Beiträge von Wutzi


    Hallo Claudia,
    als Räuber kann man die Hörnchen nicht bezeichnen. Jedes Lebewesen entwickelt Lebensstrategien, die eine jeweilige Anpassung darstellen. Räuber ist außerdem ein rein menschlich juristischer Begriff, der dolus directus, also direkten Vorsatz voraussetzt. Zu direkten Vorsatz, zum Teil 1. Grades, ist nur ein Lebewesen fähig, nämlich das, welches genau aus diesem Grund, diesen Begriff geschaffen hat. Einzelne dieser Art wurden zu dem größten und schlimmsten Raubtier, das die Erde je gesehen hat.
    LG.
    Thomas


    Hallo Thomas,
    klar, ich weiß. Du hast völlig Recht. Der Begriff Räuber für ein Tier, das andere Tiere frisst, ist eine völlig unangemessene Definition. Es gibt kein Gut und kein Böse unter Tieren. Moralische Kategorien sind im Tierreich völlig unpassend. Ich habe menschlich bewertet - und das Eichhörnchen aus der Sicht der Singvögel betrachtet. Das ist natürlich Quatsch aber gelegentlich neige schon mal zu irrationalen Betrachtungsweisen.
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    Hallo Claudia,


    ich durfte auch einmal ein Nothilfe-Hörnchen kennen lernen. Extrem flauschig und anhänglich, erst quirlig, dann eingeschlafen ==10


    Der Pflegepapa ist jemand, der alles mögliche Getier durchbringt, das von Tierärzten schon für tot erklärt wurde. Problem nur, wenn sich die Viecher später nicht mehr auswildern lassen und am Bein kleben bleiben. Bei den Hörnchen (und Vögeln) hat's wohl immer geklappt, geblieben sind aber u.a. Findus der Waschbär und ein winziges Mauswiesel.


    Hallo Verena,


    das sind ganz wundervolle Fotos. Solche Begegnungen vergisst man nicht und es gehört wirklich viel Fingerspitzengefühl dazu, die Tiere durchzubringen. Das Auswildern von handzahmen Hörnchen ist eine Wissenschaft für sich. Du brauchst am besten eine Voliere an einem geeigneten Ort, wo das Tier zunächst Futter und eine Nest findet. Dann wird die Voliere geöffnet und Du musst Dich Schritt für Schritt zurückziehen, bis das Tier gelernt hat, sich selbständig zu versorgen.
    Ich habe großen Respekt vor Leuten wie Deinem Bekannten, die es schaffen, ein Hörnchen großzuziehen. Einmal muss rund um die Uhr gefüttert werden und dann sind's ja keine Haustiere, die stellen allerlei Schabernack an. Auch wenn Du keine Gardinen hast, ist das Inventar nicht sicher. Nüsse hinter Bilderrahmen ist noch harmloseste Unsinn. Und die Hörnchen haben nadelspitze Krallen. Mir ist mal so ein Nothilfehörnchen auf den Kopf gekrabbelt (unterbelichtetes Foto ziemlich weiter oben im Thread), das war regelrechte Folter ;).


    Interessant, die Damen und Herren Eichhörnchen sind eben Feinschmecker. Beobachtet habe ich so was noch nicht, oder es ist mir nur nicht aufgefallen und habe es fälschlicherweise für eine Art Sturmschaden gehalten.



    Hallo Holger,
    das habe ich auch nicht gewusst, bis ich mich näher mit den Hörnchen befasst habe. Letztens habe ich mir erstmals so ein Zweiglein genauer angesehen und festgestellt, dass die kleinen Knospen daran sorgfältig herausgebrochen waren. Die Hörnchen sind zwar Räuber, aber ich mag sie trotzdem sehr.

    Hallo zusammen,


    beim Waldspaziergang heute traf ich, wie schon so oft in diesem Winter, auf Ansammlungen von vorjährigen Fichtentrieben. Das sind nicht etwa die Überbleibsel vom Tannengrünschnitt. Wenn Ihr so ein kleines Stück Tannengrün genau betrachtet und feststellt, dass die daran befindlichen Knospen fehlen, habt Ihr es mit "Eichhörnchenspuren" zu tun. Sie beißen die Triebspitzen ab, um sie bequem in die Pfoten nehmen zu können und die Knospen abzunagen.



    Hallo Norbert,


    ich ergänze mal Deinen Beitrag: das gilt für den Fall, wenn es sich um 12 verschiedene Pilzarten handelt. Wenn es um dieselbe Art geht, können die auch alle zusammen eingestellt werden.

    Naamd zusammen, ich wünsch mir so, dass die Pilze wieder sprießen, aber gelegentlich lieben wir (der PSH und ich) den Winter - so wie heute ;)





    Hallo Craterelle,
    danke für den Tipp, aber den Grünspanbecherling habe ich bislang nur ein einziges Mal gesehen - bei einer Exkursion mit Andreas Gminder. Und der war winzig klein, hatte aber das Holz, auf dem er siedelte schon sehr schön intensiv gefärbt. Ich glaube, der wäre mir für Seife zu schade. Ich habe beschlossen, zunächst mal den Farbstoff aus Samtfußkremplingen herauszukitzeln. Den Sud verwende ich dann zum Anrühren des NaOH. Ansonsten habe ich jetzt Einiges an natürlichen Färbemitteln, das bei der Verseifung seine Farbe behält gefunden. Wenn das funktioniert, kann ich ja die Farben auch untereinander mischen.
    Gestern Abend hab ich eine Kaffeeseife mit Peeling aus Kaffeepulver gemacht. Die ist richtig gut geworden. Ich werde diesen dunklen Seifenleim mit hellem Seifenleim swirlen, das gibt bestimmt einen schönen Farbmix. Im Moment ist kein einziger Pilz zu sehen, alles weiß. :(

    kannst du mal ein Schnittbild einstellen ;)


    ...auch fehlen die Angaben zu Geruch, Geschmack, diverse Größen (Hutdurchmesser, Sporen - mikroskopische Bilder), Fundort, Begleitbäume...


    Hallo Stefan, ich schließe mich der Kritik meiner Vorschreiberinnen vollinhaltlich an. Also Du machst uns immer Dampf, wenn wir Pilz nur von oben einstellen und Du lieferst einen ab, der zudem noch eingeschneit ist.


    Komm, wir wollen jetzt Details sehen!



    Hallo Tuppie, der Link ist klasse, Danke!




    Hallo zusammen,


    total spannender Thread - wieder viel gelernt, danke. Und - es hat mir ein längst vergessenes Bild aus meiner frühen Kindheit vor Augen gerufen: Winter, eisig kalt, meine Oma im Hof beim Sieden von Kernseife. Das wurde früher auf dem Dorf jedes Jahr im Winter gemacht. Ach je, das Bild war aber sehr tief in einer Schublade vergraben. Schön, dass es wieder da ist. :sun:


    Grüßle
    Heide


    Hallo Heide,
    schön, dass der Thead über Pilzfarben zum Seifensieden, der mittlerweile zum Naturfarben-Seifensieder-Thread geworden ist, verschüttete Erinnerungen bei Dir ausgegraben hat. Das Seifensieden von heute hat wahrscheinlich nur noch die Natronlauge mit dem Kernseifensieden von damals gemein. Die Zutaten bestehen jetzt hauptsächlich aus wertvollen pflanzlichen Ölen und Fetten. Allerdings ist Schweineschmalz für viele Seifensiederinnen immer noch eine begehrte Komponente, weil es sich gut verseifen lässt und helle feste Seifen produziert.


    Hallo Kagi,
    Veganerin bin ich nicht. Ich esse so gut wie kein Fleisch. Wenn aber zu Feiertagen Fleisch auf den Tisch kommt, dann muss das Tier wenigstens anständig gelebt haben (Wild).
    Ich überlege immer, wie sich das anfühlt. Na klar, ich bekämpfe Schnecken und Mücken, wenn sie mich piesacken - Selbstverteidigung ist legitim. Aber ohne wichtigen Grund? Niemand stirbt gern, und das gilt wohl auch für so eine Laus ... hmm. Nur für die Farbe ... , die ist ja nicht wirklich wichtig für mich. Es gibt Alternativen. Du hältst mich sicher für bekloppt, aber ich muss das nicht haben, wenn es sich nicht richtig anfühlt.


    Mit Sicherheit verstoße ich jeden Tag gegen meine eigenen Grundsätze, weil ich nicht weiß, was in den Lebensmitteln, in der Bekleidung und in den anderen Dingen ist, die frau so ver- und gebraucht. So konsequent bin ich auch nicht bei der Erforschung der Deklaration und Herkunft. Aber ich versuch's immerhin, wenn es nicht zu kompliziert wird.
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    Nur einen kurzen Einwurf zu den Blauholzeiern: Dazu hatte ich mal einen Thread vor 4 Jahren aufgemacht. Die genaue Anleitung mit Fotos sind da zu finden. Übrigens nimmt man schon ein paar Jahre Brasilholz als Ersatz für den Färberkrapp. Wen es interessiert, bittesehr:


    https://www.pilzforum.eu/board…er?highlight=Blauholzeier


    Toll sehen die aus, Tuppie. Wo beziehst du die Farbe und hast Du sie schon mal verseift?

    Moin zusammen,


    ha, jetzt sind wir ein Stück weg vom Thema :evil: . Aber es ist toll, wie Ihr versucht, mein Färbeproblem auf andere Weise zu lösen :thumbup: ! Danke für die vielen guten Hinweise! Das Schildlausrot ist zwar unschlagbar in der Intensität, aber das Cochenille würde ich nicht so gern verwenden, weil es von den Läusen kommt. Da muss ich noch eine Weile drüber nachdenken, aber ich glaube nicht.


    Klar, bei den E-Nummern meine ich die synthetischen Farben. Und ja, Stefan, ich hätte natürlich fragen sollen, welche davon kann ich nehmen :D , ist mir nicht eingefallen, weil ich ja eigentlich mit Pilzfarben färben wollte. Deklarationspflichtig ist ja alles, was in Lebensmittel kommt. Zu Recht, wie ich finde. Sollte auch bei Fleisch Pflicht werden, grummel...
    Durch Eure Farbvorschläge muss ich mich erst einmal durcharbeiten. Mit Annatto habe ich überhaupt keine Erfahrung und auch mit anderen Farben nicht. Ich fange doch erst an, mir die Zutaten wie Öle, Farben und Ätherischen Öle zu erschließen. Verseifungszahlen, Eigenschaften der Fette muss ich lernen und Geduld. Aber das Seifensiedern ist ganz spannend - zumindest für die Zeit, wo es keine Pilze gibt


    Die Naturfarben-Eier sehen schön aus. Ich nehme meist nur Zwiebelschalen und meine Freundin hat Hühner, die legen leicht türkisfarbene Eier, das ist Ostern auch ganz hübsch. Zwiebelschalen! - aber dass ist wieder ein brauner Farbton. Das werde ich trotzdem versuchen.


    Hallo,


    nochmal zu den Hautköpfen: Bei den gelben Phlegmacien aus der Splendens-Ecke wird zumindest im neuen Flammer angegeben, dass die Farbpigmente auch die Giftstoffe darstellen. Ich meine das auch mal bei den Hautköpfen irgendwo gelesen zu haben, allerdings weiß ich nicht mehr wo und wie solide die Quelle ist...#


    l.g.
    Stefan


    Hallo Stefan,
    danke, dass Du noch mal in Deiner Gedächtniskiste gekramt hast. So etwas hatte ich schon befürchtet ;( . Die meisten schönen Sachen sind entweder ungesund oder machen dick :D. Damit hätten sich auch die Hautkopf-Farben für meine Färbe-Experimente erledigt.

    Hallo Rotfüßchen, immer rauf aufs Schlimme ;) . Alles ist weiß, kein Pilz zu sehen und Du machst das Auge wässrig mit deinen Fotos. Trotzdem, Danke, dass Du mich daran erinnerst, was wieder Wunderbares auf uns wartet, wenn die Zeit dran ist...


    Hallo Craterelle,


    erwischt ;). Aber hier gab es letzte Saison so viele Nadelholz-Braunporlinge, damit kannst du eine ganze Schafherde färben :D. Welche Farbe bekommen die gefärbten Schafe dann, braun? Ich fange aber auf alle Fälle mit den Krumpligen(Autokorrektur) Kremplingen an. Braun bekommt man durch Kakao und Kaffee ganz wunderbar hin. Das duftet übrigens auch angenehmer als Braunporling. Hab ich schon probiert.
    So ein Pink wie vom Zimtfarbenen Weichporling wäre schon verlockend gewesen. Aber der entfällt ja leider.
    Paprikapulver und Ringelblume geben schöne warme Rot-Orangetöne in Seifen. Aber die leuchten halt nicht so.


    Danke für den Link. Ich habe natürlich gleich untersucht, was es da Neues gibt und tatsächlich etwas gefunden, womit ich Blau hinbekomme. Hab ich mir gleich gekauft und noch ein paar Farben. Aber wenn Du Dir die Grüntöne in dem Link ansiehst, bist du gleich wieder bei Chromfarben und bei den berühmten Natur-Grünfarben, die nicht lichtecht sind - so sagen es zumindest die, die das schon jahrelang machen. Mit Salbei habe ich schon versucht zu färben, ich habe sogar zu dem Aufguss noch zerhackte Blättchen eingeweicht und hineingerührt. Das Grün ist allerdings sehr bescheiden. Ist halt die typische Ökoseifenfarbe geworden, aber ich finde gute Seifen - auch Öko! dürfen auch schön bunt sein. Ein Grün, Pink- und Rot- und Blaufärbepilz wäre der Hammer. Das wäre auch schöner, als mineralische Farben.


    So sehen Seifen mit den natürlichen Seifenfarben aus, aber ich bin ja erst am Anfang des Seifen-herumexperimentierens. Da ist sicher noch mehr drin.



    Ich habe gerade gelernt, dass einige Seifen lange Zeit brauchen, bis sie perfekt sind. Eine richtig gute Olivenseife soll ein bis zwei Jahre reifen. Da muss man sie dann dunkel einsperren, so man sie vorher mit grünen Kräutern oder Gurke gefärbt hat. Schade. Seifen können ganz hübsch aussehen im Bad und mein Bad ist doch keine Dunkelkammer:giggle: Also werde ich die Olivenseife heute Abend nicht färben und auch kein Ätherisches Öl dazu geben oder vielleicht nur ein wenig Teebaumöl... mal sehen. Auf alle Fälle sage ich Bescheid, wenn ich ein brauchbares Färbepilzseifchen gesiedet habe.



    Aber weißt Du, ob die Hautkopffarben auch gleichzeitig das Gift sind? Die haben ja auch ganz schöne Rottöne.

    Hallo Kagi,
    mein Beineid ist Dir gewiss. Ich suche die ganze Zeit so was becherliches zumMikroskopieren, aber ich finde nur Baumpilze, Geschlabber, Trompetenschnitzlinge, Austern und Samtfußrüblinge und seit gestern auch nur, wenn ich eine Schippe für den Schnee mitnehme. Glückwunsch!

    Hallo Nobi,
    völlig ohne Zweifel war das ein Filmchen, das Lust auf mehr machen sollte und das hat er auch geschafft. Die kleinen Ungenauigkeiten bemerkt die Zielgruppe, für die dieser Film gemacht wurde, ohnehin gar nicht. Ich habe jedenfalls auch etwas gelernt: Pilze sind Jäger. Dafür hat er sich auf alle Fälle gelohnt.


    Ich habe mal in diesem Buch nachgeschlagen..
    geht auch mit vielen Röhrlingen wie Goldröhrling, Pfefferröhrling, Rotfußröhrling...allerdings wird ja hier das Färben von Wolle etc. beschrieben.


    Hallo Karl-Heinz,
    ja, zum Wolle färben gibt es Etliches an Lektüre. Beim Seifefärben betrete ich wohl Neuland und muss experimentieren. Im Moment wächst ja nicht viel. Aber im Sommer werde ich mich mal herantasten, obwohl ich da wieder wenig Zeit zum Seife Sieden haben werde. Ach Sommer ... seufz...


    Ich will ja eigentlich nicht den Pilz verwenden sondern nur den Farbstoff. Dazu müsste der irgendwie aus dem Pilz herausgeholt werden.


    der Farbstoff ist übrigens das Gift. Du färbst dann die Seife mit dem puren, konzentrierten Gift - nebenbei bemerkt. Der Giftstoff heißt Polyporsäure und ist wasserlöslich.lkalischen Milieu.


    Ich würde eine Seife bevorzugen, bei der ich keine Sorge haben muss, dass der Schaum giftig ist... :cool: Und ich möchte ja auch mein Gesicht waschen - natürlich beiße ich nicht in die Seife hinein. Aber ein Organgift?


    Hallo Christoph,
    das hatte Stefan bereits angedeutet und es ist ja klar. Wenn der Farbstoff das Gift ist, fällt er natürlich aus zum Seife färben. Ich will weder E-Nummerngefärbte noch giftgefärbte Seife sieden. Das wäre ja, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Ich will Seife machen, die mir und anderen, die sie benutzen, besonders gut tut.


    Ist bei den Hautköpfen auch das Gift der Farbstoff? Wenn ja, werde ich wohl nur mit Speisepilzen und Nichtspeisepilzen experimentieren können. Gibt es da eigentliche empfehlenswerte färbende Kandidaten?
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    Bei der Verseifung wird ja die Säure neutralisiert und es bildet sich das Natrium/Kaliumsalz je nachdem welche Lauge ich verwende,
    wobei Kaliseifen meines Wissens Schmierseifen ergeben. Salze sind in der Regel gut wasserlöslich und abwaschbar...
    Ich gebe allerdings zu, dass ich diese schön gefärbte Seife auch nicht benutzen würde. Es bleibt ein nicht einzuschätzendes Restrisiko.


    :thumbup: Ich finde es wunderbar, wie wir hier im Forum die Dinge so lange von rechts auf links und wieder zurück drehen, bis sie klar auf der Hand liegen. Wir beide wollen keine schöne Restrisiko-Zimtporlings-Seife, Christoph, Tuppie und die anderen Pilzler auch nicht und ich werde mir wohl andere Experimentierfelder suchen ;)

    Hallo Karl-Heinz,
    eine leichte ph-Wert-Abweichung finde ich nicht so dramatisch. Hinsichtlich der ph-Wert-Regulierung sind unsere Körper ziemlich angepasst. Bis zu einem gewissen Grad tolerieren wir sogar unsere industrielle säurehaltige Ernährung (zu viel Eiweiß, Alkohol, Kaffee, Backwaren) und das Blut wird trotzdem nicht zu sauer, sonst würden wir sterben. Aber wenn wir es übertreiben, machen wir uns damit kaputt, weil der Körper sich zur Regulierung des Blut-Ph-Wertes unserer Knochen bedient. Die Störung des Säureschutzmantels nimmt uns die Haut nicht krumm. Wenn du eine gute Seife hast, wirst sie nicht nur waschen sondern die Haut auch rückfetten.


    Bei Giften würde ich lieber auf Nummer sicher gehen wollen. Wobei natürlich auch immer das die Menge entscheidet, ob ein Wirkstoff ein Gift ist. Das hat Paracelsus glaube ich aber schon mal viel besser formuliert.


    Also Pilze sind ja nicht kontaktgiftig, die Frage würde sich m. E. nur stellen, wenn man die Seife essen wollte :nana:


    Hallo Karl-Heinz, jein.
    Es ist uns nicht immer bewusst, aber die Haut ist ein ziemlich großes Organ, und sie ist durchlässig für allerlei Substanzen. Dass es nicht wurscht ist, womit die Haut in Kontakt kommt, erkennst Du an den zahllosen Kontaktallergien, oder an Salben, die Schmerzlinderung bringen sollen und auf die Haut aufgetragen werden.... Also ich denke, man sollte möglichst nur Dinge an seine Haut lassen, bei denen man sicher sein kann, dass sie keine unangenehmen Überraschungen bringen. Deshalb würde ich gern nur die Farbe vom Pilz verwenden.
       
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    Ich bin auch großer Freund von natürlichen Färbemitteln, wie Spinat, Rote Bete und Rotkraut etc. Damit kannst dus doch mal versuschen Claudia.


    Dann noch was anderes. Die Farbpigmente in den Hautköpfen und der violette Farbstoff im Weichporling sind teilweise genau die Giftststoffe, welche du nicht in deiner Seife willst. ;) Ich finde da beißt sich was.


    Noch ne Sache: Dermale Exposition (Aufnahme von Giftstoffen durch die Haut mit der Seife) und Orale Exposition (Verzehr der giftigen Fruchtkörper) sind 2 paar Schuhe. In toxikoligischen Studien wird so was getrennt untersucht.


    Hallo Stefan,
    die natürlichen Färbemittel habe ich natürlich schon ausprobiert bzw. mich auch belesen. Sie sorgen für gedeckte Farben, die leider oft nicht lichtecht sind.


    Wenn die Farbpignmente identisch mit den Giften sind, geht es natürlich nicht. Das wäre schade. Bist Du Dir da sicher? Dann müsste ich nicht weiter herumsuchen, denn das wäre für mich das ko-Kriterium, zumindest für diesen intensiven Farbton des Zimtfarbenen Weichporlings. Und gilt das Geschriebene auch für die Hautköpfe? Ich würde mich dann wohl eher am Samtfußkrempling versuchen...


    Ja, es ist schon klar, dass sich die Wirkstoffe dermal oder oral ganz unterschiedlich verhalten. Weißt du, ob es da zu den Färbepilzen Untersuchungen gibt?


    Hallo Claudia!
    Mich als alte Seifensiederin und eher neuere Pilzlerin hast Du jetzt bis ins Mark getroffen... wieso bin ich da nur noch nicht drauf gekommen?


    Mich würde beim Zimtporling eher die Frage umtreiben, ob ich diesen giftigen Pilz wirklich in meiner Seife haben wollte. Weiterhin die Frwge, wieviel Gift bleibt vom Pilz übrig, wenn man ihn nur zum Färben verwendet. Bei Wolle kann man ja alle übrigen Pilzsubstanzen auswaschen, bei Seife geht das nicht.


    Am einfachsten herauszufinden ist die Farbstabilität des irren Lilas. (Ein echter Wow-Effekt, wenn man den mal im Wald findet und die KOH-Reaktion vorführt. ;) ) Man kann sicher von einer Charge recht Farbarmer Seife eine kleine Menge abnehmen und mit dem Pilz bzw. einem Auszug daraus einfärben.



    Genau, Wow! ist das, was mir als erstes eingefallen ist, als ich diese Farbe auf Karl-Heinz Foto gesehen habe.


    Aha, Tuppie die Seifensiedern. hab ich schon geahnt bzw. aus zuverlässiger Quelle gehört ;) .


    Ich will ja eigentlich nicht den Pilz verwenden sondern nur den Farbstoff. Dazu müsste der irgendwie aus dem Pilz herausgeholt werden. Nur wie....? Hast Du eine Idee Tuppie? Über Nacht in der Klage einweichen? Ich wüsste nur erst einmal gern, ob der Farbstoff den Verseifungsprozess mitmacht, bevor ich weitere Experimente veranstalte.


    Aber vorher muss ich erst einmal einen finden. Bislang war ich immer froh, dass ich Zinnobertrameten gefunden habe, auf den Zimtfarbenen war ich gar nicht scharf :D


    Hallo Claudia,


    also mit dem Zimtfarbenen Weichporling würdest Du in alkalischem Milieu schon eine irre Farbe bekommen.
    Es ist nur fraglich wie hitzebeständig diese ist. Einfach mal ausprobieren.


    Wow!


    Also Karl-Heinz, jetzt brauch ich nur noch einen Zimtfarbenen Weichporling und die Info wie ich nur die Farbe so aus dem Pilz bekomme, so dass das Gift drinnen bleibt. Danke für das wundervolle Violett/Pink!

    Hallo Oehrling, da schließ ich mich gleich an. Das wusste ich noch nicht, vielen Dank für die anschauliche Lektion in Sachen Trüffelsuche. Ich finde auch, dass die Hundies etwas mehr Komfort/Auslauf/Menschenrudelnähe verdienen würden. Immerhin sorgen die für gute Erträge bei der Trüffeljagd.

    Hallo zusammen,
    jeder, der mal viele Pfifferlinge oder auch Riesenporlinge angefasst hat weiß, dass Pilze die Hände färben können. Der Riesenporling beizt die Haut regelrecht dunkel, fast so wie Walnuss. Das Kuhmaul hinterlässt auf Pfifferlingen hässliche schwarze Flecken und von Samtfußkremplingen habe ich gelesen, dass sie das Kochwasser violett färben. Beim Blanchieren der Pilze färben manche Pilzarten mit ihren dunklen Sporen das Pilzwasser tiefbraun und Hautköpfe hinterlassen auf Spiritus schöne farbige Abdrücke. Letztere gehören zu den Pilzen, mit denen Wolle gefärbt werden kann, so wie der Nadelholz-Braunporling auch und etliche andere Pilze.


    Ich experimentiere gerade mit dem Seife sieden. Genauer gesagt, ich befasse mich mit dem Färben des Seifenleims. Es wäre blöd, die aus guten pflanzlichen Ölen und Fetten hergestellten Seifen mit gesundheitlich bedenklichen E-Nummernfarben zu färben, deshalb verwende ich Kakao, Eisenoxide, Tonfarben, Kräuter, Paprika, Kurkuma und Ähnliches. Pflanzenfarben sind leider nicht lichtstabil und es wäre schön, färbende Alternativen aus dem Pilzreich nutzen zu können. Der Film von Nobi und der Hinweis auf den violett färbenden Zimtfarbenen Weichporling heute brachte mich auf die Idee, nach zum Seife färben geeigneten Färbepilzen zu googeln. Ich habe aber nichts dazu gefunden.


    Deshalb meine Frage an Euch Pilzspezialisten: Hat schon einmal jemand von Euch ausprobiert, Seife zu sieden und den Seifenleim mit Pilzfarben zu färben oder anders gefragt. Sind Pilzfarben laugenstabil und behalten sie die Farbe bei der Verseifung?
    Zur Verseifung werden Natronlauge und Fett gemischt. Die Kaltverseifung ist eine exotherme Reaktion, d.h. es entsteht Wärme, doch die Temperatur steigt kaum über 50, 60 Grad Celsius, wenn nicht besondere Zutaten wie Honig etc. im Spiel sind. Der Begriff sieden ist also irreführend, allenfalls bei dem Ansetzen von NaOH mit Wasser wird so viel Wärme frei gesetzt, dass es schon mal richtig heiß wird. Aber da muss man die Farbe noch nicht zusetzen.