Beiträge von boccaccio

    Hallo Thorben,



    ich mußte ja erstmal meinen Koffer leermikroskopieren ;) Morgen kommt dann auch noch der zweite Teil mit den Basidiomyceten und Schleimpilzen.


    Was die Erdzungen angeht, hatte Udo gestern erwähnt, daß es da wohl Variationen bzgl. der Septierungen geben kann. Ansonsten meldet sich vielleicht Karl hier noch mit einem erhellenden Beitrag. Erdzungen sind ja seine Lieblinge.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Der Sporophagomyces chrysostomus scheint ja ein echter Wernerpilz zu sein, wenn man sich mal die Verbreitungskarte anschaut. Im Mikroskop waren dann auch in erster Linie nur Ganoderma-Sporen zu sehen:


    Die Sarcoscypha hat tatsächlich glatte Haare! Das wundert mich jetzt ein wenig, weil wir an dem Standort in der Vergangenheit immer S. austriaca hatten. Also doch S. coccinea?


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es mit dem APR zur ersten Exkursion des Jahres in den Botanischen Garten an der Ruhr-Uni und in das benachbarte Waldstück am Kalwes. Dabei fanden sich jede Menge spannende Pilze, von denen ich hier eine kleine Auswahl vorstellen möchte. Los geht es im ersten Teil mit den Ascomyceten.


    1. Octospora musci-muralis, Sporengröße (24.2+-1.8) µm x (10.4+-0.7) µm


    2. Octospora affinis ex Orthotrichum affine


    3. Eine unbekannte Lamprospora (miniata s.l.?) auf einem Moos, bei dem einer unserer Biologen auf Barbula (=Didymodon) fallax setzt. Sporengröße (14.3+-1.1) µm, Netz typischerweise 0.8 µm breit, stellenweise 1.2-1.6 µm.


    4. Im Botanischen Garten haben wir in der Vergangenheit immer Octosporopsis nicolai auf Lunularia cruciata gefunden. Leider wurde der Weg an der Stelle, wo Pilz und Moos sonst zu finden waren, mit dem Flammwerfer gereinigt. Einige Meter weiter fand sich dann aber doch noch Moos und auch Moosbecherchen waren anwesend. Zunächst waren wir skeptisch, ob es die gesuchte Octosporopsis ist, da sie teilweise deutlich neben dem Moos wuchs. Aber der Blick ins Mikrokop gab dann Klarheit: Alles O. nicolai


    5. Ein unbekannter Ascomycet auf Kiefernholz, Haken+, Lugol+


    6. Erdzungen gab es kurz vor Schluß auch noch. Das dürfte Geoglossum fallax sein mit Sporen von 78-106 µm mit einem Mittel von (88+-7) µm


    7. Cordyceps militaris, leider noch nicht reif.


    Björn

    Hallo zusammen,


    im späten Winter und zeitigen Frühjahr ist der APR ja öfter mal im Essener Hespertal unterwegs. Dieses Jahr steht aber keine derartige Exkursion auf dem Programm, so daß ich einfach mal "privat" dort unterwegs war. Das Ergebnis kann sich dabei durchaus sehen lassen.


    1. Sarcoscypha austriaca


    2. Scytinostroma hemidichophyticum


    3. Auf der Unterseite von Ganoderma applanatum wuchs dieses seltsame Gebilde. Mit dem Mikroskop habe ich noch nicht reingeschaut, das kommt aber noch.


    4. Octospora affinis ex Orthotrichum affine


    5. Galerina marginata


    6. Auricularia auricula-judae


    7. Plicatura crispa


    8. Lycogala epidendrum agg.


    9. Acrospermum compressum


    10. Normalerweise macht der APR am Ende des Hespertals immer kehrt und es geht zurück zum Ausgangspunkt. Da ich mit Bus und Bahn unterwegs bin, habe ich diese Einschränkung natürlich nicht und so bin ich dann am Baldeneysee weiter Richtung Essen-Kupferdreh. Dabei fiel mir dann dieser hübsche Zeitgenosse aus: Astraeus hygrometricus. Interessanterweise scheint der nur bei Feuchtigkeit aufzuklappen. Jetzt wo er zu Hause trocknet, biegen sich die Arme langsam nach oben.


    11. Hier bin ich ratlos. Zuerst hatte ich ja auf einen unförmigen Ascomyceten getippt, aber im Mikroskop gab es dann nur einige sehr dickwandige Hyphen. Hat da jemand eine Idee?


    12. Ein Phyto muß natürlich auch sein: Milesina scolopendriii ex Asplenium scolopenduium


    Björn

    Hallo Ulla,


    ich habe gerade mit der Pinzette an der Spitze des Capillitiums gezupft. Wenn ich dabei nicht auch die Columnella mit erwische, kann ich das Capillitium so fädig nach oben wegziehen (sieht ein wenig so aus, als würde man einen gestrickten Pullover aufribbeln). Ist das mit "abtrieseln" gemeint?


    Björn

    Hallo zusammen,


    ah, der/die/das Sistotremastrum ist ja so neu, daß das noch gar nicht in meinen Büchern drin ist. Und dann schaut man bei Pilze-Deutschland, wie es mit Funden aussieht und natürlich gibt es schon einen Fund von Hans Bender :D


    Der Stamm mit dem Blättling wurde sicher nicht gedreht. Das war ein meterdicker Buchenstamm, an dem auch noch Wurzeln mit Erde dranhingen. Es war aber so, daß es neben diesen langgestreckten Fruchtkörpern noch rundlicher gewachsene Exemplare gab, die dann eben eher auf der Oberseite des Stammes saßen als an der Seite (erkennt man ansatzweise auch noch ganz links im Bild).


    Was die Phlebia angeht, müßte Phlebia rufa nicht "verwinkelter" sein? Das ist zumindest mein Eindruck, wenn ich mir Pablos Portrait anschaue. Ich hatte den Fund jetzt nicht mitgenommen und unters Mikro gelegt, aber vielleicht finde ich ihn am Wochenende noch wieder.


    Björn

    Hallo Pablo,


    hier ist es so, daß praktisch jedes Botrybasidium, das mir in die Hände fällt ein B. vagum ist. Die scheinen sich hier gerne im Winter an liegenden Birkenstämmen zu tummeln.


    Björn

    Hallo Thorben,


    vielen Dank für den Hinweis. In er Zwischenzeit hatte man mich bei Facebook auch auf die Gattung Burgoa verwiesen (als Literatur Diederichs und Lawrey, Mycol Progress 6, 61-80 (2007)). Mit dem Schlüssel lande ich dann bei B. aurantiaca, zu der es dann aber keine genauere Beschreibung gibt. Ist halt auch blöd, daß diese Kügelchen so wenige Eigenschaften haben...


    Björn


    PS: Bist du am Sonntag bei der APR-Exkursion im Bochumer Botanischen Garten mit von der Partie?

    Hallo zusammen,


    hier noch der zweite Teil mit den Bildern aus dem Oembergmoor und Umgebung:


    1. Chaetosphaerella phaeostroma


    2. Ein unbekannter, ziemlich großer Schleimpilz, Sporengröße (7.6+-0.4) µm


    3. Hier würde ich auf eine Comatricha tippen. Sporengröße (9.4+-0.4) µm. Vielleicht Comatricha alta? Oder Comatricha tenerrima var. tenerrima?


    4. Cudoniella acicularis


    5. Als ich an einem Garten vorbeikam und aus der Ferne Bambus erspähte, der über den Weg hin, dachte ich, daß ich da doch mal nach Rostpilzen schauen muß. Erwartet hatte ich nichts, aber dann gab es doch einen Treffer. Eventuell kann es sich hier um Puccinia longicornis handeln.


    6. Und noch ein Rostpilz: Milesina kriegeriana ex Dryopteris cf. carthusiana. Sporen alle größer als 30 µm.


    7. Kuehneola uredinis ex Rubus fruticosus agg.


    8. Ramularia variabilis ex Digitalis purpurea


    9. Hier würde ich zu Ascocoryne inflata tendieren. Sporengröße (21.2+-2.5) µm. Leider habe ich mir nur Sporen und nicht den Rest angeschaut...


    10. Octospora affinis ex Orthotrichum affine


    11. Schwarze Punkte an Zapfen von Picea abies lieferten diese Sporen mit (15.6+-0.8) µm x (5.6+-0.3) µm, Q=2.8+-0.2. Kann ich das als Sphaeropsis sapinea ablegen? Geht die Art überhaupt an Fichte?


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Sonntag war ich mal wieder auf Pilztour, diesmal ging es vor allem in das NSG Oembergmoor in Mülheim, wo sich wieder der eine oder andere Pilze zeigte:


    1. Trameters versicolor mit Schleimpilz


    2. Phlebia radiata


    3. Ein Gloeophyllum an Buche


    4. Dacrymyces stillatus. Warum sind die Sporen im Abwurf (da sollten ja die reifen Sporen sein) nicht oder kaum septiert und im normalen Präparat schon?

    Sporenabwurf, (15.6+-0.8) µm x (5.8+-0.4) µm, Q=2.7+-0.3

    Sporen im obigen Präparat

    Hier noch mal das Abwurf Präparat nach Zugabe von Kongorot und KOH


    5. Bei diesem Crepidotus lande ich mit glatten Sporen und ohne Schnallen bei C. epibryus

    Sporen (7.2+-0.5) µm x (2.8+-0.2) µm, Q=2.5+-0.3


    6. Phleogena faginea


    6. Fomitopsis pinicola


    8. Das sieht mir nach einer Sistotrema aus: Basidien 6-8-sporig mit Basalschnalle, Schnallen vorhanden, keine Zystiden, Sporen (6.1+-0.5) µm x (2.8+-0.3) µm, Q=2.2+-0.3


    9. Daedaleopsis tricolor. EDIT: Ist natürlich D. confragosa, wie Beli unten richtig angemerkt hat.


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich hab jetzt bei der Nr. 2 mal die Sporen genau ausgemessen und komme auf (8.9+-0.6) µm x (5.3+-0.4) µm, Q=1.7+-0.1, womit es sich dann wohl um B. vagum handeln dürfte.


    Björn

    Hallo zusammen,


    vielen Dank für Eure Rückmeldungen zu meinen Funden.

    Die Sporengröße von (3.6+-0.2) µm x (2.8+-0.2) µm, Q=1.3+-0.1 bei Nr. 1 sollte gut zu Schizopora flavipora passen. Dabei wollte ich doch eigentlich Schizoporas meiden ;)

    Nr. 2 hat Sporen von (3.9+-0.2) µm x (0.9+-0.1) µm. Außerdem war auf der Rückseite meines Belegs, der teilweise die Grenzfläche von Röhren und Subikulum offenliegen hatte, eine grünliche Verfärbung zu erkennen. Damit sollte C. pannocinctus gut passen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die Sporen bei Nr. 2 sind (7.3+-0.5) µm x (4.0+-0.3) µm, Q=1.8+-0.2 groß. Das scheint etwa klein für C. laeve. Andererseits meine ich auf den Mikrobildern hier und da Elemente zu erkennen, die Zystiden sein können. Von daher würde ich den Fund dann insgesamt doch schon als C. laeve ablegen.


    Nr. 5 kommt dann einfach mal als getrockneter Beleg in meine Sammlung - sowas hält sich ja lange.


    Björn

    Hallo Nobi,


    das sind eindeutig Teliosporen eines Rostpilzes aus der Gattung Phragmidium. Die findet man besonders gerne auf Rose und Brombeere (wo es jeweils mehrere Arten gibt und man mikroskopisch reinschauen muß). Das Problem mit deinem Fund: Auf Cytisus scoparius gibt es nur einen Rostpilz, Uromyces sarothamni, der einzellige Teliosporen bildet. Das heißt also, daß deine Sporen da einfach rübergeweht worden sind. Damit wird das mit der Bestimmung sehr schwierig bis unmöglich.


    Björn

    Hallo zusammen,

    Toll Thorben,

    am Niederrhein gibt bisher nur einen Fund in Essen.

    LG Karl

    Seit wann liegt denn Essen am Rhein? ;) In Duisburg hatten wir letzten Herbst bei der APR-Exkursion im Landschaftspark aber auch T. brumale.


    Björn