Beiträge von Climbingfreak

    Hallo Harald,


    es gibt Menschen, die sog. "Heilpilze" zur Gesunderhaltung nutzen. Das hat mit einer Heilung im Sinne des Arzneimittelrechts nix zu tun; ist aber so. Deswegen wird ja jetzt von Vitalpilzen gesprochen. :evil: *Klugscheißermodus aus*


    Ich hab auch eine Bekannte, die PSV ist und hat uns letzts Jahr zur Lausitztagung einen Vortrag zu diesem Thema gehalten. Natürlich war da auch viel Esoterik-Kram dabei, das gebe ich gerne zu, aber ich würde der Thematik nicht zu 100% ablehnend gegenüberstehen...


    l.g.
    Stefan

    Hallo Pablo,


    na ja, du kannst ja auch mal mit meinem Portrait hier vergleichen. ;) Ich will I. asterospora ja nicht zu 100%ausschließen, aber vielleicht zu 80%. Die Sporenform ist aus meiner bescheidenen Sicht schon ein KO-Kriteritum.


    Bin mal gespannt, was Ditte dazu sagt.


    l.g.
    Stefan

    Hallo Pablo,


    äähm wie soll ich es sagen. Ich würde an deiner Stelle den mit einem sehr großem Stirnrunzeln als I. asterospora abheften. Für den Pilz sind mir die Sporen nicht "sternförmig" genug und auch die Zystiden sehen untypisch aus. Außerdem passt dein Fund auch makroskopisch nicht so gut. Mir ist der Stiel und der Hut zu hell...


    l.g.
    Stefan

    Hallo ihr lieben,


    fein, fein. Ich lese hier mal als interessierter Leser mit und freue mich auf weitere Antworten. :cool: Mehr sage ich nicht; ich will ja nicht spoilern. :evil:


    @Pablo: du solltest in dem Zusammenhang nicht von Fehler reden; das ist irgendwie unpassend. Aha-Effekt würde es eher treffen. Vielleicht hast du ja noch Muße dich in die Rissis einzuarbeiten. :thumbup:


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    ich verstehe das nicht. Wenn ich einen Pilz wegen einer Vergiftung vorgelegt bekomem erkundige ich mich immer nach den VErgiftungssymptomen. Damit kannst du ggf. schon mal den Pilz einkreisen. Was mich wundert, dass du eine Anfrage aus Wien bearbeiten musst. So was sollte doch von einem Wiener Kollegen bearbeitet werden und nicht von dir im fernen Kärnten nur anhand von Fotos.


    Ich an deiner Stelle Peter würde so was zukünftig ablehnen; mach ich btw auch. Ich sage nur was, wenn ich auch die Fruchtkörper/Putzreste bekomme.


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    anhand der Bilder vermag ich wenig zu sagen. Auf alle Fälle wäre eine Kostprobe aus meiner Sicht angebracht. Ich denke mal, dass die nicht viel schlimmer wird, als beim Brennenden Rübling. :giggle:


    Ansonsten habe ich mit den Ritterlingen aus der Sektion sehr wenig Erfahrung. Kannst du uns noch was zum Geruch sagen?


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    also erstmal bezweifel ich, dass ich mir ein Mauskostüm anziehe, denn da passe ich gar nicht rein. :giggle: Gut Scherz beiseite.


    Die Sache mit den Kulturen anlegen habe ich ja schon oben erklärt. DAs dient nur dazu einen artenreinen Pilz für die Sequenzierung zu haben. Mit Wachstumsversuchen auf welchem Substrat welcher Pilz wächst, bzw. wie das Mycel auf dme Substrat aussieht, hat das nix zu tun. Exsiccate sind sehr wohl für eine Sequenzierung geeignet; sie dürfen nur nicht zu heiß getrocknet werden. Das ist aber eine andere Geschichte.


    Kommen wir zu dem phyllogenetischen Bäumchen. Das wichtigste, was man dazu verstehen muss, dass es sich dabei nur um eine Art wahrscheinlichkeitsbasiertes Modell handelt. Es ist keinesfalls so, dass die Arten/Gruppen, die weiter vorne abgespalten werden, sich auch eher im Gensquenzverlauf voeinander abweichen. Dem ist defintiv nicht so.
    Die ermittelte Sequenz des Bestimmlings wird mit anderen Sequenzen anderer Arten verglichen. Die daraus ermittelten Unterschiede werden nach bestimmten, von Menschen nicht mehr manuell durchführbaren, Algorithmen berechnet.
    Der Baum sagt aus, wie nahe verwandt bestimmte Pilzarten sind. Zu jeder Abzweigung gehört noch ein Signifikanzniveau. Je höher das ist (im Idealfall 99%) desto statistisch wahrscheinlicher ist auch, dass die dort aufgespaltenen Gruppen, Arten auch wirklich "was eigenes" sind. Solche Bäume richtig zu lesen ist eine Kunst, die ich auch nur teilweise beherrsche. Was man sich aber in jedem Fall im Hinterkopf haben sollte, dass hinter solchen Bäumen statistische Rechenmodelle stehen.


    l.g.
    Stefan



    l.g.
    Stefan

    Genus: Cortinarius. Subgenus: Leprocybe. Species: Cortinarius (Leprocybe) bolaris.


    Hallo Juliane,


    wirklich sehr schöne Bilder. :thumbup:


    Hallo Pablo,


    Genus: Cortinarius. Subgenus: Telamonia. Untersektion: Anomali. Species: Cortinarius bolaris.


    So wird ein Schuh draus. C. bolaris ist schon seit einiger Zeit nicht mehr bei den Leprocyben, zumindest, laut der Funga Nordica.


    l.g.
    Stefan


    Cool. Danke. :thumbup:
    [hr]
    Hallo,


    der Mehltau ist ziemlich sicher Erysiphe mayorii, da Konidien einzeln und deren Größe passt auch; bisher nur ein Fund in Sachsen.


    l.g.
    Stefan


    Das wird mein Jahr der Sächsischen Top-10-Funde. Grund: Phytoparasiten sind einfach unterkartiert. :D :cool:


    Hallo,


    danke. :) Bäume kenne ich inzwischen; ich brauche was was über krautige Pflanzen und Süßgräser. Das Pilz-Buch von Rita Lüder kenne ich nicht wirklich. Ich habe da schon 1-2 mal drin geblättert; allerdings hat es mir nicht sonderlich gefallen.


    l.g.
    Stefan


    Hallo Pablo,
    o je... sowas hatte ich befürchtet.
    Aber für A.arvensis gefällt mir der Geruch nicht - wenig Anis und viel "muffig" - meine Frau sagt : der stinkt.
    Gruß Norbert


    Hallo,


    zumindest nimmst du schon eine Anis-Kompnente wahr. Übrigens "stinken" alle Champis, wenn die "übern Jordan", bzw. kurz davor sind. Darauf würde ich nicht zu viel geben...


    l.g.
    Stefan

    Hallo ihr 3,


    vielen Dank für die Antworten. Ich denke auch, dass Mauerlattich passt. Auf alle Fälle merke ich gerade, dass ich von den Oligoporus/Postia-Arten kaum Ahnung habe. :shy:


    l.g.
    Stefan


    P.S. Könnt ihr mir ein gutes Pflanzenbestimmungsbuch empfehlen?

    Hallo,


    ich war gestern Klettern. Neben einigen Arten, fielen mir folgende Baumporlinge auf.


    Substrat wahrscheinlich Fichte; es war ein von Moos überwachsener Stumpf.


    Geruch: Fompini-Geruch sehr ähnlich


    Ich wäre da auch bei Fompini in jung; es passt vieles; allerdings kenne ich die nicht so flach und dünn; sondern wulstiger.
    Trama auf Druch rötend; Guttationstropfen vorhanden


    fompini1.jpg


    Dann mal wieder eine unbekannte Pflanze. Anfragegrund wieder mal ein Mehltaupilz. Ich brauch dringend mal ein Pflanzenbestimmungsbuch für krautige Pflanzen. Leider sind meine Kenntnisse von botanischen Fachbegriffen sehr beschränkt. Das ist auf alle Fälle was sehr häufiges hier. Eine Bestimmung sollte kein Problem darstellen. Die Gattung reicht völlig; zumindest erstmal. ;)






    Zum Abschluss noch ein Foto von einem Fund, der mich sehr gefreut hat. Ist zwar recht häufig, aber trotzdem erst mein zweiter.


    Die stinkende Lederkoralle Thelephora palmata



    schon mal vielen Dank


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    ich dachte, dass ich euch noch meine Täublingsfunde (auch die überalterten) an dem Tag schuldig bin. Es waren dann doch mehr als angenommen. ;)


    Russula cyanoxantha - Frauentäubling bei Buche
    Russula integra - Brauner Ledertäubling bei Kiefer (sah auf dem ersten Blick Russula vesca täuschend ähnlich; allerdings mit dem stark gelben Sporenpulver und den stacheligen Sporen; Stacheln bis 2 µm) war der dann doch sicher zu bestimmen.
    Russula ionochlora - Papageientäubling bei Buche
    Russula mairei - Buchen-Speitäubling
    Russula odorata - Duftender Täubling bei Buche oder Eiche; war ein Perserfund; leicht erkennbar am fruchtigen Geruch
    Russula parazurea - Blaugrüner Reiftäubling bei Buche
    Russula solaris - Sonnentäubling bei Buche
    Russula vesca - Speisetäubling bei Buche
    Russula violeipes - Violettstieliger Pfirsichtäubling bei Buche
    Russula virescens - Grünfelderter Täubling bei Buche


    Beim Rotfußröhrling habe ich mich für X. cisalpinus entschieden. Den hatte ich in dem Gebiet schon mal. ;)


    Der Mehltau an der Knoblauchranke ist Erysiphe cruciferarum. Es war sehr einfach den zu bestimmen, denn im Klenke/Scholler ist das der einzige Mehltau, der an der Pflanze vorkommt. :cool: ;)


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    äähm ja, wo fange ich an? :D Erstmal eins vorweg. Dass ich hier sehr große Probleme haben werde bestimmte Dinge einfach und verständlich zu beschreiben liegt an mir; andererseits auch am Thema. Das ist immer das Problem, wo fängt man an, wo hört man auf und wie detailliert soll es werden?
    Es soll ja das ganze Forum was davon haben und nicht nur diejenigen unter euch mit einer Molekularbiologischen Ausbildung. :evil:


    Thema Kulturen anlegen: das ist sehr wichtig; egal ob die ITS-Region nun sequenziert werden soll oder eine andere Gensequenz. Man braucht für die Seqenzierung den Pilz sorten- ääh "artenrein". :giggle: Es ist sehr wichtig, dass keine pilzliche Fremd-DNA in der Probe enthalten ist, denn dann kommt bei der Sequenzierung nur Müll raus (Probe nicht auswertbar). Das ist insbesondere dann wichtig, wenn das Pilzmaterial (meist anamorphe Pilze) schon auf einem Substrat (Agarplatte) angezüchtet wurde. In den allermeisten Fällen kommt dann nämlich neben dem "Bestimmling" noch andere Schimmelpilze auf die Agarplatte, die neben dem "Bestimmling" lustig darauf wachsen. Also muss man den "Bestimmling" auf eine frische neue Agarplatte aufimpfen und hoffen, dass die Begleitpilze nicht mehr auf der neuen Platte erscheinen. Erst dann lohnt sich die Sequenzierung...


    Dass viele Ascomyceten mittels der ITS-Region nicht bestimmbar sind, liegt daran, dass sich die besagte Gen-Sequenz bei denen nicht oder nur marginal unterscheidet. Die Methode funktioniert theorethisch wunderbar, nur kann man dieser dieser Sequenz dann sehr viele Arten zuordnen...


    Bei den Großpilzen mit Hut und Stiel ist das Anlegen von Kulturen nicht notwendig, da man einfach den Fruchtkörper/Exsiccat zerteilen kann und dann vom "Inneren" eine Probe für die Sequenzierung zu entnehmen.


    l.g.
    Stefan


    Hallo ihr beiden,


    dem ist nichts mehr hinzuzufügen. :cool: Wenn ihr könnt, dann exsicciert eure Funde und sucht jemanden, der auf die Bayrische oder DGfM-Tagung fährt. Dort kann er sie die Exsciccate dann ggf. Josef direkt geben. ;)


    l.g.
    Stefan

    Hallo Tom,


    danke für deine ausführliche Antwort. Umkries von 20-30m reicht im Regelfall. Wenn ich Fichtenwald lese, heißt das für mich nicht unbedingt, dass sich da eine Birke oder Eiche mit reingemogelt hat. ;) Bitte verstehe meinen obigen Einwurf auch nicht als Rumgemecker oder so. E kann auch gut sein, dass ich 1-2 Angaben überlesen habe.


    Noch eine Sache zum Stachelbeertäubling: der soll nicht nach Stachelbeeren riechen, sondern nach Stachelbeerkompott; das ist ein Unterschied. Ich finde, der Geruch ist gut bei denen wahrzunehmen; allerdings muss ich auch sagen, dass meine Sinne "geschult" sind.


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    das Thema umfassend in einer Antwort zu erläutern ist ein Ding der Unmöglichkeit. Außerdem finde ich das schon sehr schwierig, solch ein Thema in einfachen Worten zu beschreiben, zumal auch viele Leute hier im Forum nicht einmal die Grundlagen für die ganze Sache kennen. (nicht als Vorwurf gemeint) Ich habe dieses Jahr im Februar ein Pilzsequenzierkurs bei Marco Thines absolviert; nebenbei bin ich auch noch studierter Biochemiker. ;) Heute schreibe ich garantiert nix mehr dazu, aber in den nächsten Tagen bin ich gern bereit auf einzelne Sachen einzugehen punktuell einzugehen, so dass im Laufe der Zeit ein vollständiges Bild von der Thematik entsteht.


    Übrigens ist das auch kein Thema für nur einen Abend mit einem Kasten Bier. ;) Machen wir mal ne Woche draus, dann trifft es die Sache schon eher.


    l.g.
    Stefan