Beiträge von Pälitzhofer

    Hallo Beli, der hallo Werner,


    Ich bin da nicht ganz auf dem Laufenden. Vor ein paar Jahren galt noch

    Apfel = Ph. trivialis, Weide = Ph. igniarius. Dann: trivialis = igniarius. Dann wieder das Erstere...

    Was ist jetzt aktuell?


    LG

    Manfred

    Die zweite Anfrage zeigt auch welche, wobei hier große Zweifel bezüglich des Substrates bestehen. Lebende Fichte??? ...liegender Ast/Stamm... ...Laubblätter in der Nähe (Eiche + x)… …Tannenzweig im Bild…

    Lebend Fichte als Substrat ist seeehr unwahrscheinlich, liegender Laubbaumstamm wäre OK

    LG Manfred

    Hallo Florian, Rada und Norbert.

    Heute habe ich mir das Pilzchen noch mal angesehen.

    Mein Fehler bei der Bestimmung war ganz am Anfang: Ich bin mit dem Schlüssel von Richardson und Watling eingestiegen. Gleich die Frage 1 hab ich falsch beantwortet. (Peri-, Pseudo- oder Apothecium versus Cleisto- oder Gymnothecium) Hier bin ich bei Perithecien abgebogen und damit war Preussia mit Cleistothecien raus. Ich glaube allerdings nicht, dass das Cleistothecien sind. Nach der Definition von Kreisel (1969) liegen da die Asci „im Ascocarpzentrum unregelmäßig zerstreut.“ Beim aufgequetschten Fruchtkörpet im Präparat meine ich eine gewisse Grundordnung zu erkennen. Leider habe ich heute keinen vernünftigen Fruchtkörperschnitt hinbekommen (einfach zu klein)... Perithecien sind nach Kreisel (ebd.) „allseitig geschlossene oder mit ... Ostiolum ... versehene Fruchtkörper, in deren Zentrum die Asci rosetten- oder hymeniumartig angeordnet sind.“

    Ich hab ja noch nicht viele Dungpilze gesehen, aber die Ähnlichkeit zwischen Preussia und Sporormiella ist groß. Warum sollten die zwei offensichtlich nahe verwandten Gattungen völlig verschiedene Fruchtkörpertypen haben? Ich denke, die Frk. von Preussia sind Perithecien ohne Ostiolum. Das hab ich so auch gleich mit Bleistift im Schlüssel angemerkt.

    Viele Grüße

    Manfred


    Kreisel, H. (1969): Grundzüge eines natürlichen Systems der Pilze. - Jena, p. 85f.

    Der große Porling ist nur von der Oberseite nicht bestimmbar. Verdacht: Wenn er relativ dünn und scharfkantig ist, dann ist es Ganoderma lipsiense/applanatum

    Danke Florian,

    Dann wird es wohl aufgrund der z.T. schrägen Septen und der Sporengröße eine Preussia funiculata. Ich schau mir das nachher noch mal an.

    Dass ich die Existenz der Gattung Preussia nicht auf dem Schirm hatte, sei mir als überzeugten Mecklenburger verziehen. 😂

    Viele Grüße aus dem schönen Mecklenburg (kurz vor !!! der Grenze nach Preußen)

    Manfred

    Hallo Pilzfreunde,


    Heute gibt es mal was neues von Ron und Ginny, unseren beiden Häschen. Auf dem Komposthaufen habe ich heute mal ältere Köddeln eingesammelt und bin beim Durchmustern.


    Dabei fand ich an der Oberfläche ein glänzendes fast rundes geschlossenes Kügelchen. Es hatte keinen Perithecienhals und keine auffallende Öffnung. Darum habe ich es als Verdachtsmyxomycet unter das Deckglas gepackt und leicht gequetscht.


    Heraus kamen keulige, lang gestielte, 32-sporige Asci. Die 1zelligen Ascosporen waren sehr uneinheitlich in Form und Größe und hatten eine leicht schräge geschwungene Keimspalte. Also nach Schlüssel Hypocopra. Da gab es aber nichts, was passen könnte.


    Schließlich kam mir der erlösende Gedanke! Die unreifen Sporen sind zu viert zusammenhängend, also 32/4=8, also 8-sporige Asci mit 4zelligen Sporen, also Sporormiella!


    Nun komme ich aber auch hier nicht weiter... Sporen 30-35 my, seeehr früh (noch im Ascus) zerfallend? Septen z.T. schräg, Keimspalte schräg und geschwungen. Asci lang gestielt... Sporormiella leporina will nicht so recht passen, besseres fällt mir dazu aber nicht ein.


    Viele Grüße

    Manfred



    Perithecienwand


    Überblick


    Asci


    Sporenfragmente mit Keimspalte






    Hallo ins Forum!


    Seit heute bin ich stolzer Besitzer eines neuen Buches. Als verspätetes Weihnachts-selbst-geschenk ist heute MEIN Fungi Fimicoli Italica angekommen.


    ...und der erste heute gefundene Pilze war gleich NICHT drin...


    Auf meinem Fuchs wuchs ein 2,5 Zentimeter (2500 my) Sporangiophor. Der Stiel war unten grünlich-braun weiter oben braun. Auch die Columella war braun. Die leicht bräunlichen Sporen maßen 17-20 x 8-10 my. Richardson und Watling führen mich zu Ph. nitens.


    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Pilzfreunde,

    Heute habe ich auf Hase gut gefunden.

    Das ging los mit winzigen gelben Becherlingen. Unter dem Mikroskop keulige 8sporige Asci mit hyalinen ellipsoiden Sporen (7-8 my). Eine Wucht aber waren die mit goldener Flüssigkeit gefüllten Paraphysen. Ich habe das Pilzchen als Thelebolus microsporus bestimmt.

    Der war für mich neu, es kommt aber noch besser: Winzige dunkle Punkte, unter dem Mikroskop 100-150 my große Perithecien mit 8sporigen Asci, Ascosporen 7-8 my. (Daneben waren noch vielsporige Asci im Präparat die ich aber ignoriert habe...) Mit Richardson und Watling kam ich glatt auf Sordaria minima.

    Beim Nachschauen im Forum, ob das denn sein kann, fand ich von Nobi den Hinweis, dass die Art an Thelebolus wächst. Schlagartig wurden also die vielsporigen Asci interessant. Die waren zu mehreren in einem Ascoma. Die 100 my großen Asci haben 264 Sporen die ellipsoid und 8 my lang sind. (Mit Richardson und Watling käme ich zu Thelebolus nanus.) Mit dem Pilzforum komme ich zu Th. polysporus.

    Ich hoffe mal, dass die Drei richtig bestimmt sind. Das waren 3 persönliche Erstfunde in 2 Stunden.


    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Norbert, hallo ins Forum,


    Zitat:

    Passend zum Thema gibt es eine weitere Arbeit, wo einige "neue Arten" dieses Artenkomplexes beschrieben werden.

    Vielleicht kannst Du ja den Artikel auftun. Ich habe dafür momentan weder Kraft noch Lust.


    Ich hab den einen Autor (Prof. Silar) angeschrieben. Er hat mir den Artikel geschickt. Soll ich ihn hier Einstellen (Urheberrecht?) oder Dir/Euch Kopien per Post schicken?


    Der Herr scheint ganz nett zu sein und sucht Proben von Sordariales... Anbei die Mail.


    ——————————-


    Dear Manfred,

    please find enclosed the paper. I don’t know if you cultivate the fungi, but if you have any interesting strain related to P. anserina (e.g., Sordariales) I would be glad to receive them. Alternatively, if you don’t cultivate the fungi, but if you find intersting Sordariales one, I would be glad to receive dung samples with the fungus, so that I can cultivate them,

    cheers

    Prof. Philippe Silar

    Hallo Pilzfreunde,


    Hier ein Notruf aus Namibia Mecklenburg.


    Mein Freund, der Fuchs, hat mir ein Häufchen hinterlassen, das mich überfordert. (Ab sofort nur noch Schaf!) Bis ich den Rhopalomyces bestimmt hatte, war ich kurz vor dem Wahnsinn. Inzwischen bin ich schon ein ganzes Stück weiter...


    Da sind winzigste (< 0,2 mm) gestielte Becherchen mit langen septierten Borsten am Rand.

    Unter dem Mikroskop ertrinkt alles in winzigen (5-6 x 3 my) Sporen.

    Ich finde keine Asci. (Gibt es rein anamorphe Apothecien???)


    Ohne Asci taugt der beste Schlüssel nicht. Für Lasiobolusse sind die Sporen zu klein. Ascophanus cinerellus hätte Haare und derartig kleine Sporen soll aber grau sein...


    Kann mir jemand sachdienliche Hinweise geben?


    Herzliche Grüße

    Manfred

    Hallo Wastl,

    Das sieht eher nach Exidia glandulosa/truncata aus. Zumindest das erste Bild. Ist der Stamm denn Holunder?

    Herzliche Grüße

    Manfred

    Hallo Freunde der kleinen Pilze,


    Hier noch ein Nachtrag aus dem alten Jahr. Ich hatte gehofft, noch weitere Fruchtkörper zu finden und bessere Fotos machen zu können - hat aber nicht geklappt.


    Saccobolus ist mir leider bisher ein Buch mit 5 bis 6 Siegeln geblieben. S. depauperatus meine ich inzwischen halbwegs sicher ansprechen zu können. S. glaber hatte ich inzwischen auch. ...und nun der hier...


    Apothecien knapp 1 mm diam. bräunlich-violettlich also sect. Eriobolus

    Asci 8sporig, Sporenanordnung Typ II nach Brummelen

    Sporen deutlich warzig, Epispor als Kruste nur außen am Paket aufliegend

    Sporenpakete um 50 my, Sporen 16-19 my


    Damit komme ich zu Saccobolus beckii. Die Abbildung bei Brummelen passt nicht - so stark warzig ist meine Aufsammlung bei weitem nicht. Hingegen fühle ich mich mit der Abb. 116 bei Doveri (An update on the genera Ascobolus ans Saccobolus...) sehr wohl.


    Liege ich hier richtig oder ist es doch ein Saccobolus versicolor?


    Viele Grüße

    Manfred


    Hallo Nobi,

    Vielen Dank für die Bestätigung und die Literatur.

    Die Imperfekten habe ich bisher eher vernachlässigt. Kommt man bis zur Gattung, dann fehlt oft die Literatur bis zur Art oder das Mikroskop reicht nicht aus. Da ist das Frustrationspotential hoch. Da waren die beiden Erfolgserlebnisse heute schon mal Balsam auf die Mykologenseele.

    Herzliche Grüße aus Pälitzhof

    Manfred

    Liebe Freunde der kleinen Pilze,


    ...und noch einer, den ich mir Ellis und Ellis bestimmen könnte:

    Auf Hinterlassenschaft vom Damwild ist mir ein Imperfekter aufgefallen. Weißes Mycel aus dem auf dünnen Stielchen weiße Köpfchen stehen. Das Conidiophor ist septiert. An der Spitze findet sich eine Vesikel mit kleinen Zähnchen, auf denen die Sporen gebildet werden. Die Sporen etwas eiförmig 16-18 my groß. Dabei ist am „spitzen“ Ende kein Zähnchen zu sehen. Wenn es hier nicht noch weitere Arten auf Dung gibt, dann sollte das Oedocephalum glomerulosum sein.


    Viele Grüße

    Manfred



    Liebe Pilzfreunde,

    Mitte Dezember habe ich kein kleines Häufchen vom Fuchs mitgenommen, dass seitdem in der Feuchtkammer vor sich hin gammelt. Da bisher nichts wuchs, wollte ich es schon dahin zurückbringen, wo es herkommt...

    Nun heute ist doch was gekommen. Ich fand kleine Stielchen (ca. 1 mm hoch) mit braunen Sporenköpfchen, die mich an Aspergillus niger erinnerten. Unter dem Mikroskop dann aber die Überraschung! Das Ding ist unseptiert - also ein Zygomycet. Der Pilz ist aber nicht verwandt mit Mucor oder Pilobolus, da die dunklen und riesigen Sporen auf Zähnchen stehen. Des Rätsels Lösung fand ich dann bei Ellis und Ellis in den „Microfungi On Miscellaneous Substrates“: Rhopalomyces elegans

    Sporangiophor 1 mm hoch, Vesicel 75 my, Sporen 45 x 20 my, Die Sporen sind braun, haben zum Zähnchen hin einen etwas helleren Hof, dann einen dunklen Bereich, wo dann das hyaline Zähnchen sitzt.

    Viele Grüße

    Manfred



    Liebe Pilzfreunde,


    Ich wünsche allen ein gesundes neues Jahr und viele tolle Pilzfunde für 2020!


    Bei mir hat das Jahr gleich mit einem Knaller begonnen. Auf Schafköddeln zeigten sich winzige kleine schwarze Kügelchen (vermutlich habe ich die bisher einfach nicht für voll genommen). Die Perithecien waren lediglich 130 my groß. Die Asci hatten 60 x 10 my und darin lag jeweils ein kleiner dunkler „Maiskolben“. 😂 Die Sporen sind ca. 45 my lang und bestehen aus ca. 16 Zellen. Die Herren Ahmed und Cain haben in Ihrem Schlüssel nur eine Art, die hier infrage käme, nämlich Sporormia fimetaria. Ich hoffe, da liege ich nicht falsch.


    Anbei noch ein paar Fotos.


    Viele Grüße aus Pälitzhof

    Manfred