Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Dieter,


    die Beschreibung von Gmelin ist ja aus dem Jahr 1792 - und er bezieht sich auf Persoon. Insofern müsste es also etwas von Persoon geben, das vor 1792 veröffentlicht wurde. Das kann keins seiner großen, bekannten Werke sein.

    Da Persoon (1801) auf Hoffmanns Flora Germanica verweist, die wiederum vor 1792 publiziert wurde, wäre es möglich, dass er dort etwas über Pilze beigetragen hat, was aber nur Spekulation ist. Persoon wird ja wohl kaum wegen des Wirtes auf diese Flora verweisen. Ich habe aber eben auch keine Online-Quelle gefunden (bis auf das Taschenbuch von 1791, wobei ich kaum glaube, dass das "die" Flora Germanica sein soll).


    Ich hab noch eben im Index Fungorum nachgesehen - und dort ist es völlig seltsam. Hier wird wie folgt zitiert:



    Aecidium rubellum var. rumicis wird als Pers. 1792 angegeben - das ist sehr schräg, zumal das das Publikationsjahr von Gmelin ist. Bei Aecidum rubellum heißt es Pers. ex Gmelin, bei Aecidium rubellum var. rubellum, was ein autorenlosesd Autonym ist, wird hingegen Gmelin allein und ohne Pers. ex genannt. Das verstehe, wer wolle. Aecidium rubellum var. grossulariae wiederum wird auch Gmelin allein zugesprochen.


    Da ist der Wurm drin.


    Also bleibt es dabei - man müsste die Publikation von Persoon finden, die vor 1792 die Gattung Aecidium behandelt und Aecidium rubellum beschreibt / erwähnt oder wie auch immer abhandelt.


    Was sagen denn die einschlägigen Monographien? Ich kenne mich mit den Phytos ja nicht wirklich aus :ghilfe::glol:


    LG

    Christoph

    P.S.: Hoffmanns Flora kann man hier lesen: MDZ-Reader | Band | Deutschlands Flora oder botanisches Taschenbuch ... / Hoffmann, Georg Franz | Deutschlands Flora oder botanisches Taschenbuch ... / Hoffmann, Georg Franz

    Sie ist von 1791 - wäre also vor Gmelin (der Gmelin ist auch frei lesbar, aber den hast du sicher schon gefunden). Ich weiß aber nicht, ob das Taschenbuch, das ja einen deutschen Titel hat und die Flora germanica das gleiche sind (ich denke aber, dass dem nicht so ist).

    Da Persoon eigentlich erst ab 1795 seine observatonies mycologicae herausgegeben hat, frage ich mich immer noch, woher das Pers. ex stammen soll. Oder er hat in Hofmanns Flora einen Beitrag zu den Pilzen geliefert (aber da finde ich auch nichts digitales).


    Schwierig...


    LG

    Christoph

    Servus Dieter,


    du bist hier bei Persoon (1801) - er bezieht sich auf Gmelin, da die Synopsis... später erschien. Es muss von Persoon eine Beschreibung aus dem 18. Jahrhundert vor Gmelin geben, da sich Gmelin auf ihn bezieht. Hier hat Persoon nur die var. rumicis auf Artebene kombiniert zu Aecidium rumicis und er gibt dabei das Basionym Aecidium rubellum var. rumicis an (und hier nur mit Gmelin als Autor).


    Du hast hier also nur die spätere Umkombinierung zu Aecidium rumicis (Gmelin) Persoon 1801 - was aber nahe legt, dass Persoon nicht selbst ein Aecidium rubellum var. rumicis beschrieb (denn sonst hätte er auf seine eigene Publikation als Basionym verwiesen). Damit wäre der Eintrag als Aecidium rubellum var. rumicis Pers. ex Gmelin, wie ihn Mycobank angibt, etwas schräg.


    Klarheit bekommt man nur über Persoons Publikation, in der er als erster Aecidium rubellum beschrieb.


    LG

    Christoph

    Servus Thorben und Stefan,


    ich habe heute ebenfalls eine Diplodia (=Sphaeropsis) an Kiefernzapfen aufgesammelt. Waren bei euch die Konidienwände völlig glatt? Es wurde mit Diplodia scrobiculata ja eine zweite Art beschrieben, die sich durch sehr fein löchrige Konidienwände unterscheidet - also statt Warzen das Gegenteil. Die Konidien werden aber als mausgrau beschrieben: 440-2003-de-wet-burgess-slippers-preisig-wingfield-wingfield-mycol-res-0001.pdf

    Ich habe die "typischen" reif rotbraunen und bis 2-fach septierten Kondien mit den Maßen 30-39-45 x 13,5-16-19 µm, aber ich kann schwer entscheiden, ob die Wände wirklich glatt sind. Sie erscheinen mit eher fein löchrig, zumal ich manchmal, wenn ich die Wand seitlich scharf stelle, also in der Sporenmitte, was die Schärfeebene angeht, meine, sehr feine, ganodermasporenartige Röhren erkennen zu können. Die Originalbeschreibung ist allerings, was die Morphologie angeht, recht dürftig, finde ich und meine Konidienmaße streuen viel stärker als dort angegeben. Sie sind auch etwas schmäler. Ich würde daher eher bei Diplodia sapinea bleiben, aber als cf. oder s.l.

    Falls die Konidien eurer Kollektionen wirklich völlig glatt waren, dann wäre es vielleicht nötig, dass ich meinen Fund mal sequenzieren lasse. Wäre super, wenn ihr in euren Aufzeichnungen nachsehen würdest (falls ihr so genau auf die Oberfläche der Konidien geachtet habt).


    LG

    Christoph

    Hallo zusammen,


    in der MycoBank steht, dass Aecidium rubellum ein Synonym für Aecidium rubellum var. rumicis ist. (Aecidium rubellum)

    Geht das, dass eine Art nur in einer Variation gültig beschrieben ist? (mal abgesehen davon, dass A. rubellum laut Index Fungorum ein Synonym von Puccinia phragmitis sein soll)

    Servus Dieter,


    hier ist der Fall etwas kompliziert. Zunächst empfehle ich, nicht von Variation zu reden, sondern von einer Varietät (Variation ist die Abwandlung einer Sache, eines Musikstücks, eines Themas, Varietät hingegen ist eine taxonomische Rangstufe (klingt kleinkariert, hilft aber, Varietäten nicht zu sehr unterzubewerten).


    Was heterotypische Synonyme angeht, sind weder Mycobank noch Index Fungorum eine aussagekräftige Quelle.


    Hier muss man sich allerdings die Originaldiagnose anschauen. Normalerweise wird eine Art beschrieben. Wird dann eine Varietät beschrieben, so entsteht dadurch automatisch eine zum Epitheton autonyme Varietät. Hätte Gmelin also ein Aecidium rubellum beschrieben und dann später eine var. rumicis, so wäre dadurch automatisch auch eine var. rubellum entstanden. Beide Varietäten hätten dann unterschiedliche Typen. Ob sie Synonym sind oder nicht, muss man dann halt an den Typen entscheiden.


    Hier ist der Fall anders. Gmelin hat ja im 18. Jahrhundert publiziert - da gab es noch keinen Code. Er hat Aecidium rubellum direkt mit zwei Varietäten beschrieben (alpha und beta standen als Symbole für Varietäten bzw, man hat dies nachträglich festgelegt):




    Aecidium rubellum var. rumicis und Aecidium rubellum var. grossulariae. Er hat aber keine Beschreibung von Aecidium rubellum s.str. publiziert. Kurz gesagt: eine der beiden Varietäten ist somit Aecidium rubellum s.str., wenn Gemlin der Erstautor ist/wäre.


    Insofern hätte Mycobank recht und Aecidium rubellum var. rumicis ist das, was Gmelin als erstes beschrieben hat. Aecidium rubellum var. rubellum wäre der korrekte Name oder eben Aecidium rumicis, aber so hat es Gmelin nicht beschrieben.


    Ich bin ein bisserl aus der Nomenklatur raus und habe mich in den aktuellen Code noch nicht tief eingearbeitet. Solche Fälle sind nur historische Fälle. Hier spielt aber noch mit, dass sich Gmelin auf Persoon bezieht! Sollte Persoon Aecidium rubellum bereits gültig beschrieben haben, so hätte Gmelin hier nur zwei weitere Varietäten beschrieben. Dann wäre Aecidium rubellum var. rumicis ein eigenständiger Name und durch dessen Beschreibung wäre das Autonym Aecidium rubellum Persoon var. rubellum entstanden. Dann hat Mycobank natürlich nicht unbedingt recht, es sei denn, Persoon hat eben als Aecidium rubellum die Sippe an Rumex beschrieben. Dennoch wären die Namen nicht auf dem gleichen Typus basierend und man müsste prüfen, was Persoon und Gmelin jeweils meinten. Persoon hat aber wohl auch Aecidium rubellum var. rumicis beschrieben (laut Mycobank, aber ungültig).

    Mycobank gibt aber die Quelle von Persoons (ungültiger?) Beschreibung nicht an, weshalb ich dort nicht nachschauen konnte. Den Gmelin anzusehen war ja einfach, da die Quelle angegeben ist. Den Persoon müsste ich erst suchen... Daher kann ich die Frage nicht komplett beantworten.


    Da die Gruppe gut bearbeitet ist, würde ich in einer Monographie nachsehen, in der das diskutiert wurde. Rein formell wurden wohl drei Varietäten beschrieben - Aecidium rubellum Persoon (ex Gmelin?) (var. rubellum), Aecidium rubellum var. rumicis Pers. ex? Gmelin und Aecidium rubellum var. grossulariae Gmelin. Witzigerweise zitiert Mycobank Aecidium rubellum var. rubellum nur als ? beim Autor ohne Nennung von Persoon. Vermutlich hat also auch Persoon keine Aecidium rubellum var. rubellum beschrieben. Wenn du weißt, in welchem Werk Persoon das Aeicium beschrieb, kann ich vielleicht sogar den Fall lösen (aber wie gesagt: ich würde an deiner Stelle in einer Monographie nachsehen).


    Ich hoffe, das hilft ein Bisserl. Vertraue Mycobank bei homotypischen Synonymen, bei heterotypischen vertraue den Monographien.


    LG

    Christoph

    Servus Thorben,


    Endogone ist ein Ektomykorrhizapilz, hätte also weder mit dem Moos noch mit dem Asterl was zu tun. Zudem fehlen jegliche sexuellen Strukturen. Zygomzeten sind ferner nicht oder nur sehr wenig septiert. Ich vermute eher, dass du hier Sklerotien gefunden hast.


    LG

    Christoph

    Servus romana,


    ich wüsste nicht, warum Forelle nicht geht. Ideal ist Fisch, der viel Fleisch und wenige bzw. starke, große Gräten hat, sodass man Fleischstücke herausschneiden kann, die grätenfrei sind.


    Den Saft, in den du die Fischstücke einlegst, kann man sehr leicht selber machen: Zitronen oder Limetten (je nach Geschmack) auspressen, klein gehackte Chilis dazu (so macht man es in Peru), etwas Salz und rein mit dem Fisch in den "Sud". Dazu kommen dann klein gehackte Zwiebeln und Kräuter - ich nehme gerne frischen Koriander, der passt wunderbar zum Limettensaft - Bärlauch ist aber eben eine sehr interessante Alternative.


    Du findest im Netz zig Ceviche-Rezepte (du kannst auch unter Cebiche suchen - so wird es in Lateinamerika normalerweise geschrieben, jedenfalls wurde es in Peru so geschrieben, als ich dort war).


    Guten Appetit!


    LG

    Christoph

    Servus romana,


    Ceviche ist roher Fisch (also Fleischstücke), der in Zitronensaft gelegt wird und dessen Eiweiß dadurch ausfällt - gegessen wird es entsprechend kalt, natürlich verfeinert durch Kräuter, Gewürze etc. Der Fisch sieht dann so aus, als wäre er gekocht worden. Ceviche wird beispielsweise in Peru an der Küste als Spezialität gegessen (ich habe in Peru sehr viel Ceviche gegessen und es genossen).


    LG

    Christoph

    Servus Tannenzäpfle und Nobi,


    ich liebe Bärlauch und ich liiiiiiiiiieeeeebe Ceviche! Jetzt hab ich Hunger! (muss ich mal probieren)

    Bei und gibt es noch keinen Bärlauch - noch ist die Landschaft eher weiß als grün und wir haben nachts bittere Fröste. Aber irgendwann ist auch hier Frühling... (ich hoffe es).


    Ich zelebriere frischen Bärlauch am liebsten an Bandnudeln mit Morcheln in Weißweinsauce - also viel Morcheln, viel Bärlauch und Weißwein... yummy


    LG

    Christoph

    Servus Ralf und Ralph (witziger Zufall),


    wunderbar - ich will nur nicht zu sehr vom Ausgangsthread ablenken und durch zu extremes Spezialwissen "abschrecken" oder zu komplexe Inhalte posten, die viele langweilen würden. Es freut mich, dass solche Zusatzinfos auf Interesse stoßen - dann werde ich, da, wo ich mich ein bisserl auskenne - gerne immer wieder solche Zusatzinfos beisteuern. Ich lese viel Fachliteratur und versuche so, breit gestreut auf einem relativ aktuellen Stand zu bleiben - über Pilzbestimmung / Taxonomie hinausgehend. (Drum lese ich auch hier im Dungpilzforum immer mit, auch wenn ich mangels Wissens / Erfahrung mit diesen Pilzen meist nichts beitragen kann und es nicht mein Fachgebiet ist - ich versuche aber, passiv das Wissen halbwegs zu speicher - wer weiß, wann ich selbst mal einen Dungpilz bestimmen will/muss/soll/möchte...).


    Solche Spezialforen, die von Spezialisten aktiv genutzt werden, finde ich wichtig und wirklich toll. Daher hier, auch wenn es off topic ist: Cooles Unterforum! ==Gnolm8

    LG

    Christoph

    kann es sein das dass vorletztes jahr in st. osswald war? An den kann ich mich noch erinnern sah wirklich merkwürdig aus so n richtiges zwischending. Fand den schon ziemlich verwirrend.

    Servus Stefan,


    stimmt, genau den meine ich - wir hatten da in St. Oswald ja keinen eindeutigen makroskopischen Schluss ziehen können. Gut, dass es Mikroskope gibt und bei Tagungen einige diese Geräte dabei haben ;-). Ich war damals auch recht verwirrt, wie ich zugeben muss.


    Zitat

    Aber dass ihr exceslsa in mehrere Arten unterscheiden wollt find ich zwar interessant aber muss man wirklich alles auseinander nehmen nur weil es winzig kleine Unterschiede in Wuchs und Farbgebung gibt in diesem Fall auch die weniger geriefte Manschette. Wir Menschen gehören auch zu einer Art obwohl es bei uns deutliche Farbunterschiede und sehr verschiedenen Habitus gibt.


    Wer sagt denn, dass ich mehrere Arten unterscheiden will? Ich sehe es erstmal wertneutral - kann ich anhand von konstant auftretenden Merkmalen Unterschiede festmachen - ja oder nein? Falls ja, dann ist die Frage, auf welcher Rangstufe das nun zu einer Einteilung führen soll.


    Es gibt Arten, die man makroskopisch gar nicht unterscheiden kann, dafür mikroskopisch. Es gibt Arten, die man vermutlich nicht mikroskopisch unterscheiden kann, dafür aber makroskopisch. Es gibt Arten, die wir Menschen im Moment noch weder makroskopisch noch mikroskopisch unterscheiden können. Andere Arten sind wiederum so variabel (wie der Mensch), dass man meint, man könne makroskopisch Unterschiede festmachen. Primär ist wichtig, dass man ein Artkonzept anwendet, das greifbar ist.


    Pablo erwähnt das genetische Artkonzept - das wäre ein Beispiel. Nimmt man das und stellt dann fest, dass man mehr als eine Art hat, dann fängt man an, Merkmale zu suchen, die das genetische Ergebnis unterstützen.

    Warum darf man nicht andersherum vorgehen? Man sucht nach Merkmalen, mit denen man Populationen unterscheiden kann und prüft dann, ob es über z.B. das genetische Artkonzept bestätigt wird. Oder über das evolutiv-ökologische Artkonzept. Oder über das biologische Artkonzept.


    So klingt es nach Denk- bzw. Forschungsverbot. Weil man nicht trennen soll, darf man nicht genau beobachten. Oder umgekehrt: wer Pilze nur oberflächlich anschaut, wird gar nicht erst auf die Idee kommen, Arten abzutrennen. Also lasst uns alle oberflächlich arbeiten? (Das soll kein Vorwurf dir gegenüber sein, sondern nur die Logikkette darstellen, die man aus dem Totschlagargument, dass der Mensch variabel ist, ableiten könnte.


    Im Moment werden die beiden extremen Ausprägungen des Grauen Wulstlings halt auf Varietätsebene getrennt. Das ist das gleiche wie Trennung auf Artebene, nur eben anders gewichtet - auf einer anderen Rangstufe. Das Grundproblem ist halt, dass der Artbegriff nicht eindeutig definierbar ist.


    Ich finde es spannend, auch bei häufigen, bekannten Arten genauer hinzuschauen. Und dann fallen Unterschiede eben auf. Das muss aber nicht automatisch zu Arttrennungen führen.


    LG

    Christoph

    Servus beinand,


    ich weiß nicht, ob das jemanden interessiert (falls sowas zu speziell ist, einfach sagen, dann lasse ich solche Beiträge natürlich), aber die Ökologie von Chaetomium elatum ist m.E. wirklich interessant. Und da gebe ich Nobi völlig recht - C. elatum ist kein Dungpilz.


    Von Natur aus ist C. elatum ein gar nicht so unwichtiger Pilz der Rhizosphäre - er "befällt" kommensalisch in Wurzelsysteme und kooperiert da offenbar mit VAM-Pilzen (Glomeromycota) - siehe z.B. Chaetomium elatum (Kunze: Chaetomiaceae) as a root-colonizing fungus in avocado: is it a mutualist, cheater, commensalistic associate, or pathogen? - PubMed - NCBI.


    C. elatum zeigt hier aber für die Pflanze nützliche Nebeneffekte, indem er manche Pathogene abwehrt. Das geht sogar so weit, dass C. elatum ein Antagonist von wirtschaftlich bedeutsamen Parasiten wie Pyricularia oryzae an Reis ist. Hier wurde ausgiebig geforscht - siehe z.B. aricultural 12no7.1 (1439-1450) 2.pdf (frei lesbar als pdf).


    Kurz gesagt - C. elatum besiedelt lebende Pflanzen, lebt kommensalisch in ihnen (und nicht nur in den Wurzeln) und hat dafür den Vorteil, nach dem Absterben der Pflanze auch noch die Zellulose derselben fressen zu können, denn wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Bis dahin lebt er friedlich und nimmt der Pflanze nur wenig Assimilate, schadet ihr also nicht. C. elatum ist also ein Bodenpilz, der mit Pflanzenwurzeln interagiert, hier die Pflanzen besiedelt und sie dann hegt, pflegt, beschützt, um viel später einen Leichenschmaus zu haben.


    Dung hingegen mag C. elatum eigentlich nicht - auch wenn dort ebenfalls Zellulose vorhanden ist (bei Herbivoren). Das ist aber untypisch - ich vermute, dass ihm die Darmpassage nicht behagt - denn sonst würde man ihn ja öfter finden, da er ja in diversen Pflanzen vorkommt. Geforscht wird halt meist mit Nutzpflanzen wie bei den von mir zitierten Studien an Avocado und Reis.


    Interessantes und zudem hübsches Pilzchen - tolle Fotos!


    LG

    Christoph

    Servus beinand,


    so, jetzt will / möchte / muss ich auch mal ein Lob aussprechen - die Nutzungsbedingungen wurden angepasst und sind jetzt m.E. so verfasst, dass man explizit die Urheberrechte an Inhalten behält, der Website hier nur das Recht einräumt, die Inhalte z.B. dauerhaft anzuzeigen. ==Gnolm8 Ergibt m.E. so auch mehr Sinn und wirkt nicht mehr abschreckend. Und die Umstellung erfolgte noch dazu sehr zeitnah, obwohl andere Dinge im Moment sicherlich dringender sind.

    Wollte ich nur mal zum Ausdruck bringen ==Gnolm13


    LG

    Christoph

    Auch in Bezug auf Amanita rubescens. Da ist die morphologische Varianz auch sehr beachtlich. Von kompakt und stattlich bis dünn und lang.

    Servus Rotfüßchen,


    beim Perlpilz geht es mir primär um die var. annulosulfurea, die nicht nur den gelben Ring besitzt, sondern auch weitere, meiner Meinung nach konstante Merkmale aufweist.


    Servus Pablo,


    was die Genetik angeht, wird einiges durchgeackert, insbesondere in Asien. Ein Problem ist (wie so oft) die Bestimmungssicherheit der untersuchten Proben. Jedenfalls ist z.B. A. rubescens s.l. recht heterogen - siehe z.B. hier: Taxonomic Study of Amanita Subgenus Lepidella and Three Unrecorded Amanita Species in Korea


    Von Amanita excelsa werden nicht soviele Sequenzen verwendet, wie mir scheint - siehe z.B. auch hier: 17-13.pdf


    LG

    Christoph

    Servus Pablo,


    taxonomisch ohne Relevanz? Wie kommst du darauf? Im Gegenteil ;-). Nebenbei bemerkt teile ich deine Beobachtung, weshalb ich auch nur den deutschen NBamen "Grauer Wulstling" verwendet habe, um mich da nicht festzulegen. Dieses dünne Velum partiale ist recht typisch für den grazilen, langstieligen Grauen (Amanita excelsa s.str.).


    Wer weiß, ob die nicht doch irgendwann wieder getrennt werden... Der Perlpilz ist ja wohl auch mal dran, wieder auseinander dividiert zu werden. Abwarten ;)


    LG

    Christoph

    Servus Holger,


    es ist sogar eine m.E. typische Macrolepiota mastoidea s.str., also im engen Sinn. Auf dem Foto, das du am 27.12.2016 gepostet hattest, sieht man sehr schön, wie die obere HDS-Schicht sehr fein körnelig zerfällt: Best of Saarland 2016 - Pilze Allgemein - Pilzforum.eu - das ist absolut typisch. Ein Bilderbuchexemplar.


    Durch die Interpretationen in Pilze der Schweiz und Pilze Baden-Württembergs gab es viel Verwirrung innerhalb der Gattung Macrolepiota. Da wurde ein bisserl was hin und her verwechselt bzw. anders interpretiert, als sich allgemein durchgesetzt hat. So ist z.B. Macrolepiota excoriata s. Breitenbach & Kränzlin eine Macrolepiota konradii (also auch aus dem mastoidea-Komplex).


    (Nur als Zusatzinfo, es ist ja alles schon geklärt)


    LG

    Christoph

    Servus Rotfüßchen,


    wir hatten mal bei einer BMG-Tagung einen Grauen Wulstling, der eine fast glatte Manschette hatte und dem deinen recht ähnlich sah. Da wurde auch hin und her diskutiert, zumal auch der Pantherpilz eine geriefte Manschette haben kann (Amanita pantherina var. abietinum - der ist dann manchmal auch nicht oder kaum gerieft, bildet aber große, stattliche Fruchtkörper). Damals wurde dann nachmikroskopiert und es war doch der Graue Wulstling.


    Die Knollenform und die fehlende Abrisskante des Velum universale sprechen stark pro Grauem Wulstlig. Ich stimme daher den Vorschreibern zu und sage ebenfalls Grauer Wulstling (ich würde so einen Grauen aber niemals in der Pilzberatung freigeben, dafür ist er zu untypisch).


    LG

    Christoph

    Servus HexeDee,


    man sieht wunderbar das ockerfarbene Sporenpulver in den Verzweigungen, dassich beim Herabfallen dort ansammelt. Damit ist es definitiv eine Ramaria.


    Die Gattung Clavulina gehört in die Pfifferlingsverwandtschaft, hat weißes Sporenpulver und bildet Ektomykorrhizen aus, wächst also nicht (oder nurzufällig) an Holz.


    Die Gattung Ramaria wiederum ist künstlich groß und enthält noch Arten diverser Ernährungstypen. Hier hast du eine Ramaria aus der Gruppe der Saprobionten. Darunter fallen bei uns drei Gruppen (Untergattungen): Echinoramaria, Asteroramaria und Lentoramaria. Um sie zu unterscheiden, braucht man ein Mikroskop - oder man achtet auf die Rhizomorphen. Lentoramarien haben meist kräftige Rhizomorphen. Der Fruchtkörper hier sieht aus wie eine Ramaria stricta (Steife Koralle). Ist sie es, müsstest du deutliche, rein weiße, kräftige Myzelstränge finden.


    Siehst du kleine, ockerlich gefärbte, so ist Ramaria flaccida eine Option.


    Beide, Ramaria flaccida und Ramaria stricta, sehen sich, finde ich zumindest, sehr ähnlich. Manchmal hilft auch die Nase - für mich hat Ramaria stricta immer eine sehr schwache, aber erkennbare Aniskomponente im Geruch.


    Per Mikroskop ist es sehr einfach, da beide zu unterschiedlichen Untergattungen gehören. Hier geht es aber wie gesagt auch rein makroskopisch. Rhizomorphen und Schnuppern, wobei Schnuppern schwer nachvollziehbar ist, wenn man diesen "stricta-Geruch" nicht kennt.


    Müsste ich raten, würde ich auch wegen dem direkten Wuchs auf Holz Ramaria stricta sagen.


    LG

    Christoph

    PS. Ich habe den Eindruck, dass sich z.Z. extrem wenige User in die wichtigen Diskussionen zur Forumsumstellung einbringen.

    Liegt es am Winter oder haben schon die ersten resigniert?

    Servus beinand,


    ich beteilige mich auch nicht sehr - bin aber auch kein Stammuser oder "alter Hase" hier. Resigniert habe ich jedenfalls nicht. Mich stören ein paar Dinge, manche mehr, manche weniger, nur spielt das keine große Rolle.

    Ich mag den Austausch über und rund um Pilze - und den möglichst unkompliziert. Technische Spielereien, riesig groß dargestellte Zitate, bunte Knöpfchen, riesige Smileys, Liken statt was zu antworten (Fast-Food-Kommunikation) sind alles nicht mein.

    Als ich die Tag-Wolke sah, dachte ich, soll ich was schreiben oder nicht - ich finde sowas total albern. Pseudomodern - und siehe da, es ist auch ohne einen Kommentar verschwunden.

    Wie das Layout ist, wie das Design - völlig egal. Die Inhalte zählen.

    Werbung - ich habe einen Ad-Blocker, der mir die Zahl der unterdrückten Popups liefert - es sind hier immer drei an der Zahl. Naja, das Forum läuft halt nicht über einen gemeinnützigen Verein, sondern über eine Firma, die selber Werbung platzieren will und die Kosten über externe Werbung gegenfinanziert (ob da ein Plus entsteht durch hohe Klickzahlen - völlig egal, ist Sache der Firma; die ehrenamtliche Arbeit von Mods und Co. sehe ich da zwar durchaus im Zusammenhang, denn bei einem Gewinn wäre das auch auf Kosten derer selbst, aber das geht mich nix an und hat mit dem Systemwechsel nichts zu tun).


    Also frage ich mich, warum ich was beitragen soll - es würde die, die im Moment im Hintergrund viel werkeln, einfach nur nerven, da Herumgenöle und Gejammere, welche Farbe wo mir nicht gefällt, weder objektiv noch hilfreich wäre, zumal ich wie gesagt hier nur Randnutzer bin.


    Schwerwiegender sind für mich Dinge wie automatisierte Manipulationen meiner Beiträge (unautorisierte Zwangslinks, egal ob doppelt unterstrichen grün oder nicht) und Nutzungsbedingungen, die auf mich verstörend wirken. Beide Kröten schlucke ich, wobei ich da erstmal entspannt bin und einfach abwarte. Die Nutzungsbedingungen kann ich umgehen, indem ich einfach keine Bilder hochlade und indem ich keine eigenen Beschreibungen / von mir generierte Infotexte poste. Und die Zwangslinks kann ich vielleicht mit einem Disclaimer abfedern, indem ich mich von allen grünen, doppelt unterstrichenen Links ausdrücklich distanziere. Da werde ich mir halt was überlegen müssen.


    An Punktezählungen und öffentliche geliked-Angaben werde ich mich wohl gewöhnen müssen. Die Effekte, die sowas haben kann, kenne ich - auch beruflich bedingt - und sehe das sehr kritisch. Es führt aber dazu, dass diejenigen, die möglichst hohe Punktestände als Auszeichnung ansehen, möglichst viele Einzelbeiträge schreiben (5 Punkte pro Beitrag), was dann die Klickzahl erhöht, was den Marktwert für Werbeeinblendungen erhöht - Zuckerberg & Co. sind nicht von ungefähr ziemlich wohlhabend geworden. Das fördert Dreizeiler statt ausführlicher Texte.


    Vermutlich bin ich da ein Fossil - aber damit kann ich gut leben. Ich verweigere ja sogar immer noch einen Facebook-Account.


    Insofern halte ich mich weiter zurück und schreibe lieber zu Pilzthemen, ohne zu resignieren. Vielleicht geht es anderen ähnlich - was das sich Raushalten betrifft, nicht unbedingt die Denkweise zu manchen "Errungenschaften der Moderne" wie FB-Diskussionskultur.


    LG

    Christoph

    Servus Björn,


    Flechten sind doch echte Pilze ^^


    Der Pilzbefall an Physcia ist mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit Erythricium aurantiacum (bzw. dessen Nebenfruchtform - Marchandiomyces aurantiacus - man sieht sehr schön die Bulbillen) - vergleiche hier: Marchandiomyces aurantiacus (images of British lichenicolous fungi)


    Die Bulbillen sind mehr orange als rot, weshalb Marchandiomyces corallinus unwahrscheinlich ist, der dunklere, mehr rote Bulbillen bildet (vergleiche Marchandiomyces corallinus (images of British lichenicolous fungi)).


    LG

    Christoph