eichen in der Nähe hatten - aber nicht im Wald waren, sondern an noch sonnenexponierteren Stellen:

    Einmal am Rand eines Fußballplatzes und einmal im Industriegebiet.


    Auch bemerkenswert: die letzten mir bekannten A. Caesarea - Funde in Deutschland aus den Jahren 2021 (Juli) und zuletzt 2023 (September) waren in Rheinland Pfalz aus dem Naheland (Quelle: passion-pilze-sammeln.com).

    Ich fand noch auf pilzradar.de eine Fundmeldung vom 5.9.2023 im Rheingau-Taunus-Kreis, (allerdings ist sie nur durch ein einziges Foto dokumentiert, von noch nicht aufgeschirmten "Eiern", was ja theoretisch auch Scheidenstreiflinge sein könnten.).


    Das würde also bedeuten, daß der Kaiserling aus der Pfalz über den Rhein in den Taunus gesprungen ist, und jetzt auch weiter nördlich im Westerwald fruktifiziert!


    Kennt jemand weitere Fundmeldungen / Kartierungen?


    Schöne Grüße allerseits!


    P.S. Ich hatte einmal das Glück einen einzelnen Kaiserling zu finden, Juni 2018 am Waldrand eines alten Eichenwaldes am Fuße der Karpaten in Siebenbürgen / Rumänien. Die Chancen, daß ich dieses Glück nochmal haben werde sehe ich unter 0,01% aber ich klage nicht, bin trotzdem glücklich.

    Hallo DonColione :


    1. Es würde mich interessieren wo dieser Markt ist auf dem man Steinpilze kaufen kann, da würd ich auch gern mal hin falls es nicht zu weit weg ist ;)


    2. Das ist schon eindeutig ein kleiner junger Steinpilz.

    Auch wenn die Röhren in diesem Stadium kaum sichtbar oder gar nicht sichtbar ist, kann man schon anhand der anderen Merkmale (Netz am Stiel, Geruch, und Standort and em er gepflückt wurde) das erkennen.

    Natürlich ist immer die Frage ob man den nicht hätte stehenlassen sollen, aber aus anderen Gründen, nicht wegen der Verwechslungsgefahr.


    3. Kleine Steinpilze sind ja wegen des jungen Alters qualitativ noch besser als mittelgroße oder große alte.

    Ich persöhnlich würde, falls ich so einen Pilzmarkt in der Nähe hätte, lieber 5-6 solcher kleine Exemplare kaufen als einen großen der gleich viel wiegt.

    Gerade an einem Markt könnte man sich ja die Einzelexemplare auch aussuchen, entweder so wie ich (alle kleinen kaufen) oder falls man Angst vor den kleinen hat, dann nur mittelgroße und große. Ein Problem sehe ich nicht.


    Schöne Grüße,

    Zur Diskussion um das Klima:

    Ich finde Sie sehr interessant und spannend.

    Man sollte die Diskussion in höflicher und sachlicher Form weiterführen, und nicht durch Totschlagargumente, Entsetzensbekundugen, oder vorschnelle Einengung nach dem Motto "Es gibt nur zwei irrekonziliable, diametral entgegengesetzte Meinungsrichtungen/Wahrheiten A oder B, eine Diskussion bringt nichts" abwürgen.

    Es gibt durchaus vernünftige Mttelwege, und ich wollte auch was dazu schreiben, hab jetzt leider wenig Zeit, deshalb werde ich das etwas später nachreichen.

    Wozu ist ein Forum da, wenn nicht auch über das Klima zu debattieren, gerade in dem Thread "zu feucht oder zu trocken?"

    Corinne

    Hallo,

    Zitat: "

    und zu meinem Leidwesen nur ein kleines Exemplar meiner Lieblinge, welche mir bis jetzt ein katastrophales Jahr bereiteten:


    R. virescens"


    Hab eine Frage dazu, zum Habitat, da auf dem Foto Nadeln zu sehen sind.

    Ich hab bisher R. virescens, auch einer meiner Lieblinge (Top 3) nur im Laubwald gefunden, und gar nicht gewußt daß er auch im Nadelwald vorkommen kann.

    Hat er bei dir tatsächlich Nadelbäume als Partner? (Wenn ja welche, und wie häufig ist er im Nadelwald, verglichen mit Laubwald?).

    Dieses Jahr hab ich noch keinen gefunden, was mich etwas traurig gestimmt hat. Hoffe, daß er noch kommt obwohl es spät ist.

    Danke Dir, und herzliche Grüße

    Maria

    Hallo,

    Daß es hier in diesem Forum heuer weniger Beiträge, Fundberichte, neue User und Bestimmungsanfragen liegt daran, daß Google aus zunächst unbestimmten Gründen dal Pilzforum.eu bei den Ergebnissen der G.-suche eliminiert hat.


    Lies mal dazu diesen Thread: Vor allem auch die Letzten Beiträge.


    Die Ursachen sind jetzt größtenteils auch von Usern selbst entdeckt und gemeldet worden, bleibt noch, daß die Admninistratoren die notwendigen Schritte unterehmen, damit das .eu Forum wieder oben inder Google-Suche auftaucht.

    Schöne Grüße

    Hallo,

    Zum rotstieligen kann ich nichts beitrage, da ich den nie hatte.


    Was ich aber sagen kann ist, daß der auf dem vorletzten Foto meiner Meinung nach auf keinen Fall ein Frauentäbling ist. Ein Frauentäubling sollte scon grün, grün mit violettstichen, violett mit grünstichen oder violett sein.


    Es gibt insgesamt 150 Taüblingsarten, einige sind auch variabel was die Farbe anbetrifft.. Alleine von den Täublingen die irgendwie rotfarben sind gibt es wahrscheinlich über 50 verschiedene.

    (Geh mal auf 123pilze.de zur Pilzsuchmaschine, drück zunächst den Knopf "LAT an" Lateinisch an, und gib dann "Russula" ein und stöber und zähl mal auch nach Farben getrennt, und lies dir alle Merkmale durch)


    Daher ist eine Bestimmung in über 90% der Fälle nur nach Foto/Augenschein und "kein Ring keine Knolle" und Stielaufbau und Geschmackstest.alleine unmöglich.

    Bei der grossen Mehrheit muss man die Sporenpulverfarbe bestimmen, die Sporen mikroskopieren und oder die Reaktion mit Chemikalien testen um sie eindeutig zu Bestimmen. Ausserdem müssen auch viele andere Merkmale verglichen werden, Partnerbäume, Lammelenbild, Abziehbarkeit der Huthaut etc.

    Täublingsbestimmung ist mit die schwierigste Königsdisziplin auch für Experten.


    Wie die Pilzsachverständigen in Österreich organisiert sind, weiß ich nicht genau, es gibt auch bei euch welche, und es lesen und schreiben auch Österreicher in diesem Forum, aber vielleicht stellst du besser die Frage in einem anderen "Thread" "Pilzgutachter Österreich", damit das für diese besser sichtbar ist.


    Mein Tipp wäre es auch als Anfänger dich nicht gleich auf alle roten Täublinge zu stürzen, da ist es in den meisten Fällen komplizierter, weil es viele ähnlich aussehende aber ganz verschiedene Arten gibt.


    Schöne Grüße

    Hallo Shroom!


    Betreff Gelbporiger R. wollte ich mal nachfragen, mit Bitte um einen Kocktipp.


    Bei mir war es so, daß sie nicht sonderlich hoch im Kurs standen.

    Das könnte mehrere Gründe haben, erstens keine gescheite gattungsgerechte Zubereitung.

    Ich habe sie auch nie getrennt nur Gelbporige allein gekocht, und ausprobiert.

    Meistens waren sie in einer Mischpilzpfanne mit Täublingen, Steinis etc. wo sie von den anderen überstrahlt wurden, und dann auch wegen ihrer Schwarzfärbung als minderwerige "schwarze Schafe". Danach hab ich auch kaum welche

    mehr mitgenommen.

    Ich finde auch Ihren längsfaserigen "zähen" Stiel jetzt nicht besonders.

    Würde Ihnen trotzdem eine zweite Chance geben, und sie mal ohne andere Pilzzutaten richtig zubereiten.


    Wie machst du das?. Ich sah in einem anderen Thread, daß du was von Sahne-Sauce mit Paprika für Pasta erwähntest.

    Also: Junge frische Exemplare vorausgesetzt:, Stiel? In Scheiben quer? in Scheiben längs? Wenn älter faserig weglassen? Olivenöl, etwas Zwiebel, Paprika, dann Schlagsahne?


    Eignen sie sich auch zum Trocknen? Frag nur mal so, da ich gar keinen Dörrautomat hab, und nur sehr selten was trockne (wenn dann im Backofen auf 50°)


    Danke schon mal im Voraus,

    Eigentlich hat es seit dem 27. August schon an die 60 Liter gegeben. Ende August 34 Liter, aber dann immer mit vier Tagen Pause zwischen den Regenfällen. Heute ist auch noch was dazugekommen.


    Insgesamt ist es ganz komisch, aber vielleicht auch normal:

    -mancherorts wie bei mir totale Flaute,

    -anderswo kommen die Sommerpilze, und in anderen Regionen die Herbstpilze


    Die Pilze scheinen selber nicht richtig zu wissen welche Jahreszeit jetzt sein soll....


    Um dem ganzen die Kaiserkrone aufzusetzen kam heute im Nachbarforum die Fundmeldung einer Gruppe Kaiserlinge in Rheinland-Pfalz (Rhein-Lahn-Kreis, also rechtsrheinisch)!!!

    Servus,


    gestern habe ich das erste mal die doppelte Inspektionsrunde gedreht - sprich Laubwald und Nadelwald -

    Im Laubwald ist nach wie vor der einzige Massenpilz der Gelbporige Raufuss.

    Einziger anderer Röhrling war ein einzelner Flocki. Einzige Täublinge waren zwei Exemplare vom Roten Hartfleischigen. Sonst nichts, auch keine Riesenschirmlinge.


    Im Nadelwald gab es gar nichts zu bestaunen, auch keine Indikatorpilze.