Hallo,
unter Kiefern gibt es vier Arten von Reizkern. Alle 4 Arten neigen zum Vergrünen, genau wie der Fichten-Reizker auch. Nur der Lachs-Reizker (unter Weißtanne) tut dies nicht.
1. Blut-Reizker (L. sanguifluus)
Der hat von vorn herein weinrote Milch, nicht wie die anderen orangefarbene. Du schreibst, Dein Pilz hätte rote Milch gehabt - dann kann es nur diese Art sein. Oder meinst Du doch eher orange?
Die Art braucht Kiefer, Kalk und wärmebegünstigte Lagen..
2. Edel-Reizker (L. deliciosus)
Ist der einzige der Reizker, dessen ornagefarbene Milch nicht nach rot umfärbt (auch nicht nach einer Stunde), sondern dann nach Stunden grün wird (die anderen werden aber auch oft grün!). Bei jüngeren Exemplaren an der silbrigen Zonierung gut zu erkennen, darunter die Hutfarbe ist ein reines karottenorange.
Keine besonderen Bodenansprüche, Kalk wie sauer, trocken wie feucht.
3. Spangrüner Kiefern-Reizker (L. semisanguifluus)
Die Milch färbt nach ca. 5-10 Minuten zu weinrot um. Im Regelfall ein eher kleinerer Pilz, etwa im Habitus des Fichten-Reizker. Die Hutfarbe ist ausgesprochen verwaschen weinbraun, oft weinbraun und grün gemischt, eigentlich nie schön orange wie bei den anderen Arten.
Auf Kalk.
4. Bräunlicher Edel-Reizker (L. quieticolor)
Diese Art steht etwas zwischen L. deliciosus und L. semisanguifluus. Mit letzterem gemeinsam hat er die Milchumfärbung zu weinrot innerhalb weniger Minuten. Mit ersterem gemeinsam hat er die silbrige Zonierung des Hutes. Er ist aber durch trüb orangebraune Hutfärbung unterschieden (daher der Name quieticolor = "farblich wie L. quietus"). Oft hat er als auffallendes Merkmal eine türkisblaue Pigmentzone unter der Huthaut wenn man ihn durchschneidet. Besonders bei jungen Exemplaren ist dies bisweilen sehr deutlich (Bei L. semisanguifluus kann es eine grüne Pigmentzone geben!). Mikroskopisch hat diese Art die gröbste Sporenornamentation von allen Reizkern. Ferner mögen die sehr kleinen, meist nicht zugespitzten Cheilomakrozystiden in der Schneide ein Merkmal sein.
beste Grüße,
Andreas