Beiträge von Alexander

    Hallo Maria,


    ich dem Bild #2 sehen ich Schuppen auf manchen Hüten und Bild #3 zeigt einen schuppigen Stiel. Ich sehe auf diesen 2 Bildern Stockschwämmchen.
    Die Pilze vom Bild #1 hätte ich alle einzeln abgetrennt und sie von unten angeschaut um eine Aussage machen zu können. Von oben gesehen können das schon Stockschwämmchen sein, aber Du kennst ja die Verwechslungsgefahr Gifthäublinge.


    Mausmann war schneller :)

    Hallo Stefan und Pablo,


    vielen Dank für Eure Antworten!



    na ja, was soll ich sagen. Du hast in beiden Fällen die Gattung, die nähere Verwandtschaft raus. Eine genaue Artdiagnose ist leider aufgrund von Bildern, Zustand der Fruchtkörper nicht wirklich sicher möglich...


    Gattung und nähere Verwandschaft - das ist schon mal eine Aussage!



    Scheidenstreiflinge mit grauen oder weißlichgrauen Hüten sind für mich nicht bestimmbar. Dazu müsste iczh mich erstmal durch einen Stapel an aktueller Literatur arbeiten und dann Zeugs einsammeln und die Abgrenzungskriterien nachvollziehen. Kann man aber so machen, wie es diverse Internetseiten und Pilzbücher nach wie vor tun: Je nach Tagesform mal so ziemlich alles als Amanita vaginata bezeichnen, bei so 3-30% der so bezeichneten Arten wird's schon stimmen. ;)


    OK... Wenn Webseiten und sogar Pilzbücher alles mögliche als Amanita vaginata bezeichnen, da muss ich wohl kapitulieren... Bzw. so wie bei Reizkern vorgehen - wenn für die Pfanne gesammelt wird, dann ist es nur wichtig Reizker (bzw. Scheidenstreiflinge) als solche sicher zu erkennen und nicht einzelne Arten zu unterscheiden.


    Übrigens, ich habe auf der selben Stelle in Viernheimer Heide früher auch mal Scheidenstreiflinge mit grauen Hüten gefunden die aber kleiner waren. Sowohl die damaligen Pilze als auch diese zwei hier waren lecker. Sie hatten keinen unangenehmen Beigeschmack wie Amanita fulva.

    O je! Ich habe heute dieses Thema hier verlinkt und müsste feststellen dass ich auf die letzten Kommentare hier nicht geantwortet habe wo mir Fragen gestellt wurden. Sorry, ich antworte jetzt doch nach dem Motto "lieber zu spät als nie" :shy: !




    [..] Der Perlpilz ist da doch etwas besser. [..]


    Diese Aussage wundert mich. Der Perlpilz gilt überall als hervorragender Speisepilz. Letztes Jahr habe ich den das erste mal verkostet und war vom Geschmack sehr angetan.


    Ich weiß nicht voran genau es liegt, aber manchmal schmecken mir Perlpilze ganz gut und manchmal gar nicht... Ich habe Perlpilze im Sommer letztes Jahres zuerst probiert und habe danach immer wieder Perlpilze gesammelt, etwa 20-30 mal insgesamt. Ich bin mir bei Bestimmung der Perlpilze ziemlich sicher. Eine Verwechslung wäre ja extrem gefährlich. Bei leichtestem Zweifel in Einzelfällen habe ich die Pilze nicht mitgenommen. Es waren immer wirklich Perlpilze: stehts rötend, rübenartige Knolle, geriefte Manschette und weiße Lamellen.


    Es gab definitiv Unterschiede im Geschmack. Manche Perlpilze waren etwas sauer, die anderen dagegen gar nicht!


    Eine Mischpfanne mit Perlpilzen und Steinpilzen oder Pfifferlingen schmeckt toll! Auch wenn man Perlpilzstückchen herauspickt ein diese einzeln verkostet - diese sind total lecker! :yumyum:
    In einer Mischpfanne mit u.a. Amanita Fulva schmeckten mir Perlpilze aber anders, so etwa wie Amanita Fulva. <X
    In einer Mischpfanne wo die Perlpilze dominieren hat mich ein sauerer Beigeschmack gestört. :/
    In einem Einmachglas mit Reizkern und Maronen schmeckten Perlpilze sehr lecker.


    Ich habe deshalb eine Vermutung dass die Perlpilze den Geschmack anderer Pilze aufnehmen. Sonst kann ich mir das nicht erklären. Vielleicht hat jemand eine andere Idee woran es liegen kann?



    ja diese Aussage wundert mich auch. Für mich ist der Perlpilz schon ein leckerer Pilz. Zumal, wenn es im Wald fast nichts anderes gibt.


    Alexander........hast Du vom Perlpilz die Huthaut abgezogen? Denn das ist wichtig, sonst schmeckt er erdig.


    Hallo Heidi,


    ja, ich habe Huthaut und Manschette immer abgezogen.



    Hallo Chris,


    Danke für Deine Antwort! :)
    Giftige Verwechslungspartner kenne ich auch keine. Scheidenstreiflinge sind ja alle essbar und ähnliche Faserlinge nach denen ich recherchiert habe sind enweder ungeniessbar oder essbar, und sie scheinen mir vor allem dunkler und kleiner zu sein.


    Amanita fulva kenne ich aus dem selben Wald, dieser ist aber etwas kleiner und rötlich/braun/fuchsig gefärbt. Ich habe letzes Jahr welche probiert und dieses Jahr wieder... Na ja - "essbar" bedeutet nicht "lecker". Graue Scheidenstreiflinge (falls es welche sind - Amanita vaginata) habe ich auch schon mal an selben Stelle gefunden und probiert. Sie schmecken mir viel besser, haben kein Nachgeschmack.

    Hallo cleoluka!
    Das ist eine tolle Ernte! Hier in Baden-Württemberg kann man auf solche Funde neidisch werden. Vor allem Pfifferlinge gibt es in diesem Jahr so gut wie gar nicht.
    Ich hoffe dass Du heute auch erfolgreich im Wald warst.

    Einen schönen guten Abend liebe Pilzfreunde!


    Heute habe ich zwei Pilzarten gefunden bei denen ich um Eure Hilfe bitte.
    Ich weiß zwar um welche Arten es sich handeln könnte, aber was ich nicht weiß, ist welche (vor allem giftige) Verwechslungsmöglichkeiten es gibt, die ohne Mikroskop ausgeschlossen werden können.


    Meine Frage ist also - was kann es sonst noch sein?
    Ich bitte selbstverständlich nicht um Verzehrfreigabe, definitiv nicht. Ich möchte nur lernen damit ich in der Zukunft irgendwann mal solche Pilze sicher bestimmen und verzehren kann.


    1) Behangener Faserling (Psathyrella candolleana).


    Geruch ist nicht stark aber etwas stechend.
    Geschmack ist mild.
    Stiel ist definitiv ohne Ring, hohl, manchmal leicht gilbend sofort nach dem Schnitt.
    Den Rest kann man auf den Fotos sehen.


    2) Grauer Scheidenstreifling (Amanita vaginata)


    Wir haben zwei Exemplare gefunden, ca. 3 Meter voneinander entfernt.
    Hutrand ist gerieft, Lamellen sind hell, Stiel mit Volva aber ohne Ring und ohne Knolle. Es kann nur ein Scheidenstreifling sein, oder? Die Lamellen sind nicht rosa wie bei Scheidlingen!
    Geschmack ist mild. Geruch ist eher mild aber angenehm, irgendwie nussig! :/


    3) Diese Naturfotos hat meine Frau ebenso Heute geschossen. Ich poste sie hier nur weil ich sie schön finde und Euch zeigen möchte.


    Hallo,


    ich war gestern im Schönbuch Nähe Böblingen unterwegs und der Wald war wie leergefegt. Kein einziger Pilz, nichts! Obwohl der Boden sehr feucht war und das Klima schön warm. Wisst ihr wo man eine Übersicht über begleitete Pikzwanderungen in der Region finden kann? Ich wohne erst seit kurzem hi er und bin bisher von den Wäldern eher enttäuscht. 😕



    Hallo Antje,


    Momentan sieht es bei uns in Baden-Württemberg eher schlecht aus was die Pilze angeht. Es war zu lange zu trocken und zu warm. Es hat aber in den letzten Tagen ordentlich geregnet, deswegen habe ich etwas Hoffnung aufs kommende Wochende.


    Grundsätzlich würde ich auf Deiner Stelle Kontakt zu Pilzsachverständigen in der Gegend aufnehmen und bei diesen fragen wegen Pilzwanderungen, Exkursionen, usw.:
    https://www.dgfm-ev.de/speise-…tung/pilzsachverstaendige

    Hallo Pilz!


    Sehr schön dass Du dieses Thema hier aufgemacht hast! Ich wohne in der nord-westlichen Ecke Baden-Württembergs so dass ich viel in BW unterwegs bin, aber gelegentlich auch in benachbarten Regionen in Rheinland-Pfalz und Hessen. Ich werde hier gerne ab und zu meine zukünftigen Funde zeigen.


    Am Samstag war ich bei Familie zur Besuch und wir haben im Hochschwarzwald nach Pilzen geschaut. Wir waren zu sechst unterwegs und fanden in 2.5 Stunden lediglich 3 (drei!) verwertbare Speisepilze auf dem Bild unten, sonst nur zerfressene Täublinge und Perlpilze. Aber ich habe mich sehr über einen persönlichen Erstfund gefreut - der Mohrenkopf-Milchling.


    Ich habe Reizker auch roh eingefroren und sie waren nach ca. 3 Monaten noch einwandfrei!
    Ich friere eigentlich alle Pilze (außer Pfifferlinge, war mein erster versuch) roh ein, vakuumieren mache ich auch nicht, Ich schneide sie auf einem Schneidebrett und lege dann das Brett mit samt den Pilzen in die Gefriere, nach einer Stunde hole ich sie wieder raus und dann rein in so nen Zipperbeutel, dann klebt da nix mehr zusammen und ich kann problemlos portionieren :cool:


    Das ist eine interessante Methode... Muss ich ausprobieren.
    Ich habe bis jetzt immer Pilze zum Einfrieren erst gekocht, dann abgekühlt und flach ausgebreitet in einem Beutel eingefroren. Etwas flach damit die Pilze später schneller in einer Pfanne auftauen bzw. durch "auf-die-Tischkante-hauen"-Methode leicht zu portionieren sind. So sieht es dann etwa aus (die Überreste meiner Vorräte vom Vorjahr).



    Fazit: Ungefähr innerhalb der ersten 4-6 Monate war alles paletti: Der Geschmack ist nicht mehr ganz so intensiv (2-4 Monate eingefrohren noch absolut top), aber keine Bitterkeit. Allerdings beginnt nach etwa drei Monaten schon die Konsistenz nach dem Erhitzen etwas gummiartig zu werden, der Geschmack lässt erkennbar nach (weniger klares Aroma).
    Bei Pfifferlingen, die etwa 6 Monate bis 10 Monate eingefrohren waren, war schon deutlich eine bittere Note zu erkennen, die Konsistenz nach dem Braten nicht mehr wirklich proper, der Eigengeschmack verliert sich, die Pilze waren fad. Pilze, die ein Jahr in der Kühltruhe lagen, empfand ich selbst als ungenießbar. Bitter, gummiartig-mulschig und ohne Pfifferlingsgeschmack.


    Danke Pablo, das ist eine einleuchtende Erklärung für unterschiedliche Meinungen!
    Übrigens, alle Reizker die ich eingefroren habe wurden spätestens 6-8 Monate später gegesssen. Nur diese oben gezeigte Packung von November habe ich noch, da muss demnächst einen Geschmackstest machen, ob die Reizker noch OK sind. :yumyum:

    Hallo zusammen,


    zugegeben, ich habe nie Pilze roh eingefroren sondern immer zuerst fertig gebraten und dann eingefroren. Ich würde gerne wissen wie Eure Erfahrungen mit Reizkern sind. Da gibt es auch jede Menge Meinungen darüber dass man Reizker nicht einfrieren kann. Ich habe sowohl kurz angebratene Reizkerhüte als auch die lang geschmorten Reizkerstückchen ohne Probleme eingefroren und Monate später verwendet. Sowohl Geschmack als auch die Konsistenz war absolut OK. Ein Kollege mit dem ich im Herbst Reizker gesammelt habe hat gleiche Erfahrung gemacht. Entweder mache ich irgendwas anders oder schmecke es einfach nicht heraus oder Reizker in unseren Gegend anders sind als sonstwo.

    Ich habe heute ein Exemplar gefunden und möchte gerne zeigen wie sein Fruchtkörper sich nach wenigen Stunden an Druck- und Kratzstellen schwarz-braun verfärbt hat.
    Unterseite:


    Oberseite:


    Hier der ganze Fruchtkörper im Wald. Auf den Bildern oben ist ein Stück davon und zwar dasselbe das ganz vorne im 1. Bild zu sehen ist. Leider habe ich nur eine Handykamera dabei gehabt, deshalb sind die Bilder farblich etwas anders als oben (weniger gelb), aber man kann gut sehen wie jung dieses Exemplar noch war und wie sauber die Hutunterseite gewesen ist.

    Nach Kommentaren von Norbert und Pablo muss ich das Wort "eindeutig" zurücknehmen...
    Pilze sind sehr vielfältige Kreaturen, man darf sich da nie zu sicher fühlen.
    Außerdem eignen sich sämtliche Arten der Gattung Ferreum und ähnliche PIlzarten nicht zum Silieren. Schade...

    Hallo Claudia,



    ihr wisst ja, wie wenig gerade in der Pilzwelt los ist. Umso mehr hat mich dieser Fund unweit unseres Schuppens überrascht. Ich vermute, dass es sich um ein Exemplar Ferreum variabilis handeln könnte. In der Annahme werde ich unterstützt durch ein wirklich lesenswertes Pilz-Bestimmungsbuch, mit dem ich tatsächlich schon jede Menge Pilzchinesisch entschlüsseln konnte. Ich arbeite mich z.Z also gewissenhaft durch den von euch empfohlenen "Grundkurs Pilzbestimmung" von Rita Lüder. Im Kapitel, wo es um die Bestimmung der Hauptgruppen geht, habe ich auf Seite 146 ein Foto mit ähnlich aussehenden Pilzen entdeckt.


    Yep, das ist er! Selbst bei dieser Unschärfe kann man ihn eindeutig erkennen :thumbup: Ich habe selbst zwar F. variabilis noch nie im Wald gefunden, aber ihn habe diese Art oft im Stadtgebiet Mannheim gesehen bzw. gezeigt bekommen.



    Rita Lüder schreibt (Erscheinungsdatum 2007), dass die Zuordnung des Pilzes noch in der Diskussion ist. Wisst ihr, ob die taxonomische Stellung des Pilzes mittlerweile geklärt ist?


    Ich habe die 4. Auflage (2015) des Buches von Frau Dr. Lüder. Die Zuordnung dieses Pilzes ist bis dann immernoch nicht geklärt worden. Diese Art ist nicht so unkompliziert wie man annehmen könnte...


    Vielen Dank Alexander,


    das werde ich ausprobieren, wenn irgendwann wieder Pilze wachsen und dann berichte ich Dir über das Ergebnis. Ich bin gespannt.


    Lieben Gruß Claudia


    Gerne würde ich Dein Bericht lesen!
    Wie gesagt, möchte ich nächstes mal das Silieren nach russischer Art besser dokumentieren und hier ausführlich beschreiben, mit Fotos und Praxistipps.
    Die sonst ungenießbare Milchlinge können ja durch ähnliche Zubereitungsart auch essbar und schmackhaft gemacht werden, vor allem Birken-Milchlinge (Lactarius torminosus, Lactarius pubescens).


    Hallo Claudia,


    ich habe es mir für dieses Jahr vorgenommen den ganzen Prozeß zu dokumentieren und hier samt Fotos zu beschreiben. Ich hoffe dass ich im Herbst mich mit so einem Thema hier melde. Viele Skandinaven und Osteuropäer lieben silierte Pilze aber hierzulande ist Silieren noch recht exotisch, aber warum nicht selbst probieren?


    Im Grunde genommen ist das Verfahren genau dasselbe wie bei Sauerkrautherstellung. Statt Kraut nimmt man halt abgekochte Pilze und man wählt andere Gewürze, ansonsten ist es dasselbe.
    Ergebnis ist Geschmacksache, genau wie bei Sauerkraut, Salzgurken und sonstigen fermentierten Lebensmittel - einem schmeckt es super, dem anderen schmeckt es überhaupt nicht.


    "Rezept"
    Grundrezept für silierte Täublinge ist relativ einfach: 1kg Pilze + 50g Salz + Gewürze.
    Mann soll am besten ausschließlich junge Täublinge sammeln mit noch halbkugeligen Hüten. Ich habe nur mild schmeckende Arten siliert, diese braucht man vorher nicht zu wässern.
    Pilze nur grob mit Wasser putzen, 10-20 Minuten abkochen bis sie fast gar sind, abtropfen lassen. Kochwasser samt Reste vom Dreck wird weggeschüttelt.
    Mit Salz und Gewürzen in einem sauberen Glas bzw. Gärtopf vermengen. Das Glas am besten vorher mit kochendem Wasser sterilisieren, genau wie beim Einkochen.
    Die Pilze gut abdecken (mit Untertasse in ein Tuch eingewickelt oder so), nach unten drücken damit kein Luft darunter bleibt und mit Gewicht beschweren.
    Nicht luftdicht verschlissen weil das ganze gärt! Im Kühlschrank aufbewahren. Nach etwa 10 Tagen ist es fertig.


    Gewürze sind nach persönlichem Geschmack auszuwählen. Täublinge brauchen eher mehr Gewürze, Reizker dagegen gar keine weil sie von sich aus viel Eigengeschmack haben. Beispiele: grob gehackter Knoblauch, Pfefferkörner, Lorbeerblätter, Chilischoten, usw. Traditionell werden gerne Blätter der Schwarzen Jochannisbeere und Dillblumen benutzt.


    Größtes Problem ist Schimmel. Mann soll die Pilze alle paar Tage kontrollieren. Ist oben etwas Schimmel zu sehen - muss man die obere Reihe entfernen und die Abdeckung (Untertasse) sterilisieren bzw. austauschen. Darunter sind die Pilze i.d.R. noch ganz OK.


    Andere Arten Silieren
    Mit Reizkern funktioniert es fast genau so. Sie werden vorzugsweise ohne Abkochen siliert, dann verlängert sich die Gärzeit auf 30-40 Tage und auch die Schimmelgefahr wird größer. Mir persönlich schmecken silierte Täublinge besser, Reizker haben ja diesen harziger Geschmack... Ansonsten habe ich im Herbst letztes Jahres auch Violette Röttelritterlinge und Hallimasch siliert, alles in relativ kleinen Mengen (etwa 500g). Hallimasch schmeckte mehr oder weniger OK, Violette Röttelritterlinge schmeckten mir dagegen ganz furchtbar, diese haben wir dann großteils entsorgt. Vielleicht liegt es daran dass unsere Buckeltäublinge und Hallimasche noch jung waren, mit geschlossenen Hüten, die Röttelritterlinge aber schon groß und ganz aufgeschirmt.


    Ich habe ein Video gefunden wo das ganze gezeigt wird, allerdings ist dieses Video komplett auf Russisch...

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    Hallo Claudia,



    Zu Täublingen habe ich eine grundsätzliche Frage. Ich bin bislang immer der Täublingsregel gefolgt, dass milde und nichtbittere essbar sind. Ist daran etwas auszusetzen, sofern man nicht unter absoluter Geschmacksverirrung leidet und Täublinge makroskopisch bestimmen kann? Ich gestehe aber, dass ich eigentlich nur Frauentäublinge und Wieseltäublinge mitnehme, weil ich keine Lust habe meine Geschmacksnerven auf längere Zeit außer Betrieb zu setzen, weil ich wieder einmal einen ganz schlimm scharfen probiert habe.


    Ich bin kein Experte, aber so weit ich weiss gibt es in Mitteleuropa keine Täublinge die gefährlich giftig wären. Ob eine mild schmeckende Art lecker ist oder nicht - das ist eine andere Frage. Ich habe schon sehr verschiedene Täublinge probiert, es gibt da große Unterschiede im Geschmack und teilweise auch in der Konsistenz. Ein Weißtäubling war zum Beispiel nach langer Zeit in der Pfanne immer noch etwas knackig obwohl andere Pilze schon lange gar waren. Und es gibt Täublinge die einfach sehr lecker schmecken, Geschmacksrichtung Steinpilz roh probiert!


    Ich selber nehme mild schmeckende Täublinge immer gerne mit, es sei denn sie sind auffällig leichtgewichtig und brüchig. Bestimmen konnte ich nur etwa fünf bis zehn Arten davon.


    Und nur so am Rande erwähnt: in Ländern wie Russland werden alle hemische Täublinge und Milchlinge siliert. Egal welcher Art und egal ob scharf oder nicht. Nach 2-3 Tage Wässern und danach optional Abkochen werden sie mit Salz und Gewürzen vermengt und wie Sauerkraut milchsauer eingelegt. Schärfe oder unangenehmer Geschmack ist dann weg. Mein russischer Großvater war ein Meister dieser Zubereitungsart, er hat durch diese traditionelle Methode sogar Stinktäublinge halbwegs schmackhaft hingekriegt! Ich habe letztes Jahr zum ersten Mal versucht Täublinge selbst zu silieren, und es ist mir überraschend gut gelungen. Es waren 1 kilo ganz junge Bucktäublinge, Russula caerulea.


    Hallo Alex,


    wenn die Waldwege Kalkschotter enthalten, reichen die Kalksandaufwirbelungen durch Forstfahrzeuge meist aus, dass in Wegesrandnähe kalkliebende Arten wie der Netzstielige HR (oder z. B. Fichtenreizker oder Stachelbeertäublinge) wachsen. Weiter drinnen im Wald findet man dann Flockenstielige HR, Amanitas und Steinpilze.


    Hallo Oehrling! Danke, ich habe wieder was dazu gelernt. :thumbup: Schotterwege und Spuren von Forstfahrzeugen waren da immer wieder zu sehen. Mein Pilz 1) stand tatsächlich direkt am Wegesrand.



    Ich selbst würde die Hexenröhrlinge als gar nicht so spezifisch bzgl. des PH's ansehen, denn dann dürften Flockies und Netzhexen nicht auch kunterbund durcheinander wachsen- und das tuen sie nicht selten.: Ich finde tendentiell, aber nicht absolut Flockes mehr Richtung Waldinneres, Netzhexen eher am Rand und das auch ohne Schotterwege. Ich habe mehr den Eindruck, daß Netzhexen eher mehr Licht präferieren als Flockies.
    Das bei uns der netzstielige aber allgemein viel häufiger ist, als der Flockie, das würde aber tatsächlich eher für eine gewisse pH- Affinität sprechen- bei uns sind die meisten Böden eher in Richtung etwas alkalisch.


    Diese Tendenz habe ich auch beobachtet. Obwohl ich Flockies schon direkt an einem Waldweg fand, im Gras etwas versteckt.
    Danke für Dein Kommentar! Bei Pilzen gibt es gibt so viele Sachen die eher als Tendenz zu verstehen sind, nicht als Regel :)


    Ziemlich sicher ist das die Gelbbräunliche Wurzeltrüffel (Rhizopogon obtextus), ein nicht seltener Mykorrhizapilz der Kiefer.
    Hier ein kleiner, informativer Beitrag zu der Art.
    Im Gegensatz zu echten Trüffeln (Ascomyceten, Schlauchpilze) handelt es sich bei den Wurzeltrüffeln um Basidiomyceten, also sogenannte Ständerpilze.


    Wow! Vielen Dank Nobi! :thumbup:
    Selbst wenn es kein echter Trüffel ist, freue ich mich sehr :) Ich habe noch nie vorher sowas gefunden. Eigentlich habe ich diesen Pilz auch nicht selber gefunden, ich dürfte ihn aber für Lernzwecke behalten.



    Wenn das ein Fund aus der Rheinebene war, dann kann man sich nicht auf Säure- und Kalkzeiger verlassen.
    Die Bodenverhältnisse wechseln da viel zu rasch. Um es mal lustig auszudrücken: Theoretisch kannst du hier eine Gruppe Stielboviste (relative Kalkzeiger) in der Mitte eines Hexenringes von Maronenröhrlingen (relative Säurezeiger) finden. ;)


    Danke für die Info! Es war nicht die Rheinebene. Ich war heute mit Rainer wieder im Pfälzer Wald unterwegs, da wo wir letztes Jahr waren. Von dort sind die Funde. An der Habichtspilzstelle ist noch gar nichts zu sehen, habe extra nachgeschaut :) Eigentlich gab es kaum Pilze. Nur einige Wulstlinge, wenige Täublinge und immer wieder Pfifferlinge.

    Einen schönen guten Tag alle zusammen!


    Obwohl es bei uns wieder zu trocken ist war ich heute wieder im Wald. Etwa 200g Pfifferlinge habe ich trotz Trockenheit gefunden. Der trockene Waldboden fühlte sich unter meinen Schuhen manchmal so an wie ein weicher Teppich (Moos) auf dem überall Cornflakes und Zwieback-Krümel verteilt sind ;):D Sehr crunchy.


    Dabei habe ich folgende zwei Pilze gefunden bei denen ich mir nicht sicher bin und die ich gerne Euch zeigen möchte mit Bitte um Bestimmungshilfe. Ich würde die beiden Pilze nicht essen, mir geht es dabei nur ums Lernen.


    Rätselpilz 1)
    Das hier scheint ein Netzstieliger Hexenröhrling zu sein. Was mich irritiert ist sein Stiel. Ich habe bis jetzt sehr wenige Netzhexen gefunden, die hatten aber immer einen gelben Stiel. Und dieser Pilz verfärbt sich anders.


    Größe: ca. 6 cm
    Hut Ø: ca. 4,5 cm
    Geruch: eher neutral, mild pilzig
    Geschmack: leicht säuerlich


    Bäume am Fundort: fast nur Kiefer. Etwas entfernt standen auch Kastanien und Birken. In diesem Waldabschnitt trifft man ab und zu einzelne Eichen, Buchen und Lärchen.
    Stellenweise wachsen dort Heidelbeeren und Fingerhut, das soll auf einen sauren Boden hindeuten. Steinpilze habe ich dort auch schon gefunden. Das passt wieder nicht ganz für Netzhexe weil Netzhexen andere Bodenansprüche haben, wenn ich es richtig verstehe.



    Verfärbung sofort nach dem Schnitt:


    Verfärbung 1-2 Minuten später - hier habe ich die Röhren vom abgeschnittenen Stück entfernt um die Farbe des Hutunterseite darunter zu zeigen:



    Rätselpilz 2)
    Kann das eine Trüffel sein?
    Durchmesser: 2,5 cm
    Geruch und Geschmack, pilzig angenehm. Ich würde sogar sagen - Richtung Steinpilz roh probiert.
    Gefunden im selben Wald wie 1). Andere Bäume als Kiefer habe ich am Fundort nicht gesehen, aber, wie oben geschrieben, theoretisch könnte eine Lärche oder ein Laubbaum da versteckt sein.


    Ich dachte zuerst an Kartoffelbovsite, aber ich glaube nicht das es einer ist, denn Kartoffeboviste riechen anders.



    Danke im Voraus und schöne Funde Euch allen! ;)


    Vielen Dank für den Link Rotfüßchen, ich hab es mit großem Interesse durchgelesen. :thumbup:



    Ich würde sogar sagen, daß die drei in Frage kommenden Seitlingsarten nur makroskopisch zu trennen sind (wenn überhaupt), und die hier und da mal angeführten Mikromerkmale eher inkonstant sind. Aber dem müsste man wohl auch nochmal nachgehen und auch etliche Sequenzierungsreihen starten, mittlerweile habe ich sogar den verdacht, daß bestimmte Sippen von Pleurotus pulmonarius mit einigen Sippen von Pleurotus ostreatus duchaus kreuzbar sein könnten.


    Danke Pablo, dann bin ich beruhigt ;) Ich habe gedacht dass ich Austernseitlinge jetzt endlich als solche bestimmen kann. Nach dem was Du schreibst, Pablo, verstehe ich dass die drei Arten sehr eng miteinander verwandt sind und nicht wirklich voneinander klar abgrenzbar sind. Wenn man Speisepilze zum Essen sammelt ist es aber sowieso kein Problem, denn alle drei Arten sind essbar - das habe ich aus Deinem Artikel im Pilzfreund-Magazin gelernt ==Pilz24