Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    auf meinem Kaninchen aus den Borkenbergen tut sich immer noch was. Nach längerem Anlauf werden gerade kleine Tintlinge reif. Ein Velum ist vorhanden. Es besteht aus globosen Elementen, die warzig sind. Ob sich die Warzen in HCl auflösen oder nicht, kann ich in Ermangelung von Salzsäure leider gerade nicht prüfen. Von daher bin ich auch entsprechend unsicher ob ich zu den Nivei oder zu den Narcotici muß. Mit Sporengrößen von (7.6+-0.4) µm x (3.7-+-0.2) µm, Q=2.1+-0.1 lande ich bei den Nivei am ehesten bei Coprinopsis pseudocortinata, während ich bei den Narcotici bei C. stercorea rauskommen würde. Ein besonderer Geruch ist mir allerdings nicht aufgefallen. Was meinen die Experten?



    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank für Eure Rückmeldungen zu meinem Fund. Wenn man erstmal weiß, was rauskommen soll, schlüsselt es sich dann im zweiten Anlauf auch deutlich einfacher ;)


    Ich habe gestern Abend auch noch mal ein wenig in meine Funde reingeschaut. Zunächst mal der kleine Ascobolus albidus. Rein-weiß erscheint er mir zwar nach wie vor nicht, ein gewissen Gelbton ist meiner Meinung nach dabei, aber das scheint laut van Brummelen auch ok zu sein. Was die Form angeht, sind sie eindeutig höher als breit. Sporenmaße sind (25-27) µm x (11-12) µm. Paßt also alles soweit :)


    Dann noch mal zu den dicken Brocken. Farblich auch wieder kein echtes Weiß, sondern mit leichtem Gelbton. Die Fruchtkörper sind deutlich größer und von der Form her eher halbkugelförmig. Sporen (19-21) µm x (8-10) µm.


    Insgesamt habe ich auch festgestellt, daß im van Brummelen etliche Arten sind, die nicht auf Dung wachsen. Wenn man die beim Schlüsseln natürlich direkt ignorieren kann, wird das Leben natürlich auch wieder deutlich einfacher. Insgesamt muß ich aber sagen, daß die Ascobolusse schon Spaß machen und hübsch aussehen. Von daher hoffe ich, daß da noch weitere Arten im Laufe der Zeit hinzukommen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei der APR-Exkursion im Wittener Muttental bin ich auch über Pferdehinterlassenschaften gestolpert, die über und über mit Ascobolussen bevölkert waren. Da habe ich mir mal etwas mitgenommen und zu Hause genauer angeschaut. Leider stehe ich mit der Bestimmung noch ziemlich im Regen...


    Hier zunächst das Prachtexemplar von Pferd. Man erkennt schon, daß es große und kleine Ascobolusse gibt.


    Zunächst habe ich mir einen der kleinen geschnappt. Sporengröße (28-29) µm x (10-12) µm, Sporen sind gestreift.


    Dann war einer von den großen Kerlen dran. Sporen sind auch gestreift, aber deutlich kleiner 18 µm x (8-9) µm


    Da aller gute Dinge drei sind, habe ich mir dann noch einen kleineren Ascobolus geschnappt. Sporen wieder gestreift und 19 x 9 µm.


    Wenn ich mit van Brummelen schlüssele, lande ich auf jeden Fall in der Sektion Ascobolus. Die Sporen sind elliptisch und mit quasi parallelen Rillen überzogen, also 1*, 4, 5*. So wirklich weiß erscheinen mir die Fruchtkörper nicht zu sein, das wäre dann 8*. Bei Schritt 10 hänge ich dann fest, wenn ich die Farbe genauer beschreiben soll. Hat da jemand Ideen?


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier der zweite Teil der APR-Exkursion ins Wittener Muttental:


    1. Pyrenomyceten, die ich mir noch genauer anschauen muß


    2. Calloria neglecta


    3. Xanthoriicola physciae ex Xanthoria parietina


    4. Die Kätzchen haben wir unter Pappeln gefunden und deshalb erstmal für Pappelkätzchen gehalten. Darauf scheint es aber keine Becher zu geben. Anders sieht das bei Salix aus: Da gibt es Cythicula amenti, der gut zu dem Fund paßt.


    5. Diatrypella verruciformis an Hasel EDIT: Sillia ferruginea, wie der Blick durchs Mikroskop verraten hat, siehe unten.


    6. Leptotrochila verrucosa ex Galium aparine


    7. Ascobolusse an Pferd. Die stelle ich später noch mal genauer im Dungforum vor.


    8. Lachnellula sp. an Lärche, Sporen (7.7+-0.5) µm x (2.7+-0.1) µm, Asci 55-65 µm, keine Reaktion mit Lugol. Das paßt irgendwie mikroskopisch gar nicht zu L. occidentalis aber auch nicht zu L. willkommii


    9. Kleine schwarze Punkte an Fichtenzapfen lieferten mikroskopisch das hier:


    10. Aber auch das hier lieferten die kleinen schwarzen Punkte:


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es mit dem APR zu einer Exkursion ins Wittener Muttental. Dort waren wir bisher noch nie unterwegs und entsprechend fand sich eine große Zahl an Pilzfreunden ein. Da es wieder einmal ganz viele Pilzfunde gab, ist der Bericht zweigeteilt.


    1. Peniophora incarnata


    2. Myxarium nucleatum agg.


    3. Junghuhnia nitida


    4. Resinicium bicolor. Sporenmaße (6.4+-0.4) µm x (3.2+-0.3) µm, Q=1.9+-0.2


    5. Peniophora laeta


    6. Eine Exidia an Nadelholz. Sporenmaße (13.3+-0.7) µm x (4.5+-0.4) µm, Q=3.0+-0.3. Normalerweise wächst an Nadelholz ja immer Exidia pithya. Die sollte dann aber maximal 5 mm dick sein. Interessanterweise steht bei den Schlüsseln des niederländisch-belgischen Phragmoprojects, daß E. nigricans und E. glandulosa manchmal auch an Nadelholz wachsen können, so daß hier also auch durchaus Exidia nigricans in Frage kommt. Mikroskopisch ist da leider keine Unterscheidung zu machen.


    7. Merismodes sp.


    8. Puccinia lapsanae ex Lapsana communis


    9. Uromyces ficariae ex Ficaria verna


    10. Peronospora arvensis ex Veronica hederifolia agg.


    11. Peronospora aparines ex Galium aparine


    12. Vuilleminia coryli an Hasel. Sporen (19.3+-1.2) µm x (5.4+-0.5) µm, Q=3.6+-0.3


    Björn

    Hallo zusammen,


    heute vormittag war ich auf dem Düsseldorfer Südfriedhof unterwegs, wo sich im Frühling regelmäßig Geopora sumneriana zeigt. So auch dieses Jahr wieder. Dazu gab es dann aber auch noch den einen oder anderen Phytoparasiten.


    1. Geopora sumneriana


    2. Protomycopsis bellidis ex Bellis perennis


    3. Entyloma bellidis ex Bellis perennnis


    4. Entyloma ficariae ex Ficaria verna


    5. Puccinia lagenophorae ex Senecio vulgaris


    6. Bartheletia paradoxa ex Gingko biloba


    7. Clitocybe fragans


    8. Puccinia lagenophorae ex Bellis perennis


    9. Discogloeum veronicae ex Veronica sp.


    10. Ramularia geranii ex Geranium sp.


    11. Albugo candida s.l. ex Cardamine hirsuta


    Björn

    Hallo Nobi,


    vielen Dank für die Bestätigung. Und um deine Antwort zu paraphrasieren: Dank deiner Rückmeldungen nimmt mein Wissen über Dungpilze nach und nach zu ;) Die haben halt genau wie meine Phytos den Vorteil, daß sie von Wind und Wetter unabhängig sind und man sich einfach immer mal ein Schüsselchen auf den Schreibtisch stellen kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auf meinem Kaninchen aus den Borkenbergen in Haltern zeigt sich im Moment ein kleiner Pyrenomycet, den ich für Podospora pleiospora halten würde. Geht ihr da mit?

    Sporengröße (31-34) µm x (19-22) µm, Asci 16-sporig



    Björn

    Hallo Claudia,


    bei Pilze-Deutschland hat der sogar einen deutschen Namen, der etwas einfacher auszusprechen ist: Eschen-Spaltkohlenpilz


    Wobei ich beim Anblick der Fruchtkörper ja eher an einen Kußmund als an Kaffeebohnen denken muß.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte in meinem Bericht aus dem Volksgarten in Mönchengladbach vom 1.3.2020 ja schon unseren Fund von Hysterographium fraxini an Fraxinus excelsior vorgestellt. Heute Abend habe ich dann aber noch einige deutlich bessere Mikrobilder hinbekommen, deshalb jetzt also der Pilz hier noch mal in seiner ganzen Schönheit.


    Und nun noch mit etwas Lugol:


    Björn

    Hallo Thorben,


    als Ralf bei FB seine Mikrofotos gezeigt hatte, habe ich aus gutem Grund sofort hier geschrien. So ein Sirobasidium macht schon was her und ich glaube, daß ich selber nie die Geduld hätte, um so etwas alleine zu finden.


    Björn

    Hallo Ulla,


    ich hatte eine Probe mitgenommen, bei der mittlerweile auch einige wenige Fruchtkörper reif geworden sind. Mikroskopisch sieht das ganze dann folgendermaßen aus:



    Damit ist Physarum wohl raus und das Capillitium erinnert mich eher an Trichia. Aber Jan-Arne hatte auch was mitgenommen und wird uns sicherlich noch erhellen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    vor ein paar Tagen hatte Ralf G. auf Facebook kleine, weiße Glibberpunkte auf einem Holzstückchen präsentiert, die er in Viersen auf der Süchtelner Höhe gefunden hatte und bei denen er im Mikroskop nur Sporen über Sporen gesehen hat. Ich hatte ihm angeboten, daß er mir das gute Stück gerne mal übergeben kann, was er dann auch bei der gemeinsamen Exkursion in Mönchengladbach am Sonntag tat. Mit dem Mikroskop zeigte sich dann schnell, daß er hier (mal wieder) einen absoluten Glücksgriff getätigt hat, denn es handelt sich um Sirobasidium albidum, einen Heterobasidiomyceten, bei dem die runden Basidien in Ketten gebildet werden, was unterm Mikro sehr hübsch aussieht. Dazu kommt noch, daß der Pilz bis jetzt in Deutschland erst dreimal nachgewiesen wurde. Das ist aber nicht verwunderlich, weil so kleine Pilze, die bei Trockenheit bis zu Unkenntlichkeit zusammenschrumpeln natürlich schnell übersehen sind.


    Jetzt aber genug der Worte und ein paar Fotos des tollen Fundes:



    Björn

    Hallo zusammen,


    das Hysterographium war da gestern eigentlich an fast jedem dünnen Eschenzweig, der auf dem Boden lag, zu finden. Von daher frage ich mich gerade, ob das wirklich so selten ist oder einfach nur übersehen wird. Wobei im Volksgarten ein netter, älterer Herr ja offenbar schon sehr gründlich nach den Pilzen dort guckt ;)


    Zur Scleroencoelia steht im Artikel von Pärtel et al., wo die Art beschrieben wurde, als Diagnose, daß S. fraxinicola im Gegensatz zu den anderen Arten der Gattung auf Fraxinus und nicht auf Populus wächst. Ansonsten scheint abgesehen vom Substrat auch die dunkle, fast schwarze Farbe der Apothecien charakteristisch für den Eschenbewohner zu sein.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier der zweite Teil aus dem Gladbacher Volksgarten, wo die Basidomyceten und sonstiger Rest folgt.


    1. Scytinostroma hemidichophyticum


    2. Sollte das etwa die lange gesuchte und ominöse Phlebia rufa sein? An Laubholz. Schnallen vorhanden, Zystiden ebenfalls. Sporengröße (5.2+-0.4) µm x (2.3+-0.2) µm, Q=2.2+-0.2


    3. Crepidotus mollis. Sporengröße (7.7+-0.2) µm x (4.8+-0.2) µm


    4. An Buche. Sporengröße (12.7+-1.4) x (4.6+-0.7) µm, Sporen erscheinen meist unseptiert, wenn Septen erkennbar sind, sind diese dünnwandig und die Sporen haben drei Septen. Schnallen sind nicht vorhanden. Die Basidien sind V-Förmig. Mit dem Dacrymyces-Schlüssel des Phragmoprojekts lande ich dann bei Dacrymyces minor.


    EDIT: 13. Das hier ist nicht Lachnella sondern ein waschechter Ascomycet: Proliferodiscus pulveraceus


    5. Lachnella sp.


    6. Craterocolla cerasi


    7. Fomitopsis pinicola


    8. Daedaleopsis tricolor


    9. Ein Schleimpilz mit Sporengröße (13.1+-0.8) µm


    10. Noch ein Schleimpilz. Sporengröße (11.4+-0.4) µm


    11. Hier muß ich erst noch die Pflanze bestimmen.


    12. Uromyces ficariae ex Ficaria verna


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich zusammen mit Ralf G. im Mönchengladbacher Volksgarten auf Tour. Unterwegs wurden wir beim Begutachten eines Holzstapels auch von einer Frau angesprochen und gefragt, ob wir Flechten suchen würden. Als wir erklärten, daß wir auf Pilzsuche sind, erzählte sie uns, daß sie im Volksgarten vor einiger Zeit schon mal einen großen, schlanken, sehr freundlichen älteren Herren getroffen habe, der dort querfeldein unterwegs war und ihr erklärte, daß er eine für den Wald neue Flechte gefunden habe und wie sie sich von anderen Arten unterscheidet. Wer mag das wohl gewesen sein? ;)

    Ansonsten gab es natürlich auch jede Menge Pilze, die ich hier nach und nach vorstellen möchte. Den Anfang machen in Teil 1 die Ascomyceten:


    1. Würde ich für Dasyscyphella nivea halten


    2. Calycellina alniella


    3. Hypoxylon petriniae an Esche


    4. An Birke


    5. Das halte ich für Hypoxylon fuscum auf Corylus avellanus


    6. Hysterographium fraxini


    7. Sclerencoelia fraxinicola


    8. Ramularia rubella ex Rubus sp.


    9. Pyrenomycet an Buche, eventuell Hypoxylon cohaerens?


    10. Chaetosphaerella phaeostroma, Sporengrößen 32-34 µm


    11. Polydesmia pruinosa


    12. Daldinia concentrica

    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag ging es mal wieder zu einer Exkursion in die Gruga. Die gesuchten Ciborias an Erlenkätzchen haben wir zwar nicht gefunden, dafür aber einige andere interessante Funde gemacht:


    1. An totem Rubus fruticosus agg. fanden sich hübsche weiße Becherchen. Leider kann ich gerade nicht alle Mikrobilder eindeutig meinen Funden zuordnen, deshalb zunächst mal nur die Bilder, die sicher zu diesem Becher gehören


    2. Kleine Pyrenomyceten an Brombeere. Ebenfalls nur eingeschränktes Mikro-Bildmaterial


    3. Es gab auch Schleimpilze soweit das Auge nur reicht:


    4. Puccinia obscura ex Luzula sp.


    5. Milesina scolopendrii ex Asplenium scolopendrium


    Björn