Beiträge von zuehli


    zuehli: Auf die zweite Frage kam ich, da bei Wiki unter Schildrötling auch folgendes zu
    Lesen ist:
    "Er bildet Ektomykorrhiza mit Gehölzen aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) wie Schlehe, Weißdorn, Kirsche, Eberesche, Kupfer-Felsenbirne usw. Die Verbindung scheint eher parasitischer als symbiotischer Natur zu sein, da der Pilz in Zellen der Baumwurzeln eindringt und sie weitgehend zerstört."


    Hm, interessant. Das wären für mich ganz neue Erkenntnisse. Mal schauen ob ich mir eine in den Fußnoten angegebene Literatur besorgen kann. (Nachtrag: Die Literatur kann man sich aus den Links der Fußnoten herunterladen.)
    Den Schlehen-Rötling habe ich bei mir im Garten seit etlichen Jahren unter Pflaume wachsen, aber bislang ist mir noch nicht aufgefallen, dass der Baum irgendwelche Schäden aufweist.


    Beste Grüße
    Harald

    Naja, die Trichterlinge habens in sich, gerade die, die so lecker riechen. Manchmal hilft auch die gängige Literatur nicht weiter.
    Vor drei Jahren habe ich auch so einen merkwürdigen Burschen gefunden, der bis heute noch keinen Namen hat:
    http://www.pilzepilze.de/cgi-b…bs/pconfig.pl?read=242293


    Peter Specht hat den damals sequenzieren lassen und angeblich ist der identisch mit Clitocybe fragrans, was ziemlich unbefriedigend ist, weil C. fragans eigentlich doch deutlich anders aussieht. Peter gab mir kurz zu verstehen: Das Projekt der nach Anis duftenden Trichterlinge ist also neben dem Komplex C. metachroa ss. lato eines der umfangreichsten.


    Tja, schwieriges Feld. Sollte mal einer eine gescheite Monografie verfassen...


    Beste Grüße
    Harald

    Funke doch mal den Peter Specht an, der kennt sich ganz gut aus mit den Trichtern und ist an so kniffligen Sachen immer interessiert.
    Wenn Du seine E-Mail nicht hast, kann ich Sie dir per PN Mitteilen. Sag Bescheid.


    Beste Grüße
    Harald


    Bilder vergleiche ich dann grundsätzlich fast nur noch im Internet (Abgleich mit meinen Ideen), denn das können Bücher in dieser Bandbreite gar nicht leisten.


    Naja, das hat dann aber in der Regel nichts mehr mit seriöser Pilzbestimmung zu tun. Erstens gibts im WWW einfach zuviel Schrott und falsches Fotomaterial. Da sind Bücher eindeutig besser aufgestellt. Zweitens lassen sich ein Großteil der Pilze nur nach der Summe der Merkmale bestimmen und die können nur (gute) Pilzbücher liefern. Durch die Beschreibungen der makroskopischen und mikroskopischen Merkmale und auch der Standortangaben, die im Internet oft nicht zur Verfügung stehen.
    Wer sich natürlich nur mit den wenigen Dutzend "gängigen" Arten beschäftigt, mag damit zurechtkommen. Eine tiefere Beschäftigung mit der Materie setzt die Anschaffung guter und teurer Pilzbücher, sowie eines Mikroskops voraus. Und auch das verschafft einem nicht immer die letztendliche Erkenntnis...


    Grüße
    Harald

    Hi Grüni,


    mit den drei schon erwähnten bist Du erstmal gut beraten, das ist ein guter Grundstock. Zur Einarbeitung in die Materie ist auch noch der "Grundkurs Pilzbestimmung" von Rita Lüder sehr zu empfehlen.
    Dass wir vom Verein " Freunde und Förderer der Pilzkunde" jeden 2. Donnerstag im Monat einen öffentlichen Pilzstammtisch in Marburg veranstalten weißt Du?


    Beste Grüße
    Harald


    Ich denke jetzt auch, dass ein Weichritterling ist. Vielleicht ist das Melanoleuca brevipes?


    Vielleicht auch nicht. Klarheit bringt nur eine intensive mikroskopische Untersuchung.
    Ansonsten verweise ich auf meine Antwort von oben.


    Grüße
    Harald

    Hm, schwierig. Würde fast einen Weichritterling vermuten und vom Habitus eher keinen Dachpilz. Allerdings kommt mir der Wuchsort auf Holz schon merkwürdig vor.


    Beste Grüße
    Harald


    Allerdings kann ich sagen, was ich nicht glaube: Das wären Gelbstielige Nitrathelmlinge (Mycena renati).


    Da bin ich dabei. Ich denke außerdem, dass Helmlinge solche runzeligen Hüte nicht ausbilden. Dazu sind sie eigentlich zu zart und würden eher vergehen, als so zu "verrunzeln". Diese Fruchtkörper sind sicherlich etwas fleischiger.


    Eigentlich ist es müßig, sich noch Gedanken über so einen alten Kram zu machen...


    Grüße
    Harald


    Auch rein spekulativ und vor allem wegen der Hutfarbe: Vielleicht auch mal mit dem Lila Lacktrichterling, Laccaria amethystea,


    Sicher nicht! Die wachsen nicht büschelig und hätten auch in dem Alter nicht so ein Stielfarbe.


    Grüße
    Harald

    Hallo Andreas,


    aufgrund dieses Bildes kann man natürlich keine Aussage treffen, dazu bedarf es mehr Informationen und anderer Blickwinkel auf die Pilze, also auch von unten.
    Zudem sind das schon sehr überständige, alte Exemplare, was eine Bestimmung ohnehin erschwert.
    Rein vom Gefühl her könnten das für mich alte Schwefelköpfe sein, Helmlinge würde ich eher nicht vermuten.
    Aber alles rein spekulativ.


    Grüße
    Harald

    Ich sehe in solchen generellen Verboten, die ohne konkreten und sachlich begründeten Anlass, nur aus Vermutungen, Aktionismus oder weil es gerade dem Zeitgeist entspricht, erlassen werden, auch immer ein bißchen Bevormundung und Wegnahme der Eigenverantwortung.


    Was ist denn das für eine Argumentation? Hier gehts doch nicht um Vermutungen, Aktionismus oder Zeitgeist. Es geht um unseren Lebensraum und wenn durch diese Regelung auch nur ein Waldbrand in 100 Jahren verhindert wird, hat es seine Berechtigung!
    Dass Hirnlosigkeit, mangelnde Verantwortung und Respekt seinen Mitmenschen und der Natur gegenüber beim "zivilisierten" Menschen eher weniger ausgeprägt ist, zeigt ja im Grunde die ganze Menschheitsgeschichte.


    Ich finde es schade, dass man hier - in einem Naturforum - überhaupt darüber diskutieren muss.


    Grüße
    Harald

    Zum Geruch und zur Trennung der Ischnoderma-Arten gab es vor Jahren schon rege Diskussionen in den einschlägigen Foren. Ob die Verschiedenheit von benzoinum und resinosum durch DNA-Sequenzierung belegt ist, weiß ich nicht.
    Was ich durch etliche eigene Funde weiß, ist, dass der Anis-Geruch bei beiden Arten manchmal sehr intensiv sein kann, so dass man den Pilz schon riecht, bevor man ihn sieht. Auf der anderen Seite gibts Funde, die überhaupt nicht riechen. In der Literatur wird das meist nicht erwähnt.


    Beste Grüße
    Harald

    Hallo Frank,


    allein wenn Du die Bilder der beiden Arten anschaust, kannst Du die auseinander halten. Die sehen ja vollkommen verschieden aus.
    Eines der Merkmale sind die Kanten der Fruchtkörper: Ganoderma wulstig, meist einzeln wachsend; Ischnoderma mit scharfer Kante, oft mehre FK dachzielig wachsend. Dazu kommt die deutliche Zonierung auf dem Hut.
    Ischnoderma riecht übrigens oft (nicht immer) deutlich nach Anis.


    Grüße
    Harald

    Hallo liebe Leute, nur mal so als Vorwarnung. Der F1-Kurs baut auf dem Anfänger-Kurs auf und meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Teilnehmer eines solchen Kurses größtenteils rudimentäres Wissen mitbringen. Viele rekrutieren sich aus den laufenden Anfänger-Kursen oder denen der vergangenen Jahre. Aktive PSV und profunde Kenner würde ich in diesem Kurs schon als unterfordert sehen. Ich gebe mir natürlich immer Mühe die Kursinhalte den Bedürfnissen anzupassen, da ist manchmal schon ein Spagat nötig. Allein schon deswegen, um diejenigen, die gerade aus dem Anfänger-Kurs kommen, nicht zu verschrecken.


    Dies nur kurz dazu, was bei einem solchen Kurs zu erwarten ist.


    Beste Grüße
    Harald

    Liebe Grüni,


    die Größe sollte aber in deinem Fall kein Unterscheidungsmerkmal sein. Wie schon gesagt ist L. nuda eine sehr plastische Art.
    Und wie meint mein großer Lehrer immer: Die Summe der Merkmale macht die Bestimmung aus!


    Beste Grüße
    Harald