Hallo Thorben,
ich werde den Fund also als Mycena filopes kartieren. Danke für deine Hilfe!
lg - Bernd
Hallo Thorben,
ich werde den Fund also als Mycena filopes kartieren. Danke für deine Hilfe!
lg - Bernd
Hallo Thorben,
hier ein paar Kaulozystiden. Dazu habe ich Querschnitte vom oberen Stielbereich gemacht.
Ist es dann klar, dass es sich um Mycena filopes handelt?
lg - Bernd
Hallo Thorben,
wie gehst du genau vor, um solche Hyphenauswüchse zu präparieren. Vielleicht kriege ich das dann auch hin.
lg - Bernd
Mir wurden vor ein paar Tagen einige Fruchtkörper einer kleineren, graubraunen Mycena-Art zugeschickt, zusammen mit beobachteten Merkmalen und einigen Fotos. Der Fund war besonders auffällig, weil die Pilze am Fundort wie eine Art Weihnachtsbeleuchtung auf den Nadelbäumen hervorstachen (Bild 1).
Beim Versuch, den Fund zu bestimmen, bin ich vordergründig zu Mycena metata gelangt.
Da aber einige Merkmale eher zu Mycena filopes passen, bitte ich euch, mir bei der Bestimmung weiterzuhelfen.
Bild 1 – Pilze am Fundort, auf dünnen, unbenadelten Fichtenzweigen. Foto: Johann Rejek.
Der Fund
Bild 2 – weißfilzig-striegelige Stielbasis, auf der Rinde wachsend.Foto: Johann Rejek.
Bild 3 – Blick von unten, ca. 20 Lamellen erreichen den Stiel. Foto: Johann Rejek.
Makroskopische Merkmale
· Hut: bis 12 (-15) mm im Durchmesser, glockig, kegelig, hell graubraun mit dunklerer Mitte, manchmal mit kleinem Buckel; Rand gerieft, und so der Hut in Draufsicht am Rand zackig erscheinend.
· Lamellen: aufsteigend, leicht wellig, am Stiel bogenförmig angewachsen und schwach zähnchenförmig herablaufend, weißlich, untermischt, ca. 20-25 Lamellen erreichen den Stiel, Schneiden fein bereift.
· Stiel: max. 1 (-1,5) mm Durchmesser, ca. 25 mm lang, trocken, glatt, glänzend, Spitze fein bereift und hutfarben, Basis dunkler und etwa wie Hutmitte gefärbt. Stielbasis weißfilzig-striegelig.
· Fleisch: im Hut dünn, durchscheinend.
· Geruch: negativ. Geschmack eines Hutes nach längerem Kauen: schärflich, bitterlich und im Hals kratzend. Allerdings hatte der noch recht frisch aussehende Hut ein paar Tage im Kühlschrank gelegen und war danach noch zwei Tage auf dem Postweg gewesen.
Bild 4 – Hut graubraun, Mitte dunkler.
Bild 5 – Lamellen weißlich, untermischt.
Bild 6 – Fruchtkörper nach mehreren Tagen Kühlschrank plus Postweg; Lamellen mit leichtem Rosastich.
Mikroskopische Merkmale
Die Sporen sind ellipsoid, glatt, hyalin und nach der Fachliteratur amyloid. Maße von 49 repräsentativen Sporen, gemessen in Wasser plus einer geringen Menge Phloxin (95 % Konfidenzintervall):
Bild 7 – Sporen in Wasser mit wenig Phloxin.
Die Basidien sind schmalkeulig, z.B. 25 x 7 µm groß und haben vielfach 2, verschiedentlich aber auch 4 Sterigmen. Die Sterigmenzahl scheint auf den ersten Blick keinen Einfluss auf die Sporengröße zu haben. Basidien kommen nur auf der Lamellenfläche vor. Die Schneide ist also steril.
Das Hyphensystem ist monomitisch; die Hyphen etc. besitzen an den Septen Schnallen.
Bild 8 – Basidie mit 2 Sterigmen
Die Cheilozystiden bilden einen dichten Rasen, d.h. sie bilden ein steriles Band, sind überwiegend verkehrt birnenförmig und meist gestielt. Es kommen aber auch viele sitzende, d.h. ungestielte Cheilozystiden vor. Allgemein kann man sagen, dass ihre Form und auch die igelstachelige Oberflächenstruktur außerordentlich variabel sind. Die Variabilität bezieht sich auch auch die Größe. So konnte ich an einem einzigen Lamellenschneide-Fragment Längen zwischen 10 und 80 µm messen.
Bild 9 – Cheilozystiden-Rasen
Bild 10 – Cheilozystiden, verschiedene Größen und Formen.
Bild 11 – Cheilozystiden, typische Größen und Formen.
Pleurozystiden
Da musste ich lange suchen, bis ich auf einem Stückchen Lamellenfläche eine Zystide fand. Sie sind so selten, dass ich beim Durchmustern eines Lamellenflächen-Segments nur vier aufstöbern konnte. Sie sind typischerweise verkehrt birnenförmig mit igeliger Oberfläche und ca. 20-30 µm lang.
Bild 12 – typische Pleurozystide, außerdem 2- und 4-sporige Basidien.
Diskussion
Nach intensivem Literaturstudium kommen für den Fund nur zwei Arten in die nähere Auswahl, Mycena metata und M. filopes. Beide Arten sind bezügl. ihrer makroskopischen Merkmale fast deckungsgleich.
Im Folgenden eine Übersicht darüber welches beobachtete Merkmal des Fundes für welche Art spricht:
· Röten der Lamellen bei alten Fruchtkörper : passt zu M. metata
· Gestielte Cheilozystiden häufiger als ungestielte: passt zu M. metata
· Viele Cheilozystiden wesentlich länger als 30 µm:passt zu M. metata
· Pleurozystiden so gut wie nicht vorhanden: passt zu M. filopes.
Literatur
· ARONSEN, A. & LÄSSÖE, T. (2016): The genus Mycena s.l. Fungi of Northern Europe, Vol 5: 180-185.
· BREITENBACH, J. & KRÄNZLIN F. (1991): Pilze der Schweiz Bd. 3: Nr. 334 (M. filopes), 349 (M. metata).
· GRÖGER, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil 1: 369 (M. filopes), 372 (M. metata).
· LUDWIG, E. (2012): Pilzkompendium Bd. 3: 730-733 (Text), Nr. 633-634 (Tafel).
Herzlichen Gruß
Bernd
Hallo Frank,
da passt wirklich alles!
lg - Bernd
Hallo Frank,
das sehe ich inzwischen genauso, vielen Dank! Dann werde ich den Fund wohl umbezeichnen.
Vielen Dank auch an Pablo.
lg - Bernd
Hallo zusammen,
hier noch vom Fund eine dickwandige, inkrustierte Zystide mit Kristallschopf.
lg - Bernd
Hallo Frank!
prima, danke!
lg - Bernd
Hallo Pablo,
falls du an einem Teilbeleg interessiert bist, kannst du mir gerne deine Anschrift per PN schicken. Dein Urteil interessiert mich auch sehr!
lg - Bernd
Hallo Pablo, hallo Frank,
könnt ihr mir Literatur zur Gattung Mycoacia empfehlen, die auch M. nothofagi beinhaltet?
lg - Bernd
Hallo Frank,
der Band 1 ist gekommen. Du hast völlig Recht, er reicht nur bis Buchstabe G. Aber es ist vorne im Buch ein Gesamtschlüssel enthalten, der unter anderem die Mycoacia-Arten aufschlüsselt. Ausgehend vom gemeinsamen Schlüsselpunkt "Basisiosporen subzylindrisch" wird aufgespalten:
M. nothofagi ist in Eriksson & Ryvarden Vol. 4 nicht enthalten. Wegen der starken Inkrusrierung der Zystiden deute ich den Fund vorerst als M. nothofagi.
Wenn du mir deine Adresse per PN zukommen lässt, schicke ich dir ein Teilexsikkat.
lg - Bernd
Hallo Frank,
vor ein paar Tagen habe ich den Larsson & Ryvarden (2021) Corticioid fungi of Europe Vol. 1 bestellt. Kommt heute oder morgen. Mal sehen, ob da was drin steht. Wegen Exsikkat-Zusendung frag ich mal den Sammler. Dürfte aber kein Problem sein.
lg - Bernd
Hallo Frank,
interessant! Die dünnwandigen Zystiden des Fundes sind aber nicht spitz. So spitz, wie Eriksson & Ryvarden es in ihrem Vol 4 zeichnen, sehen meine Zystiden wirklich nicht aus.
Nach welchem Autor bzw. nach welcher Monographie richtest du dich?
lg - Bernd
Hallo Thorben,
Mycoacia uda besitzt aber keine dickwandigen, inkrustierten Zystiden mit Kristallschopf, wie ich sie gefunden habe (Bild 9).
Hier nochmals diese Zystiden des Fundes in stärkerer Vergrößerung, angefärbt mit SDS-Kongorot:
Pilzfreund Dieter Gewalt fand Ende November an vermorschtem Buchenholz einen resupinaten Stacheling (Bild 1). Bei der Bestimmung komme ich zwar bis zur Gattung Mycoacia, aber bei der Artbestimmung hapert es. Wer kann weiterhelfen?
Bild 1 - Der Fruchtkörper am Fundort, Foto Dieter Gewalt.
Eckdaten
Makromerkmale
Bild 2 - langstacheliges Hymenium, Foto Dieter Gewalt.
Bild 3 - weißer Fruchtkörperrand, Foto Dieter Gewalt.
Bild 4 - Farbreaktion mit KOH, unten links im Bild, Foto Dieter Gewalt.
Mikromerkmale
Bild 5 - Sporen (KOH 3 %)
Bild 6 - Basidie mit Sporen (Melzers Reagenz)
Bild 7 - Basidiolen mit Basalschnallen (NH3-Kongorot)
Bild 8 - Hyphen und inkrustierte Zystiden (NH3-Kongorot).
Bild 9- dickwandige, inkrustierte Zystiden mit Kristallschopf (SDS-Kongorot)
Bild 10 - Hymenialfront mit dünnwandigen Zystiden (NH3-Kongorot)
Bild 11 - Basidie und dünnwandige Zystide (NH3-Kongorot)
Notizen
Viele Grüße
Bernd
Hallo,
das o.a. Werk scheint in Deutschland offensichtlich wenig benutzt zu werden, eigentlich schade.
Dann werde ich mir den Index selber "zaubern", ist ja nicht schwierig.
lg - Bernd
Hallo miteinander,
bei der Pilzbestimmung arbeite ich sehr gerne mit dem obigen Werk. Inzwischen sind ja sieben Volumes erschienen.
Hat jemand von euch ein reines Gattungsregister, das er mir zur Verfügung stellen kann?
Zur Not tut es auch ein Artenregister, falls darin die reinen Gattungen mit aufgeführt sind. Dann kann ich die Gattungen herausfischen.
Vielen Dank im Voraus!
Bernd
Hallo Björn,
ich habe nur 1 Schreibfehler gefunden (überzählige Klammer bei Inocybe, die beim Sortieren gestört hat).
Hier das Ergebnis, erweitert auf A4-quer, so dass man auf 1 Blatt A4 mit Vor- und Rückseite ausdrucken kann:
Pilzkompendium_Gattungsindex_1.xlsx
lg - Bernd
Danke Björn!
lg - Bernd
Hallo zusammen,
wer kann weiterhelfen? Ich suche ein alphabetisches Gesamtregister der im Pilzkompendium Band 1-4 (Erhard Ludwig) behandelten Gattungen.
Es geht mir also darum, dass ich nachschlagen kann, in welchem Band und ab welcher Seite eine bestimmte Gattung zu finden ist. Ein Excel- oder Word-File wäre optimal.
Herzlichen Dank im Voraus!
Bernd
Hallo Chris,
gute Idee! Passt aufgrund der Fruchtkörperfarbe, des fimbriaten Randbereichs und der Hyphen sehr gut.
lg - Bernd
Man könnte meinen, den Orangeroten Kammpilz (Phlebia radiata) vor sich zu haben, allerdings in „schreiend“ inkarnatroter Farbe. Sollte meine Bestimmung als Byssomerulius incarnatus korrekt sein, dann handelt es sich um eine Art, die in Nord- bis Mittelamerika beheimatet ist.
Das Fragezeichen im Titel habe ich gesetzt, da ich weder Sporen noch Basidien finden konnte.
Bild 1 - Frische Fruchtkörper am Fundort, mit weißem, höckrigem Innenbereich und inkarnatrotem, wulstigem Rand.
Der Fund
Dieter Gewalt fand am 8.10.2022, bei einer seiner zahlreichen Pilzexkursionen, diesen, vor allem durch seine intensiv rote Randfarbe auffallenden Rindenpilz, auf morschem Laubholz. Über Nacht war das Rot des Randbereiches komplett verschwunden und einem hellen Braun gewichen. Der weiße Innenbereich war hellocker verfärbt.
Eckdaten des Fundes
Makroskopische Merkmale des Fundes
Mehrere ineinander verwachsene, kreisrunde, bis 15 mm breite Fruchtkörper mit höckrigem Innenbereich und etwas wulstigem, fimbriatem Randbereich. Im frischen Zustand ist der Innenbereich weiß, der Randbereich intensiv inkarnatrot (ähnlich der Blütenfarbe des Inkarnatklees). Die Wuchsform kann als resupinat bezeichnet werden. Die gesammelten und im Innenraum gelagerten Fruchtkörper verfärbten sich über Nacht total. Der Innenbereich wurde cremefarben, der Randbereich hellbräunlich. Im frischen Zustand ware die roten Bereiche der Fruchtkörper weich und die weißen Innenbereiche hatten in etwa die Konsistenz von Phlebia radiata. In getrockneten Zustand sind die Fruchtkörper hart.
Bild 2 - Über Nacht getrocknete, völlig in der Farbe veränderter Fruchtkörper.
Mikroskopische Merkmale des Fundes
Das Hyphensystem ist monomitisch, die Hyphen sind glattwandig, hyalin, dünn bis etwas dickwandig, 2-4 µm im Durchmesser und mit einer deutlichen Schnalle an jeder Septe. Zystiden konnte ich keine beobachten.
Bild 3 - Monomitisches Hyphensystem mit einer Schnalle an jeder Septe.
Bild 4 - siehe Bild 3.
Herzliche Grüße
Bernd
Hallo Christine & Peter,
danke für's Zeigen, wieder 'was gelernt.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Martin,
du hast völlig Recht, der Download enthält, im Gegensatz zum Buch, nur die Krustenflechten.
Ich habe das Buch auf Exkursionen gerne dabei, denn es enthält trotz seiner Kleinheit große, aussagekräftige Fotos. Die Texte sind ebenfalls ok. Hier werden auch die makrochemischen Farbreaktionen für C, K, KC, P und UV für jede Art angegeben. Außerdem sind für die einzelnen Gruppen und für artenreiche Gattungen dichotome Bestimmungsschlüssel vorhanden.
Ich kann das Büchlein deshalb mit gutem Gewissen empfehlen.
lg - Bernd
