Beiträge von Sparassis

    Auf englisch funktioniert das schon deutlich besser mit dem Austernseitling. Immerhin hat die KI den Ohrförmigen Seitling als ersten Verwechslungspartner angegeben und die wissenschaftlichen Namen passen auch. Aber ob der Igelstachelbart wirklich ein klassischer Verwechslungspartner ist - naja.... Verlassen darf man sich auf die Antworten auf keinen Fall.

    Stockschwämmchen gehören mit zu den schwierigsten Kultur-Pilzen (zumindest unter den Arten, bei denen man schon weiß, dass sie indoor fruchten können). Substrat ausschließlich Buchenholz, auf etwas anderem wächst das Myzel sehr schlecht. Am besten mit Kleie supplementiert. Ich selbst habe schon mehrmals vollständig durchwachsene Kulturen hergestellt, aber gefruchtet haben die nie. Ich würde für den Einstieg Seitlinge (alle Arten) und Shiitake empfehlen, wenn es etwas ausgefallener werden soll auch Klapperschwamm, Pioppino oder Igelstachelbart. Als Substrat empfiehlt sich übrigens Buchen-Räuchermehl, das gibt es online in verschiedenen Körnungen für 15-20€ pro 16kg-Beutel.

    Hallo Phillip,

    Sporenabdrücke oder frische Fruchtkörper habe ich zwar keine mehr, aber ich habe hier noch einige überzählige Reinkulturen auf Malzextrakt-Agar von meinen eigenen Zuchtversuchen im letzten Winter herumstehen. Bei mir hat es leider nicht so gut funktioniert mit der Kultivierung, weder auf Stroh oder Holzsubstraten noch auf Baumwoll-Einstreu. Körnerbrut und besiedelte Schüttsubstrate waren weniger das Problem, aber die Fruchtung wollte einfach nicht einsetzen. Der Pilz ist wohl etwas anspruchsvoller als Seitlinge, Klapperschwämme oder Shiitake.

    Viele Grüße, Sparassis

    Hallo Oliver,

    nach meinen Erfahrungen bin ich zu folgenden Kriterien gekommen:


    Zeichen für gute Qualität: Alle Körner sind mit Myzel besiedelt, Geruch angenehm pilzig, die Brut ist locker und lässt sich aufschütteln, keine feuchten oder verfärbten Stellen, das Pilzgeflecht ist reinweiß. Nach Beimpfen von Substrat/Reinkultur/Flüssigkulturen etc. erfolgt Einwachsen in neues Kulturmedium schon nach wenigen Tagen; wattiges, weißes Pilzgeflecht bildet sich.


    Zeichen für mangelhafte Qualität: Körner sind zu einer festen Masse verbacken, schmierige, klebrige Konsistenz, unangenehm säuerlicher / vergorener Geruch, dunklere Stellen, feuchte Stellen, Körner ohne erkennbaren Pilzbewuchs vorhanden, Pilzmyzel sondert gelbliche/bräunliche Tröpfchen ab. Einwachsen in neues Kulturmedium nur zögerlich.


    Viele Grüße, Sparassis

    Hallo Waldzwerg,

    für mich sieht das sehr nach dem Buchenschleimrübling aus. Bei zukünftigen Bestimmungsanfragen bitte Bilder von mehreren Perspektiven hochladen (Hutunterseite/Lamellen, Stiel, Stielbasis, idealerweise auch Querschnitt), denn die wenigsten Pilze kann man von oben sicher bestimmen.

    Viele Grüße, Sparassis

    Guten Abend Barolo,

    dunkelbrauner, samtiger Hut, rote Poren, stark blauendes Fleisch, Stiel mit roter Flockenzeichnung - richtig erkannt, das sind Flockenstielige Hexenröhrlinge. Wie üblich gilt natürlich: Keine Freigabe zum Verzehr über das Internet.

    Viele Grüße, Sparassis

    Das ist ein Champignon, vielleicht etwas aus der Verwandtschaft des Schafchampignons (wegen des zahnradartigen Rings). Im Querschnitt sieht man die Lamellen. Und nein, Riesenboviste haben niemals einen Stiel.


    Viele Grüße, Sparassis.

    Guten Tag,

    je älter die Glucke, desto größer werden ihre "Blätter". Junge Krause Glucken sind sehr kompakt, ältere hingegen lockerer und mit mehr leerem Raum im Fruchtkörper aufgebaut. Meines Erachtens sind alle gezeigten Pilze die Krause Glucke, die Exemplare auf den ersten Bildern sind allerdings schon ziemlich überständig.

    Viele Grüße, Sparassis

    Hallo Benjamin,

    ich esse den Violetten Rötelritterlinge sehr gerne. Was die Zubereitung betrifft, muss ich Ingo rechtgeben - Speck, Zwiebeln und Butter passen sehr gut zu dem Pilz, einfach nur angebraten schmeckt er leider nicht wirklich gut. Am besten ist der Rötelritterling meiner Meinung nach als Pilz - Quiche. Mein Rezept dafür habe ich einmal auf Youtube hochgeladen, vielleicht hilft dir das weiter. Viloetter Rötelritterling - Pilz - Quiche

    Viele Grüße, Sparassis

    Hallo Flo,

    ich habe vor etwa 10 Jahren ein großes Sklerotium von P. tuberaster (etwa 10kg) in einem Blumentopf eingegraben und den im Garten aufgstellt. Gegossen wurde überhaupt nicht. Bis 2021 hat der "Pilzstein" regelmäßig neue Fruchtkörper hervorgebracht, meist 2-4 mal pro Jahr jeweils etwa 3-5 Pilze. In diesem Jahr hat sich aber zum ersten Mal noch nichts getan.

    Viele Grüße, Sebastian

    Hallo Martin,

    aus der Pilzzucht weiß ich, dass der Austernseitling unter bestimmten Bedingungen (hohe Luftfeuchtigkeit, viel CO2 und wenig Licht) auf den Fruchtkörpern neue Fruchtungsansätze ausbilden kann. Die Wuchsanomalien auf dem Hut sehen für mich sehr ähnlich aus. Ich vermute einmal, dass das Primordien des Austernseitlings sind.

    Viele Grüße, Sparassis

    Die Temperatur ist völlig in Ordnung, meine Austern fruchten auch noch bei 20°C hervorragend. Und wenn die Pilze auf der Fertigkultur gut gewachsen sind, scheint der Standort schon einmal geeignet. Nach 6 Tagen ist es nicht ungewöhnlich, dass noch keine Pilze gewachsen sind. Das kann auch bei guten Bedingungen bis zu 2 Wochen dauern. Sprühst du die Kulturen regelmäßig (mindestens zweimal täglich) mit frischem Wasser ein? Austrocknen sollte die Substratoberfläche nämlich auf keinen Fall.

    Die Substratmischung ist für Champignons nicht geeignet (die brauchen ein Substrat mit etwa 85% Pferde- und 15% Hühnermist, das anschließend fermentiert wird). Und auch der Shiitake dürfte sich darauf schwertun, da er Kaffeesatz und Stroh nicht verwerten kann und normalerweise auf einer Mischung aus Buchenholz und Kleie kultiviert wird. Grundsätzlich sehe ich mit deinem Substrat nur bei Austernpilz und Kräuterseitling gute Erfolgsaussichten.


    Kalk und Gips sind kein Problem, ein Anteil von 1% am Substratgewicht ist in Ordnung. Auch die Sterilisation sollte funktioniert haben. Die Temperatur zum Durchwachsen ist eigentlich ideal.


    Das Beimpfen mit altem Substrat bringt immer Kontaminationen in die neue Kultur ein, während das eigentliche Pilzmyzel bereits geschwächt ist. Grundsätzlich kann man damit Erfolg haben, aber auf Kaffeesatz und Kleie sollte man verzichten und sich stattdessen auf Substrate aus Holz und Stroh beschränken, die weniger kontaminationsanfällig sind. Frische Körnerbrut ist auf jeden Fall die bessere Wahl.


    Der Austernpilz ist bekannt für sein schnelles, kräftiges Wachstum und seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Kontaminationen, daher ist es nicht weiter ungewöhnlich, dass er besser wächst als der empfindlichere Kräuterseitling.

    Hallo Boletaceae,

    für mich sieht das entweder nach CO2-Überschuss oder Lichtmangel aus. Also für eine bessere Belüftung sorgen und an einem helleren Ort aufstellen. Die Temperatur sollte kein Problem sein.


    Viele Grüße, Sparassis

    Das sieht für mich nach einer Kontamination aus, wahrscheinlich eine Hefe. Gesundes Austernmyzel ist das nicht, und auch, dass der Pilz schon auf der Suche nach neuer Nahrung an den Wänden des Beutels entlanggewachsen ist, obwohl das (Getreide?-)Substrat zum Großteil nicht besiedelt ist, deutet darauf hin, dass dort noch etwas anderes wächst.

    Trauerfliegen wird man nur schwierig wieder los, zuverlässig hilft da nur das Entsorgen aller befallenen Substrate (und dann einige Monate lang die Pilzzucht pausieren). Wenn der Befall nicht zu stark ist, können die Pilze aber normal wachsen und fruchten, und die Champignons kann man natürlich auch essen. Normalerweise ernähren sich die Larven der Trauerfliege vom Pilzmyzel, der Ertrag könnte also etwas geschmälert sein. Die Maden können auch in den Pilzfruchtkörper wandern und dort die typischen Fraßgänge hinterlassen, die man normalerweise von selbstgesammelten Pilzen aus dem Wald kennt. Wenn die Fliegen erst während der beginnenden Fruchtungsphase auf der Kultur erschienen sind, sollte zumindest die erste Erntewelle sollte kein Problem sein.

    Körnerbrut kann beim Austernpilz auch direkt fruchten, meines Wissens sogar mit gutem Ertrag. Aber ist es wirklich zu viel zum Weiterverarbeiten? Gerade bei unsterilen Substraten braucht man ziemlich große Mengen davon. Strohpellets und (Buchen-)Räuchermehl sind dafür ein guter Anfangspunkt - einfach mit der 1,5-fachen Masse an kochendem Wasser übergießen, abkühlen lassen und mit 20 Massenprozent Pilzbrut beimpfen. Und das Hochskalieren ist dabei auch ziemlich einfach. In Eimern, Plastikkisten oder Schlauchfolie sind problemlos 10kg+ an Pilzsubstrat pro Kultur möglich.

    Ein schönes Ergebnis, gerade für den ersten Versuch. Jetzt die Kultur ein paar Tage lang ruhen lassen, dann für 5-6 Stunden wässern und erneut zur Fruchtung aufstellen, wahrscheinlich lassen sich noch 1-2 weitere Erntewellen aus dem Substratblock herausholen.