Beiträge von Bernd Miggel

    Hallo miteinander,


    bei der Pilzbestimmung arbeite ich sehr gerne mit dem obigen Werk. Inzwischen sind ja sieben Volumes erschienen.

    Hat jemand von euch ein reines Gattungsregister, das er mir zur Verfügung stellen kann?

    Zur Not tut es auch ein Artenregister, falls darin die reinen Gattungen mit aufgeführt sind. Dann kann ich die Gattungen herausfischen.


    Vielen Dank im Voraus!

    Bernd

    Hallo zusammen,


    wer kann weiterhelfen? Ich suche ein alphabetisches Gesamtregister der im Pilzkompendium Band 1-4 (Erhard Ludwig) behandelten Gattungen.

    Es geht mir also darum, dass ich nachschlagen kann, in welchem Band und ab welcher Seite eine bestimmte Gattung zu finden ist. Ein Excel- oder Word-File wäre optimal.

    Herzlichen Dank im Voraus!


    Bernd

    Man könnte meinen, den Orangeroten Kammpilz (Phlebia radiata) vor sich zu haben, allerdings in „schreiend“ inkarnatroter Farbe. Sollte meine Bestimmung als Byssomerulius incarnatus korrekt sein, dann handelt es sich um eine Art, die in Nord- bis Mittelamerika beheimatet ist.

    Das Fragezeichen im Titel habe ich gesetzt, da ich weder Sporen noch Basidien finden konnte.


    Bild 1 - Frische Fruchtkörper am Fundort, mit weißem, höckrigem Innenbereich und inkarnatrotem, wulstigem Rand.



    Der Fund

    Dieter Gewalt fand am 8.10.2022, bei einer seiner zahlreichen Pilzexkursionen, diesen, vor allem durch seine intensiv rote Randfarbe auffallenden Rindenpilz, auf morschem Laubholz. Über Nacht war das Rot des Randbereiches komplett verschwunden und einem hellen Braun gewichen. Der weiße Innenbereich war hellocker verfärbt.



    Eckdaten des Fundes

    • Pilzart: Byssomerulius incarnatus (Schwein.) Gilb. (?).
    • Funddatum:8.10.2022
    • Fundort: „Gebranntes Loch“, Gemeinde Neu-Isenburg, Hessen, 140 mNN.
    • Substrat: morsches Laubholz.
    • Belegnummer: Miggel ext22010,dbach


    Makroskopische Merkmale des Fundes

    Mehrere ineinander verwachsene, kreisrunde, bis 15 mm breite Fruchtkörper mit höckrigem Innenbereich und etwas wulstigem, fimbriatem Randbereich. Im frischen Zustand ist der Innenbereich weiß, der Randbereich intensiv inkarnatrot (ähnlich der Blütenfarbe des Inkarnatklees). Die Wuchsform kann als resupinat bezeichnet werden. Die gesammelten und im Innenraum gelagerten Fruchtkörper verfärbten sich über Nacht total. Der Innenbereich wurde cremefarben, der Randbereich hellbräunlich. Im frischen Zustand ware die roten Bereiche der Fruchtkörper weich und die weißen Innenbereiche hatten in etwa die Konsistenz von Phlebia radiata. In getrockneten Zustand sind die Fruchtkörper hart.


    Bild 2 - Über Nacht getrocknete, völlig in der Farbe veränderter Fruchtkörper.



    Mikroskopische Merkmale des Fundes

    Das Hyphensystem ist monomitisch, die Hyphen sind glattwandig, hyalin, dünn bis etwas dickwandig, 2-4 µm im Durchmesser und mit einer deutlichen Schnalle an jeder Septe. Zystiden konnte ich keine beobachten.


    Bild 3 - Monomitisches Hyphensystem mit einer Schnalle an jeder Septe.


    Bild 4 - siehe Bild 3.



    Herzliche Grüße

    Bernd

    Hallo Martin,

    du hast völlig Recht, der Download enthält, im Gegensatz zum Buch, nur die Krustenflechten.

    Ich habe das Buch auf Exkursionen gerne dabei, denn es enthält trotz seiner Kleinheit große, aussagekräftige Fotos. Die Texte sind ebenfalls ok. Hier werden auch die makrochemischen Farbreaktionen für C, K, KC, P und UV für jede Art angegeben. Außerdem sind für die einzelnen Gruppen und für artenreiche Gattungen dichotome Bestimmungsschlüssel vorhanden.

    Ich kann das Büchlein deshalb mit gutem Gewissen empfehlen.

    lg - Bernd

    Liebe Pilzfreunde,


    falls ihr am Dienstag um 18.15 Uhr Zeit habt, könnt ihr euch gerne hier anmelden:


    Stefan Diller on LinkedIn: Invitation / Einladung TEAMS Talk Der Blick in filigrane Nano-Welten
    Invitation / Einladung TEAMS Talk Der Blick in filigrane Nano-Welten ist wunderschön und mehr als faszinierend - sind wir doch ständig von ihnen umgeben...
    www.linkedin.com


    Stefan Diller hält einen TEAM-Talk zum Thema REM und Nanoflights.


    Herzliche Grüße

    Bernd

    Hallo Felli,


    die Apothecien (sind alle so zwischen 0,5 und 1,5 mm im Durchmesser) liegen seit einer Woche in einer Pappschachtel, sind also nicht mehr frisch.

    • Sterben die Sporen eigentlich in NH3-Kongorot, Beumwollblau-Lactophenol oder KOH-3% ab?
    • Kannst du dir Bild 8 oben mal ansehen, ob hier Schleimhüllen zu sehen sind?

    Anderenfalls versuche ich nochmal, etwas Hymenium aus einem Winzling herauszuzaubern.


    Viele Grüße

    Bernd

    Pilzfreund Dieter Gewalt aus Hessen fand einen ganzen Rasen dieses wunderschönen Winzlings auf Erde und auf verwesendem Material unter einer Zeder.

    Da ich Probleme mit der Artbestimmung habe, bitte ich um Mithilfe!


    Es handelt sich um einen Becherling aus der Gattung Cheilymenia (Borstenbecher) mit bis 2 mm breiten, orangefarbenen Apothecien. Diese sind anfangs tönnchen-, später tassen- und schließlich scheiben- bis schildförmig. Hier ein Übersichtsbild. Allerdings waren die Farben der Apothecien orange und nicht gelb!


    Bild 1 - Ausschnitt aus der Gesamtpopulation.


    Die Apothecien sind an den Flanken und an der Basis striegelich behaart, wie es die beiden nächsten Bilder zeigen:


    Bild 2 - Detailaufnahme einiger Apothecien.


    Bild 3 - junges Apothecium mit dichter, striegeliger Behaarung.


    Das folgende Bild zeigt ein Apothecium im Schnitt. Oben mit dem ca. 150 µm dicken Hymenium, gefolgt medullären Excipulum, unten das aus rundlich-eckigenen Zellen bestehende, ectale Excipulum (Textura angularis-globulosa). Das darauffolgende Bild zeigt die Textur im Detail. Die einzelnen Zellen sind bis zu 30 x 40 µm groß:


    Bild 4 - Apothecium im Schnitt. Präparat in NH3-Kongorot.


    Bild 5 - Ectales Excipulum, eine Textura angularis-globulosa. Präparat in NH3-Kongorot.


    Die beiden folgenden Bilder zeigen die Haare. Bild 6 die dickwandigen, spitz zulaufenden echten Haare mit einer länge von bis zu 400 µm, einer Breite von 8-10 µm, einer Wandstärke von 2 µm und einer knolligen Basis von z.B. 25 µm Durchmesser. In Bild 7 sind mehrere dickwandige echte Haare sowie einige etwa 2 µm breite, dünnwandige, hyaline, multiseptierte Haare zu sehen:


    Bild 6 - mehrere relativ kurze, echte Haare mit 0-1 Septe. Präparat in NH3-Kongorot.


    Bild 7 - mehrere dickwandige, multiseptierte, echte sowie einige hyaline Haare. Präparat in NH3-Kongorot.


    Das nächste Bild zeigt einen Querschnitt durch das ca. 150 µm dicke Hymenium. Hierin sind zum einen die 8-10 µm breiten Asci mit acht uniseriat liegenden Sporen zu sehen. Zum anderen haben wir multiseptierte Paraphysen mit gelblichen Inhaltsstoffen im Bild. Die Paraphysen sind teilweise gleichdick wie oder um ca. 1 µm dicker als der "Schaft".


    Bild 8 - Das Hymenium, bestehend aus Asci und Paraphysen. Präparat in NH3-Kongorot.



    Den folgenden Abschnitt über die Sporen bitte ignorieren, es sind leider Fremdsporen! Die wirklich zum Fund gehörigen Sporen habe ich ganz unten in einem Antwort-Beitrag abgebildet.


    Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal stellen die Sporen dar. Sie sind beim Fund ellipsoid. Der Perispor ist glatt und mit einer groben, anastomisierenden Längsstreifung versehen. Gemäß einer Vorschrift von MORAVEC (2005) macht man die Ornamentierung durch Einfärbung mit einer Baumwollblau-Kaltfärbung sichtbar.

    Die Sporen des Fundes haben eine Größe von 15,3-17,1 x 8,3-8,5 µm und einen Schlankheitsgrad von 1,80-2,05:


    Bild 9 - Die Sporen.Einfärbung mit kaltem Baumwollblau-Lactophenol.


    Zum Abschluss noch einmal einen kleinen Ausschnitt aus der hier beschriebenen Population:


    Bild 10 - Ausschnitt aus der gesamten Population



    Mein eigener Bestimmungsversuch führt zu Cheilymenia theleboloides, dem Blassgelben Borstenbecher.


    Aber:

    Die Apothecien von C. theleboloides sind normalerweise größer und reingelb, was beides nicht auf den Fund zutrifft.


    Wer kann weiterhelfen?



    Herzliche Grüße

    Bernd



    Literatur:

    • BREITENBACH, J. & KRÄNZLIN, F. (1981): Pilze der Schweiz Band 1, Ascomyceten. Verlag Mykologia, Luzern.

    • DOVERI, F. (2004) - Fungi-Fimicoli-Italici. A.M.B.

    • MEDARDI, G. (2006): Ascomiceti dItalia. A.M.B.

    • MORAVEC, J.A. (2005) - World Monograph of the genus Cheilymenia. Libri Botanici.

    Hallo zusammen,


    ich habe Björn Wergen auf diese unklaren Elemente im Hymenium angesprochen. Nach dem, was er mir mitteilte, gehe ich von Paraphysen aus, die ab einem bestimmten Alter der Fruchtkörper nicht mehr vorhanden sind, weil sie degenerieren (zerfließen). Es könnte sich theoretisch auch um die unreifen Basidien eines chionosphaeroiden Phragmobasidiomyceten handeln. Doch das ist eher unwahrscheinlich.


    Viele Grüße - Bernd