Ich bin da wahrscheinlich eher pragmatisch als politisch.
Ansonsten denke ich, dass die europäischen Datenschützer für die Problematik sehr sensibilisiert sind und dass es da auch weitere Regelungen in Zukunft geben wird - die zum einen Teil die Selbstbestimmungsmöglichkeiten des Users betreffen, was er zulässt oder nicht - und zum anderen Teil wie die gesammelten Daten anonymisiert und weiterverarbeitet werden. Die Sammelei selbst wird wohl nicht zu verhindern sein - das ist ja auch eine Geldmaschine (und auch ganz althergebrachte Medienunternehmen mischen da genauso mit ... weil sie auch befürchten, dass durch die herkömmlichen Medien nichts mehr zu verdienen ist.)
Es geht da ja beim Datenschutz im Web noch um viel sensiblere Dinge, wie das Standortverfolgen bei mobilen Geräten usw. und die Sicherheit der Kommunikation über neuere Dienste, da scheint noch manches zu tun zu sein.
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Hallo abeja,
genau darum geht es!
Google hat mittlerweile eine Monopolstellung, weltweit wohl so an die 80 Prozent. Google lassen wir bereits jetzt schon Daten aus vielen Bereichen unseres Lebens sammeln, ob nun direkt oder indirekt. Und diesem Sammeln der Daten kann man sich kaum entziehen. Die Tendenz der Ausweitung der Einblicke in unser Leben, unsere Privatsphäre, die wir Google ermöglichen, ob nun direkt oder indirekt, ist besorgniserregend.
Es geht hier nicht um die Werbung, es geht auch nicht um Rankinglisten. Es geht darum, dass wir nicht genau wissen, welche Daten denn gelesen werden und wofür diese Daten irgendwann einmal verwendet werden könnten! Es geht darum wie leicht es bei einer weltweiten Monopolstellung möglich ist zu beeinflussen, auch zu manipulieren!
Ich zitiere einmal aus Interviews, veröffentlicht auf Deutsch u.a. in Wikipedia: Laut einem Interview der Financial Times, das 2007 mit Googles Geschäftsführer Eric Schmidt geführt wurde, plant Google so viele Daten jedes einzelnen Nutzers zu sammeln, dass sogar sehr persönliche Fragen beantwortet werden können, wie zum Beispiel –žWomit soll ich mich morgen beschäftigen?–œ oder –žWelches Arbeitsangebot soll ich annehmen?–œ. Im Jahr 2010 bekräftige Eric Schmidt diese Zukunftsvision mehrfach, zunächst in einem Interview gegenüber dem Wall Street Journal: –žIch denke, die meisten Menschen (–¦) möchten, dass Google ihnen sagt, was sie als nächstes machen sollten.–œ (–¦) –žSagen wir, du gehst eine Straße entlang. Aufgrund der Informationen, die Google über dich gesammelt hat, wissen wir grob, wer du bist, wissen ungefähr, was dich interessiert, wissen annäherungsweise, wer deine Freunde sind. Google weiß auch, bis auf wenige Meter genau, wo du gerade bist.–œ Im Rahmen eines Vortrags auf der IFA-Messe in Berlin 2010 ergänzte Schmidt diese Zukunftsvision um das Beispiel, dass Google selbst einen Nutzer daran erinnern könnte, bei schlechtem Wetter eine Regenjacke anzuziehen. –žWir können Menschen Anregungen machen, denn wir wissen, was ihnen wichtig ist.–œ
Es ist ja bekannt, dass zumindest ein Mal unter anderem durch Google Benutzer-Daten an den US-Geheimdienst weiter gegeben wurden! Und dies dürfte wahrscheinlich nur die eher zufällig bekannt gewordene Spitze des Eisberges sein. Wissen wir, wie sich z.B. die politische Lage verändern wird? Können wir absehen was unter Umständen mit unseren Daten dann geschehen könnte?
Es ist richtig, dass wir indirekt dieses Sammeln der Informationen und den (möglichen) Umgang damit akzeptieren alleine dadurch, dass wir Google bzw. mitlerweile kann man ja sagen generell das Internet, nutzen. Nun wurde aber von Datenschützern durchgesetzt, dass Google eben ein wirkliches Einverständnis von jedem von uns verlangen muss. Liest man diese Datenschutzbestimmungen, dann sind da erst einmal sehr viele schöne, besänftigende Worte - Google will uns nur Gutes. Dies mag aktuell schon sein, liest man aber genau, dann steht da eigentlich nicht wirklich etwas konkretes - alles ist irgendwie "evtl.", "gelegentlich", "manchmal" usw. Irgendwie legt sich Google nirgends fest und lässt alles diffus erscheinen, lässt sich irgendwie alle Möglichkeiten offen. Ich kenne mich mit Internet etc. nicht wirklich aus, noch bin ich juristisch bewandert oder habe wirklich Kenntnisse über Datenschutz, aber als ich dies gelesen habe, wurde ich doch sehr stutzig.
Bisher habe ich das Verhalten von Google (und muss es auch weiterhin) alleine durch die Nutzung des Internets zwangsläufig toleriert. Nach wie vor denke ich aber, dass es sehr wohl einen großen Unterschied macht, ob ich dem ausdrücklich zustimme!
Liebe Grüße
Maria