Beiträge von Sparassis

    Die Temperatur ist völlig in Ordnung, meine Austern fruchten auch noch bei 20°C hervorragend. Und wenn die Pilze auf der Fertigkultur gut gewachsen sind, scheint der Standort schon einmal geeignet. Nach 6 Tagen ist es nicht ungewöhnlich, dass noch keine Pilze gewachsen sind. Das kann auch bei guten Bedingungen bis zu 2 Wochen dauern. Sprühst du die Kulturen regelmäßig (mindestens zweimal täglich) mit frischem Wasser ein? Austrocknen sollte die Substratoberfläche nämlich auf keinen Fall.

    Die Substratmischung ist für Champignons nicht geeignet (die brauchen ein Substrat mit etwa 85% Pferde- und 15% Hühnermist, das anschließend fermentiert wird). Und auch der Shiitake dürfte sich darauf schwertun, da er Kaffeesatz und Stroh nicht verwerten kann und normalerweise auf einer Mischung aus Buchenholz und Kleie kultiviert wird. Grundsätzlich sehe ich mit deinem Substrat nur bei Austernpilz und Kräuterseitling gute Erfolgsaussichten.


    Kalk und Gips sind kein Problem, ein Anteil von 1% am Substratgewicht ist in Ordnung. Auch die Sterilisation sollte funktioniert haben. Die Temperatur zum Durchwachsen ist eigentlich ideal.


    Das Beimpfen mit altem Substrat bringt immer Kontaminationen in die neue Kultur ein, während das eigentliche Pilzmyzel bereits geschwächt ist. Grundsätzlich kann man damit Erfolg haben, aber auf Kaffeesatz und Kleie sollte man verzichten und sich stattdessen auf Substrate aus Holz und Stroh beschränken, die weniger kontaminationsanfällig sind. Frische Körnerbrut ist auf jeden Fall die bessere Wahl.


    Der Austernpilz ist bekannt für sein schnelles, kräftiges Wachstum und seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Kontaminationen, daher ist es nicht weiter ungewöhnlich, dass er besser wächst als der empfindlichere Kräuterseitling.

    Hallo Boletaceae,

    für mich sieht das entweder nach CO2-Überschuss oder Lichtmangel aus. Also für eine bessere Belüftung sorgen und an einem helleren Ort aufstellen. Die Temperatur sollte kein Problem sein.


    Viele Grüße, Sparassis

    Das sieht für mich nach einer Kontamination aus, wahrscheinlich eine Hefe. Gesundes Austernmyzel ist das nicht, und auch, dass der Pilz schon auf der Suche nach neuer Nahrung an den Wänden des Beutels entlanggewachsen ist, obwohl das (Getreide?-)Substrat zum Großteil nicht besiedelt ist, deutet darauf hin, dass dort noch etwas anderes wächst.

    Trauerfliegen wird man nur schwierig wieder los, zuverlässig hilft da nur das Entsorgen aller befallenen Substrate (und dann einige Monate lang die Pilzzucht pausieren). Wenn der Befall nicht zu stark ist, können die Pilze aber normal wachsen und fruchten, und die Champignons kann man natürlich auch essen. Normalerweise ernähren sich die Larven der Trauerfliege vom Pilzmyzel, der Ertrag könnte also etwas geschmälert sein. Die Maden können auch in den Pilzfruchtkörper wandern und dort die typischen Fraßgänge hinterlassen, die man normalerweise von selbstgesammelten Pilzen aus dem Wald kennt. Wenn die Fliegen erst während der beginnenden Fruchtungsphase auf der Kultur erschienen sind, sollte zumindest die erste Erntewelle sollte kein Problem sein.

    Körnerbrut kann beim Austernpilz auch direkt fruchten, meines Wissens sogar mit gutem Ertrag. Aber ist es wirklich zu viel zum Weiterverarbeiten? Gerade bei unsterilen Substraten braucht man ziemlich große Mengen davon. Strohpellets und (Buchen-)Räuchermehl sind dafür ein guter Anfangspunkt - einfach mit der 1,5-fachen Masse an kochendem Wasser übergießen, abkühlen lassen und mit 20 Massenprozent Pilzbrut beimpfen. Und das Hochskalieren ist dabei auch ziemlich einfach. In Eimern, Plastikkisten oder Schlauchfolie sind problemlos 10kg+ an Pilzsubstrat pro Kultur möglich.

    Ein schönes Ergebnis, gerade für den ersten Versuch. Jetzt die Kultur ein paar Tage lang ruhen lassen, dann für 5-6 Stunden wässern und erneut zur Fruchtung aufstellen, wahrscheinlich lassen sich noch 1-2 weitere Erntewellen aus dem Substratblock herausholen.

    Die Seitlinge sollten auf jeden Fall alle gleichzeitig geerntet werden. Auf solchen Pilzkulturen hat das Mycel nur eine begrenzte Substratmenge zur Verfügung. Es bildet mehr Primordien aus, als es eigentlich versorgen kann, und nur einige davon entwickeln sich. Besonders deutlich sieht man das beim Kräuterseitling: Es entstehen mehrere hundert Fruchtungsansätze, die die gesamte Substrat-Oberfläche bedecken, aber normalerweise wachsen nur drei oder vier reifen zu großen Pilzen heran.


    Wenn man die klein gebliebenen Austern nicht erntet, sterben sie ab und werden von Bakterien oder Schimmelpilzen befallen, die die gesamte Kultur kontaminieren können. Wenn aber alle Pilze sauber entfernt werden, kann man die Kultur noch ein zweites Mal fruchten lassen.

    Die einheimischen Austern sind etwas komplizierter in der Kultivierung, da sie nur nach einem Kälteschock zu fruchten beginnen. Wenn man die Pilze in großem Maßstab anbauen möchte, bräuchte man neben einem Fruchtungsraum mit ~10-15 Grad und einem Durchwachsraum mit ~24 Grad zusätzlich noch ein Kühlhaus.

    Kultiviert werden normalerweise nicht die einheimischen Austernseitlinge, sondern wärmeliebende Austern-Stämme aus Florida, deshalb braucht man auch keinen Kälteschock, um die Fruchtung einzuleiten. Daher würde ich davon abraten, die Pilzkultur bei Minusgraden ins Freie zu stellen.

    In dem Alter ist das noch schwierig zu sagen, aber das sieht für mich nach Lichtmangel oder CO2-Problem aus. Gerade der Austernseitling reagier sehr empfindlich auf Dunkelheit oder unzureichende Belüftung und bildet dann sehr lange Stiele mit kleinen Hüten. Wo steht die Pilzkultur? Ist für ausreichend Licht gesorgt und kann die verbrauchte Luft abfließen?

    Da der Pilz auf Totholz wächst, halte ich den Versuch prinzipiell für aussichtsreich. Man könnte es mit einer Mischung aus Eichenholzspänen und Weizenkleie oder auch reinem Eichenholz als Substrat versuchen, vorzugsweise sterilisiert.


    Ich habe einen Shop gefunden, der eine Reinkultur vom Leberreischling anbietet. Hier der Link: Leberreischling, Ochsenzunge, Fistulina hepatica - Dekorpilze, Exoten, Seltene Arten - Shop | Steintaler Edelpilz Selbst bestellt habe ich dort aber noch nicht.

    Damit kann man Körnerbrut und später die eigentliche Pilzkultur herstellen. Bereits bewachsene Körberbrut oder sogar Fertigkulturen vom Leberreischling sind meines Wissens nicht erhältlich. Um mit Reinkulturen zu arbeiten, braucht man auf jeden Fall eine Möglichkeit zum sterilen Arbeiten und relativ viel Pilzzucht-Zubehör (Schnellkochtopf, Glovebox, Skalpell, Desinfektionsmittel, Gasbrenner...) Anleitungen zu Substratmischungen und Verfahren findet man zur Genüge auf Youtube oder in Fachforen.


    Alternativ könnte dieser einfache unsterile Ansatz vielleicht weiterhelfen: Einige Marmeladengläser im Ofen trockensterilisieren und etwa 0,5cm hoch mit feuchten, aber nicht tropfend nassen abgekochten Eichenspänen oder abgekochter Pappe als Substrat befüllen. (Man könnte vielleicht auch Stroh oder Buchenholz ausprobieren.) Den frischen Pilz aufbrechen und mit einem sauberen, scharfen, in der Feuerzeugflamme sterilisierten Messer kleine Stücke aus dem Inneren herausschneiden. Jeweils eines der Pilzstücke in die Gläser geben. Deckel locker verschließen, sodass Luftaustausch möglich ist, und Gläser dunkel bei 20-25°C platzieren. Mit etwas Glück bilden sich weiße Mycelbüschel um die Pilzstücke und fangen an, das Substrat zu besiedeln. Wenn die erste Schicht des Substrats vom Pilz durchzogen ist, eine weitere dünne Schicht (dieses Mal keine Pappe mehr!) des Substrates auftragen und warten, bis wieder alles vom Mycel bedeckt ist. Wiederholen, bis das Glas gefüllt ist. Bei Kontaminationen wie Grünschimmel sofort entsorgen. Diese Methode ist ziemlich unzuverlässig und vermutlich wird man damit nur verschiedenste Schimmelpilze züchten, aber bei einigen Arten funktioniert sie und man braucht keine teure Pilzzuchtausstattung.


    Im Kulturpilz-Forum hat jemand einen zumindest teilweise erfolgreichen Versuch mit dieser Art dokumentiert: Leberreischling - Fistulina hepatica - kulturpilz.de

    Ja, die Pilze sporen aus. Die Fruchtkörper werden reif geerntet. Das ist vor allem bei Austernseitlingen ein großes Problem, weil die Sporen bei Pilzzüchtern zu Lungenerkrankungen führen können. Es gibt deswegen sogar sporenarme Kulturstämme. Und die Sporen der Kulturpilze können natürlich auch in der Natur auskeimen und neue Fruchtkörper produzieren, das passiert aber nicht bei allen Arten (beim Shiitake etwa ist kein natürliches Vorkommen in Deutschland bekannt, obwohl durch die Kultivierung schon seit Jahrzehnten Sporen freigesetzt werden). Der Winter ist übrigens kein Problem, die meisten Kulturpilze kommen gut mit kühlem Klima zurecht. (Der Kulturchampignon beispielsweise ist sogar eine einheimische Art - Agaricus bisporus)

    Sobald der Grünschimmel einmal da ist, ist die Körnerbrut nicht mehr zu retten. Getreidekörner sind ein sehr empfindliches Substrat, das ziemlich energiereich ist und von den meisten Mikroorganismen gerne besiedelt wird. Deshalb ist gerade bei der Körnerbrut-Herstellung Sterilität sehr wichtig: Die Pilzbrut am besten im Schnellkochtopf sterilisieren und unter möglichst sterilen Bedingungen beimpfen. Diese Plastikschale ist nicht gut geeignet, da es schwierig ist, sie kontaminationssicher zu verschließen. Besser sind Einmachgläser mit Löchern im Deckel, welche mit einem Filter (Filterwatte; Micropore-Tape zum Beispiel) verschlossen sind. Die lassen sich verschlossen in den Schnellkochtopf zum Sterilisieren stellen. Man desinfiziert sie und öffnet sie dann an einem möglichst sterilen Ort für einige Sekunden zum Beimpfen (am einfachsten für den Einstieg: im Wasserdampf über einem großen Topf mit kochendem Wasser). Danach verschließt man sie sofort wieder und wartet, bis das gesamte Getreide darin vom Pilz bewachsen ist.

    Der erste Pilz ist der Olivbraune Safranschirmling, der zweite sollte ein Sternschuppiger Riesenschirmling sein (Standort Wald, leichte Natterung am Stiel, mitunter leicht rötend, sternförmig angeordnete Schuppen in der Mitte des Hutes). Der Standort im Wald schließt nicht alle giftigen Arten, die normalerweise auf Kompost wachsen, aus, es ist nur unwahrscheinlicher, sie dort anzutreffen.

    Heute habe ich zum ersten Mal den Grünen Anistrichterling probiert und einige ziemlich feste und junge Exemplare mit etwas Salz und Butter angebraten. In der Pfanne entsteht ein ziemlich penetranter Anisgeruch und die grüne Farbe geht verloren. Die Pilze schmecken aromatisch-pilzig und der Anis-Geschmack bleibt im Gegensatz zu den Anis-Champignons auch nach der Zubereitung erhalten, war aber keineswegs aufdringlich. Ich könnte mir sie gut in einer Sahne-Sauce mit Champignons oder Schopftintlingen vorstellen. Von mir gibt es 8/10 Punkten für diese Art.

    Alle Safranschirmlingsarten besitzen einen ungenatterten Stiel. Den Olivbraunen Safranschirmling vermute ich hier allerdings nicht, dieser Pilz tritt bevorzugt im Nadelwald auf, und die Schuppen auf seinem Hut sehen meistens auch etwas anders aus. Das sollte der Keulenstieligen Safranschirmling Chlorophyllum rachodes sein, eine Art, die gerne an nährstoffreichen Standorten außerhalb des Waldes wächst.

    Guten Tag,


    Ich habe heute eine große Menge dieser gelben Pilze gefunden und gehe hier vom Leuchtenden Ölbaumpilz aus. . Die meisten Exemplare waren schon sehr alt. Die Pilze wuchsen an einem Laubholz-Stumpf. Geruch unauffällig, angenehm. Über Bestätigung meiner Vermutung oder Bestimmungshilfe würde ich mich freuen.



    Viele Grüße, Sparassis

    Guten Tag,

    Auf dem zweiten Bild kann ich eine leichte Natterung auf dem Stiel erkennen, die zwar schwächer ausgeprägt ist als beim Parasol, aber vorhanden. Die giftigen oder unverträglichen Riesenschirmlinge, die mir bekannt sin, besitzen alle einen gänzlich ungenatterten Stiel (giftig sind der Gerandetknollige Safranschirmling - rötet im Schnitt, abgesetzte Knolle; der Grünsporige Riesenschirmling - im Alter ein Grünstich in den Lamellen; individuell unverträglich wohl der Jungfernschirmling und der Keulenstielige Safranschirmling). Mit Natterung auf dem Stiel und verschiebbarem, wolligem Ring sind mir keine giftigen Arten bekannt.


    Beim Schirmling auf dem Bildern sollte es sich um einen der kleineren Riesenschirmlinge aus dem Wald handeln, ich vermute hier auch Sternschuppigen oder Zitzen-Schirmling. Die wären beide essbar, das ist aber keine Verzehrsempfehlung.


    Viele Grüße

    Sparassis