Hi,
bevor ich die aktuelle OEPR-Runde auflöse, kommt erstmal die Auflösung hier.
Was ich eigentlich hören wollte: "Das sind Aecidien/Aecien eines Rostpilzes" und keine Artnamen oder so was. 
Ich versuche mich hier mal kurz zu halten. Das besondere an Rostpilzen ist, dass sie unterschiedliche Entwicklungsstadien, auch meist an unterschiedlichen Wirten (die auch meist seeehr entfernt verwandt sind) ausbilden.
In der gängigen Literatur werden die Stadien folgendermaßen abgekürzt:
0 - Spermatogonien
I - Aecidien
II - Uredosporenlager
III - Teleutosporenlager
Die Teleutosporen sind dann diejenigen, welche dann meist im nächsten Frühjahr nach erfolgter Karyogamie auskeimen und Basidien bilden, sich somit sexuell vermehren. Diese Basidiosporen kommen auf einen 1. Wirt und bilden dann Spermatogonien und später die Aecidien aus. Diese bilden die Aecidiosporen, welche dann auf den Blättern eines 2 Wirtes auskeimen und dann sog. Uredosporenlager bilden. Diese Uredosporen werden freigesetzt und können dann Nachbarpflanzen infizieren. Wenn das z.B. in einem Getreidefeld passiert, drohen große Ernteeinbußen. Nach einer gewissen Zeit; gegen Herbst, bilden sich dann wieder Teleutosporen, die nach Überwinterung auskeimen.
Prominente Beispiele dafür sind:
der Getreideschwarzrost Puccinia graminis - 0 und Ier Stadien bildet er auf Berberitze, II und IIIer Stadien auf sehr vielen
Süßgräsern (inkl. Getreide)
Der Kronenrost Puccinia coronata - o und Ier Stadien bildet er auf Rhamnus (Faulbaum) II und IIIer Stadien auch auf sehr vielen Süßgräsern (inkl. Getreide)
Es gibt einige Rostpilzgattungen, die nicht alle Stadien ausbilden können, da fehlt dann mal das Uredosporen-Stadium oder das Aecidiensporen-Staudium usw. Je nachdem welche Stadien ausgebildet werden und wie die einzelnen Sporentypen auskeimen, werden die Pilze zu den Gattungen zusammengefasst. Die haben dann teilweise sehr klangvolle Namen: Gymosporangium, Phragmidium, Melampsora, Tranzschelia...
Falls ihr euch damit näher befassen wollt: Es lohnt sich.
Phytos sind generell unterkartiert und meist kommt man sehr schnell zu einem Ergebnis. Nachteil: Als erstes muss man die befallene Pflanze bestimmen.
Im obigen Fall (Rätselbild) konnte ich P. graminis ausschließen, weil die Aecidiosporengröße nicht stimmte. Es blieb dann nur noch ein Konglomerat an Rostpilzen übrig, die sich dann nur noch über den Wirtswechsel trennen ließen.
l.g.
Stefan
P.S. jan-arne: Ein Brombeerrost ist das nie und nimmer, denn die bilden keine solche Becherartigen Strukturen aus.
Ausnahme ist Kuehneola uridinis, aber das sind einzelne Becher auf der Blattoberseite und die stehen nie so gedrängt.