Beiträge von umossoh

    Liebes Forum,


    im Moment haben bei mir Steinpilze Konjunktur. Da haben wir beschlossen, das obige Rezept leicht abzuwandeln. Steinpilze statt Flockies und Sonnenblumenkerne statt Walnüsse (einer in der Runde hatte Walnussallergie).


    Input


    Alles vorbereitet:


    Endergebnis


    Fazit:

    - wieder sehr lecker

    - Pilze und Hokkaidokürbis harmonieren sehr gut

    - Flockies haben eine festere Konsistenz als Steinpilze

    - Steinpilze sind würziger

    - Walnüsse machen das Gericht raffinierter


    umossoh

    Vielen Dank für die interessanten Rückmeldungen und ganz besonders an Uwe für den guten Tip. Manchmal kann es so einfach sein ... .


    Und nochmal zur Klarstellung, vielleicht war mein Beitrag nicht ganz präzise formuliert. Eingefrorene Pilze werden nicht generell zäh beim Auftauen, ganz im Gegenteil. Ich mag sehr gern "Pilz-Filets". Das sind mindestens Handteller große Stücke von Steinpilzen, Flockies, Rotkappen o.ä. Diese großen Pilze schneide ich dann in ca. 0,5 cm dicke Scheiben durch Hut und Stiel. Sind dann vielseitig zu verwenden, z.B. hier als Pilz-Kürbis-Gericht:



    Wunderbare Sache, aber nicht mit eingefrorenen Pilz-Filets, die werden zäh. Könnte damit zu tun haben, dass das gefrorene Wasser schwieriger aus den großen Pilzstücken austreten kann. Werden ich aber definitiv mit eingefrorenen Pilzen "a la Uwe" erneut ausprobieren.


    umossoh

    Liebes Forum,


    im Moment neigt sich die pilzarme Zeit langsam dem Ende zu, ebenso wie meine Vorräte an konservierten Pilzen. Ich hab da schon einiges ausprobiert und möchte Euch eine sehr, sehr persönliche Einschätzung von einigen Verfahren geben.


    1. Pilze konfieren

    Für mich nach wie vor die Champions League beim Konservieren von Pilzen. Keine andere Konservierungsmethode konzentriert den Pilzgeschmack so, wie das Konfieren. Allerdings mit gravierenden Nachteilen. Konfierte Pilze sind nicht sonderlich lange haltbar. Ich würde denen maximal 2 Monate geben, vielleicht auch weniger. Danach schmecken konfierte Pilze muffig und ranzig. Mag an der Güte des benutzten Öls liegen (bei der benötigen Menge orientiere ich mich eher im unteren Preissegment) und/oder an den verwendeten Pilzen. Ich hatte mal den Semmelstoppel in Verdacht, aber in 2022 habe ich keinen einzigen Semmelstoppel gefunden. Konfierte Pilze aus 9/2022 schmeckten in 2/23 ebenfalls muffig und ranzig. Da dürften noch diverse Diplomarbeiten zu vergeben sein, um die endgültigen Zusammenhänge zu klären. Zusammengefasst: Konfieren von Pilzen ist eher ein Konzentrieren des Pilzgeschmacks als eine Konservierungsmethode. Aber die ist unschlagbar.


    2. Einfrieren von Pilzen

    Vorbemerkung: Ich blanchiere Pilze nicht, sondern friere alles roh ein. Resultate sind ein Klassiker. Bei einer Haltbarkeit von mindestens 6 Monaten bleibt der Pilzgeschmack erhalten. Nachteile (wenn überhaupt) ist die

    Konsistenz der aufgetauten Pilze. Je größer der eingefrorenen Pilz, desto zäher ist das Resultat. Ich esse gerne große Pilzscheiben vom Blech, aber das geht mit eingefrorenen Pilzen nicht. Gefüllte Perlpilzhüte aus gefrorenen

    Perlpilzhüten funktioniert auch nicht. Weitere Nachteile sind beim Einfrieren von Täublingen die gesplitterten Lamellen. Sieht nach dem Auftauen aus wie im Splatterfilm. Berichte über Probleme beim Einfrieren von Pfifferlingen kann ich nicht kommentieren, bei mir kommen Pfifferlinge nur in homeöopatischen Dosen vor. Und vielleicht noch ein weiterer Nachteil: Gefrorene Pilze brauchen viel Platz in der Truhe, die Menge sieht gigantisch aus, ist aber mit ein paar Mahlzeiten verbraucht.


    3. Pilze in sauer

    Muss man mögen, aber dann ziemlich besonders. Hier werden Pilze auf ihre Konsistenz reduziert, alles andere überdeckt der Essig. Klingt jetzt ein wenig negativ, aber ich bin Fan von Pilzen in Essig. Positiv ist für mich die

    (sehr) lange Haltbarkeit (da hab ich keine abschließende Erfahrung, aber ich würde mindestens ein Jahr erwarten). Und Essiggurken schmecken ja auch nicht nach Gurken. Ein kleiner Nachteil von sauer eingelegten Pilzen ist,

    dass die Flüssigkeit dazu neigt, geleeartig oder schleimig zu werden. Und zwar je nach Pilzart mal mehr, mal weniger. Da muss jeder selbst entscheiden, ob er das mag. Für mich ein Klassiker sind Hallimasch in sauer,

    da passt die Konsistenz der Pilze und das Auftreten in Massen für einen kurzen Zeitraum, so dass man sich ums Konservieren Gedanken machen muss.


    4. Pilze trocknen

    Positiv ist die nahezu unbegrenzte Haltbarkeit und das sehr reduzierte Volumen der getrockneten Pilze, das im Vergleich zu gefrorenen Pilzen keine weiteren technischen Hilfsmittel benötigt. Sehr gut geeignet für

    Suppen, da kann auch das Einweichwasser mitgenutzt werden. Ich habe in einem meiner Pilzbücher gelesen, dass getrocknete Pilze nach dem Einweichen wie frische Pilze genutzt werden können. Kann ich zu 100%

    unterschreiben, aber der Verfasser dieser Zeilen hat nichts zur Konsistenz gesagt. Für mich sind getrocknete und wieder aufgeweichte Pilze ziemlich zäh. Da kann es auch sein, dass der Geschmack von getrockneten

    Pilzen intensiver als von Frischpilzen ist, aber jeder muss individuell entscheiden, ob Geschmack oder Konsistenz wichtig ist. Das gilt nicht für kleine, filigrane Pilze. Klassiker für mich sind getrocknete Trompetenpfifferlinge oder Herbsttrompeten. Die sind nach dem Einweichen (nahezu) wie Frischpilze. Ebenfalls ein Klassiker sind getrocknete Judasohren. Da hat schon das frische Judasohr eine zähe (manche nennen es auch bissfeste) Konsistenz.


    umossoh

    Liebes Forum,


    trotz der rascheltrockenen Witterung habe ich unerwartet viele flockenstielige Hexenröhrlinge im besten Alter gefunden. Was tun? Luxusproblem! Ich habe aus den Pilzen ca. 0,5 cm dicke Scheiben geschnitten und den Rest eingefroren. Die (Filet)-Scheiben auf ein Backblech legen zusammen mit Hokaido-Kürbisscheiben und einem Dressing aus Basilikum, Olivenöl und getrockneten Gartenkräutern.



    pilzforum.eu/attachment/439176/


    Die nicht bedeckten Pilze zusätzlich mit Olivenöl abdecken, damit die nicht verbrennen. Für 15 Minuten im Ofen bei 190 Grad backen. In einer Tüte Walnüsse hacken und gehobelten Parmesan hinzufügen.



    Über das Backblech verstreuen und weitere 6 Minuten bei 190 Grad im Ofen lassen, damit der Parmesan ganz leicht schmilzt.


    Endergebnis:


    Sicher nichts für Puristen, die typische Pilz-Eigengeschmäcker herausarbeiten möchten, aber sehr, sehr lecker. Wohl auch gut geeignet für andere sehr bissfeste Pilze wie Steinpilze oder Täublinge. Auch Reizker könnte ich mir vorstellen.


    umossoh

    Liebes Forum,


    heute habe ich ohne große Hoffnung eine Runde durch den Wald gedreht. Man konnte die Trockenheit formlich hören, die Buchenblätter rascheln/knacken viel lauter als sonst. Dann sind mir aber doch zwei Röhrlinge über den Weg gelaufen, die ich nicht richtig einordnen kann, Vergleichbares habe ich bisher noch nicht in der Hand gehalten. Fundort war im Buchenwald. Geruch eigentlich ohne, Geschmack mild.



    Die schwarzen Stellen am Stiel haben sich nach Verletzungen verfärbt.



    Schnittbild sofort:


    Schnittbild nach ca. 5 Minuten:


    Schnittbild nach ca. 15 Minuten:


    Die haben mich vom Habitus her an junge Rotkappen erinnert. Kann das ein Raufuß sein? Vielleicht sogar der gelbporige? Der müsste sich dann aber eher rosa verfärben, das war bei meinen Exemplaren nur mit sehr viel Phantasie zu erahnen.


    umossoh

    Hallo Karl,


    das passt sehr, sehr gut. Die leicht geriefte Huthaut habe ich gar nicht erwähnt, passt aber gut ins Bild. Da habe ich wohl etwas Besonderes gefunden.


    Vielen Dank


    umossoh

    Liebes Forum,


    ich finde das Thema Täublinge recht interessant, habe aber eigentlich keine Ahnung. Heute habe ich einen Täubling gefunden, der mir sehr ungewöhnlich vorkam und sich meinen Bestimmungsversuchen komplettt entzogen hat.


    Fundort: Parkähnliches Gelände mit Buchen und Hainbuchen in der Nähe, etwas entfernt auch noch eine Birke.

    Geschmack: erster Eindruck nussig, mild. Später ein Hauch von Schärfe.

    Geruch: ich: fruchtig, obstartig; meine Frau: gurkig

    Hut: Mischung aus gelb, grün, braun, an Verletzungen auch rötend (mein erster Impuls war, dass ich einen ungewöhnlich gefärbten Perlpilz entdeckt habe).


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    pilzforum.eu/attachment/434766/


    Lamellen: Ocker-/dottergelb



    Huthaut zur Hälfte abziebar



    Sporenpulver dotterfarben:



    Gibt es hier eine Chance, den Täubling makroskopisch zu bestimmen oder zumindest in die Nähe zu kommen?


    umossoh

    Liebes Forum,


    vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Es scheint so, als ob ich die gerade nicht geeigneten Verfahren zum Konservieren von Semmelstoppelpilzen gewählt hätte.


    Tuppie: Ich friere Pilze immer roh ein und habe damit eigentlich gute Erfahrungen gemacht. Für allerlei Sonderbehandlungen bin ich zu faul.


    Peter: Ich neige dazu, Dir zu widersprechen. Die konfierten Pilze bestanden zu ca. 20% aus Semmelstoppel und schmeckten "ein wenig" muffig. Die gefrorenen waren zu 100% Semmelstoppel und waren ungenießbar. Bei anderen Experimenten mit in Öl eingelegten Pilzen (z.B hier: Pilze in Öl konservieren) waren 9 Monate Haltbarkeit bei mir überhaupt kein Problem. Aber das scheint wohl auch an den verwendeten Pilzen zu liegen. Hier gibt es wohl noch ein weites Feld an empirischer Feldforschung ...


    Josef-08: Interessante Theorie! Ja, ich habe den Gefrierbeutel immer wieder geöffnet und Pilze entnommen. Und wie schon bei Tuppie bemerkt bin ich eigentlich zu faul für irgendwelche Extrabehandlungen, also kein Vakuumieren. Aber ich sollte in Zukunft zumindest kleinere Beutel verwenden. Ein wenig nachdenklich bin ich aber schon, weil die konfierten Pilze im Öl unter totalem Sauerstoffabschluss aufbewahrt werden, aber trotzdem "geschmacklich" in die gleiche Richtung zeigen.


    Craterelle: Ich denke, dass ich in Zukunft Semmelstoppelpilze, die ich nicht frisch verbrauchen kann, trocknen werde.


    umossoh

    Liebes Forum,


    kürzlich habe ich ein Glas meiner geliebten konfierten Pilze (siehe hier Pilze Konfieren ) aufgemacht. Nach dem Öffnen roch das Glas gleich muffig und sowohl die Pilze als auch das Öl waren kaum geniessbar. Das Glas stammte aus dem August letzten Jahres, und ich habe mir einen Merker gesetzt, dass man konfierte Pilze nicht zu lange lagern sollte. Dann haben wir am letzten Wochenende eingefrorene Semmelstoppelpilze gebraten. Die hatten denselben muffigen/ranzigen Geschmack, nur viel stärker. Dazu hatten die Semmelstoppelpilze eine gummiartige Konsistenz. Das war nicht genießbar! Ich finde frisch gebratene Semmelstoppel sehr brauchbar und habe denen daher auch 8 Punkte in der küchenmykologischen Liste gegeben. In 2021 gab es bei mir eine Semmelstoppel-Schwemme, so dass ich die sowohl eingefroren (mach ich, sofern das geht, immer sortenrein) als auch zusammen mit anderen Pilzen konfiert habe. Die eingefrorenen Semmelstoppel waren der Rest aus der Tüte. Bei den anderen Semmelstoppel ist mir der muffige Geschmack nicht aufgefallen, die habe ich aber auch schon vor ein paar Monaten gegessen. Ich habe daher die Semmelstoppelpilze in Verdacht, dass man sie nicht oder nur sehr kurzfristig konservieren sollte. In meinen Pilzbücher habe ich dazu keine Hinweise gefunden, allenfalls, dass ältere Semmelstoppel bitter sein können. Das habe ich auch schon so erlebt und meide seitdem ältere Semmelstoppel. Aber hier war der Geschmack nicht bitter, sondern muffig/ranzig. Habt Ihr schon mal ähnliche Erffahrungen gemacht?


    umossoh

    Liebes Forum,


    beim Sichten der Urlaubsfotos aus 2021 sind mir ein paar ungewöhnliche Pilze in die Hände gefallen. Aufgenommen im Oktober 2021 an der Nordeeküste in Dänemark. Die Pilze wuchsen auf Treibholz direkt an der Grenze zwischen Dünengürtel und Strand. Keine Ahnung was das war, eine genaue Inspektion war schwierig, weil bei Windstärke 8 (mindestens) der Sand nur so über den Strand peitschte, so dass ein Hinhocken nur was für Masochisten war. Hinterher musste man den Sand aus den Haaren kämmen ...





    umossoh

    Welch Ehre!


    Hab das dann mal als Aufforderung gesehen, die Küchenmykologischen Charts mit meinen sehr subjektiven Eindrücken zu ergänzen. War aber wohl überfällig. Insgesamt keine großen Überraschungen. Den Hallimaasch habe ich ein wenig nach oben gezogen, den mag ich von Jahr zu Jahr lieber (in diesem Jahr hat er sich zu allem Überfluss bei mir sehr rar gemacht). Und warum hat niemand Interesse an krausen Kraterellen? Die gab es bei mir in diesem Jahr als Bodendecker,

    Liebes Forum,


    Mitte Oktober waren wir für eine Woche in Dänemark an der Nordseeküste. Das Pilzaufkommen war nach meiner Einschätzung etwas über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Überall (d.h. in fast allen Waldtypen) konnte man madige Maronen finden, mit denen ich das Forum aber nicht langweilen möchte. Eines der Highlights waren für mich die Funde von Hohlfußröhrlingen. Habe ich in Deutschland noch nie gefunden, in Dänemark aber releativ oft. In diesem Jahr standen die aber in Massen rum, so dass ich sogar welche getrocknet habe. Gefreut habe ich mich über die Funde in beiden Varianten in gelb und braun, die man ganz dicht zusammen finden konnte. Könnte vielleicht den einen oder anderen Foristen auch interessieren, links immer in gelb, rechts in braun.


    umossoh



    Pilzomlette oder Rührei mit Pilzen sind absolute Klassiker, die wohl die meisten Foristen schon mal probiert haben dürften. Es geht aber auch mit gebratenen Eiern, was viel weniger bekannt ist. Spiegeleier haben einen sehr viel strengeren Geschmack und verlangen daher nach sehr würzigen Pilzen. Wir haben es mal mit Herbsttrompeten probiert und großes Lob geerntet. Herbsttrompeten harmonieren sowohl vom Geschmack als auch von der Optik sehr gut mit Spiegeleiern. Aber seht selbst:


    Portion Herbsttrompeten für 6 Personen (ca. 30 - 40 Gramm pro Person):



    Die Pilze mit oder ohne Zwiebeln braten und warm stellen. In der gleichen Pfanne die Spiegeleier zubereiten. Auf eine Scheibe kräftiges Brot geben und mit Petersilie dekorieren. Dann die gebratenen Pilze dazu geben.


    Fertig!



    umossoh


    P.S.: Herbsttrompeten heißen bei uns nur noch Spiegeleipilze.

    Hallo Claus,


    Du solltest Dein Licht nicht so unter den Scheffel stellen, für mich haben Deine Aussagen eine Menge Gewicht.


    Und ja, nachdem ich auf den den Netzflockigen Rosa-Täubling gekommen bin, war mir auch klar, dass ich die Stielspitze und den oberen Teil des Stieles etwas genauer hätte betrachten sollen. Anfängerfehler. Wird mit dem nächsten Fund nachgeholt. Was mich nur ein wenig irritiert ist, dass der Pilz bei 123Pilze als selten eingestuft wird. Hier begegnet er mir fast ständig.


    umossoh

    Liebes Forum,


    in den letzten Wochen bin ich bei mir im Buchenwald immer mal wieder über einen sehr stattlichen Täubling gestolpert. Trat einzeln oder in kleinen Trupps auf. Geschmack war mild, aber weder nussig noch süßlich, eigentlich schmeckte der nach gar nichts. Ich hab jetzt mal zwei Exemplare zur genaueren Untersuchung mitgenommen.









    Sporenpulver (und auch Lamellen) war nicht ganz rein weiß, aber schon ziemlich hell. Ich würde mal auf Ib oder IIa tippen. Weitere Mittel zur Untersuchung stehen mir nicht zur Verfügung. Ich bin nach Stöbern im Internet auf den Netzflockigen Rosa-Täubling gekommen. Könnte das hinkommen? Oder ist der makroskopisch nicht zu bestimmen?


    umossoh

    Tuppie: Wie geschrieben, ich habe keinerlei konkrete Hinweise im Internet über die Haltbarkeit gefunden. Ich vermute aber mal, dass es von der Sorgfältigkeit des Arbeitens abhängt. Bei mir alle Gläser sterilisiert, Werkzeug auch, das sollte ein paar Monate halten, ich werde berichten. Andererseits fehlt Essig (das ist ja auch der Grund, warum die konservierten Pilze nicht nur auf die Konsistenz reduziert werden), das wirkt sich negativ auf die Haltbarkeit aus.


    nobi: Yep, ein Teil Pilz, zwei Teile Öl. Da die Pilze aber stark schrumpfen, kann ich mir vorstellen, bei sehr feuchtern Pilzen, den Ölanteil noch etwas zu reduzieren.

    Liebes Forum,


    vorein paar Tagen habe ich (für mich) relativ viele milde Täublinge gefunden und ein Sommersteinpilz hat sich auch noch dazu gesellt. Da wir aktuell keine Verwendung für die Pilze hatten und die Truhe auch schon gut bestückt ist, wollte ich mal das Konfieren von Pilzen ausprobieren. Konfieren ist eine sehr alte Konservierungsmethode, bei der Fleischstücke von minderer Qualität stundenlag bei niedriger Hitze im eigenen Fett weichgekocht werden. Ich habe nun auch Hinweise gefunden, dass man nicht nur Fleisch, sondern auch Gemüse (z.B. Tomaten) und aber auch Pilze konfieren kann. Allerdings habe ich nirgendwo eine detaillierte Anleitung gefunden, sondern nur eher vage Hinweise. Daher habe ich mich zu einem Selbstversuch entschlossen. Ausgangspunkt war das Folgende:



    Die Pilze mit doppeltem Gewichtsanteil an Öl übergiessen und dann Salz, Gemüsezwiebeln und Kräuter nach Geschmack hinzufügen. Das sollte dann so aussehen:



    Anfangs ragen die Pilze deutlich über das Öl hinaus. Daher als Tipp: Die Teile der Pilze, die nicht mit Öl bedeckt sind, mit einem Pinsel mit Öl bestreichen, damit nichts verbrennt. Alles in den Ofen tun und bei 90 Grad für 3,5 Stunden garen. Es gab im Internet auch abweichende Zeit- und Temperaturangaben, z.B. 80 Grad und 3 - 4 Stunden. 80 Grad erscheint mir zu wenig, aber 3 Stunden werde ich im nächsten Versuch ausprobieren.


    Nach ca. einer Stunde sind die Pilze so geschrumpft, dass sie vollständig vom Öl überdeckt werden.



    15 Minuten vor Ende der Garzeit ein Probeexemplar entnehmen und die Würzung ggf. noch korrigieren. In meinem Fall fehlte noch etwas Salz an den Pilzen. Davon mal abgesehen war das die "pilzigste" Konservierungsmethode, die ich bisher ausprobiert habe. Und selbst die Zwiebeln mit traumhaft pilzigem Geschmack. Hier empfehle ich die Verwendung von Gemüsezwiebeln.



    Dann die fertigen Pilze entweder warm servieren oder in sterilisierte Gläser abfüllen (die kamen die letzte Stunde mit in den Ofen, immer wieder Dank an Alex für den Tip) und mit Öl bedecken.



    Sieht ein wenig trübe aus, aber ich denke, dass liegt an der Öl/Wasser Emulsion. Im Rest Öl im Topf haben sich am Boden auch Wasserblasen gebildet, statt oben Fettaugen waren das unten Wasseraugen.



    Das Rest-Öl habe ich noch gefiltert und als würziges Pilzöl abgefüllt.



    Das Pilzöl sollte im Kühlschrank noch ein paar Wochen haltbar sein.


    umossoh

    Liebes Forum,


    kürzlich war ich seit langem mal wieder im (Buchen)wald in der Hoffnung, ein paar Frauentäublinge zu finden. Das hat "eigentlich" auch mit einem Bilderbuchexemplar geklappt. Stattliche Größe, reinweiße Lamellen, grün-violetter Hut, biegsame Lamellen. Um letzte Sicherheit zu haben, habe ich die Kauprobe noch gemacht. Zuerst angenehm mild-nussig, so wie ich es kannte. Dann aber im Abgang eine deutliche Bitternote. Ich war verwirrt. Dürfen Frauentäublinge bitter schmecken? Nach einigem Überlegen beschloss ich, den Pilz mitzunehmen, und im Internet nachzuforschen. Auf dem weiteren Weg durch den Wald bin ich dann mal zufällig mit der Zunge an meine Lippen gekommen. Deutlich bitter! Das war des Rätsels Lösung: Hab mich vor dem Waldspaziergang kräftig mit Autan eingesprüht und nicht bedacht, dass das den Geschmack ändern könnte. Zurück zu Hause habe ich mir das Gesicht gründlich gewaschen und die Geschmacksprobe wiederholt. Jetzt war das Ergebnis so, wie es sein sollte, kein bischen bitter oder scharf.


    umossoh

    Liebes Forum,


    gestern haben wir zwei stattliche Champignons gefunden. Fundort war ein parkähnliches Gelände auf Rasen unter Eichen. Geruch war schwach nach Anis. Lamellenfarbe eher grau statt rosa. Hut, Teilhülle und Stiel hat schwach gegilbt. Hutform trapezförmig. Normalerweise sind das dann in meiner kleinen Welt Schafchampignons. Aber hier war irgendetwas anders. Allein die schiere Größe war beeindruckend, das größere Exemplar wog 225g, obwohl die Teilhülle noch geschlossen war. Dann war da noch ein Röten in den Madenfraßgängen. Und der schuppige Stiel. Könnten das großsporige Champignons sein?


    umossoh







    Hallo Azalee,


    ich kenne das von Dir beschriebene Verhalten auch, allerdings nicht in einer so starken Ausprägung.


    Wenn es sich irgend vermeiden lässt, putze ich Pilze trocken und schabe den Dreck nur ab. Außerdem habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, mit den Fingern über den Pilzhut zu fahren, um mögliche Krümmel zu erwischen. Beim Putzen von Maipilzen ist es dann so, dass ich nach einigen Pilzen die Hände abspülen (und abtrocknen) muss, weil die so schmierig sind. Einfaches Abspülen reicht aber. Meine Beobachtung ist, dass der Schmierfilm umso größer ist, je feuchter die Pilze sind.


    Beim Putzen von Pilzen mache ich eigentlich immer noch eine finale Qualitätskontrolle. Bei Maipilzen gehört dazu, dass die Finger schmierig werden. Liegt vielleicht daran, dass ich immer mit den Fingern über den Hut streiche. Ist vielleicht ein weiteres makroskopisches Erkennungszeichen.


    umossoh

    Liebes Forum,


    ich habe in dieser Woche meine erste Speisemorchel gefunden! Prachtexemplar! Freude war riesengroß.


    Aber schon gleich vor Ort sind mir die vielen, vielen Schnecken, Asseln und Ameisen aufgefallen. Hatte den Eindruck, dass die Ameisen die Morchel als neue Heimat auserkoren haben. Vor Ort 50 Ameisen zu entfernen hat in der Küche bei weitem nicht ausgereicht. Das war schlimmer als eine Krause Glucke zu putzen. Im Internet lese ich nur die Berichte von stolzen Findern, nie hat sich jemand über das Putzen von Morcheln beschwert. Hab ich Pech gehabt? Bin ich undankbar? Gibt es eine dunkle Seite der Morchelsuche, die nicht thematisiert wird? Die Nudeln mit Morchelrahmsoße waren aber auf jeden Fall die Arbeit wert.


    umossoh