Hallo Leute,
ich steig hier einfach mal in die Diskussion ein. Mario, ich finde die Idee klasse. Leider wird die Umsetzung einige Schwachstellen haben.
(bin gelernter Lebensmittelsensoriker kenne mich mit dem Geruchsempfinden etwas aus...)
Das Hauptproblem ist das individuelle Geruchsempfinden; die einen empfinden bei Pilzen, die nach Mehl riechen einen ranzigen Mehlgeruch, die anderen einen Gurkenartigen und beide haben sie recht. Weiterhin besteht das Problem der Verbalisierung (Beschreibung des Geruchs). Es fällt vielen Menschen schwer den Geruch nach etwas zu beschreiben; da kommen dann dann vage Beschreibungen, wie säuerlich oder süßlich raus.
Ein weiteres Problem ist die Beschaffung von "Riechstandards". Wenn ein Pilz nach einer bestimmten Raupe, Juchtenleder, Lärchensporn, Veilchenwurzel usw. riechen soll ist es der Theorie nach immer wichtig diese Gerüche zu präsentieren und die Probanden sollten sich diese merken. Das ist sehr schwer und dauert lange. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich die wichtigsten Aromakomponenten/Gewürze am Geruch erkennen konnte. Das erfordert hartes Training. Außerdem ist es auch sehr schwer, wenn ein Pilz spermatisch riechen soll oder nach Fisch. Die Originalgeruchstoffe von Sperma und Fisch (Fisch richt erst, wenn die Proteine/Peptide sich abbauen!!) sind Amine (Abbauprodukte von Aminosäuren/Proteinen/Peptiden). Ich kann nicht immer sagen, ob der Pilz nun einen verdorbenen Fischgeruch aufweist oder spermatisch riecht; sehr wohl aber, weil ich den Geruch genau kenne, dass es sich um Amingeruch handelt,was ich bei meinen Geruchsbeschreibungen in dem Falle immer sage.
Ich mach jetzt erstmal Schluss; hoffe ich konnte was dazu beitragen. wenn Rückfragen bestehen; immer her damit.
l.g.
Stefan[hr]
Hallo, ehrlich gesagt habe ich noch nie frisch gemahlenes Korn gerochen und verbinde den Mehlgeruch mit mir bekannten Pilzen, die in der Literatur oder sonstwo so beschrieben werden. Allerdings beschreibt Ewald Gerhardt sogar den Geruch des Gifthäublings als "mehlartig", ebenso den des Maipilzes. Er unterscheidet dabei lediglich die Intensität (schwach/stark) und dafür gehört ihm M.M.n. auf die Fingerchen gekloppt.
Hallo,
hierzu kann ich sagen, dass Ewald Gerhardt zumindest im sensorischen Sinne recht hat. Es ist durchaus richtig, Gerüche auch nach Intensitäten zu unterscheiden. Mir hat das bisher immer sehr bei der Pilzbetimmung sehr geholfen. Allerdings verstehe ich euren Unmut, wenn man den Mehlgeruch nicht kennt. Alte Leute kennen den;die wissen noch, wie ranziges Mehl riechen soll...
l.g.
Stefan