Beiträge von mollisia

    Hallo,


    das ist schon Lepista martiorum. Die war dieses Jahr wohl verhältnismäßig häufig. Überhaupt scheint mir Lepista martiorum in den letzten jahren etwas häufiger geworden zu sein, ich finde sie fast jedes Jahr mal wo. Oder das Auge hat sich besser darauf eingestellt?


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Dieter,


    vielleicht habe ich dich ja falsch verstanden, bzw. deine Frage nach der Giftigkeit. Meintest Du, ob der Pilz durch dsas Zersetzen giftig geworden sein könnte? Das würde ich dann auf jeden Fall bejahen, bzw. würde es vermuten und daher diese Pilze nicht mehr zum Essen empfehlen.
    Ich hatte Dich so verstanden, ob denn Pilzarten, die sich zersetzen, generell giftig sind (also im unzersetzen Zustand). Man kann natürlich einen Giftpilz nicht von einem essbaren daran unterscheiden, ob er sich zersetzt oder nicht. Aber vermutlich war das auch nicht die Frage, wie mir jetzt bei mehrmaligem Lesen doch klar geworden ist.
    Sich zersetzende Pilze können hochtoxische Inhaltsstoffe bilden, daher würde ich sehr vorsichtig damit sein, wenn getrocknete Pilze plötzlich komisch" aussehen.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Dieter,


    alle drei Kollektionen halte ich für Leccinum lepidum. Sehr häufige Art bei Steineiche im gesamten Mittelmeergebiet, zumindest im westlichen und mittleren.


    Dass das Zersetzen eines Pilzes auf Giftigkeit, bzw. das Nicht-Zersetzen auf Essbarkeit hindeuten, das glaubst Du aber selbst nicht ernstlich, oder?


    Dass Dein Pilz vom Vorjahr sich zersetzt kann mehrere Gründe haben, im Regelfall bedeutet es dass irgendwie etwas feuchte Luft rangekommen ist. Bei Deinen Bildern sieht mir das aber eher so aus, als wenn es sich um Insektenfrass handeln würde.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    sieht wirklich sehr nach T. colossus aus.
    Ich würde aber T. roseoacerbum nicht für ausgeschlossen halten. Vielleicht kommen auch noch andere Arten in Betracht.
    Wenn wirklich keine Kiefer oder Zeder (oder anderer Nadelbaum) in der Nähe ist, dann sollte der Fund genau untersucht werden, wie Pablo das schon sagte, wenn man ihm einen Namen geben will.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    ich halte den ersten Lactarius spec. der violettmilchenden für Lactarius luridus, nicht für violascens. L. violascens ist eine sehr sehr seltene Art, die große gedrungene Fruchtkörper macht und auf den ersten Blick sehr an L. turpis erinnert. Nur die Farbe stimmt nicht ganz. Diese langstieligen, schmächtigen, fast schon trichterlingsartigen Dinger sind wohl immer L. luridus, der weitaus häufiger ist als L. violascens. L. luridus gibt's um Jena mehrfach, ich kenne ihn auch aus dem Rheintal bei Freiburg. L. violascens habe ich nur ein einziges Mal im französischen Jura gesehen, in einer Lindenallee. Dort aber gleich in einem großen Hexenring der 3-4 Fruchtkörper dick war. Locker 100 Fruchtkörper ...


    Die zweite Lactarius spec. violettmilchend ist L. uvidus. Man sieht ja noch den Rest der Schleimschicht. Auf saurem Boden ist graulich gefärbter Violettmichling eigentlich immer L. uvidus, egal ob Nadel- oder Laubwald.


    Zu Lactarius intermedius ist zu sagen, dass nicht der Kalkgehalt des Bodens ausschlaggebend ist, sondern sein Mykorrhizapartner: Weißtanne (Abies alba). Der eigentliche Grubige Michling ist Lactarius scrobiculatus und wächst bei Fichte. Er ist weitaus häufiger. In dieser Gruppe gibt es auch noch eine Laubwaldart (L. citriolens) und ein paar skandinavische Arten die sehr selten auch in Mitteleuropa in hohen Lagen vorkommen, vermutlich als Glazialrelikte.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,



    An diesem Tag gehörten die mit dazu :


    Und wer sind "die"? Kennst Du diese Pilze? Warum sind sie alle küchenfertig geputzt? Wolltest Du die essen bzw. HAST Du sie gegessen? Wenn nicht, und du sie bestimmen wolltest, warum hast Du sie dann geputzt? Du weißt sicher, dass an der Stielbasis wichtige Merkmale sein können?


    In deinem Eingangsposting schreibst du etwas von einer "Goldgelben Koralle". Ich kann auf den Bildern allerdings keine erkennen. Ich würde aber viel drum wetten, dass es keine Goldgelbe Koralle gewesen war, vermutlich noch nicht mal überhaupt eine Koralle.


    Die Pfifferlings- und Trompetenfunde sind schön, genauso wie die Stoppelpilze. :thumbup: Schön und unverwechselbar ....


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    unter Kiefern gibt es vier Arten von Reizkern. Alle 4 Arten neigen zum Vergrünen, genau wie der Fichten-Reizker auch. Nur der Lachs-Reizker (unter Weißtanne) tut dies nicht.


    1. Blut-Reizker (L. sanguifluus)
    Der hat von vorn herein weinrote Milch, nicht wie die anderen orangefarbene. Du schreibst, Dein Pilz hätte rote Milch gehabt - dann kann es nur diese Art sein. Oder meinst Du doch eher orange?
    Die Art braucht Kiefer, Kalk und wärmebegünstigte Lagen..


    2. Edel-Reizker (L. deliciosus)
    Ist der einzige der Reizker, dessen ornagefarbene Milch nicht nach rot umfärbt (auch nicht nach einer Stunde), sondern dann nach Stunden grün wird (die anderen werden aber auch oft grün!). Bei jüngeren Exemplaren an der silbrigen Zonierung gut zu erkennen, darunter die Hutfarbe ist ein reines karottenorange.
    Keine besonderen Bodenansprüche, Kalk wie sauer, trocken wie feucht.


    3. Spangrüner Kiefern-Reizker (L. semisanguifluus)
    Die Milch färbt nach ca. 5-10 Minuten zu weinrot um. Im Regelfall ein eher kleinerer Pilz, etwa im Habitus des Fichten-Reizker. Die Hutfarbe ist ausgesprochen verwaschen weinbraun, oft weinbraun und grün gemischt, eigentlich nie schön orange wie bei den anderen Arten.
    Auf Kalk.


    4. Bräunlicher Edel-Reizker (L. quieticolor)
    Diese Art steht etwas zwischen L. deliciosus und L. semisanguifluus. Mit letzterem gemeinsam hat er die Milchumfärbung zu weinrot innerhalb weniger Minuten. Mit ersterem gemeinsam hat er die silbrige Zonierung des Hutes. Er ist aber durch trüb orangebraune Hutfärbung unterschieden (daher der Name quieticolor = "farblich wie L. quietus"). Oft hat er als auffallendes Merkmal eine türkisblaue Pigmentzone unter der Huthaut wenn man ihn durchschneidet. Besonders bei jungen Exemplaren ist dies bisweilen sehr deutlich (Bei L. semisanguifluus kann es eine grüne Pigmentzone geben!). Mikroskopisch hat diese Art die gröbste Sporenornamentation von allen Reizkern. Ferner mögen die sehr kleinen, meist nicht zugespitzten Cheilomakrozystiden in der Schneide ein Merkmal sein.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Rainer,


    das ist Mycena inclinata, der Buntstielige Helmling.
    Da sollte dann eigentlich Eichenholz drunter gewesen sein.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    also da lehne ich mich weiter aus dem Fenster als meine Vorredner: Für mich ist das Ramaria stricta. Die wär mir so eindeutig, dass ich sie nicht zum überprüfen mitnehmen würde.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Dieter,


    Ziegenlippen haben goldgelbe Poren, nicht so creme-grünlichgelbe wie Dein Pilz. Ferner blauen Ziegenlippen nur schwach und zögerlich in den Poren, wenn überhaupt. Dein Pilz ist auf Fingerdruck auf den Poren sofort tief blau geworden, stimmts?


    Bei X. armeniacus muss die Stieloberfläche aber nicht bei Berührung blauen, daher denke ich schon, dass es wahrscheinlicher diese Art ist. Da passen auch die Farben etwas besser.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Dieter,


    deinen ersten Pilz halte ich für ganz normalen Maronen-Röhrling. was spricht denn dagegen, außer dass man in Portugal halt lieber was ungewöhnlicheres erwartet?


    Der zweite Pilze ist sehr wahrscheinlich Xerocomus armeniacus. Es könnte auch X. persicolor sein, der wäre häufiger im Mittelmeerraum als X. armeniacus. Aber den kenne ich nicht so kräftig gefärbt sondern etwas schmutziger aprikosenfarben.
    Für X. rubellus passen die orange getönten Farben nicht - falls das noch jemand hätte vorschlagen wollen.
    Hier muss man im Zweifelsfall mikroskopieren (Huthaut, Sporen).


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    bei Nr. 1 stimme ich Jan-Arne absolut zu: Brennender Rübling.


    Nr. 2 ist sicherlich ein Trichterling, aber auf jeden Fall kein Bleiweisser. Die haben nämlich keine herablaufenden Lamellen (trotzdem dass es Trichterlinge sind). Es muss also ein anderer sein, aber Clitocybe stimmt auf jeden Fall.


    Nr. 3 ist einer der Blut-Egerlinge, also Agaricus silvaticus oder langei.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Rainer,


    ja, da wirst Du Dich dran gewöhnen müssen, an dieses "Mykologen-Rosa". Das gilt in der Tat als rosa, ganz im Ernst! Dachpilze und Scheidlinge haben in dickerer Lage ein Sporenpulver, das ich persönlich farblich kaum von Gattungen wie Bolbitius oder Flammulaster trennen kann. Es ist eigentlich eher fleischbräunlich, jedenfalls würde ich das so nennen. Einen fleischROSA Ton hat es bei diesen Gattungen nur in recht dünner Lage. Rötlinge und Räslinge sind da auch nicht viel besser. Ein halbwegs als Rosa akzeptables Sporenpulver haben dagegen einige Rötelritterlinge, und der einzige Pilz bisher der mir mit wirklich rosa Sporenpulver begegnet ist, das ist Omphalina discorosea.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    das sieht für mich nicht nach einem Röten aus. Die etwas dunklere Färbung der Schnittstelle verändert sich in keinster Weise von einem Bild zum nächsten - das hätte sie bei einem Blut-Egerling aber bestimmt. Den kann man auch kaum so schnell aufschneiden, dann hinlegen, dann fotografieren dass dann nur so eine schwache Rötung sichtbar ist. Außer der Pilze wäre schon total alt oder gefroren, aber so sieht er nicht aus. Dagegen kann man auf dem Hut ein wenig gelbliche Druckstellen erahnen (wenn man will), so dass doch eher an eine Dünnfleischigen Anisegerling glaube - auch wenn mich die angegebenen leicht rotbräunlichen Schüppchen dann doch etwas irritieren.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Pablo,


    Schüpplinge haben immer so einen typischen Gelbton in den Lamellen - den kann ich hier nicht erkennen. Und so velumlos kämen ja dann nur Arten aus dem Bereich Ph. spumosa und ähnliches in Frage. Und die sehen doch etwas anders aus, vor allem lebhafter gefärbt auf dem Hut.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Karl,


    auf unserer Thüringer-Wald-Saftlingswiese (die mit den 30 Arten!) stand dieses Jahr auch Clavaria zollingeri gleich an zwei Stellen (4 + ca. 10 Fruchtkörper). Sehr tief ins Moos eingedrückt, so dass man sie trotz der auffallenden Farbe und der relativen Größe nur schwer sieht. Was aber auffallend war, dass an beiden Standorten größere Mengen von Clavulinopsis umbrinella unmittelbar dabei standen, aber nicht auf der restlichen Wiese. Hast Du diese enge Vergesellschaftung auch schon beobachtet?


    Zur Einnischung dieser Pilze ist meine Erfahrung, dass Camarophyllus colemanianus die Art mit der engsten Amplitude ist, weil sie die einzige dieser Arten ist, die ich immer nur auf Kalk oder basenreichen Böden gefunden habe, noch nie im Sauren. Allen anderen Arten ist der Untergrund schnuppe.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    ich habe diese Eisen-IIO-Chlorid-Lösung in meinen Kursen schon getestet und stelle sie selbst auch her. Natürlich mit Salzsäure, wie's im Rezept steht - als Nicht-Chemiker hinterfragt man sowas ja nicht :shy:


    Also funktionieren tut es prima, und man kann sehr gut damit z. B. alte Exemplare von Cortinarius speciosissimus von alten Exemplaren des Cortinarius limonius unterscheiden. Es funktioniert auch am Herbarmaterial sehr gut. Der Nutzen besteht in der schnellen und unkomplizierten Anwendung bei einer Vergiftungsdiagnostik, wenn Schleierlinge mit im Spiel sind. Hat man noch Putzreste, die einem im Regelfall dennoch nicht mehr erlauben als auf "Cortinarius spec." zu bestimmen, kann man schnell überprüfen ob es eine Orellanin-haltige Art ist.


    In Cortinarius splendens und Verwandtschaft ist übrigens kein Orellanin nachgewiesen. Es ist noch nicht mal gesagt, dass diese Arten überhaupt giftig sind ....


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Dieter,


    sinapizans sicher nicht, aber H. theobrominum wäre eine Möglichkeit, meiner Meinung nach. Der würde auch eher nach Kakao als nach Rettich riechen, wobei der Unterschied oft schwer erkennbar ist.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Björn,


    ach ja, vergessen ....


    Du schreibst "an Bruchstellen rötend" 8|
    Wie soll ich mir das vorstellen? Es gibt keine solchen Pilze die röten :/


    Irgendwie finden grad alle irgendwelche Pilze die röten, obwohl sie's eigentlich gar nicht dürften - schon merkwürdig :cool:


    beste Grüße,
    Andreas
    [hr]
    Hallo Pablo,


    da gebe ich dir einsteils recht. Ich glaube typisch gefärbte C. laeticolor von helvola unterscheiden zu können, aber sie sind halt nicht immer typisch gefärbt. Selbst C. luteoalba dachte ich mal erkennen zu können und dann wars doch jedes zwanzigste Mal eine helvola statt dessen. Aber im allegmeinen hat man auch makroskopisch schon eine recht hohe Trefferquote.
    In dem Fall aber handelt es sich meiner Meinung nach gar nicht um eine Clavulinopsis, dazu passt die Fruchtkörperform gar nicht. Zudem sind Clavulinopsisse Wiesenpilze oder meinetwegen Pilze der Übergangswälder und -Gebüsche, aber nicht der Heiden und Pionierrasengesellschaften. Daher bin ich mir in dem Fall doch sehr sicher, dass es eine Clavaria ist. Und in dieser Form in diesen Biotopen und dann noch deutlich gelb werdend im Alter - das ist zumindets zu 95% die Heide-Keule meiner Meinung nach.


    beste Grüße,
    Andreas