Beiträge von Karl W

    Das sind wirklich schöne Exemplare, vor allem die Vielzahl der Blüten überrascht mich. Ich kenne überwiegend nur die mit ~4-6 Blüten aus dem Gartencenter, die behütet in der Wohnung stehen. Sind eure Orchideen im Freien? Wie überstehen die das Wetter?

    In Deutschland gibt es schon ohne Unterarten, Formen und Hybriden mehr als 60 wildwachsende Arten. Einige sind recht anspruchslos und weit verbreitet, viele wachsen auf Kalkböden und/oder an wärmebegünstigten Standorten, wieder andere bevorzugen Feuchtgebiete und manche können sogar an nährstoffreicheren Standorten überleben. Das Spekturum ist da recht groß.

    LG Karl

    Liebe Forumsleser,

    wie in den vergangenen Jahren lassen uns die Pilze noch in Stich und ich habe mich mit Rainer wieder näher mit Orchideen beschäftigt. Nach Orchideenlust vs. Pilzfrust und Wonnemonat Mai hier wieder einge schöne und interessante Funde.

    Den Anfang machte bereits im April das Kleine Knabenkraut (Anacamptis morio) in unterschiedlichsten Farben.


    Nur wenig später erschien das Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea) ebenfalls in erheblicher Farbenvielfalt


    Etwas Mühe bereitete die Bestimmung verschiedener Hybriden, die aber so hoffe ich letztlich richtig gelungen ist.
    Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), Hybride, Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)


    Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), Hybride, Ohnsporn (Orchis anthropophora)


    Für mich neu war das Affenknabenkraut und dann gleich mit einer Hybride dabei.
    Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), Hybride, Affen-Knabenkraut (Orchis simia)


    Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica), Hybride, Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)


    Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica) apochrom und in verschiedenen weiteren Erscheinungsformen


    Mitte Mai zeigte sich das Fuchs' Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) das früher nicht vom Gefleckten Knabenkraut (Dactylorhiza maculata fuchsii) getrennt wurde. Danke Pablo für die Korrektur :)


    Den Schluss macht diesmal das Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata)


    Seine volle Schönheit zeigt das Brand-Knabenkraut nach meiner Meinung im halb aufgeblühtrn Zustand


    Sollte sich der ein- oder andere über ungewohnte Gattungsnamen gewundert haben kann ich nur sagen "Warum soll das anders sein als bei den Pilzen" ;)

    LG Karl

    Dann müsste man das Ornament von Peziza varia auch ohne Anfärben sichtbar machen können (hier in Leitunsgwasser):

    Hallo Pablo

    Du meinst sicherlich den oben zitierten Buchenwaldbecherling ;)

    LG Karl

    Ich beobachte einen "in der Luft schwebenden" Buchenstamm mit Fomes fomentarius, wo die neuen Pilze so eine verwirrend leuchtend-rote Zuwachskante hatten.

    Hallo abeja,

    tolle Ergänzung und "verwirrend" beschreibt sehr gut mein Gefühl, als ich diesen Zunderschwamm an einem liegendem Birkenstamm fand.



    LG Karl

    Hallo Pablo,

    ein wirklich interessanter und schwieriger Fall. Zur Eingrenzung wäre die Schäffer-Reaktion möglicherweise hilfreich, aber ich bin nicht sicher, ob man die am Exsikkat durchführen kann.

    LG Karl

    Hallo Claudia,

    das ist mit Sicherheit ein Rötling. aus der Untergattung Nolanea. Für eine mögliche Bestimmung sind An- Abwesenheit von Schnallen / Zystiden und Pigmentierung erforderlich.

    LG Karl

    PS Basidien zwei oder viersporig und Kaulozystden an der Stielspitze wären auch noch von Interesse.

    Hallo abeja

    Ich lese Deine Kommentare zu den Bildern in den Fotowettbewerben stets mit großem Interesse und meine eigene Beurteitung kommt Deiner meist recht nah. Zum Thema Kreativität kann ich allerdings nur sagen, dass alle bisher von mir eingestellten Bilder dann mit Null Punkten bewertet werden müssten :). Meine bisher bei Fotowettbewerben eingereichten Bilder zeigen Pilze, wie ich sie in der Natur angetroffen habe ohne einen einzigen Gedanken daran, dass es sich um Motive für einen Fotowettbewerb handeln könnte. Bei einigen Motiven wäre eine weiter geöffnete Blende eine Option oder Serien mit mehreren Blenden aus denen man sich dann das Bild aussucht, welches noch gerade noch den Pilz mit ausreichender Tiefenschärfe zeigt, aber überflüssige Details im Hintergrund verschwimmen lässt. Die Zeit für die Auswahl, von Stacken und Nachbearbeitung ganz zu schweigen, würde mir beim Mikroskopieren und Bestimmen fehlen. Dann setze ich lieber auf den von Dir sicher zu recht angesprochenen Seltenheitsbonus ^^.

    LG Karl

    Herzlichen Glückwunsch an Doris und Helmut. Das Bild war für mich klarer Favorit, obwohl es namenlos ist.
    Ich bin mit Platzt 2 sehr zufrieden. Ungestackte Standortaufnahmen sind also nicht völlig chancenlos, auch wenn
    die relativ selten gezeigte Art vielleicht einen kleinen Bonus hatte :)

    LG Karl

    Hallo Malone,

    wunderschon festgehalten. Mit Coprinopsis nivea kann ich mich allerdings nicht anfreunden. Das Velum erscheint mir zu körnig und vor Allem im Zentum alles Andere als schneeweiß. Der ausgebreitet tief gefurchte 'Hut passt auch nicht, aber ohne Mikros kann ich Dir keine echte Alternative vorschlagen.
    An Coprinopsis nivea erinnert eher der Fund nebenan auf gleichaltrigem Damwild, aber der ist noch so winzig, dass es weitere Alternativen gibt.

    LG Karl

    Hallo zusammen,

    es ist sicher schwierig reproduzierbare Aussagen zu machen, aber ein trockenes Frühjahr muss keinesfalls schon ein Indiz für ein schlechte Pilzjahr sein. 2017 hatten wir am Niederrehin und in der Eifel bis Ende Juni erheblich weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel. Ab August schloss sich daran das beste Pilzjahr aller Zeiten an, zumindest was Mykorrhizapilze angeht. Die Pilze sind als Myzel im Boden wahrscheinlich immer da und nur die Fruchtkörperbildung wird beeinflusst. Ein durch längere Trockenheit gestresstes Myzel bildet möglicherweise, wenn es dann endlich wieder regent, mehr Fruchtkörper um die Erhaltung der Art zu gewährleisten. Oder anders ausgedrückt: "Warum soll der Pilz Fruchtkörper bilden, wenn es ihm glänzend geht" :) Zumindes im letzten Jahr kamen bei mir solche Gedanken auf.
    In der Eifel am 05.08.2017 gab es 48 verschiedene Täublinge, zahllose Milchlinge und Röhrlinge darunter 12 erstmals nachgewiesene Arten für Rheinland-Pfalz. Im NSG Brachter Wald (Depot) einem Gebiet, das wir seit dem Jahr 2000 mit mehr als 300 Exkursionen beackert haben, gab es zwischen dem 12.08 und 19.08 sicherlich 5 - 10 mal soviel Pilze wie in normalen Jahren. Obwohl schon mehr als 1300 verschiedene Pilze in dem Gebiet festgestellt wurden, fanden wir in diesem Zeitraum 30 Erstnachweise und das mit 2 - 3 Leuten.

    Ich kann mir nicht vorstellen, das das alles Zufälle sind.

    LG Karl

    Hallo Christoph

    Danke für Deine hervoragende Stellungnahme, den Schlüssel und die Literaturhinweise. Ich bin absolut nicht gegen die Auspaltung von Arten auch wenn es ohne Sequenzierung vielleicht nie dazu gekommen wäre. Leider wird dann häufig zu wenig Sorgfalt darauf verwendet diese Trennungen auch morphologisch zu untermauern, aber damit muss man wohl leben. Bei seltenen Arten hat man ja leider kaum die Chance sich selbst ein Bild zu verschaffen, was Deine Ausführungen natürlich noch wertvoller macht.

    LG Karl

    Hallo Nosozia

    Leider sagst Du nichts über die Farbe des Sporenpulvers. Auch bei den kleinen Braunen gibt es da deutliche Unterschiede, die hilfreich ein können und außerdem kannst Du dann sicher sein nur reife Sporen zu messen. An der Bestimmung habe ich trotdem nichts auszusetzen. Zumindest reife Sporen im Präparat lassen auf recht dunkles Sporenpulver schließen. Dickwandige Sporen die teilweise in Seitenansicht etwas hexagonal sind passen gut und die Zystiden entsprechen meinen Funden dieser Art. Die dunkleren, am Rand fast gekerbten Hüte halte ich für etwas Anderes.

    LG Karl

    PS. P. subviscida steht inzwischen wie auch P. montana und einige weitere Arten in der Gattung Deconia.

    Vielen Dank Karl, ja den hatte ich im LUDWIG auch schon gefunden, aber wegen der extremen Seltenheit wohl zu Unrecht angezweifelt. LG Harzi

    Möglicherweise ist die Varietät nicht so selten, aber wer mikroskopiert schon den Behangenen :). Ich hatte den damals mitgenommen, weil die Hüte etwas weniger glockig waren, als ich es sonst kenne. Das scheint mir bei Deinem Fund auch der Fall zu sein.

    LG Karl

    Servus Karl,


    Byssonectria terrstris habe ich schon mehrfach gefunden - die ist gar nicht so selten bei uns im Süden. Man muss nur zur rechten Zeit an Wildfütterungsstellen suchen, wo genug Urin im Boden ist. Hier zwei Fotos (vom 21. April 2006 - Morcheltreffen bei Elfi - man sieht das weiße Subiculum auf dem einen Foto, auf dem anderen scheint es weg zu sein - man kann es an einer Stelle zwischen den Becherchen erahnen; man muss wohl immer mikroskopieren).

    Hallo Christoph

    Sehr schöne Kollektionen und mit dem Mikroskopieren stimme ich Dir absolut zu. Man findet zwar häufig Gruppen, bei denen man sich sicher ist und gewöhnlich durch das Mikroskop bestätigt wird, aber es gibt immer wieder Funde, die sich nicht sicher ansprechen lassen.

    LG Karl

    Hallo Marion und Marcus

    Normalerweise äußere ich mich nur ungern zu Pilzleichen ;). Der relativ kompakte Habitus, der beschriebene Buckel, die Erscheinungszeit und der gurkig - mehlige Geruch deuten auf Schid- oder Schlehenrötling mit Tendenz zum Schildrötling (Entoloma clypeatum). Die normalerweise glatte Hutoberfläche kann bei Trockenheit durchaus mal einen filzig - schuppigen Eindruck machen.

    Hier noch ein mikroskopierter Eigenfund vom letzten Jahr


    LG Karl

    Hallo zusammen

    Die verschiedenen, zum Teil recht unterschiedlichen Beobachtungen über Helvella leucomelaena zeigen, wie wenig wir immer noch über Fruchtkörperbildung wissen. Der angesprochene Kiefernjungwuchs heir ein Bild vom Randbereich.


    ist teilweise recht lückig und auf den freien Flächen erscheint Helvella leucomelaena seit mehreren Jahren zu Hunderten.


    Als ich den Standort am 31.03.18 aufsuchte, war trotz intensiever Suche kein einziges Exemplar zu entdecken und am 15.04.18 wusste man (wie schom seit Jahren) kaum wo man hintreten sollte. In offenen Randbereichen findet man nur gelegentlich einige Exemplare und in mehr als 850 ha Kiefernforsten sucht man vergeblich.

    LG Karl

    Hallo Karl,

    wieder so eine Pilz-Beute, bei der ich vor Neid erblasse. Die orangen Becherchen sind der Oberhammer! Glückwunsch zu den ungewöhnlichen Frühlingspilzen.

    Hallo Claudia,

    Danke für Deinen Glückwunsch. Dafür hab ich mir aber auch vier Stunden die Hacken abgelaufen :). Ich kenne das Gebiet ja wie meine Westentasche, aber ich musste weite Wege zurücklegen, bis ich endlich fündig wurde. Den Leuchtenden Prachtbecherling (Calocypha fulgens), wegen dem ich eigentlich gefahren bin, war an keiner von 4 möglichen Standorten zu finden.

    LG Karl

    Danke lieber Nobi

    Aus Helvella leucomelaena werde ich auch nicht richtig schlau. Potentiell müsste die Art im gesamten Gebiet anzutreffen sein, aber man findet nur unregelmäßig mal einen einzelnen Fruchtkörper. Regelmäßig in großen Mengen erscheint H. leucomelaena nur in einem dichten Kiefernjungwuchs, der sich auf einer früheren Betonfläche angesiedelt hat. Beim Rückbau sind jede Menge Betonbruchstücke im Sandboden verblieben. Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück bei der Suche. Haupterscheinungszeit ist April bis Mai.


    LG Karl