Beiträge von Sparassis

    Der Austernseitling ist eine recht unempfindliche Art mit kräftigem Mycelwachstum, wirklich steril wie bei einigen anderen Arten muss man nicht arbeiten. Laubholzspäne funktionieren als Substrat sehr gut, ebenso geeignet sind Strohpellets, Einstreu ist meist Nadelholz und dürfte weniger Ertrag bilden. Der Kaffeesatz ist sehr nährstoffreich und trotz Erhitzen auf 100°C hat bei mir bisher früher oder später immer der Schimmel gewonnen. Also am besten mit etwa 20% frischer Körnerbrut beimpfen, dann dürfte der Pilz schnell genug sein.


    Obwohl Sterilisation nicht nötig ist, würde ich das Substrat dennoch mit kochendem Wasset herstellen und anschließend möglichst sauber arbeiten, um möglichst wenige Schimmel, Hefen oder Bakterien ins Substrat einzubringen. Anders sieht es hingegen aus, wenn man Körnerbrut odet Reinkulturen auf Agar herstellen möchte. Bei so nahrhaften Substraten muss man sterilisieren, andernfalls wird man allenfalls selten durch Zufall gute Ergebnisse erhalten. Beim Holz hat der Pilz wenig Konkurrenz, da dieses gegen die meisten Mikroorganismen sehr beständig ist.


    Das Vermehren von aufgebrauchtem Substrat ist möglich, bei meinen zwei Versuchen mit Strohpellets hat aber beide Male ein grüner Schimmel gewonnen. Das Problem besteht vermutlich darin, dass das alte Mycel nach mehrmaliger Fruchtung sowie Verbrauchen des Substrats nicht mehr allzu vital sein dürfte.


    Gerade der Austernseitling ist was seine Nahrung betrifft nicht sehr wählerisch und wächst auch gerne auf Pappe oder Toilettenpapier, was er aus einem Filztopf macht, weiß ich nicht, aber ich möchte nicht ausschließen, dass er auch den verdaut.

    Das sind gilbende Champignons, vielleicht Schafchampignons. Sie müssten nach Anis oder Bittermandel riechen. Essbar wären die, aber das ist keine Verzehrsfreigabe. Wenn sie eher chemisch riechen, könnten es giftige Karbolegerlinge sein, was ich aber nicht annehme, da die Stielbasis nicht gilbt und der kräftige Habitus auch eher zum Schafchampignon passt. .

    Das sieht nach einem Riesenporling aus. Gefährlich ist der nicht, jung sogar essbar. Das Entfernen des Fruchtkörpers ist zwar möglich, aber hilft nicht weiter, das Pilzgeflecht überlebt und zersetzt weiter was auch immer es im Keller als Nahrungsquelle gefunden hat. Der Pilz wird wiederkommen, so lange er noch ausreichend Nahrung (vermutlich die Holzbretter des Regals) und Feuchtigkeit findet. Letzteres sollte auch der Ansatz für die Bekämpfung sein. Ich habe noch nie gesehen, dass dieser Pilz im Keller wächst, normalerweise findet man ihn auf Totholz. Ist der Keller trocken, wachsen auch keine Pilze mehr.

    Von der Abbildung her wäre ich hier bei A. phalloides. Der muss nicht immer deutlich grün sein, die Hutfärbung kann sehr stark variieren. Und die Riefung des Rings bei fehlender Hutriefung spräche dafür. Die Knolle ist ohne die hautigen Velumreste untypsch, aber das gilt auch für A. gemmata. (Oder sind die beim Entnehmen im Boden zurückgeblieben?)

    Gleichzeitig stellt sich die Frage, inwiefern dasselbe Individuum Pilz sich möglicherweise aufteilen könnte und an mehreren von einander entfernten Stellen existieren kann. So wie man von einem Baum Ableger zieht.


    In der Pilzzucht ist das eine gängige Vermehrungsmethode, man spricht zwar nicht vom Ableger, sondern vom Klon, aber die Bedeutung ist die selbe. In der Theorie muss man nur ein kleines Stück Pilzmycel entnehmen und auf einen geeigneten Nährboden platzieren. Daraus wächst ein neues Mycel heran und schon wächst ein genetisch identischer Pilz an verschiedenen Orten. Es funktioniert sogar mit einem Stück Fruchtkörper, da der aus Hyphenfäden besteht, die durchaus unter geeigneten Bedingungen wieder zu einem kräftigen Mycel heranwachsen können. Praktisch wird das in der Natur allerdings sehr selten vorkommen, denn das Verfahren funktioniert nur unter Reinraum-Bedingungen und mit sterilisierten Substrat (meist zuerst sterile Agar-Nährböden, danach steriles Getreide und erst dann bspw. Holz für holzbewohnende Pilze) zuverlässig.

    Gestern habe ich neben unzähligen mit Stockschwämmchen, Grünblättrigen, Rauchblättrigen und Ziegelroten Schwefelköpfen bewachsenen Baumstämmen auch diese Pilze an vier Laubholzstümpfen gefunden und sie als Weißstieliges Stockschwämmchen bestimmt. Liege ich richtig mit dieser Vermutung oder habe ich doch eine andere Art gefunden?

    Sparassis


    Meine Bestimmungsvorschläge:


    1. Gelber Knollenblätterpilz

    2. Flaschenstäubling und Beutelstäubling

    3. Grünblättriger Schwefelkopf

    4. Kahler Krempling (oder wuchsen die bei Erlen?)

    5. Birkenporling

    6. ein Dachpilz

    7. Rotfußröhrling

    Ein Champignon ist es auf jeden Fall. Die Lamellen gehen gerade vom Rosafarbenen ins Braune über, Schmutz sehe ich nicht. Riecht der Pilz nach Anis oder Bittermandel? Ich vermute hier etwas in Richtung Schiefknolliger oder Dünnfleischiget Anisegerling. Habitus und Standort würden passen. Aber Champignons sind eine schwierige Gattung.

    Ich wasche normalerweise keine Pilze, insbesondere bei Röhrlingen. De Krause Glucke ist meine einzige Ausnahme - irgendwie muss man den halben Waldboden ja aus dem Pilz entfernen, bevor er in die Pfanne kommt. Wenn sie nicht ungewöhnlich sauber ist, reinige ich sie unter fließendem Wasser. Auch nach dem Waschen bleibt sie ein hervorragender Speisepilz.

    Ja, das sind Glucken. Ich esse sie meistens in einer Sahnesauce mit Bandnudeln oder auch asiatisch zubereitet. Auf jeden Fall ein sehr guter Speisepilz, und diese beiden Exemplare sehen auch sehr sauber aus (der Pilz nimmt gerne beim Wachsen Nadeln, Äste, Erde und Sonstiges in seine Fruchtkörper auf und ist dadurch meistens schwierig zu putzen). Zum Trocknen kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen, Einfrieren (roh) hat bei mir bisher ausgezeichnet funktioniert.

    Ja, die wird es wohl sein. Die Ziegenlippe hatte ich zuerst auch vermutet, mich hat nur das kräftige und schnelle Bläuen irritiert. Das ist mir bei meinen bisherigen Ziegenlippenfunden noch nicht aufgefallen.

    Diese Pilze habe ich heute beim Sammeln im Laubwald auf Kalk gefunden. An den Poren auf Druck deutlich bläuend, im Schnittbild hingegen nicht. Geruch wie beim Rotfußröhrling.


    Weiß jemand, worum es sich hierbei handeln könnte?


    Sparassis